Das hast Du sehr schön geschrieben.
Du hast aber die Problematik noch nicht ganz verstanden.
Dass es Endomorphine gibt weis ich auch. Dass es durch meditative Praktiken möglich ist diese zu aktivieren ist mir auch bekannt. Ja ich kenne das aus eigener Erfahrung. Ich brauche heute nicht mehr zu meditieren, es genügt wenn ih mich entspanne und kann damit diese Endomorphine in Schwung bringen und euphorische Gefühle auslösen
Es ist jetzt aber die Frage, was ich nun sehen will. Die Aktivitätsmuster des Gehirns oder das Bewußtsein.
Was ist nun das Pferd und was der Wagen.
Löst das Gehirn Bewußtseinszustände aus oder tut das unser Bewußtsein.
Die moderne Gehirnforschung betrachtet lediglich das Gehirn. Ein davon unabhängiges Bewußtsein existiert nicht!
Das ist der Knackpunkt. Und darum habe ich Dich aufgefordert, mir z.B. oder auch anderen damit Erfahrenen das nach zu machen und diese Zustände auszulösen. Und zwar so, das die Persönlichkeit nicht darunter leidet, wie das mit Drogenkonsum der Fall ist.
Solange das nicht gelingt, ist für mich erwiesen, dass es das BEWU?TSEIN ist welche die Zustände des Gehirns bestimmt und nicht umgekehrt.
Das Gehirn ist lediglich ein Instrument des Bewußtseins und NICHT UMGEKEHRT.
ICH kann endomorphine im Gehirn ausschütten, wenn ich es will. Das Gehirn kann das von sich aus nicht.
Darauf wollte ich hinaus.
Solange die Gehirnforschung ein vom Gehirn unabhängiges Bewußtsein leugnet kann es zu keinen vernünftigen Ergebnissen kommen, denn wenn ich ein Objekt ständig unter falschen Prämissen betrachte werde ich immer nur die gewünschten Ergebnisse bekommen.
Die Problematik ist, dass die Gehirnforschung davon ausgeht, dass man nur ein Paar Stoffe ins Gehirn schießen muss und schon habe ich die Erleuchtung oder wenigstens Euphorie. Das ist aber nicht gelungen. D.h. wir sprechen hier von Etwas, was wir zwar beobachten - Das Gehirn - aber wir könen es nicht nachbilden. Solange das so ist, haben wir NICHTS verstanden.
Das ist so als ob ein Kiga Kind ein Auto vorbeifahren sieht und so tut, als könnte es selbst welche bauen und auch geich damit losfahren.
Nur weil wur wissen dass das Gehirn Endomorphine ausschütten kann, haben wir noch lange nicht verstanden wie das Gehirn funktioniert. Denn wir können es nicht nachbauen. Und was Erleuchtung ist, das zu verstehen, oh je, davon sind wir nun wirklich weit entfernt
Gruß Willibald
Du machst schon wieder dasselbe. Du interpretierst nach Belieben etwas in dieses Bewusstsein hinein. Erstens weißt du nicht einmal, ob dieses Bewusstsein existiert und zweitens legst du es durch die Hintertür als göttlich aus. Das ist unzulässig, das ist unsachlich. Du biegst dir die Realität so zurecht, dass sie in deine Vorstellung vom Glauben und von Gott passt. Und selbst wenn es dieses Göttliche geben sollte, so ist es vollkommen unwichtig. Wenn man sein Leben ändern möchte, so wird einem kein Gott helfen, falls es überhaupt einen gibt. Die Wissenschaft kann sich nur an das halten was beweisbar ist. Ein Bewusstsein kann nicht festgestellt werden. Deshalb tut die Wissenschaft gut daran, keine Aussagen zu machen. Macht allerdings doch jemand Aussagen über das Unbewusste, so entzieht er sich selbst die Glaubwürdigkeit.
Körpereigene Drogen (Endorphine) machen übrigens, im Gegensatz zu exogenen (von außen zugeführten) Drogen, grundsätzlich nicht süchtig, da sie gleich nach ihrer Interaktion mit dem Rezeptor abgebaut werden.
Wenn man genesen will, dann muss man selber etwas tun. Und wenn ich enthaltsam lebe und kontemplative Techniken anwende, dann weiß ich, dass Heilungsprozesse geschehen. Selbst das Beten ist ein kontemplativer Prozess, der zur Heilung beiträgt. Aber nicht deswegen, weil Gott im Spiel ist, sondern weil ich durch intensives Beten Einfluss auf die Physiologie nehme. Dasselbe geschieht durch die Meditation. Was geschieht denn bei der Meditation?
