Ich habe mir den Artikel einmal angesehen, indem behauptet wird, dass Männer alle 58 Sekunden an Sex denken, Frauen dagegen nur einmal die Woche. So wie es aussieht, scheint es eigentlich keine wesentlichen Unterschiede in der Veranlagung und im Verhalten zwischen Mann und Frau zugeben. Wenn in der Sexualität aber solch ein großer Unterschied besteht, dann scheint dies erziehungsbedingt zu sein:
Und was die unterschiedlichen Talente von Männern und Frauen betrifft, hat Janet Hyde, Psychologieprofessorin an der University of Wisconsin, sich die Mühe gemacht, alle wichtigen Übersichtsuntersuchungen zusammenzutragen, in denen die Differenz zwischen den Geschlechtern kalkuliert worden war. In der Liste der 124 untersuchten Unterschiede geht es um alle denkbaren Talente, Schwächen und Gelüste, die angeblich Männer auf den Mars und Frauen auf die Venus verbannen: vom abstrakten Denken bis zum Ins-Wort-Fallen, von der Masturbation zur Meinung über One-Night-Stands; Glücklichsein wurde ebenso abgefragt wie Führungsqualitäten und Lust auf Macht.
Hyde war selbst überrascht vom Ergebnis: In knapp 80 Prozent der untersuchten Eigenschaften gleichen sich die Geschlechter sehr, unter anderem in den weitaus meisten Gebieten, die mit Sprache zu tun haben unversehens verschwindet das Klischee vom Plapperweib und dem wortkargen Eigenbrötler. Unter dem verbliebenen Fünftel an Unterschieden fanden sich nicht zuletzt physische Talente wie das Weitwerfen sie lassen sich direkt in Beziehung setzen zur unbestritten größeren Muskelmasse der Männer. Außerdem befriedigen sich die Kerle öfter und haben weniger Probleme mit One-Night-Stands nicht wirklich überraschend angesichts der Sexualmoral in den USA, dem Ort der meisten Studien zum Thema. Es gibt kein Phänomen ,Geschlechterunterschied, das zu erklären wäre, resümiert Hyde trocken.
Fest steht: Ein fein orchestriertes Konzert aus Genen und Hormonen gestaltet die Geschlechtsorgane; später tragen sowohl die Androgene, zu denen das Testosteron gehört, als auch die Östrogene dazu bei, das Gehirn zu verschalten. So helfen die Geschlechtshormone, das Denken und Verhalten zu modulieren in diesem Sinne bestimmt zweifellos die Biologie über den Menschen. Die eigentlichen Fragen lauten also: Was genau sind die Unterschiede in der Hirn-Hormon-Maschinerie? Und gebären sie wirklich unterschiedliches Verhalten? Außerdem: Selbst wenn sich Unterschiede im Gehirn entdecken lassen, heißt dies nicht, dass sie angeboren sind, sagt Melissa Hines. Mindestens ebenso plausibel erscheint es, dass erst das Leben nach dem Eva-Prinzip das Mädelgehirn formt, allein die Existenz als Kerl den männlichen Denkapparat. Allzu leicht vergessen die Verfechter naturgegebener Geschlechterrollen nämlich, wie mächtig der Alltag Form und Funktion des Gehirns beeinflusst. Verblüffend leicht vermag sich das menschliche Denkorgan umzumodeln.
Das gleiche Geschlecht