Eher nicht. Die Möglichkeit viele Nahrungsquellen zu nutzen hat uns unser Überleben gesichert. Die Entwicklung des Geistes kam eher daher, dass wir zum einen im sozialen Miteinander nicht lernresistent waren und zum anderen dass wir durch den aufrechten Gang die Hände freihatten und lernten, damit nützliche Dinge zu gestalten.
Wenn du damit nun die Fähigkeiten des menschlichen Geistes meinst, dann sind die natürlich im Lebensumfeld gewachsen, aber die Basis der geistigen Entwicklung brachte er schon mit. Das was aber im geistigen Sein das gesamte Potential des Menschen ausmacht sehe ich noch gar nicht voll inkarniert.
das sehe ich auch so.
LGInti
Lieber Inti,
wenn wir nur Eukalyptusblätter essen könnten, hätten uns der Geist und unsere sozialen Fähigkeiten wenig genutzt. Wir würden dann wohl noch heute auf den Bäumen sitzen und mit den Koalas streiten. Die Hände durch den aufrechten Gang frei zu halten, macht zunächst nur Sinn, wenn ich etwas einsammle und von A nach B bringen muss.
Die Schimpansen oder Bonobos stellen auch Werkzeuge her und können auch aufrecht gehen, aber ihr Nahrungsangebot ist so groß, dass sie es an Ort und Stelle essen können. Es gibt für sie also keinen zwingenden Vorteil ständig aufrecht gehen zu müssen. Sie gehen zwar auch auf die Jagd und benützen Waffen, aber das geschieht mehr aus einer günstigen Gelegenheit heraus.
Sie befinden sich also in einem Stadium einer Gesellschaft von Essern, während wir irgendwann zum Sammeln gezwungen wurden. Am Anfang werden wir uns zunächst, wie auch heute noch bei den Naturvölkern von Wurzeln, Knollen, Beeren, Früchte, Schnecken, Fische und Insekten ernährt haben und gelegentlich von einem Kleintier. Dafür sprechen unser Kiefer und auch der gesamte Verdauungsapparat.
Eine wichtige Rolle in unserer Entwicklung könnten die Auen- und Seenlandschaften gehabt haben, die sich in der nordwestlichen Region Afrikas in der heutigen Sahara bis zum Mittelmeer erstreckte. Im flachen Uferbereich gibt es reichlich Nahrung, zu dem es aber erforderlich war aufrecht zu gehen. Etwas das übrigens auch unsere nahen Verwandten im flachen Wasser tun.
Diese Landschaften bieten im hohen Gras auch genügend Schutz und Rückzugsbereiche auf kleinen Inseln für die Menschen, aber auch größeres Wild, das sich am Uferbereich zur Tränke einstellt. Etwas, das dann auch zur Jagd im unübersichtlichen Gelände einlädt.
Dieser Umstand würde auch erklären, warum wir uns gerne im Uferbereich aufhalten und die Kinder zum Spielen im flachen Wasser einlädt (dazu gibt es eine umfangreiche Studie). Eventuell ist das ja diese Episode der Menschheit auch der Ort, der in uns als Erinnerung an das Paradies schlummert?
Erst kürzlich kam zu diesem Thema eine gute Dokumentation eines afrikanischen Naturvolkes, bei denen die Männer zwar auch auf die Jagd gehen, die Nahrung aber überwiegend aus dem Sammeln gewonnen wird. Gerade solch Naturvölker zeigen, dass die Weiterentwicklung der Kulturen sehr stark mit zwingenden Veränderungen des Umfeldes zusammenhängt.
So war das auch im Neolithikum, in dem sich die Gesellschaft von Sammlern und Jägern über die Hirten zu einer Gesellschaft von Ackerbauern wandelte. Erst durch das Nahrungsangebot vor Ort wurde eine Hochkultur überhaupt möglich.
Merlin