Sexuelle Enthaltsamkeit

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Sowohl die Spiritualität als auch die Erleuchtung geben nicht das wieder, worüber ich eigentlich spreche, da die Spiritualität normalerweise mit übernatürlichen (göttlichen) Dingen identifiziert wird, und die Erleuchtung irgendwo ziemlich diffus im Raum steht. Deswegen spreche ich auch nicht gerne von Erleuchtung. Wenn man diese Ausdrücke allerdings benutzt, dann weiß eigentlich jeder sofort, wovon die Rede ist und man braucht keine großen Umschreibungen zu verwenden. Also benutzt man sie, um sich das Leben etwas einfacher zu machen.

Zur sogenannten Erleuchtung ist aber kein Gott erforderlich, jedenfalls soweit wie wir das beurteilen können. Die "Erleuchtung" beruht im Prinzip auf physiologischen Veränderungen. Zur "Erleuchtung", ich nenne sie eigentlich lieber Genesung, ist also keine methaphysische Dimension erforderlich. Ausserdem stelle ich mir die Frage, warum die Menschen sich eigentlich so massiv an das Göttliche klammern. Wir wissen gar nichts von diesem Göttlichen. Warum also klammern sich die Menschen so daran? Das kann man doch eigentlich nur noch psychologisch erklären.

Hallo Opti :)

Ich glaube nicht, dass jeder sofort (und auch nicht nach einiger Zeit) weiß, was "Erleuchtung" wirklich bedeutet.

Wie würdest du denn beschreiben, was Erleuchtung ist?

Liebe Grüße

Bonobo
 
Hallo Estrella

es wäre mal interessant zu erfahren, ob Du dich in der enthalsamen Zeit besser spirituell weiter entwickeln konntest, als wenn Du nichtenthaltsam lebst. Hattest Du überhaupt keine sexuellen Handlungen vorgenommen, d.h. weder an dir selbst noch mit einem Partner ?

Im Folgenden zitiere ich einen Absatz aus dem Kapitel "Transformation der Sexualkraft" aus dem Buch "Denke nach und werde reich" von Napoleon Hill:

Reif sein ist alles

"Im Verlauf meiner Analyse der Lebensgeschichte von mehr als 25.000 Menschen fand ich heraus, dass hervorragende geistige Leistungen nur in seltenen Ausnahmefällen vor dem vierzigsten Lebensjahr erzielt werden. Die meisten Männer sind, wenn sie den Gipfel ihres Erfolgs erreichen, sogar bereits fünfzig Jahre alt. Ich fand diesen Umstand so verblüffend, dass ich seinen Gründen mit besonderer Sorgfalt nachspürte.

Ich gelangte zu dem Ergebnis, dass die meisten Männer aussergewöhnliche geistige Leistungen vor allem deswegen erst im vorgerückten Alter vollbringen, weil sie vorher einen Grossteil ihrer sexuellen Energie zu ihrem körperlichen Vergnügen verbrauchen. Die meisten Männer lernen nie, dass es für sexuelle Energie wesentlich nützlichere (wohlgemerkt, ich sage nicht: bessere, edlere oder sinnvollere!) Verwendungsmöglichkeiten gibt, als es der rein physische Gebrauch ist. Und die meisten von denen, die irgendwann doch zu dieser Erkenntnis gelangen, schafffen dies erst, nachdem sie sich - wie man so schön sagt- die Hörner abgestossen haben.

Mit abgestossenen Hörnern lässt sich allerdings auch im geistigen Bereich weit weniger effektiv arbeiten. Daher kann ich jedem, der schon in jungen Jahren ein klares Lebensziel hat und vom ausgeprägten Verlangen getrieben wird, es auch tatsächlich zu erreichen, nur dringend enpfehlen, seine Sexualenergie nicht planlos zu vergeuden. Ich wiederhole: Es geht hierbei nicht darum, sich jeden sexuellen Genuss zu versagen, sondern darum, seine geschlechtliche Energie klug und verantwortungsbewusst zu verwalten und nach Möglichkeiten alle Überschüse unter denen die Konzentrationsfähigkeit gerade junger Männer oft genug erheblich leidet, zu sublimieren und für ein höheres Ziel einzusetzen. Und wer dies schafft, der ist, wie jung er an Jahren auch sein mag- wahrhaftig reif."

Interessant ist, dass nur die Rede von Männern ist, also nicht von Frauen, obwohl Frauen sogar häufig noch zielstrebiger und kluger sind als Männer und genauso ihre sexuellen Energien vergeuden können.

Namaste!
Yogi32







Habe selbst vier Jahre enthaltsam gelebt, hatte mich in dieser Zeit auf der spirituellen Ebene weiter entwickelt, Sex wäre für mich nur störend gewesen, hatte auch kein Verlangen danach.

Ich sehe es jedenfalls nicht so dass man beim Sex unnötige Energien verschwendet, im Gegenteil: für mich ist es eine Art (von vielen) positive Energien aus zu tauschen.

Mein Motto: alles zu seiner Zeit

lg
estrella
 
Mit abgestossenen Hörnern lässt sich allerdings auch im geistigen Bereich weit weniger effektiv arbeiten.

Müsste es hier nicht heissen: Mit abgestossenen Hörnern lässt sich allerdings auch im geistigen Bereich weit mehr effektiv arbeiten.

