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Die Protokolle der Weisen von Zion - echt oder Fälschung?

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von FIST, 1. Juli 2007.

?

sind die Protokolle echt oder eine Fälschung?

  1. Echt

    8 Stimme(n)
    18,6%
  2. Fälschung

    23 Stimme(n)
    53,5%
  3. keine Ahnung

    7 Stimme(n)
    16,3%
  4. Ich weis nicht, was mit den Protokollen gemeint ist

    5 Stimme(n)
    11,6%
  1. FIST

    FIST Neues Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2004
    Beiträge:
    25.988
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    Schalom Schalom

    mich würde mal wunder nehmen, was ihr glaubt, sind die Protokolle der Weisen von Zion eine billige antisemitsche Fälschung, oder sind sie wirkliche Protokolle einer Zionistischen Sitzung???

    Liebe Grüsse

    FIST
     
  2. caro fist

    meine meinung dazu

    eine fälschung bedingt immer eine echte tasache.
    ein gefälschtes dokument bedingt immer ein echtes dokument.

    nimmt mann die wörter "zion" und "jüdische verschwörung" aus den texten
    und liest also die texte ohne den antisemitischen bezug,
    ist in den texten sehr interessantes zu finden.

    unter dem motto
    wenn du etwas verbergen willst, mach es bekannt und beschuldige jemand anderen der tasachen.

    finde einen "schuldigen" anstelle des "schuldigen"

    wer sind die fäscher.................?
    was ist ihre absicht..................?
    könnte man sich hier fragen.

    soweit in kürze meine gedanken.
    :morgen:
     
  3. Sunna

    Sunna Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    17. Januar 2007
    Beiträge:
    1.293
    Ort:
    Bayern
    Sehe ich ähnlich. Ich halte für wahrscheinlich, daß es eine Fälschung ist - aber eine Fälschung, die angefertigt wurde um etwas zu verschleiern.

    Wenn heute jemand kommt und hinter dem Weltgeschehen einen großen Plan erahnt, und dabei die "Protokolle" ins Spiel bringt, ist man schnell bei der Sache, denjenigen als Spinner zu betiteln (oder auch zu kriminalisieren, denn die Schrift ist hierzulande ja verboten) - denn wie kann jemand etwas, das offiziell als Fälschung entlarvt ist, für echt halten und darauf sein Weltbild gründen?

    So werden Leute, die die Zusammenhänge von Manipulation, Geldmacht und Weltgeschehen erkennen und darüber öffentlich reden, als Spinner, Antisemiten, Paranoiker, Verschwörungstheoretiker diffamiert, und andere, weniger kritische Geister, davon abgehalten, sich mit der Thematik zu beschäftigen (denn wer will schon als Spinner oder gar Extremist dastehen?)

    Fakt ist aber, daß vieles, was in den "Protokollen" steht, heute umgesetzt wird - und da ist es eigentlich irrelevant, ob sie eine Fälschung sind oder nicht.

    Zwar wird es nicht von "den" Juden umgesetzt - diese Verallgemeinerung ist nicht zulässig - aber es WIRD umgesetzt, und das zu erkennen ist wichtig.
    Wer allerdings pauschal Angehörige eines Volkes oder einer Religion dafür verantwortlich macht, ist auf dem Holzweg. Ich denke, daß dahinter Kräfte stehen, die aus unterschiedlichen Völkern und Religionen kommen, weltliche Kräfte, die sowohl über wirtschaftliche Macht als auch über esoterisches Wissen verfügen, das sie im satanischen Sinne anwenden, um eine Weltordnung unter ihrer Kontrolle zu etablieren, eine Weltordnung auf der Basis des Materialismus.

    Allerdings gibt es mittlerweile eine Menge anderer Literatur zu der Thematik, die "Protokolle" braucht eigentlich keiner mehr.
     
  4. FIST

    FIST Neues Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2004
    Beiträge:
    25.988
    Schalom Troubleshooter

    http://www.antifa.co.at/antifa/ZION.PDF

    eine gute Abhandung über Herkunft, Vorlage, Grundlage usw der Protokolle

    Liebe Grüsse

    FIST
     
  5. opti

    opti Guest

    Mit den Protokollen der Weisen von Zion habe ich mich ausführlich beschäftigt. Hier das Ergebnis meiner Rechsrchen:

    Historische Entstehung der Protokolle

    Die Protokolle der Weisen von Zion sollen angeblich auf ein geheimes Treffen von 12 wohlhabenden und einflussreichen jüdischen Finanziers zurückgehen (den 12 Weisen von Zion), die sich 1773 im Hause Rothschilds in der Judengasse in Frankfurt getroffen haben, um einen Plan für eine Weltverschwörung auszuarbeiten. Mit dieser Weltverschwörung wollen sie die Weltherrschaft und das gesamte Vermögen der Welt an sich bringen. Andere wiederum, vor allem rechtsorientierte Kreise, behaupten, dass es so etwas wie Pläne für eine jüdische Weltverschwörung bereits schon lange vor dem Treffen von 1773 gegeben habe, sie sollen nur 1773 von den Rothschilds neu ausgearbeitet worden sein und dadurch ihre aktuelle Bedeutung erlangt haben. [01]

