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Erleuchtung

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Isis, 13. Juni 2002.

  1. Isis

    Isis Aktives Mitglied

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    19. Mai 2002
    Beiträge:
    1.003
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    Saarland
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    Hallo Kvatar,

    och, ich lese ganz gerne deine Berichte - immer wieder eine Erinnerung an die wahre Heimat. (Kommentar bitte verkneifen).

    Gibts noch was anders als Millman? :)

    Liebe Grüße
    Isis
     
  2. Kvatar

    Kvatar Sehr aktives Mitglied

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    6. Mai 2002
    Beiträge:
    1.682
    @Isis: da gibt es noch reichlich ! Als nächstes hatte ich mir gedacht, den Erfahrungsbericht eines KZ-Häftlings zu posten - also bleiben sie dran ! ;)


    Jedenfalls hoffe ich, dass durch die (zugegeben umfangreichen) Texte hier eines deutlich wird: Erleuchtung ist kein schemenhafter, esoterisch verklebter, abstrakter Wunsch oder eine fixe Idee von Verrückten, sondern eine klare und bodenständige Erfahrung, die für jeden möglich und erreichbar ist, der die notwendige Zeit und Energie zu investieren bereit ist.


    Gruss,
    KTG


    (P.S.: "wahre Heimat" ... :D ;) )
     
  3. Isis

    Isis Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. Mai 2002
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    1.003
    Ort:
    Saarland
    Hallo Kvatar,


    weiter, weiter, weiter:)


    Liebe Grüße
    Isis
     
  4. Geboldar

    Geboldar Guest

    Hallo Kvatar, :)

    Ich denke auch das die Erleuchtung für jeden ein erreichbares Ziel ist. Allerdings bringt sie ein diszipliniertes Leben in im Sinne der Geistigkeit mit sich, um diese Erfahrung zu haben, und es ist bestimmt nicht leicht diesen Weg zu gehen. Und da gibt es noch die spontane Erleuchtung, ich denke sie ist ein zusammen treffen vieler Emotionen, die unser Bewußtsein ins wanken bringt, unser Fluidal Körper kann damit nicht gleich umgehen, deshalb diese Bewußtseinserweiterung. Wir schwingen damit dann in einer anderen Frequenz die uns unser Umfeld dann auch ganz anders erscheinen läßt. Aber ich denke das kannst du am besten beurteilen Kvatar. Das ist hier ist nur meine vermutung. Diese Erklärung ist auch nur ein Zusammenschnitt aus dem was ich bisher gelesen und gehört habe. Nur so würde es für mich einen Sinn ergeben.

    Gruß
    Geboldar;)
     
  5. Kvatar

    Kvatar Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Mai 2002
    Beiträge:
    1.682
    Gestern wurde ich gefragt: "Was ist Erleuchtung im praktischen Leben?" , und ich konnte nicht klar ausdrücken, welche Konsequenzen "Erleuchtung" nun tatsächlich hat, denn was ich sagen wollte klang verwirrend. Inzwischen habe ich drüber nachgedacht, und ich würde jetzt so antworten:


    Was ist unser Leben? Es ist für uns vor allem eins: leidvoll !
    Wir alle sind ständig Ängsten, Sorgen und Schermzen ausgesetzt, zB wenn wir uns Sorgen über Rechnungen und Kontostände machen, unser Partner uns verlassen will, wenn wir uns einsam und allein fühlen und uns wehleidig fragen, wo da der Sinn in all diesen Dingen stecken soll.

    Es ist wie ein Wasserrohrbruch in unserer Wohnung: im hohen Bogen spritzt das Wasser aus der Bruchstelle und überschwemmt den Fußboden. Was können wir tun?

