Die bedeutendste Aussage Erleuchteter ist, dass sie die Furcht vor dem Tod verloren haben und den Menschen als ein unsterbliches Wesen definieren.
Ich möchte noch einmal auf die Vorstellung der Unsterblichkeit zurückkommen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Vorstellungen auch durch physiologische Prozesse, nämlich durch die Einnahme des "Somasaftes" einem berauschendem Getränk, welches die Priester bei Opferfeiern zu sich nahmen, entstanden sind.
Im Karma-Yoga-Teil der Veden heisst es, dass diejenigen, die sich die vier monatlichen Bußen auferlegen (Opfer bringen), berechtigt sind, den Soma-Rasa-Trank zu trinken, um für immer glücklich und
unsterblich zu sein. Der Soma-Kult geht auf die Arier im Industal um 1.500 bis 1.000 v. Chr. zurück und ist mittlerweile ausgestorben. (Die Arier kamen aus der kaukasischen Steppe (Tataren), eroberten Indien und und unterdrückten die indischen Ureinwohner. - Kastensystem) Über die Zusammensetzung des Somas wird seit langem gerätselt. Die Veden geben nur grobe Anhaltspunkte. Die im Rig Veda beschriebenen Wirkungen von Soma deuten auf ein berauschendes Halluzinogen hin. So in Rig Veda: Wir haben das Soma getrunken;
wir sind unsterblich geworden, wir haben das Licht gesehen; wir haben die Götter gefunden. oder Die himmlischen, geflügelten süßen Säfte, Erreger großer Heiterkeit, erstrahlen im Gefäß...
Manche vermuten, der Somatrank wurde aus der Steppenraute hergestellt. Sie kommt vor allem in Wüsten, Halbwüsten und Steppen von Westasien bis Nordindien vor. Andere vermuten, Soma sei eine Pflanze aus den Bergen. Lange Zeit galt die vom US-Ethnologen Richard Gordon Wasson aufgestellte Theorie, Soma sei eine Fliegenpilz-Zubereitung als vielversprechende Hypothese. Andere Autoren vermuten, dass Soma ein alkoholisches Getränk gewesen sein mag. Met aus Honig wird dabei ebenso angeführt wie gepresste und vergorene Rhabarberstengel oder gar gehopftes Bier. Die Beschreibung der Wirkung scheint aber kaum mit der von Alkohol vereinbar zu sein. Auch unterscheidet der Rig Veda Soma deutlich von alkoholischen Getränken, die als Sura bezeichnet werden. In jüngster Zeit wurden Pilze der Gattung Psylocybe, die auch in anderen Kulturen als Rauschmittel verwendet werden, in Betracht gezogen. Ebenso ist die Theorie laut geworden, die besagt, dass Soma aus der Ephedra-Pflanze (Meerträubel) gewonnen wurde. Meerträubel ist allerdings nicht halluzinogen und betäubend, sondern eher stimulierend und wachhaltend. Eine Hypothese besagt, es handele sich um die Kletterpflanze Sarcostema Vimininalis oder Asclepia Acida, deren Stängel von Priestern zwischen Steinen ausgepresst wurden. Der Saft tröpfelte in Kessel, wo er mit geklärter Butter (Ghee) und Mehl gemischt zum Fermentieren gebracht wurde. Der so gewonnene Somatrank wurde dann den Göttern geopfert und von den Brahmanen (Priestern) getrunken.
Hierzu sagt Dr. Rainer Stuhrmann: Was für eine Art Rauschmittel der Soma der Rigveda war, ist heute noch nicht entschieden, auch wenn sich nach intensiver Forschungsgeschichte, die Mehrheitsmeinung innerhalb der Vedistik, der Ephedra (Meerträubel), einer wachhaltenden Stimulanz, zuneigt. Nach einem kurzen Überblick über die Forschungsgeschichte, zeigt die vorliegende Studie indes, dass die Argumente der Ephedra-Theorie auf falschen Textinterpretationen der Rigveda beruhen und weder mit einer genauen Analyse botanisch verwertbarer Hinweise noch mit der Pharmakologie, der von den Dichtern der Somalieder beschriebenen Rauschwirkungen vereinbar ist. Eine genaue Untersuchung des Somaopfers ergibt vielmehr, dass es sich beim Soma um den Amanita muscaria (Fliegenpilz, rot, giftig) oder Amanita pantherina (Pantherpilz, braun, giftig) gehandelt haben muss. Neben einer allgemeinen Euphorie, gelegentlich aber auch Angst, und dem Gefühl der Unvergänglichkeit, sind intensive Lichtwahrnehmungen und Dimensionsveränderungen die wesentlichen halluzinogenen Rauschwirkungen. Die intensive Lichtwahrnehmung wird kosmologisch als Lichtschöpfertum des Mondgottes Soma (Der Mond ist der Becher, aus dem die Götter das Soma trinken.) gedeutet. Die halluzinogen bedingte Größenveränderung wird in dichterischer Kühnheit zu einem Gewebe phantastisch anmutender Bilder entwickelt. Das halluzinogene Rauscherlebnis wurde von den Teilnehmern als eine höhere Wirklichkeit begriffen. In der späten rigvedischen Phase kam der Somarausch außer Gebrauch. Die halluzinogen wirkenden Pilze wurden mit zunehmender Ansiedlung in den Flussebenen und Ausbreitung nach Osten durch anders wirkende Pflanzen ersetzt. Dadurch gingen die halluzinogenen Rauscherlebnisse langsam in Vergessenheit. Sie dienten aber für Opferspekulationen und wurden als auszudeutende Welterklärungsmodelle genutzt.
Eine eindeutige Identifizierung von Soma ist also bis heute nicht gelungen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um Zubereitungen aus verschiedenen wirksamen Pflanzen handelte und Soma lediglich eine Art Oberbegriff war.
Soma-Getränk
Ridvedische Lichtaufnahme