    Ich frage mich allerdings, wie man 1773 an eine Weltverschwörung denken konnte, in einem Zeitalter, in dem man noch mit der Pferdekutsche reiste, da die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth erst 1835 ihren Betrieb aufnahm, in einem Zeitalter, in dem man noch mit Kanonen und Vorderladern schoss, in einem Zeit in der es weder Telefone, Fabriken, Elektrizität, Autos noch U-Bahnen gab, ja, nicht einmal Fahrräder, denn die wurden erst 1817 erfunden, in einer Zeit also, in der man noch mit Heißluftballons statt mit Überschallflugzeugen flog. Wenn diese 12 Herren also bereits 1773 die Weltverschwörung geplant haben sollen, so müssen sie wahrlich die Fähigkeit besessen haben, in die Zukunft zu blicken und bereits 1773 Kenntnisse von der industriellen Revolution besessen haben. Mit anderen Worten, es muss sich um ein Treffen von Hellsehern gehandelt haben.

    In Wirklichkeit handelt es sich bei dem "Protokoll der Weisen von Zion", um einem fiktiven Text, der 80 Seiten und 24 Kapitel umfasst, der wahrscheinlich einer französischen Satire entspringt, und später, während der französischen Revolution, gegen die Aufklärer, die sich gegen die Vorherrschaft von Adel und Kirche auflehnten, eingesetzt wurde. Man hatte keine Erklärungen für die Vorgänge während der französischen Revolution, bzw. die Herrschenden bemühten sich gar nicht erst darum, eine Erklärung für die Revolution zu finden, sondern sie suchten schlicht nach einem Schuldigen, dem sie die Verantwortung für den revolutionären Umsturz in die Schuhe schieben konnten. Diese Verantwortlichen fand man in dem geheimen Illuminatenorden und in den Freimaurerlogen, die sich im Rahmen der Aufklärung gegründet hatten. Diesen Geheimbünden und Logen unterstellte man eine jüdische Weltverschwörung, obwohl diese Logen bzw. Geheimbünde zu jener Zeit gar keine Juden aufnahmen.

    Mit der Aufklärung während der französischen Revolution, setzte eine liberale und demokratische Strömung ein, die auch bald Russland erfasste und die zaristische Macht in ihren Grundfesten zu erschüttern drohte. Die russischen Juden, die mehrheitlich in armseligen Verhältnissen lebten und in vielfältiger Weise in ihren Rechten eingeschränkt wurden, nahmen die Ideen von Freiheit und Gleichheit mit Begeisterung auf, da sie hofften, durch diese Veränderungen ihre Emanzipation weiter vorantreiben zu können. Die Juden, die seit jeher städtisch orientiert und mit Geldgeschäften vertraut waren, galten als Repräsentanten der neuen Zeit.

    Dies führte bei Teilen der russischen Bevölkerung zu Neid und Missgunst. Besonders russische Rechtsradikale tobten ihre Wut über die befürchteten Veränderungen, die die neue Zeit mit sich brachte, vorzugsweise an den Juden aus. Pogrome gegen die Juden waren an der Tagesordnung und wurden von den Behörden stillschweigend toleriert, da man befürchtete, dass die Unzufriedenheit sich sonst leicht gegen den Zaren richten könnte. Da lieferten die Protokolle natürlich genau die richtige Rechtfertigung für den Mob, ihre ganze Wut an den Juden auszulassen. [02]

    Über rechtsradikale Emigranten, die 1917 vor der russischen Revolution und dem anschließenden Bürgerkrieg in den Westen flohen, kamen die Protokolle schließlich nach Deutschland. In diesem Zusammenhang ist unter anderem Alfred Rosenberg zu nennen, der 1917 vor der Oktoberrevolution zunächst nach Paris und später nach München floh. Er bewegte sich in radikal antikommunistischen Kreisen russischer Emigranten und trat schon sehr bald der rassistischen Thule-Gesellschaft bei, einem völkisch-okkultem Geheimbund. 1919 lernte er über den völkischen Schriftsteller Dietrich Eckart auch Adolf Hitler kennen. Kurz darauf trat Rosenberg der NSDAP bei. [03]

    Seit dem Beginn der Verbreitung der Protokolle, gehören sie zu den Standardwerken des Antisemitismus. Hitler berief sich in seinem Buch "Mein Kampf" auf sie und Julius Streicher pries sie in seiner antisemitischen Wochenzeitung "Der Stürmer". Die Protokolle wurden zum Basistext des Nationalsozialismus und galten als Rechtfertigung für den Völkermord an 6 Millionen Juden im Dritten Reich. In Amerika tat sich vor allem der Gründer der Ford-Automobilwerke, Henry Ford, hervor, der die Protokolle in viele Sprachen übersetzen ließ und sie massenhaft verbreitete. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges sind die Protokolle in West- und Mitteleuropa aus dem öffentlichen Blickfeld verschwunden. In Deutschland wird die Verbreitung der Protokolle als Volksverhetzung strafrechtlich verfolgt. Auch in radikalen arabischen und islamischen Kreisen erfreuen sich die Protokolle wegen ihrer antiisraelischen Stimmung großer Beliebtheit. [04]

