Sexuelle Enthaltsamkeit

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Aber ganz egal, wie die Energieströme fliessen, das Wesentliche ist, dass man ernsthaft einen spirituellen Weg beschreitet, der vor allen Dingen die beiden Komponenten Enthaltsamkeit und Kontemplation beinhaltet, am besten sogar noch zwei weitere wichtige Komponenten, nämlich Ethik und eine gesunde Lebensführung. Wenn man das beherzigt, dann wird man ganz sicher das erwünschte Ziel erreichen.



Welches nochmal worin besteht?


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(Antwort an Dienstag)

Vielleicht ist dir James Randi bekannt. Er zahlt demjenigen, der ihm übersinnliche Fähigkeiten nachweist, eine Millionen Dollar. Aber bisher haben sich alle Kandidaten als Schwindler herausgestellt. Wer allerdings an übersinnliche Fähigkeiten glauben möchte, der glaubt halt daran. Mich überzeugen nur Beweise.


Interessant. Wo sind denn die Beweise für die Wirksamkeit deiner Enthaltsamkeitsgeschichte?


Ich habe nicht gesagt, dass du nicht channeln kannst. Ich habe lediglich gesagt, dass das Channeln eine physiologische Ursache hat, dass nämlich mittels kontemplativer Techniken körpereigene Drogen aktiviert werden. Aus welchem Grund du enthaltsam leben solltest, kann ich dir nicht beantworten. Ich kenne dich nicht, ich kenne dein Leben nicht. Ist dein Leben voller Seligkeit, bist du vollkommen ohne sexuelle Verhaftung, ohne Angst und psychosomatische Beschwerden, bist die in der Lage, all dein kreatives, intuitives und intellektuelles Potential zu nutzen, dann brachst du sicherlich keine Enthaltsamkeit. Aber ich muss ehrlich sagen, ich kann mir nicht vorstellen, dass du das alles verwirklicht hast.


Aber DU hast das schon alles verwirklicht?


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opti:

Anmerkung zur Amöbe:

Amöben sind weit verbreitete Wechseltierchen. Man findet Amöben in Gewässern, z. B. im Schlamm von Tümpeln, manche leben auch im Boden. Am leichtesten sind sie durch einen Heuaufguss zu erhalten, für den man am besten Gras von überschwemmten Wiesen nimmt, weil dort etliche Cysten (Hohlraum mit flüssigem Inhalt) mit den Dauerstadien der Amöben vorhanden sein dürften. Manche Arten leben in feuchten Böden. Amöben nehmen so lange Nahrung auf, bis eine für die Art typische Grenzgröße erreicht ist. Dann teilt sich der Zellkern in zwei identische Tochterkerne auf. Nun schnürt sich der Zellleib ein und es entsteht eine vollständige Kopie der ursprünglichen Amöbe. Es teilt sich also eine Eltern-Zelle in zwei Tochter-Zellen. Dieser Prozess der Fortpflanzung findet etwa alle 24 Stunden bei Amöben statt. Man bezeichnet diese Art der Fortpflanzung als ungeschlechtlich, da der Genbestand sich nicht verändert und nur die Individuenanzahl sich verdoppelt. Aus diesem Grund bezeichnet man die Amöbe auch als potentiell unsterblich. Geschlechtsorgänge wurden bei Amöben bisher nicht nachgewiesen.


lamblia ist ein einzelliger Parasit aus der Gattung der Giardien, der den Menschen und auch andere Lebewesen befällt.

Trophozoiten sind die aktive Form des Einzellers im Darm und nur sie pflanzen sich fort. Sie haben eine ovale, langgestreckte Form, und in jedem Individuum findet man zwei Zellkerne. Auffallend sind auch mehrere Geißeln und auch die Haftscheibe, mit der sie sich an das Darmepithel haften können. Cysten sind sozusagen „eingepackt“ und sind sehr resistent gegenüber Umwelteinflüssen. Cysten werden von infizierten Menschen ausgeschieden und können bis zu vier Monate lang im Oberflächenwasser (etwa von Seen) überleben. Im Darm wandeln sich diese wieder in Trophozoiten um.

Giardia besitzt vier Geißelpaare, zwei davon entspringen inmitten der Zelle, zwei weitere seitlich. Ihre Länge beträgt um die 20 Mikrometer, außerdem besitzt sie eine Haftscheibe, um sich im Darmepithel festzuhalten.

