Tarbagan
Sehr aktives Mitglied
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wie schon geschrieben. Jeder versteht unter Gesundheit was anderes.
Ich trenne Gesundheit und Wohlbefinden, das sind für mich zwei paar Schuhe. und das Wohlbefinden ist nun mal auch subjektiv.
Daran ist nichts primitiv, im Gegenteil.
Sprache ist doch was schönes nich?, wenn man sie auch als solche richtig nutzt versteht man sich möglicher Weise sogar ....
Kein Arzt wird sagen "sie sind gesund", wenn man z.B. Diabetes hat und aber ein subjektives Wohlbefinden erlebt, weil man mit Insulin gut eingestellt ist.
Die Frage war ja auch "Wie gesund seid ihr?" und nicht "wie gesund fühlt ihr euch?" .....
... scheint tatsächlich schwer zu sein eine einfache Frage zu beantworten .....
Das ist ein komplexes Thema, das für viele Menschen sehr emotional ist. Es geht aber nicht nur darum, hier auf Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen, es geht darum, dass sich in unserer Gesellschaft die Definition von krank generell ändert, weil das Modell "ich geh zum Arzt, ich bin krank" langsam veraltet ist - und das ist gut so.Meine Güte, verkompliziert es doch nicht so![]()
Beispiel: ernährst du dich gesund? verzichtest du zB auf Fleisch oder Weißmehl und versuchst, viel Obst und Gemüse zu essen, weil man so bekanntermaßen viele Wohlstandskrankheiten vermeiden kann? Wenn ja: bist du deshalb krank? Vermutlich nach deiner (eurer) vereinfachten Definition nicht.
Was ist aber, wenn der Arzt feststellt, dass du eine genetische Prädisposition zu Diabetes hat und dir deswegen Medikamente gibt, die den Ausbruch der Diabetes vermeiden oder verhindern sollen. Krank oder nicht? Du hast noch keine Diabetes, du bist noch kerngesund. Aber du nimmst trotzdem Medikamente. Nach der einfachen Definition wohl krank. Wenn man jetzt dem Arzt sagt, er soll sich seine Medikamente sonstwo hinschieben, bleibt man nach der einfachen Definition erstmal gesund - wenn man dann aber in 5 Jahren Diabetes hat ist man plötzlich krank. Wie verhält sich das zu dem, der die Medikamente nimmt und nach 10 Jahren immer noch kein Diabetes hat? Und dem, der aus Angst davor gewisse Nahrungsmittel meidet?
Wie gesagt, wenn man mal aus der veralteten Arzt=Krankheits-Denke ausbricht, funktioniert das ganze Einordnungssystem nicht mehr so wirklich, ohne dass es sehr seltsame Ergebnisse produziert. Dieses Umdenken ist aber leider Gottes noch nicht in der breiten Bevölkerung angekommen.