    Wir können uns einen Eimer schnappen und das Wasser wegschöpfen. Damit haben wir das Problem aber nicht gelöst – es fliesst ja ständig neues Wasser nach ! Nun: schauen wir mal, wie andere Menschen mit ihrem Rohrbruch umgehen:

    · Einige sagen sich: „Ich muss schneller schöpfen – dann hole ich vielleicht sogar einen Vorsprung heraus und kann endlich einmal glücklich sein“
    · Einige schöpfen noch nichtmals – sie tun nur so, als würden sie sich anstrengen. Dadurch steigt der Wasserspiegel zwar immer weiter, aber immerhin kann man bei seinen Mitmenschen auf Mitleid pochen.
    · Wieder andere schöpfen links das Wasser auf und kippen es rechts wieder hin.
    · Einige haben sich schon an das Schöpfen gewöhnt, und aus Gewohnheit schöpfen sie einfach weiter...
    · Einige ignorieren den Rohrbruch und tun so, als würden sie ihn nicht sehen. Bis der Wasserstand auf der Höhe der Steckdosen im Raum ist...


    Erleuchtung suchen heisst, die Schöpfkelle hinzulegen und im Keller nach dem Absperrhahn zu suchen. Aber der Keller ist nicht ohne: es gibt kein Licht, überall krabbeln ekelhafe, fette schwarze Spinnen umher und lassen sich auf unser Gesicht fallen, gefährliche Nägel ragen aus der Wand, an denen man sich schlimm verletzten kann, wir können in Rattenfallen treten und die Treppe runterfallen.

    Es braucht Mut und Entschlossenheit, in den Keller zu gehen. Wir tasten uns vorsichtig durch das Dunkel hindurch, tasten den Raum ab während wir ihn kennen- und verstehen lernen. Bald finden wir uns im Keller zurecht; wir finden den Hahn und drehen ihn zu, während wir das gute Gefühl haben, das es von jetzt an wieder aufwärts geht.

    Die Treppe rauf, zurück in die Wohnung. JETZT macht das Schöpfen Sinn – bald haben wir das Wasser so gut es geht aufgeschöpft und können den Rest mit dem Aufnehmer wegwischen; der noch feuchte Boden trocknet nun von alleine. Schön !! :)

    Wir sind fertig, unsere Aufmerksamkeit können wir nun auf andere Dinge richten. Wir fragen uns, wie es unseren Nachbarn geht und beschliessen, auf einen Sprung bei ihnen vorbeizuschauen. Als wir hinkommen stellen wir fest, dass ALLE Menschen einen Rohbruch haben und verzweifelt am schöpfen sind – was sollen wir tun?

    Ihnen schöpfen helfen?
    Oder sie in den Keller schicken?


    Wenn wir bei einem Nachbarn vorbeikommen können wir mit Humor sagen: „He Nachbar, kannst Du mir mal ‘nen Eimer Wasser leihen?“ oder „Sag mal, was meinst Du ist noch überflüssiger ist als das Wasser, das Du da im Eimer hast?“ oder wir singen „Ein Loch ist im Eimer... Karl-Otto ... Karl-Otto ... “

    Wir können Papierschiffchen basteln und auf dem Wasser schwimmen lassen – so lange, bis die Leute mit einem Seufzen und Zwinkern sagen: „OK OK - ich geh in den Keller – aber sag mal ... ähäm: kommst Du vielleicht mit?“

    Klar, warum nicht?
     
  6. Geboldar

    Geboldar Guest

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    Hallo Kvatar, :)

    ja das ist eine gute Analogie.

    Ich denke Fazit ist: Behebe den Ursprung und nicht die Symptome. Helfe erst dir ( wäre das nicht egoistisch? )dann den anderen!

    Aber ich glaube es gibt bei deiner Analogie eine winzigkeit die du vielleicht nicht bedacht hast. Vielleicht ist es aber doch im sinne des Erfinders.

