da frage ich mich die ganze Zeit: wo ist denn meine Roksenia. Und dann lese ich diesen Text und frage mich: wo ist mein Roksenia?
Wo hast Du bloß Dein sprachliches Talent her?
ich hatte ein paar Anhänge in meinem Geist vernommen, die sich zu Deinem Text bildeten:
Hi liebe Kinny,
das Thema der s. g. Faszination und theoretische Abhängigkeit eines spirituellen Schülers vom Wesen seines Lehrers ist richtig interessant und für mich noch unerforscht. Da möchte ich gerne ein Paar Gedanken äußern.
Als erstes ist wäre für mich der Begriff Lehrer und Guru oder wie er eben auch noch in anderen Sprachen heißen soll, jemand, der interessanter Weise in der Regel nicht mit dem Schüler verwandt ist. Sprich er ist nicht sein Vater/Mutter. Aber es wäre doch irgendwie logisch, oder nicht??? Dieser Gedanke, dass eigentlich unsere Eltern die Funktion der Lehrer erfüllen sollen, lässt mich nicht los. Die einzige logische Schlussfolgerung, warum es nicht so ist, wäre für mich, dass unsere Eltern sich als Lehrer wohl nicht eignen. Nein, es geht mir hier auch nicht darum, dass sie keine Zeit dafür haben, weil sie arbeiten müssen, um die Familie zu ernähren. Dieser Argument zieht bei mir seit einiger Zeit nicht mehr. Ich weiss nicht, warum ich diesen Gedanken jetzt sitzen habe. Es erscheint mir einfach und logisch.
Zurück zu den s. g. spirituellen Lehrern, derer (Aus)Bildungs-Ausrichtung strategisch komplett anders verläuft, als die von einem abendländischen Lehrer. Hier im Westen wird nackter Materialismus mit spärlichen Beigaben von echter Lebensqualität gelehrt. Ein spiritueller Lehrer lehrt offensichtlich Verständnis um die Welt.
Ganzheitlichkeit der Lehre- das bietet eben nicht jede Lehre an. Nur eine Lehre, die sich um den Menschen dreht, kann letztlich ganzheitlich sein. Und um dessen wahres Wohl wird heute mehr geschwiegen denn je.

Es wird viel über den Geist des Menschen geredet und über Seele etc., aber der Mensch interessiert eigentlich jetzt doch eher wenige.
Bestimmte Dinge sind aus der Ganzheitlichkeit ganz einfach ausgenommen und das ist der Griff an das Genital eines Menschen. Unsere Gefühle weisen uns darauf hin, daß das so nicht in Ordnung ist. Und wenn wir unseren Gefühlen nicht trauen, an was sollten wir uns sonst ganzheitlich orientieren?
Roksenia schrieb:
Was mir auffällt, wenn ich die Abhängigkeit der Schüler von den Lehrern im spirituellen Bereich sehe, ist die Ausrichtung. Warum ist die Abhängigkeit viel stärker, als im Westen? (Und geben wir ehrlich zu, welcher westlicher Lehrer wird in der Schule mit der Liebeskraft und Freude verehrt, wie es mancher spiritueller Lehrer das Ansehen seiner Schüller aus tiefem Herzen genießt?

)
weil eben die Lehre hier bei uns übersetzt rüberkommt und sich dann auch nicht in das Bewußtsein so einfügt, wie es vor Ort möglich ist. Die Sache ist aber die, daß man aus der Entfernung die Praxis vor Ort oft besser verstehen und bewerten kann. Schon alleine die Übersetzung aus einer östlichen Sprachen in eine lateinische stellt einen vor riesige Probleme. Gott ist in Indien etwas vollkommen anderes als für einen Menschen, der im Westen aufgewachsen ist. Das sagt der Inder dem Westler aber dann nicht dazu. Und daher ist der Westler frei, sich im 7. Himmel ein Erleben zusammen zu reimen. So seh ich das mal für heute.
Ein Wein aus der Toskana schmeckt in der Toskana auch anders als hier in Belgien. Das "Panschen" des Weines- jede Übersetzung ist so eine Weinverpanschung. Pantschen meint den Gebrauch mehrerer Rebsorten für einen Wein. So kann man den "Ort" dann nicht herausschmecken und man bekommt einen sogl "Qualitätswein".