Besondere Merkmale von Giardia intestinalis sind:

Giardia intestinalis besitzt keine Mitochondrien und auch keine Peroxisomen, aber Erbgut, das Mitochondriengene enthält. Im Laufe der Evolution hat also die Giardia ihre Mitochondrien wieder verloren, so die gängige Hypothese.
Das Genom ist sehr variabel. Es enthält 12 bis etwa 80 Millionen Basenpaare, die auf 8 bis 50 Chromosomen verteilt sind.
Sexuelle Reifeteilung (Meiose) wurde noch nie beobachtet, aber es wurden Gene für diesen Prozess gefunden.
Im Jejunum liegen nur Trophozoiten vor, aber im Ileum nur noch Cysten. Fehlendes Cholesterin ist dafür verantwortlich, dass die Trophozoitenoberfläche nicht mehr gebildet werden kann. Dies führt zur sogenannten Encystierung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Giardia_intestinalis



Ali:liebe1: :liebe1: :liebe1:
 
Aber DU hast das schon alles verwirklicht?


@Abraxas462 du musst dich hier erstmal etwas einlesen, auf den circa 500 Seiten bis jetzt hast du da viel Stoff. Wenn du's im dann nicht abnimmst, kann er es dir mit Worten übers Internet sowieso nicht beweisen.


Sollen wir uns an den Amöben ein Beispiel nehmen, oder was?
 
@Abraxas462 du musst dich hier erstmal etwas einlesen, auf den circa 500 Seiten bis jetzt hast du da viel Stoff. Wenn du's im dann nicht abnimmst, kann er es dir mit Worten übers Internet sowieso nicht beweisen.

Sollen wir uns an den Amöben ein Beispiel nehmen, oder was?

Du kannst es ja einmal versuchen. Nein, ich selber wusste nicht so genau, was eigentlich Amöben sind. Deshalb habe ich es hinzugefügt.

Sehr interessant ist auch der Beitrag über die Viktorianische Zeit. Es lohnt sich die Originalseite bei wikipedia.de zu lesen. Ich habe ja nur einen kleinen Ausschnitt davon übernommen.
 
Sexualität und Advaita-Vedanta

Lasst uns nun betrachten, warum alle Religionen der Welt, in solch einem Ausmass, auf der Enthaltsamkeit bestehen. Das oberste Ziel aller spirituellen Bemühungen ist es, das Körperbewusstsein zu überwinden und Gottesbewusstsein zu erreichen. Da die Sinneslust die gröbste Form des Körperbewusstseins ist, ist es dem spirituellen Ziel genau entgegengesetzt. Entsprechend der monistischen Advaita-Vedante-Philosophie gibt es nur eine Seele, Brahman oder Atman. (Monismus: alles ist göttlich, im Monismus wird nicht wie beim Dualismus zwischen Gott und Natur unterschieden. Brahman ist Gott, Atman die individuelle Seele. Laut Advaita-Vedante sind sie identisch.) Es existiert keine Dualität zwischen Brahman und Atman. Alle Ideen von Dualität sind eine Illusion. Aber Sexualität kann nicht ohne Dualität existieren. Wie könnte Sexualität also zum Advaita gehören?

Anmerkung zum Advaita Vedanta:

Mir persönlich liegt die Advaita-Philosophie schwer im Magen, besonders wenn ich immer wieder lese, wie sie missverstanden wird. Die Advaita-Philosophie ist nichts als eine Theorie, die durch nichts bewiesen ist. Niemand weiss, ob es einen Gott, eine Seele gibt. Niemand weiß, ob es eine Reinkarnation gibt. Aber viele Advaita-Sympathiesanten betrachten die Advaita-Vedante-Philosophie als die reine Wahrheit, die über jeden Zweifel erhaben ist, und nehmen sie immer wieder als Entschuldigung, um ihr sinnliches Leben zu rechtfertigen. Sie versuchen, alles mit dem Mäntelchen des Göttlichen zuzudecken (Ihr Standard-Argument lautet: „Wenn alles göttlich ist, dann ist natürlich auch die Sexualität göttlich.“), anstatt sich einmal das Leben des Advaita-Vedanta-Gründers Shankara anzusehen, für den Brahmacharcha und Meditation selbstverständlich waren. Es ist nicht wichtig, ob es Gott, den Atman oder die Reinkarnation gibt. Das einzig wichtige ist, wie man sein Leben gestaltet.