    Es würde ja doch heißen das bei jedem Menschen der noch keine Erleuchtung hatte einen Wasserbruch wäre und er in seinem leid ertrinkt weil er von dem Ursprung keine Ahnung hat. Er wäre dann sein Leben lang nur am Wasser schöpfen. Die meisten Menschen wissen doch nicht was die Erleuchtung ist bzw Spiritualität. Die meisten Menschen Glauben nur das was sie mit ihren Sinnen erfahren können. Ich denke deine überzeugung ist das du hier ins Spiel kommst um die Leute zu überzeugen.
    Hat aber jeder Mensch sobald er auf die Welt kommt gleich einen Wasserrohrbruch? Oder gibt es auch Menschen die ohne die Erleuchtung glücklich Leben können ohne einen Wasserrohrbruch zu haben?:confused:

    Viele Grüße
    Geboldar;)
     
  7. Kvatar

    Kvatar Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Mai 2002
    Beiträge:
    1.682
    Hallo Geboldar,

    Du fragst, ob jeder Mensch einen Wasserrohrbruch hat. Als Antwort zitiere ich aus "Kernholz des Bodhibaumes" von Ajhan Buddhadasa:

    Spirituelle Krankheit
    Die Worte "spirituell" und "geistig" haben sehr verschiedene Bedeutungen.
    "Geistig" bezieht sich auf die geistigen Faktoren, die mit dem Körper
    verbunden und in Beziehung zu ihm stehen. Wenn wir an einer geistigen
    Krankheit leiden, gehen wir in ein psychiatrisches Krankenhaus oder eine
    Nervenheilanstalt. Das ist keine spirituelle Angelegenheit. Das Wort "Spirit"
    (Geist, Geist-Herz) hat hier nichts mit einem Geist oder einem Wesen zu tun,
    das Menschen besetzt. Hier bezieht es sich auf die subtilen Aspekte des
    Geistes, der krank ist durch die Kraft der in ihm wirkenden
    Herzenstrübungen, besonders durch Ignoranz und falsche Anschauung. Der
    Geist, der sich aus Unwissenheit oder falscher Ansicht zusammensetzt,
    leidet an der spirituellen Krankheit; er sieht falsch. Falsches Sehen
    veranlasst den Geist, falsch zu denken, falsch zu reden und falsch zu handeln.
    Folglich drückt sich die Krankheit gerade in falschen Gedanken,
    falscher Rede und falschen Handlungen aus.
    Euch wird sofort auffallen, dass jeder ohne Ausnahme die spirituelle
    Krankheit hat. Soweit es körperliche und geistige Krankheiten betrifft, so
    treten diese nur in manchen Menschen zu bestimmten Zeiten auf. Sie sind
    nicht so schrecklich. Sie verursachen nicht das beständige Leid bei jeder
    Einatmung und jeder Ausatmung, wie es die spirituelle Krankheit tut.
    Körperliche und geistige Krankheiten werden deshalb im Buddhismus nicht
    behandelt. Die Lehren des Buddha sind die Heilmittel für die spirituelle
    Krankheit und der Buddha ist der Arzt des "Geist-Herzens" (Spirit).
    Die Erinnerung daran, dass die Kommentatoren den Buddha als "spirituellen
    Arzt" bezeichneten, wird es uns leichter machen, einander zu verstehen,
    denn jeder leidet an der spirituellen Krankheit und jeder muss sie spirituell
    heilen. Das Heilmittel ist das Dhamma, diese eine Handvoll der Lehren des
    Buddha, die erkannt, benutzt und verinnerlicht werden müssen, um so die
    Krankheit zu überwinden.


    Hier ist ein Link zu dem Buch, das übrigends kostenlos heruntergeladen werden kann (..es wurde übrigends von der UNESCO 1972 als "herausragendes Buch" bewertet und gefördert.)

    Viele Grüße,
    Kvatar

     
  8. Geboldar

    Geboldar Guest

    Ja danke für die üppige Antwort damit ist alles gesagt. Und es trifft es auch genau. :)

    Gruß
    Geboldar:D
     
  9. Isis

    Isis Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. Mai 2002
    Beiträge:
    1.003
    Ort:
    Saarland
    Hallo Kvatar,

    so viele Schöpfer! Das kann ja auch nix geben:D

    Ich winde mich ganz fürchterlich, aber ich muß wohl diesem Buddhadasa Recht geben.

