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opti
Guest
Ich dachte auch immer, dass sich mit abgestossenen Hörnern mehr im geistigen Bereich erreichen liesse. Aber nein, ich habe richtig zitiert. Sich erst die Hörner abzustossen zu müssen, wäre demnach eher negativ.
"Die Sexualenergie ist die Muse - die treibende und inspirierende Kraft - aller wirklich schöpferischen Menschen. Der menschliche Geist braucht Anregungen, Stimulierung - und der stärkste und wirkungsvollste aller Reize geht bei uns nunmal vom Sexualtrieb aus. In die richtigen Bahnen gelenkt, trägt diese Energie den Menschen in jene höhere Sphäre den Denkens empor, in der die geistig-seelischen Vermögen nicht mehr von alltäglichen Problemen und Sorgen beeinträchtigt werden, sondern sich ungeteilt in den Dienst des eigentlichen Schöpfungsprozesses stellen. Zur Auffrischung des Gedächtnisses seien hier die Namen einiger bedeutender Männer genannt, deren aussergewöhnliche Leistungen und Erfolge ihrem überdurchschnittlichen sexuellen Potential entsprachen. Ihre geniale Veranlagung gelangte aber erst als Folge der Transformation ihrer Sexualenergie zu vollen Entfaltung: Sokrates, Julius Cäsar, Augustinus, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Buonarotti, William Shakepeare, Wolfgang Goethe, Napoleon, Ralph Waldo Emerson und damit auch unser Jahrhundert nicht leer ausgeht, Charlie Chaplin, Berthold Brecht, Pablo Picasso." (aus Denke nach und werde reich, S.183 ff.)
Natürlich darf die obige Feststellung nicht in dem Sinne missverstanden werden, dass jeder, der einen überdurchschnittlich starken Geschlechtstrieb sein eigen nennt, ein (und wenn auch nur potentielles) Genie wäre: Eine starke Sexualität ist eine - keineswegs aber auch hinreichende - Bedingung!
Zum Genie wird nur der Mensch, der seinen Geist so anzuregen weiss, dass dieser mit allen verfügbaren Kräften seiner schöpferischen Phantasie die Imagination, die Eingebung, herbeizuführen vermag. Dabei dient die Sexualität als besonders wirksame und ergiebige Kraftquelle, deren blosser Besitz jedoch noch längst kein Genie macht.
Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Stellen Sie sich vor, jemand wollte das Wesen eines grossen Pianisten auf besonders kräftige und gelenkige Finger reduzieren. Nun dürfte es überhaupt nicht schwierig sein, Trausende, ja Zehntausende Stenotypistennen und Stenotypisten zu finden, deren Anschlaggeschwindigkeit ausreichen würde, um den "Minutenwalzer" in 30 Sekunden in die Tasten zu hämmern; aber würde allein diese Fingerfertigkeit aus ihnen eine Clara Schumann oder einen Arthur Rubinstein machen ?
Die Sexualkraft, ich wiederhole, ist die rohe Energie, das elementare Potential; wahrhaft schöpferisch ist aber erst der Mensch der den Willen und die Kraft besitzt, sie in eine andere, "ureigentliche" Form des Verlangens zu transmutieren, die den Geist zu aussergewöhnlichen Leistungen befähigt und motiviert. (Napoleon Hill: Denke nach und werde Reich, S.183 ff.)
Namaste!
Natürlich wäre es sinnvoller, sofort die Enthaltsamkeit zu praktizieren, als sich erst 30, 40 oder 50 Jahre lang die Hörner abzustossen. Es sind 30, 40 oder 50 verschenkte und unglückliche Jahre. Aber besser man bekommt überhaupt einmal die Kurve als nie. Dann währt das Unglück nämlich bis ans Lebensende.
Ich hatte den Satz "Mit abgestossenen Hörnern lässt sich allerdings auch im geistigen Bereich weit weniger effektiv arbeiten." auch anders verstanden als du. Ich dachte hier werden zwei Personen gleichen Alters verglichen, von denen sich der eine bereits die Hörner abgestossen hat, der andere aber dagegen nicht. Du hingegen vergleichst denjenigen, der sich bereits die Hörner abgestossen hat, mit einem, der sich bereits in jungen Jahren zur Enthaltsamkeit entschlossen hat. Natürlich ist der jüngere, enthaltsam Lebende, wenn sie beide dieselben geistigen Fähigkeiten besitzen, dem Älteren, der sich erst in späteren Jahren die Hörner abgestossen hat, in vielen Belangen im Vorteil (außer vielleicht in der Lebenserfahrung). Aber das macht er vielleicht durch seine Pfiffigkeit und seine saloppe Art (jugendliche Unbekümmertheit) wieder wett.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass jeder, der über einen starken Sexualtrieb verfügt, und der die sexuelle Energie sublimiert, das Zeug zum Genie hat, denn ich glaube, irgendwelche Talente hat jeder, auch wenn er sie bisher noch nicht entdeckt hat. Und wenn's nicht zum Genie reicht, so reicht es allemal, um ein aussergewöhnlich attraktives Leben zu führen und große Leistungen zu vollbringen.
Wer von den Leuten, die Napoleon Hill interviewte lebte denn enthaltsam? Es waren ja alles sehr erfolgreiche Menschen, die er interviewte. Hat er sich einmal dazu geäussert? Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten befragte Hill die berühmtesten Menschen jener Zeit, unter ihnen Thomas Edison, Alexander Graham Bell, George Eastman, Henry Ford, Elmer Gates, John D. Rockefeller, Charles M. Schwab, F.W. Woolworth, William Wrigley Jr., John Wanamaker, William Jennings Bryan, Theodore Roosevelt, William H. Taft, Woodrow Wilson, James J. Hill, und Jennings Randolph. Mir ist übrigens bekannt, dass John Harvay Kellogg, der Arzt und Begründer des Cornflakes-Imperiums auch enthaltsam lebte. Unter den oben genannten ist übrigens auch Henry Ford, der neben seiner Tätigkeit als Autobauer, besonders durch seine Sympathie mit dem Faschismus auffiel. Er unterstützte Hitler finanziell sehr massiv und half mit, ihn erst an die Macht zu bringen. Davon profitierte er später entsprechend, da Hitler seine Wehrmachtsautos von Henry Ford bauen liess.