Die intellektuelle Komponenete ist ja nur die eine Seite. Die andere Seite ist ja, dass man durch die Enthaltsamkeit ein wesentlich positiveres Lebensgefühl hat. Vergeudet man dagegen seine sexuellen Energien, dann bezahlt man es mit Leid, mit Depressionen, mit der Neigung zur Angst, zur Wut, zum Hass und zu allerlei psychosomatischen Erkrankungen.
 
Ich dachte auch immer, dass sich mit abgestossenen Hörnern mehr im geistigen Bereich erreichen liesse. Aber nein, ich habe richtig zitiert. Sich erst die Hörner abzustossen zu müssen, wäre demnach eher negativ.

"Die Sexualenergie ist die Muse - die treibende und inspirierende Kraft - aller wirklich schöpferischen Menschen. Der menschliche Geist braucht Anregungen, Stimulierung - und der stärkste und wirkungsvollste aller Reize geht bei uns nunmal vom Sexualtrieb aus. In die richtigen Bahnen gelenkt, trägt diese Energie den Menschen in jene höhere Sphäre den Denkens empor, in der die geistig-seelischen Vermögen nicht mehr von alltäglichen Problemen und Sorgen beeinträchtigt werden, sondern sich ungeteilt in den Dienst des eigentlichen Schöpfungsprozesses stellen. Zur Auffrischung des Gedächtnisses seien hier die Namen einiger bedeutender Männer genannt, deren aussergewöhnliche Leistungen und Erfolge ihrem überdurchschnittlichen sexuellen Potential entsprachen. Ihre geniale Veranlagung gelangte aber erst als Folge der Transformation ihrer Sexualenergie zu vollen Entfaltung: Sokrates, Julius Cäsar, Augustinus, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Buonarotti, William Shakepeare, Wolfgang Goethe, Napoleon, Ralph Waldo Emerson und damit auch unser Jahrhundert nicht leer ausgeht, Charlie Chaplin, Berthold Brecht, Pablo Picasso." (aus Denke nach und werde reich, S.183 ff.)

Natürlich darf die obige Feststellung nicht in dem Sinne missverstanden werden, dass jeder, der einen überdurchschnittlich starken Geschlechtstrieb sein eigen nennt, ein (und wenn auch nur potentielles) Genie wäre: Eine starke Sexualität ist eine - keineswegs aber auch hinreichende - Bedingung!
Zum Genie wird nur der Mensch, der seinen Geist so anzuregen weiss, dass dieser mit allen verfügbaren Kräften seiner schöpferischen Phantasie die Imagination, die Eingebung, herbeizuführen vermag. Dabei dient die Sexualität als besonders wirksame und ergiebige Kraftquelle, deren blosser Besitz jedoch noch längst kein Genie macht.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Stellen Sie sich vor, jemand wollte das Wesen eines grossen Pianisten auf besonders kräftige und gelenkige Finger reduzieren. Nun dürfte es überhaupt nicht schwierig sein, Trausende, ja Zehntausende Stenotypistennen und Stenotypisten zu finden, deren Anschlaggeschwindigkeit ausreichen würde, um den "Minutenwalzer" in 30 Sekunden in die Tasten zu hämmern; aber würde allein diese Fingerfertigkeit aus ihnen eine Clara Schumann oder einen Arthur Rubinstein machen ?

Die Sexualkraft, ich wiederhole, ist die rohe Energie, das elementare Potential; wahrhaft schöpferisch ist aber erst der Mensch der den Willen und die Kraft besitzt, sie in eine andere, "ureigentliche" Form des Verlangens zu transmutieren, die den Geist zu aussergewöhnlichen Leistungen befähigt und motiviert. (Napoleon Hill: Denke nach und werde Reich, S.183 ff.)

Namaste!


Müsste es hier nicht heissen: Mit abgestossenen Hörnern lässt sich allerdings auch im geistigen Bereich weit mehr effektiv arbeiten.

Die intellektuelle Komponenete ist ja nur die eine Seite. Die andere Seite ist ja, dass man durch die Enthaltsamkeit ein wesentlich positiveres Lebensgefühl hat. Vergeudet man dagegen seine sexuellen Energien, dann bezahlt man es mit Leid, mit Depressionen, mit der Neigung zur Angst, zur Wut, zum Hass und zu allerlei psychosomatischen Erkrankungen.
 
Huhu Opti!

Fällt mir gerad so auf: Also wenn´s 938 Posts von Dir braucht, uns über sexuelle Enthaltsamkeit aufzuklären - oder zu überzeugen? - dann steckt Du m.E. noch ganz tief in der sexuellen Sache drin, bist noch nicht übern Berg...... Ich glaube nicht, daß Du vom Sex losgelöst bist. Das biste erst, wenn Du andere nicht mehr überzeugen brauchst/willst.....


LG
Urajup
 
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Deiner Logik zufolge wäre Buddha kein Erleuchteter. Warum hat er dann noch über 40 Jahre nach seiner Erleuchtung gelehrt ?

Oder darf ein Erleuchteter lehren, ein Nichterleuchteter darf es nicht. Ist das deine Denkweise ?



Huhu Opti!

Fällt mir gerad so auf: Also wenn´s 938 Posts von Dir braucht, uns über sexuelle Enthaltsamkeit aufzuklären - oder zu überzeugen? - dann steckt Du m.E. noch ganz tief in der sexuellen Sache drin...... Ich glaube nicht, daß Du vom Sex losgelöst bist. Das biste erst, wenn Du andere nicht mehr überzeugen brauchst/willst.....


LG
Urajup
 
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