    Eine französische Satire ist der Auslöser der Protokolle

    Offensichtlich war die 1864 vom französischen Schriftsteller Maurice Joly in Brüssel erschienene Satire gegen Napoleon III, die Grundlage für die "Protokolle der Weisen von Zion". In dieser Satire schildert der Autor einen Dialog zwischen Montesquieu und Machiavelli in der Hölle. Dabei ist Montesquieu ein französischer Adliger, der allerdings mit der französischen Aufklärung sympathisierte. 1748 schrieb er ein sehr bedeutendes Buch über den französischen Absolutismus (De l'esprit des lois/Vom Geist der Gesetze), das einerseits große Beachtung fand, andererseits aber auch heftige Attacken auslöste und später von der katholischen Kirche auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt wurde. Baron Montesquieu wurde 1730 Mitglied in einer englischen Freimaurerloge. [05]

    Niccolo Machiavelli war ein italienischer Politiker, Philosoph und Literat, der von 1469 bis 1527 in Florenz lebte. Literarisch bekannt wurde er vor allen Dingen durch sein Buch "Der Fürst", in dem er das politische System der Alleinherrschaft analysierte. Die Hauptaussage seines Werkes "Der Fürst" lautet verkürzt: Der Zweck heiligt die politischen Mittel. Dabei knüpft er an die politische Geschichte der Antike an und zieht Vergleiche zu seiner Zeit. Damit wird er zu einem der Begründer der Staatsräson. Sein Fazit lautete: Der Staat solle das tun, was machbar ist. Notfalls muss er dabei auch Gewalt anwenden. Ausgehend von einem pessimistischen Menschenbild, ordnete er die menschliche Bosheit den Erfordernissen der Macht unter. Schon bald entwickelten sich gegen Machiavellis Anschauungen Strömungen, der in erster Linie Kleriker (Priester), Adlige, humane Philosophen, Freigeister, Aufklärer und Ethiker anhingen, die Machiavelli als Menschenfeind brandmarkten [06].

    Diese Satire verbreitete sich zunächst in Russland. Der Satire zufolge, untergraben die Juden die europäische Gesellschaft, in dem sie die französische Revolution, den Liberalismus, den Sozialismus, den Kommunismus und den Anarchismus heraufbeschworen hätten. Gleichzeitig würden sie den Goldpreis manipulieren und eine Finanzkrise schüren, die Kontrolle über die Medien erwerben und religiöse und rassistische Vorurteile nähren. Nach der Übernahme der Weltherrschaft planten sie ein monarchistisches Regime. Bei den Plänen würden die Juden von den Freimaurern unterstützt.

    Kirche und Adel suchen einen Schuldigen für die französische Revolution

    Die Protokolle waren ursprünglich reaktionäre Propaganda, die die Französische Revolution, die von 1789 bis 1799 währte, als freimaurerische Verschwörung darzustellen versuchte. Die französische Revolution veränderte die Gesellschaft Frankreichs grundlegend. Zum ersten mal gab es Meinungs- und Pressefreiheit, Gleichheit für alle Bürger vor dem Gesetz, eine unabhängige Justiz, das allgemeine Wahlrecht, eine gleiche Besteuerung für alle, sowie Berufs- und Gewerbefreiheit. Die Französische Revolution hatte also den Absolutismus hinweggefegt, in dem Adel und Kirche die Macht hatten, und auf Kosten der Bürger ein feudales Leben führten.

    Offenbar konnte man es sich in einigen Kreisen nicht vorstellen, dass eine falsche Haushalts- und Innenpolitik, sowie eine Industrie und Agrarkrise, eine wirtschaftliche Rezession herbeigeführt hatten. Einerseits hatte man die amerikanischen Siedler im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg mit riesigen Krediten gegen den Erzfeind England unterstützt. Andererseits wurde Frankreich, aufgrund einer falschen Industriepolitik, durch das industriell weiter entwickelte England mit billigen Textilien, Industriewaren und landwirtschaftlichen Gütern überschwemmt, während die heimische Wirtschaft unter Missernten litt. Eine Missernte 1788, gefolgt von einem strengen Winter, führte dazu, dass die Brotpreise deutlich anstiegen. Das Haushaltsdefizit des französischen Staates nahm zwischen 1736 und 1789 rapide zu, so dass schließlich sogar ein Staatsbankrott drohte.

    Die Brotpreise stiegen immer stärker an und die Armut unter den Bürgern breitete sich immer mehr aus. Der Unmut gegenüber dem Adel und der Kirche, die von den wichtigsten Steuern befreit waren, nahm immer mehr zu, so dass sich allmählich eine revolutionäre Stimmung gegenüber der Obrigkeit entwickelte. Der Grund für die Französische Revolution ist also nicht in einer Aufwiegelung durch Freimaurer zu suchen, sondern in der bitteren Armut und der gnadenlosen Ausbeutung durch die römisch-katholische Kirche und den Adel. Man fragte also in klerikal-konservativen Kreisen nicht nach der Ursache der Französischen Revolution, sondern suchte nach einem Schuldigen. Und den fand man offenbar in den Juden und Freimaurern. Später, rückten die "Illuminaten" (die Erleuchteten), ein deutscher Geheimbund, der 1776 gegründet wurde, und sich die Ziele der Aufklärung auf die Fahnen geschrieben hatte, ins Zentrum der Kritik. [07]

    In der Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten die Behauptungen, dass die Juden und Freimaurer für die Französische Revolution verantwortlich sind, auch in der deutschen Presse auf. Prominentestes Opfer der Französischen Revolution wurde übrigens der Französische König Ludwig XVI, der am 1. Januar 1793 vor den Augen des Volkes auf der Place de la Revolution, dem heutigen Place de la Concorde, öffentlich hingerichtet wurde.

