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Stufen der Aggression

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von Gawyrd, 19. April 2007.

  1. Gawyrd

    Gawyrd Guest

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    Lieber Reinhard,

    Diesen Beitrag von dir habe ich heute früh gelesen und muß seitdem ständig darüber nachdenken. Passt jetzt überhaupt nicht in diesen thread, - Ihr seid schon ganz woanders, aber ich weiß nicht, wie ich Deinen Beitrag in einen neuen Diskussionsthread kopieren kann. Außerdem muß ja keine Diskussion draus werden.
    In der Tat, in armen Familien kommt es durch die Enge zu mehr Reibung und damit wohl "heißer Energie", die aber zerstörerisch sein kann ("die Faust im Gesicht"). In reichen Familien kann man sich in gewisser Weise die Beziehungslosigkeit erkaufen und damit dem Streit - zumindest innerhalb der Familie - entkommen. Das bedeutet in diesem Kontext weniger Reibung und damit "kalte Energie", die ebenso zerstörerisch sein kann, oder? Du sagst, Ignorieren sei die oberste und vernichtendste Stufe auf der Aggressionskala.
    Das würde mich interessieren, warum soll "heiße Energie" weniger aggressiv sein als "kalte Energie"? Und überhaupt, was spricht eigentlich gegen Beziehungslosigkeit in einem bestimmten Kontext, - denn irgendwo anders wird dieses "beziehungslose" Individuum schon seine Beziehungen unterhalten. Kein Mensch kann gänzlich ohne Beziehungen leben und wenn es nur die Beziehung zu den Blumen im Garten ist.

    Ich denke, die "arme Enge" kann genauso gewalttätig oder gewaltfrei sein wie die "reiche Distanz", aber ich würde mich freuen, wenn du dazu noch etwas aus Deiner Sicht sagen könntest. Inspiriert mich vielleicht.

    Katarina:)

    (Liebe Katarina, ich hab's für Dich rüberkopiert in einen neuen Thread, Reinhard)
     
  2. Gawyrd

    Gawyrd Guest

    Liebe Katarina,

    Der Mensch BRAUCHT Beachtung. Das Vernichtendste für ihn ist es, völlig ignoriert zu werden. Das ist in dem Wort "totschweigen" anschaulich wiedergegeben.

    Das kennt man ja bei Kindern, dass sie zu stören beginnen, wen man sie zu wenig beachtet. Ihnen ist negative Aufmerksamkeit lieber, als gar keine.

    Es gab da ja diesen grauslichen Versuch im Mittelalter, bei dem man feststellen wollte, welche Sprache ein Kind ursprünglich spricht, wenn man es nicht mit einer bestimmten Sprache prägt. Die Ammen durften mit den Säuglingen nicht reden - ansonsten wurden sie vollstädig ernährt und versorgt. Die Säuglinge sind alle gestorben. (Wenn ich den Bericht richtig in Erinnerung habe.)

    Wenn ich jemanden nicht mehr beachte, töte ich ihn in einer gewissen Form tatsächlich - nämlich in meiner Welt. In meiner Welt ist er gestorben.

    Stell Dir das vor : Wenn Du von Deiner Familie vollständig ignoriert würdest. Kein Mensch (weder Mann noch Kinder) spricht mehr mit Dir. Du kannst tun was Du willst - kein Mensch nimmt mehr von Dir Notiz. Es wird neben Dir miteinander gesprochen, wie wenn Du nicht da wärest. Gibt es Schlimmeres ? Wäre da längerfristig Streit und sogar körperliche Gewalt nicht leichter zu ertragen ?

    LG, Reinhard

    PS.: Es gibt Skalen mit der schädlichen Wirkung von Aggressionen. Ignorieren und konsequentes Schweigen (Kontakt verweigern) war da die oberste Stufe.
     
  3. Katarina

    Katarina Guest

    Lieber Reinhard,

    ja, von diesen "Mittelalter-Versuchen" mit den Babys habe ich natürlich auch gehört und ganz klar brauchen Babys Zuwendung/Beachtung. Nun sind aber Babys hilflose bedürftige kleine Wesen, die sich nicht selbst und vorallem nicht anderweitig versorgen können. Aber sobald man diesem Alter und meinetwegen auch dem dem frühen Kindesalter entwachsen ist, ist mir noch nicht klar, weshalb "kalte Energie" aggressiver sein soll als "heiße Energie". An zuviel Hitze verbrennt man und an zuviel Kälte erfriert man.
    Ich weiß, dass Ignorieren und Nicht-Beachtung nicht schön ist. Meine Mutter hat früher wochenlang nicht mit mir gesprochen, aber a) gab es andere Menschen, mit denen ich reden konnte und b) kann ich mir nicht vorstellen, dass mir eine tägliche Abreibung irgendwie lieber gewesen wäre.

    Wenn ich jemanden so intensiv nichtbeachte, dass ich ihn in meiner Welt töte, entspricht das der anderen Seite, nämlich jemandem so intensiv gewalttätig zu begegnen, dass ich ihn ins Jenseits befördere. Ist das nicht dasselbe, nur halt zwei Seiten derselben Medaillie?
    Also so ganz kann ich dieser Skala noch nicht in ihrer Allgemeingültigkeit folgen.