Im Advaita-Vedanta gilt: „Wesentliches Charakteristikum des Advaita-Vedanta ist die Wesensidentität von Atman, der individuellen Seele, und Brahman, der Weltseele (Gott), deshalb die Bezeichnung Advaita-Vedanta (Nichtzweiheit). Hier besteht der Erkenntnisprozess des Menschen und der Weg zur Erlösung darin, diese Einheit zu erkennen. Dualität tritt demnach nur dort auf, wo Unwissenheit herrscht. Die wahre Erkenntnis, die diese Unwissenheit überwindet, führt zur Advaita-Erfahrung und damit zur Befreiung. Shankaras wichtigster Beitrag besteht in der Entwicklung des Brahman-Begriffs ohne Form und Attribute.“

Mir gefällt diese Aussage überhaupt nicht. Sie bringt zum Ausdruck, dass Befreiung über den Intellekt, durch Erkenntnis, erlangt werden könne. Dem kann ich nicht zustimmen. Befreiung ist, meiner Ansicht nach, in erster Linie ein physiologischer Vorgang, nämlich die Sublimation (Umwandlung) sexueller Energie in spiritueller Energie. Genau genommen findet natürlich ein komplizierter physiologischer Prozess statt, den niemand genau kennt. Die einzige intellektuelle Tätigkeit kann also darin bestehen, sein Leben nach sinnvollen spirituellen Regeln auszurichten. Alles andere macht die Natur von ganz allein. Davon auszugehen, dass Erleuchtung durch Erkenntnis, also durch intellektuelle Tätigkeit zustande kommt, ist ein Trugschluss.

Ende Anmerkung

Anmerkung Shankara:

Shankara bewertete die äußere Welt mit ihren Erscheinungen als Illusion und verabschiedete sich von der Vorstellung eines Gottes mit menschlichem Antlitz und mit menschlichen Eigenschaften. Er bezeichnete das Wesen des Brahman als das, was jenseits der Sinne liegt, als unpersönlich, formlos, ewig und unveränderlich. Shankara betont die Eigenverantwortung und die Erlösungsfähigkeit des Menschen: "Die Ketten, die uns durch unsere Unwissenheit binden, durch lustvolle Begierden und die Früchte unseres Karmas, kann niemand lösen außer wir selbst". Er weist auch darauf hin, dass intellektuelles Streben ohne spirituelle Dimension nicht ausreicht. Immer wieder weist Shankara auf die Wichtigkeit der Überwindung der Sinne hin: "Wer mit dem Schwert der wahren Begierdelosigkeit den Haifisch der Sinneslust getötet hat, überquert das Meer dieser Welt ohne Hindernis". Die Bindung an Körper, Gegenstände oder Menschen bewertet er als verhängnisvoll für den, der nach Befreiung strebt.“

Ende Anmerkung
 
Im Advaita-Vedanta gilt: „Wesentliches Charakteristikum des Advaita-Vedanta ist die Wesensidentität von Atman, der individuellen Seele, und Brahman, der Weltseele (Gott), deshalb die Bezeichnung Advaita-Vedanta (Nichtzweiheit). Hier besteht der Erkenntnisprozess des Menschen und der Weg zur Erlösung darin, diese Einheit zu erkennen. Dualität tritt demnach nur dort auf, wo Unwissenheit herrscht. Die wahre Erkenntnis, die diese Unwissenheit überwindet, führt zur Advaita-Erfahrung und damit zur Befreiung. Shankaras wichtigster Beitrag besteht in der Entwicklung des Brahman-Begriffs ohne Form und Attribute.“
Ich kenne zwar Shankara nicht, aber das unterschreibe ich.

opti schrieb:
Mir gefällt diese Aussage überhaupt nicht. Sie bringt zum Ausdruck, dass Befreiung über den Intellekt, durch Erkenntnis, erlangt werden könne. Dem kann ich nicht zustimmen.
Dem brauchste auch nicht zustimmen, weil du es falsch interpretierst. Die Erkenntnis, die hier gemeint ist, ist keine intellektuelle, per Verstand geschlussfolgerte, opti. Es geht um Erkenntnis per Offenbarung, die kommt nur dann zustande, wenn der Verstand schweigt. Zunächst tut er das nur für Sekunden, dann sieht man klar für Sekunden. Für den Erleuchteten ist es ein Dauerzustand.