    Bald darauf schrieb der konservative deutsche Schriftsteller, Hermann Ottomar Friedrich Goedsche unter dem Pseudonym Sir John Retcliffe (später verändert in Readclif) 1868 den Roman "Biarritz". Darin beschreibt er in dem Kapitel "Auf dem jüdischen Friedhof in Prag" wie sich die Vertreter der zwölf Stämme Israels, bei ihrer jährlich stattfindenden Zusammenkunft, über den Fortschritt des Plans, die Weltherrschaft zu erlangen, beraten. Am Ende der Sitzung, drückt der Vorsitzende Levit, (ein Levit ist einer der Stammväter der zwölf Stämme Israels), die Hoffnung aus, dass die Juden in 100 Jahren die "Könige der Welt" sein werden. Diese Rede, bekannt geworden als die "Rede des Rabbiners", bildete ein Grundelement der "Protokolle der Weisen von Zion", die von breiten Kreisen übernommen wurde. [08]

    Teil II folgt.
     
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  6. opti

    opti Guest

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    Der russische Geheimdienst und die Dreyfus-Affäre

    Bis zur endgültigen Entstehung der "Protokolle", wie man die "Protokolle der Weisen von Zion" auch nennt, brauchte es noch einige Zeit. Ähnliche Vorstellungen, wie John Retcliffe sie hatte, wurden auch in Russland propagiert. Die Protokolle sind aber wahrscheinlich 1894 zur Dreyfus-Affäre von Pjotr Iwanowitsch Ratschkowski, dem Leiter der Auslandsabteilung der russischen Geheimpolizei (Ochrana) verfasst worden, die ihren Sitz in Paris hatte. Die französische Rechte wollte ein Dokument, damit man dem jüdischen Artilleriehauptmann Alfred Dreyfus die Beteiligung an der Spionage nachweisen konnte, und dieses Dokument lieferte Ratschkowski, welches fortan als Grundlage der "Protokolle der Weisen von Zion" angesehen wurde.

    Die Dreyfus-Affäre wird oft als Gipfelpunkt der damals in Frankreich weit verbreiteten antisemitischen Ressentiments, vor allem unter Konservativen, der katholische Kirche und der Armee, angesehen. Der aus dem Elsass stammende jüdische Artilleriehauptmann, Alfred Dreyfus, der im französischen Generalstab arbeitete, wurde am 22. Dezember 1894, vor allem wohl wegen seiner jüdischen Abstammung und angeblicher Spionage, zu lebenslanger Haft und Verbannung auf der Teufelsinsel bei Cayenne in Französisch-Guayana verurteilt. Dazu wurden Beweise von den Militärs gefälscht und den Verteidigern Dokumente von den Richtern vorenthalten, weil sie französische Spionagetätigkeiten aufgedeckt hätten. 1899 allerdings wird Dreyfus begnadigt, nachdem sich das ihn belastende Anklagematerial als Fälschung herausstellte. Dreyfus wurde zum Major befördert und trat wieder in die Armee ein. Rehabilitiert wurde er allerdings erst am 11. Juli 1906. [09]

    Im zaristischen Russland werden Reformer unterdrückt

    Man benutzte die Protokolle allerdings nicht nur um dem jüdischen Artilleriehauptmann Alfred Dreyfus die Beteiligung an der Spionage nachzuweisen. Im zaristischen Russland wurden die Protokolle 1898 ebenfalls angewendet, um Russlands Reaktionäre gegen Reformer zu stärken. Hass sollte weg vom Zaren auf die Juden gelenkt werden.

    Nach Ratschkowski, dem Leiter des russischen Auslandsgeheindienstes in Paris, gab es mehrere russische Schriftsteller, die auf der Grundlage der Protokolle Ratschkowski's das Thema über die Weltverschwörung des Judentums erneut aufgriffen und publizierten. Den größten Einfluss hatte dabei wohl 1905 Sergei Nilus, der vermutlich durch einen Mitarbeiter Ratschkowski's in den Besitz der "Dokumente" gelangte. Bei ihrer Flucht in den Westen, brachten die Gegner der russischen Revolution von 1917, russische Rechtsextreme, die Protokolle mit nach Deutschland.