    Bleibt für mich aber dennoch die Frage, warum körperliche Krankheiten nicht behandelt werden. Ich denke dabei besonders an die Kinder.

    Viele Grüße
    Isis
     
  10. Kvatar

    Kvatar Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Mai 2002
    Beiträge:
    1.682
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    Hallo Isis,

    Ich musste auch grinsen als "Gott" als den Schöpfer der Welt dachte: sollte sich Gott nämlich entschliessen, mit dem Schöpfen aufzuhören und dem Buddhismus beizutreten, dann bekommen wir Buddhisten unweigerlich Patentstreitigkeiten mit der kath. Kirche... :D:D

    +snip+

    Du fragst, warum körperliche Krankheiten nicht auch Thema des Buddhismus sind, aber die Antwort ist eigentlich recht simpel. Diese Dinge liegen ganz einfach nicht im Zuständigkeitsbereich des Buddhismus, ihn interessiert ausschliesslich wie die Dinge sind, um dukkha (Schmerz, Leid, Verzweiflung) zum erlöschen zu bringen.

    Der Buddhismus befasst sich ausschliesslich NUR mit dem Erlöschen von Dukkha. Themen, die nicht mit dukkha und dessen erlöschen zu tun haben sind keine buddhistische Themen, sondern wurden erst später von Unwissenden hinzugefügt. Heute umfasst der Buddhismus leider eine Vielzahl an unwichtigem oder falschem Beiwerk, welches irrtümlich nun ebenfalls als "Buddhismus" bezeichnet wird. Die "Reinkarnation" ist so ein Beispiel - sie hat nichts mit Buddhas Lehren zu tun, und der Buddha lehnte es auch stets ab, sich darüber zu äußern: Es sei für das Glück des Menschen absolut unwichtig, und darüber hinaus habe derjenige, der Fragen über ein jenseitiges oder folgendes Leben stelle ja auch keinerlei Möglichkeiten, sich von der Richtigkeit der Antwort zu überzeugen - daher sei die Fragerei nach Reinkarnation dumm und habe nichts mit seinen Lehren zu tun.


    Wie Ajhan Buddhadasa sagte, befasst sich der Buddhismus mit den Erscheinungen von dukkha, denen JEDER Mensch ausgesetzt ist. Es ist eine spirituelle Krankheit, von der wir genesen müssen. Wir sollten uns auf diese Krankheit konzentrieren und nicht weitere Themen addieren, die uns schliesslich nur verwirren und abschweifen lassen.

    Du, Isis, nanntest u.a. kranke Kinder, die ebenfalls Aufmerksamkeit bedürften -da gebe ich Dir natürlich Recht. In Indien habe ich sehr viele Kinder mit körperlichen (und seelischen) Verstümmelungen gesehen, die mir wirklich leid taten.
    Auf der anderen Seite denke ich dann, dass wir in der westlichen Welt durchaus die Möglichkeit hätten, für diese Menschen wirklich etwas zu bewirken und deren Lebenssituation zu verbessern. Damit meine ich nicht, mal 'n Scheinchen zu spenden (das sollten wir sowieso tun - am besten per Partnerschaft für ein Kind!). Wir brauchen Umdenken und Um"fühlen" einer anderen Qualität. Wir brauchen echtes Mitgefühl, echtes Verantwortungsbewusstsein und konsequente Taten, die weit über die "Entschuldigungsprogramme" hinausgehen, mit denen wir von Zeit zu Zeit unser Gewissen beruhigen.

    Wir könnten schon heute viel für die Kinder in Indien tun - aber nutzen wir unsere Möglichkeiten ? Die Antwort ist beschämend, denn in Wirklichkeit tun wir gar nichts. Schuld daran ist unsere spirituelle Krankheit : falsches Sehen, falsches Denken, falsches Reden, falsches Handeln.

    Lass uns unser schlimmstes Problem zuerst in den Griff bekommen - einverstanden ? ;)

    Gruß
    Kvatar
     
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