opti schrieb:
Befreiung ist, meiner Ansicht nach, in erster Linie ein physiologischer Vorgang, nämlich die Sublimation (Umwandlung) sexueller Energie in spiritueller Energie. Genau genommen findet natürlich ein komplizierter physiologischer Prozess statt, den niemand genau kennt.
Nein opti, das eben ist dein Denkfehler. Befreiung findet statt durch geistige Erkenntnis. In der Folge der Befreiung wandelt sich der sexuelle Trieb des Mannes um in Zeugungskraft. Du hast also Recht- der Erleuchtete lebt sexuell enthaltsam. Du machst daraus: wer enthaltsam lebt, wird erleuchtet. Nee- wer erleuchtet ist, lebt enthaltsam- so rum.

opti schrieb:
Die einzige intellektuelle Tätigkeit kann also darin bestehen, sein Leben nach sinnvollen spirituellen Regeln auszurichten. Alles andere macht die Natur von ganz allein. Davon auszugehen, dass Erleuchtung durch Erkenntnis, also durch intellektuelle Tätigkeit zustande kommt, ist ein Trugschluss.
Ja, das ist ein Trugschluss, wie oben gesagt. Aber die Natur macht nix von alleine, Regeln helfen da auch nicht. Selbsterkenntnis, opti- anders geht's nicht. Wer bin ich? Warum tue ich, was ich tue? Der Verstand findet da viele Antworten, aber keine ist wahr.

opti schrieb:
Er (Shankara) bezeichnete das Wesen des Brahman als das, was jenseits der Sinne liegt, als unpersönlich, formlos, ewig und unveränderlich. Shankara betont die Eigenverantwortung und die Erlösungsfähigkeit des Menschen: "Die Ketten, die uns durch unsere Unwissenheit binden, durch lustvolle Begierden und die Früchte unseres Karmas, kann niemand lösen außer wir selbst". Er weist auch darauf hin, dass intellektuelles Streben ohne spirituelle Dimension nicht ausreicht. Immer wieder weist Shankara auf die Wichtigkeit der Überwindung der Sinne hin: "Wer mit dem Schwert der wahren Begierdelosigkeit den Haifisch der Sinneslust getötet hat, überquert das Meer dieser Welt ohne Hindernis". Die Bindung an Körper, Gegenstände oder Menschen bewertet er als verhängnisvoll für den, der nach Befreiung strebt.“
Ja, Recht hat er. Nur- ich glaube, du setzt Sinneslust gleich mit sexuellem Begehren, stimmt's? Gemeint ist aber Begehren in jeder Form. ZB das Ansinnen, keine Störbeiträge in seinem thread haben zu wollen, ist ein Begehren, verstehst du? Der Ruf nach Gleichbehandlung ist ein Begehren. Nicht, dass ich ihn nicht verstehen kann- ich verstehe jedes Begehren, abzulegen ist es trotzdem. Wenn man denn Befreiung erlangen will.
 
Dem brauchste auch nicht zustimmen, weil du es falsch interpretierst. Die Erkenntnis, die hier gemeint ist, ist keine intellektuelle, per Verstand geschlussfolgerte, opti. Es geht um Erkenntnis per Offenbarung, die kommt nur dann zustande, wenn der Verstand schweigt. Zunächst tut er das nur für Sekunden, dann sieht man klar für Sekunden. Für den Erleuchteten ist es ein Dauerzustand.

Ich muss dir ein Kompliment machen, Simi. Sehr gute Einwände. Aber ich sehe manches anders. Wir stimmen also darin überein, dass nicht die intellektuelle Erkenntnis gemeint sein kann. Ich glaube, das wird aber oft so verstanden. Aber was passiert, wenn der Verstand schweigt? Das ist ein physiologischer Zustand. Der verstand kommt dann zum Schweigen, wenn durch kontemplative Methoden (plus Enthaltsamkeit) 1. im Stirnbereich des Gehirns ein Aktivitätsanstieg stattfindet und 2. im Parietallappen (etwa von der Kopfmitte bis zum oberen Hinterkopf), eine Verminderung der Gehirnaktivität stattfindet. Durch die Abnahme der Gehirnaktivität im Scheitellappen verlieren die Meditierenden oder Betenden den Sinn für das Selbst, die Ich-Identität und erfahren sehr oft ein Gefühl von Raum- und Zeitlosigkeit. Der Scheitellappen scheint am Höhepunkt der Meditation immer weniger mit Blut versorgt zu werden. Er wird sozusagen abgeschaltet. Der Scheitellappen gibt uns Orientierung in Raum und Zeit und verleiht uns ein Gefühl für unseren Körper. Wird dieses Areal still gelegt, können wir nicht mehr zwischen unserem Körper und der äußeren Welt unterscheiden. Es entsteht der Eindruck, als würden wir mit der Welt verschmelzen. Dieses Gefühl spielt bei vielen Religionen eine entscheidende Rolle.