    Die Protokolle werden in Deutschland veröffentlicht

    In Deutschland wurden die gesamten Protokolle vom antisemitischen Verlag "Lutsch Sweta" (Ein Lichtstrahl, Berlin 1920) veröffentlicht. Eigentümer des Verlages, war der Verband gegen "Überhebung des Judentums". Das Buch wurde zum Bestseller. Also hatte man wohl bereits 1905 mit dieser Art Literatur großen Erfolg. Daneben gab es andere deutsche antisemitische Verlage, die auf der gleichen Welle ritten. Ein Jahr zuvor war bereits von Ludwig Müller (alias Müller von Hausen) unter dem Pseudonym Gottfried zur Beck eine deutschsprachige Ausgabe der Protokolle, mit dem Titel "Die Geheimnisse der Weisen von Zion" herausgegeben worden. [10]

    Zwischen 1919 und 1923 schrieb der NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg, ebenfalls ein russischer rechtsextremer Emigrant, fünf Pamphlete über die vermeintliche jüdische Weltverschwörung. Bis zum Zusammenbruch des NS-Systems wurden die Protokolle häufig in dem von Julius Streicher herausgegebenen Parteiblatt "Der Stürmer" und in der Zeitung der NSDAP (National Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei), dem "Völkischen Beobachter", zitiert; 1933 erschien eine Ausgabe für die NSDAP.

    Henry Ford veröffentlicht die Protokolle in den USA

    In den 20er Jahren tauchten die Protokolle zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten auf, wo eine Reihe von Zeitungen die "Grundthesen" veröffentlichte und die "jüdische Weltverschwörung" mit dem Bolschewismus, also der durch Lenin und Stalin entwickelten und in Russland angewandten Form des Marxismus, in Zusammenhang brachte. Zu ihnen gehörte die Zeitung "The Dearborn Independent" Henry Fords, dem Gründer des Automobilherstellers "Ford Motor Company". Sie veröffentlichte im Sommer 1920 eine Artikelserie, die sich auf die Protokolle stützte und danach als Buch mit dem Titel "The International Jews. The World's Foremost Problem" (Die internationalen Juden. Ein Weltproblem) in einer Auflage von 100.000 Exemplaren erschien.

    Im Juni 1927 lehnte Ford die Verantwortung für die Artikel ab und versuchte, das Buch mit großem Bedauern zurückzuziehen, doch in der Zwischenzeit war es bereits mit finanzieller Unterstützung Henry Ford's in sechs Sprachen übersetzt worden und weltweit verbreitet.

    Das Bedauern Henry Fords erscheint mir aber ziemlich unglaubwürdig, da die Philosophien und Ideen Fords und Hitlers sehr ähnlich waren und Ford Hitler bereits im Jahre 1923 dreimal größere Geldbeträge überwiesen hatte, um die Befreiung Deutschlands von den Juden zu unterstützen. Jedenfalls kam ein Gericht zu der Überzeugung, daß dieses Geld von dem amerikanischen Automobilfabrikanten Ford stammte. Nicht umsonst wurde Henry Ford für seine Verdienste um das Dritte Reich mit dem Großkreuz des deutschen Adlerordens, dem höchsten Parteiorden für Ausländer, ausgezeichnet. [21][22]

    Die Protokolle werden als Fälschungen entlarvt

    In Großbritannien wurden die Protokolle 1920 von den meisten großen Zeitungen veröffentlicht; selbst die Londoner Times behandelte sie als ein ernstzunehmendes Dokument und veröffentlichte sie in ihrer Ausgabe vom 8. Mai 1920. Als jedoch ihr eigener Korrespondent das Dokument als Fälschung entlarvte, klärte die Times am 18. August 1921 den Sachverhalt auf. Von da an waren die Protokolle in Großbritannien diskreditiert. Zwischen den Weltkriegen wurden die Protokolle weltweit in viele Sprachen übersetzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg fanden zwei Prozesse statt, die die Protokolle der Weisen von Zion als Fälschungen bestätigten. Ein Prozess in Port Elizabeth in Südafrika und ein anderer1934/35 in Bern (Schweiz). [11]

    Am 14. Mai 1935 verkündete der Richter Walter Meyer, ein aktiver Sozialdemokrat, das lang erwartete Urteil. Meyer führte im Urteil aus, der Prozess habe mit aller wünschbaren Deutlichkeit bewiesen, dass die Protokolle ein Plagiat seien. Er bewertete den Stellenwert des Prozesses für die Zukunft mit folgenden, später viel zitierten Worten: "Ich hoffe, es werde eine Zeit kommen, in der kein Mensch mehr begreifen wird, wieso sich im Jahr 1935 beinahe ein Dutzend sonst ganz gescheiter und vernünftiger Leute vierzehn Tage lang vor einem bernischen Gericht über die Echtheit oder Unechtheit dieser sogenannten "Protokolle" die Köpfe zerbrechen konnten, die bei allem Schaden, den sie bereits gestiftet haben und noch stiften mögen, doch nichts anderes sind als lächerlicher Unsinn." [12]

    Das Urteil wird aus formaljuristischen Gründen wieder aufgehoben

    Die Ernüchterung indes erfolgte schon bald. Keine fünf Monate später erließ Hitler die Nürnberger Rassengesetze, die Ehen und außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Nichtjuden verbot, jüdische Beamte aus dem Staatsdienst entfernte und die Protokolle weiter verbreitete. Und schon bald wurde das erstinstanzliche Berner Urteil aus formaljuristischen Gründen wieder aufgehoben. Da es nämlich in der Schweiz kein Antirassismusgesetzt gab, beriefen sich die Berner Anwälte auf das bernische Schundliteraturgesetzt von 1916. Es ging also in der zweiten Instanz nicht mehr darum, ob die Protokolle eine Fälschung seien, allein, der vor allem gegen Pornografie gerichtete Schundliteraturparagraph sei nicht anwendbar, so urteilten die Richter im Berufungsverfahren.