Was geschieht während der Meditation im Gehirn?
Die mystische Erfahrung, der Verbindung zu Gott, die Erfahrung des absoluten Seins, das Verschmelzen der individuellen Seele mit dem Unvergänglichen, ist in allen Religionen bekannt. In jüngster Zeit haben Neurologen sowohl betende Nonnen als auch meditierende Mönche untersucht, um die Vorgänge, die als Unio mystica, als Einssein mit dem Kosmos, als ekstatische Verbindung zu Gott, betrachtet werden, besser zu verstehen. Dabei hat man festgestellt, dass im Gehirn zweierlei geschieht. Zum einen findet im vorderen Bereich des Gehirns, im Stirnbereich, in dem sensorische Signale empfangen und verarbeitet werden, kognitive Prozesse stattfinden (problemlösendes Denken, Vorausplanung, Impulskontrolle, Konzentration, Aufmerksamkeit, Beobachtung der Handlungsergebnisse, notfalls Korrektur), emotionale und psychische und bewusstseinsbildende Funktionen verarbeitet und neuronalen Regelkreise (Neurotransmitter) gesteuert werden, ein eindeutiger Aktivitätsanstieg stattfindet.
Dagegen findet im Parietallappen (Scheitellappen etwa von der Kopfmitte bis zum oberen Hinterkopf), der neben dem Sehen, Fühlen, Riechen und der Sprache, für die räumliche Wahrnehmung, für Zeitabläufe, das Körperempfinden, die Ich-Identität zuständig ist, eine Verminderung der Gehirnaktivität stattfindet. Durch die Abnahme der Gehirnaktivität im Scheitellappen verlieren die Meditierenden oder Betenden den Sinn für das Selbst, die Ich-Identität und erfahren sehr oft ein Gefühl von Raum- und Zeitlosigkeit. Der Scheitellappen scheint am Höhepunkt der Meditation immer weniger mit Blut versorgt zu werden. Er wird sozusagen abgeschaltet. Der Scheitellappen gibt uns Orientierung in Raum und Zeit und verleiht uns ein Gefühl für unseren Körper. Wird dieses Areal still gelegt, können wir nicht mehr zwischen unserem Körper und der äußeren Welt unterscheiden. Es entsteht der Eindruck, als würden wir mit der Welt verschmelzen. Dieses Gefühl spielt bei vielen Religionen eine entscheidende Rolle.
Der amerikanische Hirnforscher und Religionswissenschaftler Andrew Newberg hat an der University of Pennsylvania mit einer radioaktiven Markierungssubstanz und einem speziellen Computertomografen die neurophysiologischen Auswirkungen zweier traditionsreicher spiritueller Praktiken auf die Hirnaktivität sichtbar gemacht. Und ist dabei auf interessante Befunde gestoßen. Sowohl bei meditierenden tibetanischen Buddhisten im Zustand des Einsseins mit dem Kosmos wie auch bei tief im Gebet versunkenen Franziskanernonnen ging die Durchblutung des Scheitellappens drastisch zurück. Ein Hirnareal, das sonst unentwegt rattert, verstummt in der Stille der Versenkung. Dies ist insofern bedeutsam, als sich in diesem Hirngebiet auch das Orientierungsareal befindet, also jene Nervenzellverbände, die normalerweise Informationen über Zeitabläufe und räumliche Orientierung verarbeiten.
Aufgrund der Reizblockade im oberen Teil des Scheitellappens wäre es somit durchaus erklärbar, dass sich das subjektive Erleben bei der spirituellen Versenkung gänzlich in der Raum- und Zeitlosigkeit (in der Leere) verliert. In derartigen Transzendenzzustände meint der spirituell Entgrenzte, die Unendlichkeit in Erhabenheit zu berühren. Franziskanerschwester Celeste, eine der Versuchsteilnehmerinnen in der Studie des Neurologen Newberg, erklärte dem Nachrichtenmagazin Newsweek, was sie während ihres dreiviertelstündigen Gebets vor der Tomografiemessung empfand: Ich fühlte Einkehr, Frieden, Offenheit zur Erfahrung. Da war eine Bewusstheit und eine Empfindsamkeit für die Anwesenheit Gottes um mich herum. Und ein Gefühl der Zentriertheit, der Ruhe, des Nichts; aber auch Momente der Fülle der Anwesenheit Gottes. Gott hat mein Sein durchdrungen. Da buddhistische Meditationsmeister und Franziskanernonnen gemäss der Newberg-Studie in hirnphysiologisch vergleichbaren Endzuständen landen, scheint es für das Hirn also keinen Unterschied zu machen, woran wir glauben.
Ein Gefühl schöner als Glück