Der amerikanische Hirnforscher und Religionswissenschaftler Andrew Newberg hat an der University of Pennsylvania mit einer radioaktiven Markierungssubstanz und einem speziellen Computertomografen die neurophysiologischen Auswirkungen zweier traditionsreicher spiritueller Praktiken auf die Hirnaktivität sichtbar gemacht. Und ist dabei auf interessante Befunde gestoßen. Sowohl bei meditierenden tibetanischen Buddhisten im Zustand des „Einsseins mit dem Kosmos“ wie auch bei tief im Gebet versunkenen Franziskanernonnen ging die Durchblutung des Scheitellappens drastisch zurück. Ein Hirnareal, das sonst unentwegt rattert, verstummt in der Stille der Versenkung. Dies ist insofern bedeutsam, als sich in diesem Hirngebiet auch das Orientierungsareal befindet, also jene Nervenzellverbände, die normalerweise Informationen über Zeitabläufe und räumliche Orientierung verarbeiten. Aufgrund der Reizblockade im oberen Teil des Scheitellappens wäre es somit durchaus erklärbar, dass sich das subjektive Erleben bei der spirituellen Versenkung gänzlich in der Raum- und Zeitlosigkeit (in der Leere) verliert. In derartigen Transzendenzzustände meint der spirituell Entgrenzte, die Unendlichkeit in Erhabenheit zu berühren.

Franziskanerschwester Celeste, eine der Versuchsteilnehmerinnen in der Studie des Neurologen Newberg, erklärte dem Nachrichtenmagazin Newsweek, was sie während ihres dreiviertelstündigen Gebets vor der Tomografiemessung empfand: „Ich fühlte Einkehr, Frieden, Offenheit zur Erfahrung. Da war eine Bewusstheit und eine Empfindsamkeit für die Anwesenheit Gottes um mich herum. Und ein Gefühl der Zentriertheit, der Ruhe, des Nichts; aber auch Momente der Fülle der Anwesenheit Gottes. Gott hat mein Sein durchdrungen.“ Da buddhistische Meditationsmeister und Franziskanernonnen gemäss der Newberg-Studie in hirnphysiologisch vergleichbaren Endzuständen landen, scheint es für das Hirn also keinen Unterschied zu machen, woran wir glauben.

Damit wollte ich sagen, wenn der Verstand schweigt, dann schweigt er also nicht aus Zufall, sondern weil ein physiologischer Prozess ihn zum Schweigen bringt. Dahinter stehen natürlich irgendwelche Neurotransmitter. Und eigentlich schweigt der Verstand nicht wirklich, weil der Stirnbereich hoch aktiv ist. Nur der Scheitellappen kommt zur Ruhe.

aus: Ein Gefühl schöner als Glück

Nein opti, das eben ist dein Denkfehler. Befreiung findet statt durch geistige Erkenntnis. In der Folge der Befreiung wandelt sich der sexuelle Trieb des Mannes um in Zeugungskraft. Du hast also Recht- der Erleuchtete lebt sexuell enthaltsam. Du machst daraus: wer enthaltsam lebt, wird erleuchtet. Nee- wer erleuchtet ist, lebt enthaltsam- so rum.

Simi, zuerst kommt doch die Enthaltsamkeit. Ich möchte nicht von mir behaupten ich sei erleuchtet. Aber ich lebe enthaltsam. Die Erleuchtung kommt hoffentlich bald.

Ja, das ist ein Trugschluss, wie oben gesagt. Aber die Natur macht nix von alleine, Regeln helfen da auch nicht. Selbsterkenntnis, opti- anders geht's nicht. Wer bin ich? Warum tue ich, was ich tue? Der Verstand findet da viele Antworten, aber keine ist wahr.