    Die rechtsgerichtete "Nationale Front", ein Sammelbecken der extremen Schweizer Rechten, fühlten sich nun stark, riefen zum "Marsch auf Bern" und pinselten "Juda verrecke" an die Berner Synagoge. Den Juden war das Berufungsurteil natürlich ein Dorn im Auge. Doch gingen sie nicht vor das Bundesgericht, man zog Ruhe vor. Sie schätzten die Gefahr der judenfeindlichen Propaganda, die eine neue Prozessrunde wohl mit sich gebracht hätte, als zu hoch ein. Außerdem war es mittlerweile 1937 und die Angst vor den Nationalsozialisten hatte sich unter den Schweizer Juden ausgebreitet. Sie hörten im Radio die Reden Hitlers und hatten Angst vor einer Invasion. 1938 folgte in Deutschland die "Kristallnacht", Pogrome (Ausschreitungen gegen Mitglieder religiöser, nationaler oder ethnischer Minderheiten), 1939 Krieg, Judendeportation, Massenexekutionen, 1941 Vernichtungslager.

    Teil III folgt.
     
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  7. opti

    opti Guest

    Jan van Helsings Anmerkungen zu den Protokollen

    Auch Jan van Helsing greift in seinem Buch "Geheimgesellschaften im 20. Jahrhundert" in Kapitel 5 auf die "Protokolle der Weisen von Zion" zurück und präsentiert sie, ohne sie auch nur im geringsten anzuzweifeln. Fein säuberlich wird dort ausgebreitet, wie die Juden angeblich beabsichtigen, die Kontrolle des Geldes, der Presse, der Religion, der Ernährung, der Politik, der Erziehung und des Militärs an sich zu reißen. Jan van Helsing stellt in seinen Anmerkungen im Kapitel 5, die Protokolle der Weisen von Zion nicht nur nicht in Frage, obwohl er eigentlich ganz genau wissen müsste, dass sie eine Fälschung und eine Propagandalüge der Rechtsextremen sind, sondern er beteuert sogar, dass dieser Plan im Augenblick angewendet wird.

    Die "Protokolle" finden unter den Nationalsozialisten ihre Anwendung

    Dabei wird von Jan van Helsing vollkommen übersehen, dass es gerade die Nationalsozialisten waren, die die Macht in allen Bereichen an sich riss. Sie hoben zum "Schutze des deutschen Volkes" am 04.02.1933 die Versammlungs- Pressefreiheit auf und kontrollierten somit die Presse. Sie verbrannten die Bücher, die nicht in ihr rechtsradikales Weltbild passten und verbreiteten stattdessen in ihren nationalsozialistisch orientierten Zeitungen antisemitische Stimmungen. Überhaupt verbreiteten sie im ganzen Land eine Stimmung von Angst und Schrecken, wie es nur einer Diktatur zu eigen ist.

    Dabei taten sich neben der SA und der SS besonders Julius Streicher mit seiner Wochenzeitung "Der Stürmer", Alfred Hugenbergs Medienkonzern, dem etwa 40 deutsche Zeitungen, einige Verlage und die größte deutsche Filmgesellschaft "Ufa" angehörten, sowie der "Völkische Beobachter", das tägliche Parteiblatt der NSDAP, hervor, die sich mit ihrer Propaganda zu reaktionären Steigbügelhaltern Adolf Hitlers und der NSDAP machten.

    Die Rolle der SA im Dritten Reich

    *Die SA = Sturmabteilung war die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP. Sie wurde 1920 von Ernst Röhm als Ordnertruppe gegründet, um die öffentlichen Versammlungen der NSDAP zu schützen. Später tat sich die SA durch Aufmärsche, gewalttätige Übergriffe gegen politische Gegner wie Kommunisten, Sozialdemokraten und Juden, sowie durch Straßen und Saalschlachten mit dem kommunistischen Rotfrontkämpferbund hervor. Im Umfeld der Reichstagswahlen im März 1933 schreckte die SA auch nicht vor Folter zur Einschüchterung politisch Andersdenkender zurück. Die Angehörigen der SA trugen braune Uniformen. Daher wurden diese auch als "Braunhemden" bezeichnet. Noch heute werden Rechtsextreme mit der Farbe braun assoziiert.

    Die SA hatte 1924 30.000, 1930 80.000, 1932 220.000, 1933 etwa 400.000 Mitglieder und war bis 1934 auf etwa 4 Millionen Mitglieder angewachsen. Beim Röhmputsch am 30.06.1934, wurde der Leiter der SA Ernst Röhm und mit ihm 130 weitere SA-Führer, etwa ein Drittel der SA-Führung, durch die SS, die dabei von der Gestapo (Geheime Staats-Polizei), der Landespolizeigruppe "General Göring" und der Reichswehr unterstützt wurde, ermordet. Unter ihrem neuen Stabschef Viktor Lutze konnte die SA ihren alten Einfluss nicht mehr wieder erlangen, an ihre Stelle trat die aus der SA herausgelöste SS.