    Katarina :)
     
  4. Reinfried

    Reinfried Guest

    Nur kurz dazu: das war (angeblich) Friedrich II (Du hattest den Bericht richtig in Erinnerung):

    "Eine der hier beschriebenen behandelt die sogenannte „Suche nach der Ursprache“, die, schon seit der Antike nachweisbar, vor Friedrich II. bereits verschiedenen anderen Herrschern zugeschrieben worden war. Salimbene schreibt, Friedrich habe zum Zwecke dieser Suche mehrere Säuglinge von der Außenwelt isoliert und ihren Ammen befohlen, die Kinder zwar zu säugen und sauberzuhalten, aber weder mit ihnen zu sprechen noch sie zu liebkosen, oder ihnen sonstige Zuwendung zuteil werden zu lassen. Auf diese Weise habe er – so Salimbene – herausfinden wollen, in welcher Sprache Kinder ihre ersten Worte von sich geben. Die Kinder hätten dann aber gar nicht gesprochen, sondern seien aufgrund der mangelnden menschlichen Zuwendung frühzeitig gestorben."

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(HRR)

    War ein interessanter Ansatz mit fatalen Folgen.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
  5. Gawyrd

    Gawyrd Guest

    Musst Du auch nicht,

    LG, Reinhard

    PS.: Es geht um die Einstufung von Aggressionen in der zwischenmenschlichen Kommunikation des Alltags. Realer Mord, Folter etc. ist da natürlich nicht dabei.
     
  6. Pholus

    Pholus Mitglied

    Registriert seit:
    16. Mai 2006
    Beiträge:
    270
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    Kann ich bestätigen; entspricht sogar meinen persönlichen Erfahrungen.
    Dieses Nichtbeachten verursacht enorm viel Spannung, Verspannungen im Tragenden, die in der Tat, durch einen Schlag sich mitunter eindeutig und schneller lösen, als Worte die niemanden mehr erreichen.
    Ich hatte noch einen älteren Bruder und wir hatten es gemeinsam als Kinder ganz schön dicke drauf; zum Verzweifeln für unsere Mutter, die so manches mal nur die Hände über den Kopf schlug, sich fallen ließ und weinte und schwieg. Das war eine ganz schlimme Folter. Manchmal aber war sie sehr zornig auf uns (Gott sei Dank). Dann nahm sie, was sie zwischen die Finger kriegte und jochte uns das über den Pelz. Das tat zwar weh, aber es war bei weiten kein Vergleich zu den seelischen Schmerzen, was ihr Schweigen und Weinen in uns verursachte.

    LG
    Pholus, der trotz dieser häufigen Episoden aus der Kindheit kein Masochist bzw. Schläger geworden ist.
     
  7. Alana Morgenwind

    Alana Morgenwind Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. Februar 2005
    Beiträge:
    6.744
    Ort:
    Bayern
    So, ich werde meiner Pause schnell mal untreu!

    Ich wurde oftmals angeschwiegen, ohne überhaupt zu wissen, warum. Da war kein Reden möglich, oft erst nach Tagen. Für mich war es das Schlimmste an Unterdrückung und Machtausübung, das ich kenne. Da ist ein handfester Krach mir tausendmal lieber (ich kann dann sowieso nach spätestens einer Stunde wieder vernünftig sein). Allerdings habe ich so einigermaßen gelernt, daß das eben nicht jeder kann und daß andere oft mal eine Zeit brauchen, um mit sich in's Reine zu kommen. Es ist wohl ein Unterschied, aus welcher Motivation geschwiegen wird, mir selbst tut es immer noch sehr weh, wenn ich nicht über etwas reden kann, das mir wichtig wäre.

    Liebe Grüsse, Alana
     
  8. Pholus

    Pholus Mitglied

    Registriert seit:
    16. Mai 2006
    Beiträge:
    270
    Hallo Alana,

    Ja es gibt Unterschiede....da muss man wirklich schauen. Reden stellt Nähe her. Aber manchmal hat man (auch ungewollt) jemanden so tief verletzt, das dieser die Nähe nicht ertragen kann - der schweigt dann - und zahlt es dir somit heim.

    LG
    Pholus
     
  9. Reinfried

    Reinfried Guest

    Das Ignoriert-Werden muss nicht nur in Familien stattfinden, man stelle sich nur vor, man eröffnet einen Thread hier - und keiner schreibt zurück.

    Das ist nun nur eine "Kleinigkeit", aber wenns öfters passieren würde, fühlt sich bereits das wahrscheinlich ziemlich kalt an.

    Funktionierende Kommunikation ist ein Grundbedürfnis, glaube ich - so wie Essen und Trinken...wie der "grauslige Versuch" zeigt, offensichtlich genauso wichtig.

    Auch bei Krankheiten ist die Kommunikation der Zellen untereinander oft gestört - die soziale Isolation wechselt auf die Zellebene.

    Ich werde off-topic, glaube ich....

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
  10. Katze1

    Katze1 Sehr aktives Mitglied

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    Wien
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    Es reicht schon, wenn die Leute dauernd am Thema vorbeireden und man selbst gar nicht durchdringt und "ankern" kann.
     
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