Ich würde sagen, ich kümmere mich um die Enthaltsamkeit und um die Kontemplation (Meditation, Beten, Zen, Autogenes Training, usw.), wenn ich klug bin auch noch um die ethische Komponente meines Lebens und um eine gesunde Lebensweise (Ernährung, u.a.), und wenn ich genügend sexuelle Energie angesammelt habe und regelmässig meditiere, dann läuft die Physiologie auf Hochtouren und kümmert sich um die Heilung.

Ja, Recht hat er. Nur- ich glaube, du setzt Sinneslust gleich mit sexuellem Begehren, stimmt's? Gemeint ist aber Begehren in jeder Form. ZB das Ansinnen, keine Störbeiträge in seinem thread haben zu wollen, ist ein Begehren, verstehst du? Der Ruf nach Gleichbehandlung ist ein Begehren. Nicht, dass ich ihn nicht verstehen kann- ich verstehe jedes Begehren, abzulegen ist es trotzdem. Wenn man denn Befreiung erlangen will.

Hier hast du recht, obwohl ich Sinneslust natürlich nicht nur mit sexuellem Begehren gleichsetze. Es ist schon richtig, wenn du es mit jeglicher Verhaftung gleichsetzt. Aber du weisst ja, aus Fehlern lernt man (manchmal).
 
Die Sinneslust aus der Sicht unterschiedlicher Philosophien

Entsprechend den dualistischen Schulen der Vedanta und des Jainismus, ist die Seele reines geschlechtsloses Bewusstsein. (Ich bin ein wenig überrascht, dass hier im Zusammenhang mit dem Vedanta von Dualismus gesprochen wird, wird doch zumindest das Advaita-Vedanta, der bekanntesten Form des Vedanta, als eine monistische Philosophie betrachtet.) Es kann zwischen den Seelen keinen Geschlechtsunterschied geben. Um die eigene spirituelle Natur zu verwirklichen, sollte man sich von der Idee lösen, dass man dieser Körper, dass man Mann oder Frau, ist. Der allererste Schritt dazu, besteht darin, die Sinneslust in jeder Form zu meiden.

Anmerkung Dualität:

Wie wir bereits gesagt haben, tritt Dualität im Vedante nur dort auf, wo Unwissenheit herrscht. Im Advaita-Vedanta bezieht sich der Monismus also nur auf die Identität Brahmans und Atmans. Im Dvaita-Vedanta, dem „Vedanta der Zweiheit“ dagegen ist der Atman ewig vom Brahman getrennt. Der Monismus im Advaita-Vedanta besteht also darin, dass Brahman und Atman eins werden können. Beinhaltet das Advaita-Vedanta dadurch nicht auch gleichzeitig eine duale Philosophie, da Brahman und Atman scheinbar auch getrennt sein können?

Der Jainismus dagegen wird als duale Philosophie betrachtet. Er geht davon aus, dass sich in der Welt zwei Prinzipien gegenüber stehen: Geistiges und Ungeistiges. Das Geistige beruht auf einer unendlichen Anzahl individueller Seelen (Jiva). Das Ungeistige umfasst die 5 Kategorien: Bewegung, Ruhe, Raum, Stoff und Zeit. Alles Stoffliche ist beseelt, nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Pflanzen und Wasser.

Bei vegetarismus.ch wiederum wird gesagt: Der Jainismus kennt keinen externalen (äusseren) Gott. Das Göttliche ist in jedem Lebewesen: Mensch, Tier und Pflanze (und mikroskopisch lebende Organismen), aber nicht in der unbelebten Materie. Es ist eine dualistische Auffassung, d. h. er unterscheidet zwischen Jiva (Seele) und Ajiva (Nicht-Seele). Jiva ist die Seele, die empfindende Energie, deren Hauptcharakteristika Bewusstheit ist, was sowohl Wissen, als auch Intuition umfasst. Ajiva ist die Materie, die nicht-empfindende Energie und besteht aus den fünf grundlegenden Faktoren, Bewegung, Ruhe, Raum, grobe Materie und Zeit. (Frage: Der Jainismus leugnet zwar die Existenz eines äußeren Gottes, wenn ich aber sage, es gibt eine Seele, gibt es dann nicht auch einen übergeordneten Gott?)