    Bis 1926 war die SA eine vollkommen unabhängige nationalsozialistische Kampforganisation. Ab 1926 übernahm Hitler die Führung der SA. Seit dem stand die SA unter der Kontrolle der NSDAP. Bald darauf aber wollte Röhm die SA wieder der NSDAP entziehen. Mit seinem Plan, SA und Reichswehr zu einer Volksmiliz unter seiner Führung zu vereinen, hatte Röhm außerdem den Widerstand der Reichswehr und vor allem Hitlers herausgefordert. Vielleicht spielte auch Röhms Lebenswandel bei Hitlers Entscheidung eine Rolle. Es war bekannt, dass Röhm und Teile seiner Umgebung homosexuelle Neigungen hatten.

    Am 30. Juni 1934 wurde die SA-Führung, die zu einer Tagung in Bad Wiessee zusammen gekommen war, durch das allgemein für seine Brutalität bekannte SS-Totenkopfwachsturmbanner "Oberbayern" verhaftet und am 1. Juli 1934 durch die Leibstandarte-SS "Adolf Hitler" im Gefängnis München Stadelheim ohne Gerichtsverfahren erschossen. Im Rahmen der Aktion wurden weitere Aktive aus der SA und Oppositionelle aus Politik und Kirche, die teilweise nichts mit der SA zu tun hatten, verhaftet oder erschossen. Es wurden sozusagen ein paar alte Rechnungen beglichen. Beim Röhm-Putsch wurde fast die gesamte SA-Prominenz liquidiert. Nach heutigen Schätzungen wurden in drei Tagen etwa 200 Menschen ermordet.

    Nach dem Röhmputsch nahm die SS, die Schutzstaffel, die Rolle der SA ein. Der neue Stabschef der SA, Viktor Lutze, schuf allerdings innerhalb der SA eine SS-ähnliche Elite-Standarte. Sie trug den Namen SA-Standarte "Feldherrnhalle" und galt als Gegenstück für die SS-Verfügungstruppe, einer paramilitärischen bewaffneten Sondereinheit. 1938 kam die SA allerdings bei den Pogromen in der Reichskristallnacht gegen die jüdische Bevölkerung erneut zum Einsatz.

    Neben den nationalsozialistischen paramilitärischen Einheiten gab es allerdings auch den kommunistischen Rotfrontkämpferbund. Der Rotfrontkämpferbund war die Schutz- und Wehrorganisation der KPD. Er hatte 1927 etwa 110.000 Mitglieder und wurde am 26. Mai 1929 vom Reichsinnenminister verboten, bestand aber illegal weiter. Unterstützung erhielten inhaftierte Rotfrontkämpfer sowie andere politische Gefangene und deren Angehörigen von der ebenfalls 1924 gegründeten Roten Hilfe Deutschlands (RHD), einer Schutz- und Solidaritätsorganisation, die politisch Verfolgte aus dem linken Spektrum unterstützte. Kampagnen der Roten Hilfe wurden von Albert Einstein, Kurt Tucholsky, Käthe Kollwitz, Heinrich Zille, Heinrich Mann und anderen unterstützt. [14][15][16][17][23][24]

    In diesem Zusammenhang sei einmal darauf hingewiesen, dass Hitler teilweise pro Tag bis zu 28 verschiedene Medikamente einnahm. Ulf Geyersbach und Rainer Wieland schreiben in ihrem Buch "Schöner Leiden. Die schönsten Krankheiten und die größten Hypochonder des Universums": Hitlers Arzt Dr. Morell verabreichte dem Führer während des Krieges 90 verschiedene Medikamente, 28 verschiedene Pillen pro Tag. Die Symptome: "Urin bierbraun", "gelbliches Aussehen", "Katarrh der oberen Luftwege, besonders linke Mandel", "Ödeme am Schienbein", "Kopfdruck links; Beinezittern verursacht durch Aufregung. Invasion bevorstehend wo?" Und immer wieder: "Darmgase". [34]

    Heute gehört uns Deutschland, morgen die ganze Welt

    Das militärische Streben der Nationalsozialisten gipfelte im Zweiten Weltkrieg, den 50 Millionen Menschen mit dem Leben bezahlten und der maßloses Elend, Hunger, Armut, Plünderungen, Vergewaltigungen, Tötungen, Zerstörungen, Obdachlosigkeit, Krankheit und Vertreibung über Hunderte von Millionen Menschen in ganz Europa mit sich brachte. Dabei darf man nicht vergessen, dass es nicht nur die deutsch-nationalen Anhänger der Nationalsozialisten waren, die die Politik Hitlers unterstützten, sondern ebenso auch die bürgerlich-konservativen Wähler. Man darf aber andererseits nicht vergessen, dass es 1932 mehr als sechs Millionen Arbeitslose in Deutschland gab, die größtenteils im Elend lebten. In der Folge davon fanden extremistische Parteien noch stärkeren Zulauf als zuvor.