In jedem Lebewesen ist Jiva und Ajiva miteinander verbunden, denn ohne Seele wären wir tot, und ohne Materie der Körper nicht sichtbar. Die Verbindung zwischen Jiva und Ajiva wird durch Karma, dem Prinzip der Verursachung, verstärkt oder reduziert. Jeder Gedanke, jedes Wort, jede Tat erzeugt Karma, das im Jainismus als subtile Materie betrachtet wird. Schlechtes Karma, wie z.B. Gewalt, Gier, Hass verursacht stärkere Bindung als gutes Karma, z.B. das Streben nach Wissen und gute Handlungen. Je weniger wir durch Karma gebunden sind, desto mehr ist es uns möglich, unser eigenes Potential zu entfalten und nicht in Aktions-, Reaktionsmechanismen verhaftet zu sein. In der Philosophie der Jains gilt es als höchstes Ziel, alle karmischen Bindungen aufzulösen, d.h. die Lösung der Seele von der Materie zu erreichen, so dass die Seele mit dem Tod ins Moksha, in den Zustand der Befreiung eingehen kann und nicht noch einmal den Zyklus des Lebens durchlaufen muss.

Die ursprüngliche Reinheit und Allwissenheit der Seele wird durch feinstoffliche Substanzen, die als Folge von Karma eindringen, getrübt. Dies zwingt zum Verbleib im Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara), bis alles Karma getilgt ist. Eine solche Reinigung der Seele wird im Jainismus durch sittliche Lebensweise und strenge Askese erreicht. Ist eine Seele von allen Verunreinigungen befreit, so steigt sie in den höchsten Himmel auf, um dort in ruhiger Seligkeit zu verharren. Dieses Stadium erreichen jedoch nicht alle Seelen. Die sogenannten unfähigen Seelen können aufgrund ihrer natürlichen Veranlagung nie aus Samsara befreit werden.

Ich stelle mir gerade die Frage, ob man den Monismus und Dualismus wirklich so streng voneinander trennen kann? Andererseits sollte man sich vielleicht auch einmal die Frage stellen, ob diese Philosophien nichts als reine Theorien sind, die versuchen, das Unerklärbare zu erklären? Wer sagt denn, dass es Gott, Seelen und die Wiedergeburt gibt? Sollte man diese ganzen Philosophien nicht einfach zum Teufel jagen, falls es den gibt?

Bei Peter Möller lesen wir: Ein persönlicher Gott, der etwa den Einzelseelen übergeordnet wäre, existiert im Jainismus nicht. Die Seele besitzt die Anlage zu Allwissenheit, moralischer Vollkommenheit und ewiger Glückseligkeit. Sie kann diese Anlage jedoch nicht entfalten, da sie mit Materie durchsetzt, infiziert ist. Dadurch wird die Seele zu einem sterblichen?, mit einem materiellen Leib behafteten Lebewesen. Erlösung ist nur dadurch möglich, daß die Materie aus der Seele entfernt wird. Dies wird erreicht durch einen asketischen, tugendhaften Lebenswandel. Weiter ist bei Peter Möller zu lesen, dass man offensichtlich auch noch zwischen dem idealistischen (die das Bewußtsein, den Geist oder die Idee als das Primäre der Welt bzw. des Seins betrachtet) und dem materialistischen (die die Materie bzw. die körperlichen Dinge als das Primäre der Welt bzw. des Seins betrachtet) Monismus unterscheidet.

Sehr interessant ist auch was Peter Möller über die Brahman-Atman-Lehre schreibt:

1. In der brahmanischen Religion (die vor der Gründung des Hinduismus durch die indo-arischen Eroberer Indiens bestand) ist Gott keine Person, das heißt kein Über-Mensch, sondern eine unpersönliche geistige Kraft. (Der Hinduismus hat dann später aus Brahman einen persönlichen Gott gemacht.)

2. In der brahmanischen Religion gab es keine ewige Fortexistenz der individu-ellen Einzelseelen. (Einige Spielarten des Hinduismus glauben allerdings daran.)

3. Die Welt nur als Trugbild, Illusion etc. abzutun (wie dieses z.B. bei Shankara geschieht), halte ich für falsch. Denn in meinem praktischen täglichen Leben ist die Welt mit ihrer Vielheit trotz allem Philosophierens nun einmal sehr real.