    Schließlich waren es nicht nur die deutschen Juden, die dem nationalsozialistischen Rassenwahn, der seine Grundlage in den "Protokollen der Weisen von Zion" hatte, zum Opfer fielen. Schon bald nach dem Einmarsch deutscher Truppen in den verschiedenen Staaten Europas begann die "Neuordnung". Systematisch wurden die Juden sowie die Sinti und Roma verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet. Nicht anders erging es vielen Intellektuellen. Kranke und Behinderte, Homosexuelle, Partisanen, Widerstandskämpfer, Gewerkschafter, Geistliche aus dem christlichen Widerstand, Fahnenflüchtige, Wehrkraftzersetzer und Zeugen Jehovas mussten ebenso um ihr Leben fürchten. Viele Menschen, die sich aus ethischen, politischen und moralischen Gründen, gegen die Nazidiktatur auflehnten, wurden verhaftet, oft grausam gefoltert und hingerichtet.

    Besonders Polen, Serben, Ukrainer, Weißrussen und Russen wurden als Zwangsarbeiter nach Deutschland gebracht. Deshalb wurden die höheren Schulen in diesen Ländern geschlossen und auf die Ernährung der Bevölkerung keine Rücksicht genommen. Die Rechtfertigung für den Feldzug gegen die Sowjetunion fand man einerseits in der Begründung, dem "Volk ohne Lebensraum" neuen Lebensraum im Osten zu verschaffen {dabei lebten 1933 etwa 62,4 Millionen Deutsche auf einer Fläche von 468.787 km2, das sind 133 Menschen pro km2 (Volkszählung 1925) und heute - Stichtag 31.12.2004 - leben etwa 82,5 Millionen Deutsche auf einer wesentlich geringeren Fläche, da seit 1945 Pommern, Schlesien und Ostpreußen nicht mehr zu Deutschland gehören, nämlich auf einer Fläche von 357.031 km2, das sind 231 Menschen pro km2}und um das Abendland gegen den Bolschewismus und die jüdisch-bolschewistischen Untermenschen zu verteidigen, die man entweder eindeutschte oder sie als Arbeitssklaven für sich arbeiten ließ. [13][19][20]

    Das was die nationalsozialistischen Anhänger der "Protokolle der Weisen von Zion" den Juden vorwarfen, nämlich eine Weltverschwörung zu planen, haben sie bis zum bitteren Ende auf das grausamste selber praktiziert. Nicht umsonst entstand der Spruch "Heute gehört uns Deutschland, morgen die ganze Welt". Wenn man also von einer Weltverschwörung spricht, so ist es viel eher angebracht von einer nationalsozialistischen, als von einer jüdischen Weltverschwörung zu sprechen. Insgesamt gesehen erscheinen mir die Protokolle der Weisen von Zion, nicht nur ein Symbol für jüdische oder rechtsradikale Auseinandersetzungen zu sein, sondern ebenso eine Auseinandersetzung zwischen Reformbestrebungen nach mehr Freiheit und Gleichheit auf der einen Seite, und den Bestrebungen, dieses zu verhindern.

    So liebe Freunde, das war's. Ich hoffe, ich konnte ein klein wenig zur Aufklärung beitragen.
     
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  8. Shimon1938

    Shimon1938 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Witzenhausen/Hessen in BRD
    shalom fist,

    mich stört in dieser zusammenhang das wörtchen "zinistisch", denn zinismus wird in anderem zusammnhang gebraucht: es ist die politische bewegung um gründung des "judenstaates" (theodor herzel), heute bakannt als israel

    shimon1938
     
  9. danke fist


    ich bin seit den 70zigern über diese fälschungen informiert.
    durch die "illumintus" trilogie natürlich und weiteres nachforschen.
    danke für den link

    @opti
    vielen dank
    optis beitrag eine sehr gute zusammenfassung dieser ach so leidigen these.

    wichtig dazu den link zu den machenschaften "jan von helsing".

    jan van helsing ist ein vom verfassungsschutz beobachtete person.

    vorwürfe und anklage wegen antisemitismus und volksverhetzung sind erhoben worden.
    leider kam es zu keiner verurteilung.

    dennoch ist die nähe des autors zu naziideologen nicht abzusprechen.
    ein bedenkliches netzwerk von bedenklichen ideologien.

    nachzulesen in
    Verfassungsschutz Thüringen, Tagungsband zum Symposium 2002,

    Beitrag von Dr. Stefan Meining
    „Rechte Esoterik in Deutschland. Ideenkonstrukte, Schnittstellen und Gefahrenpotentiale“

    pdf format auf seite 40

    http://www.verfassungsschutz-thueringen.de/infomaterial/symposien/2002/Meining.pdf
     
  10. FIST

    FIST Neues Mitglied

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    16. Februar 2004
    Beiträge:
    25.988
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    hm

    eine/r hat nun reingeschrieben, dass er/sie die PRotokolle für echt hällt

    mich würde gerne interessieren, wie man auf eine solche Ansicht kommt und wie man das begründen kann, woran man diesen Glauben festmachen kann

    Gerngeschehen @ Troubleshooter

    Liebe Grüsse

    FIST
     
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