4. Ein kritischer Punkt der Karmalehre ist, daß sie Sozialpolitik erschwert bzw. unmöglich macht, wenn die missliche Lebenslage von Menschen und anderer Lebewesen als ein Produkt ihrer bösen Taten in früheren Inkarnationen angesehen wird.​

Weiter lesen wir bei Peter Möller:

Brahman: Ursprünglich Gebet, Zauberspruch beim Opfer. Im Brahmanismus wandelt sich seine Bedeutung vom Gebet zum Objekt des Gebets, zum allgemeinen schöpferischen Weltprinzip, zum Urgrund allen Seins, zur Weltseele. Brahman steht hinter oder jenseits aller Erscheinungen, jenseits von Raum und Zeit, jenseits von gut und böse. Brahman umschließt alles. Aus Brahman ist alles hervorgegangen und in Brahman kehrt alles zurück. Erst im späteren Hinduismus wird aus dieser unpersönlichen geistigen Kraft, einem Neutrum, der persönliche, männliche Gott Brahman.

Atman: Ursprünglich (Lebens)Hauch, Atem (sprachlich mit diesem Wort verwandt). Die Einzelseele. Atman ist das einzig wahre Sein, das wahre Selbst des Menschen, das hinter allen konkreten Formen und Bewußtseinsinhalten des Menschen steht (so wie Brahman hinter allen konkreten Formen der Welt), das bei allen Veränderungen der Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle unveränderlich bleibt. Wenn man den Körper wegdenkt und von dem verbleibenden Bewußtsein alles Wollen, Denken, Fühlen, Begehren und Erinnern abrechnet, dann kommt man ungefähr zu dem, was Atman ist. (Vielleicht soetwas, wie Bewußtsein ohne jeden Inhalt. Aber Bewußtsein ohne Inhalt ist mir nicht vorstellbar.) Atman ist der im Menschen verborgen ruhende göttliche Urgrund. (Das „unerschaffene Seelenfünktlein“, wie Meister Eckhart es nannte.)

Brahman und Atman sind eines: Das kosmische Prinzip Brahman und das psychische Prinzip Atman sind völlig wesensgleich (aham brahma asmi = ich bin Brahman). Es gibt überhaupt nur eine wahre Wesensheit in der Welt, die im Weltganzen betrachtet, Brahman, im Einzelwesen erkannt, Atman heißt. Das Weltall ist Brahman, Brahman aber ist der Atman in uns.

Erkenntnis: Die Erkenntnis, daß Brahman und Atman eines ist, ist die höchste Wahrheit. Sie ist allerdings nicht mit dem Verstand begreifbar, sondern nur in mystischer Ekstase erlebbar. Wahrheit kann nicht mit dem Verstand erkannt werden. Sie ist überhaupt nur wenigen Menschen zugänglich und auch diesen nur nach einem langen Prozeß der Selbstdisziplin, Entäußerung, Askese, Auferlegung von Anstrengungen und Qualen, völliger Abziehung der Aufmerksamkeit und des Wollens von der äußeren Welt etc.

Mokscha: Erlösung. Da das Leben als Leiden angesehen wird, gilt die immerfortige Wiedergeburt nicht als erwünscht. Erstrebenswert ist, durch richtigen Lebenswandel und damit durch die Erkenntnis der Wahrheit, die Kette der Wiedergeburten zu durchbrechen, die individuelle Existenz zu überwinden und in Brahman aufzugehen, wie ein Fluß im Meer aufgeht. Dafür ist notwendig, daß alle Taten vergolten sind, kein Karman mehr übrig ist, das zur Wiedergeburt drängt.

Ende Anmerkung
 
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Ich stelle mir gerade die Frage, ob man den Monismus und Dualismus wirklich so streng voneinander trennen kann?

Eine durchaus berechtigte Frage! Die Trennung selbst wäre ja schon wieder dualistisch!

Andererseits sollte man sich vielleicht auch einmal die Frage stellen, ob diese Philosophien nichts als reine Theorien sind, die versuchen, das Unerklärbare zu erklären?


Was sollten Philosophien sonst sein?


Wer sagt denn, dass es Gott, Seelen und die Wiedergeburt gibt?


Wer sagt denn, dass es Gott, Seelen und die Wiedergeburt nicht gibt?


Sollte man diese ganzen Philosophien nicht einfach zum Teufel jagen, falls es den gibt?


Ich habe Anlaß zu der sehr starken Vermutung, daß es den Teufel nicht gibt.

Just my 2 cents.


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