Minderwertiges Zeugs ist das dann, wo da Qualität drauf steht.

Lustig ne? Tja, Qualitätswein ist gepantschter Wein.
Roksenia schrieb:
M. E. n. hängt es mit dieser starken Sehnsucht, die jeder Mensch in sich trägt und die ihm mehr oder weniger bewusst ist (wird). Die physischen Anzeichen dieser Sehnsucht spüren wir in der Herzensgegend. Früher habe ich z. B. bei mir persönlich diese Sehnsucht erstens nicht wahrgenommen und wenn doch, dann mit Ablenkungsmitteln der Zivilisation abgemildert. Bis es nicht mehr ging und ich mich dieser Sehnsucht irgendwann direkt stellen musste.
ja, genau. Man spürt ein Defizit und das will aufgefüllt werden. Und ein abgedrehter Guru kommt da dann gerade recht, damit man nicht selber aktiv werden muß. Ein wahrer Guru wird den Schüler erst mal gehörig auf Grundeis setzen, meine ich. Und nicht ihn abheben lassen.
Aber: das ist wichtig für uns Westler, daß unsere Gurus uns Erden. Der Inder ist anders, der will in der Tat durch seine Lehren gehimmelt werden. Dieses Bewußtsein ist sehr Erden. Für den Inder ist das (an-)Himmeln sicher gut, für uns ist das oft gar nicht nur gut, denn wir sind ja in der Tat hier in diesem Kulturkreis "selbst" gefragt. Das Selbst spielt in Indien jetzt nicht so die grosse Rolle... im Gegenteil, man läßt es
einfach, gell? Nicht Ego, Ich, Selbst, Höheres Selbst, transzendentales Selbst etc. Das ist in Indien nur Teil eines Textes, auf den der Inder guckt. Er erkennt: aha, ein Programm, das mich programmiert. Und daher liest er nicht, er guckt auf den Text. (nicht bewußt natürlich, aber energiekörperlich. Der indische Typ fährt in den na-dis. Und nicht in den Meri-Dia-nen. Das Bild selber ist Gott. Daher muß man sich auch keines machen und darf sagen: ich bin Gott. Aber der Westler versteht das nicht, solange er Gott anbetet und nicht vor ihm steht, sondern vor einem Bild eines gurus.)
Roksenia schrieb:
Was passiert m. E. n. mit den Menschen, die diese Sehnsucht in sich tragen, aber noch nicht ganz bewusst darüber sind und kein Interesse an Materialismus haben? Es ist logisch, sie fühlen sich von den Menschen angezogen, die wissen, was diese Sehnsucht an sich hat. Da bei vielen Menschen, wie schon gesagt, kein Bezug zum Materialismus mehr besteht, ist diese Verbindung nicht mehr für unsere gewohnte industrielle Gesellschaft greifbar. Es greift dann eine andere Verbindung, die der Mensch sich selbst aufgrund der ungelösten Fragen in Bezug auf diese Sehnsucht bastelt. Er macht sich selbst an etwas gebunden, weil er eben dafür als menschliches Wesen aus welchen Gründen auch immer anfällig ist. Ein noch unbewußter Mensch bindet sich am Ende mit eigenen Programmierungen (jetzt sind wir wieder bei diesem Wort) an seinen neuen Ideal-Menschen, in diesem Fall spirituellen Lehrer. Warum Ideal? Weil er ein Gefühl entstehen lässt, es wisse über diese Sehnsucht im Schüler bescheid.
Prima ausgedrückt das oben Eingefettete, finde ich. "Haltlosigkeit" im Leben, da ist der väterliche Animus in der Kindheit wohl zu kurz gekommen. So fehlt es dann im Inneren. Und der Mann hat das dann leicht: er ist selber ein Animus von der Ausbildung des Energiekörpers her und kann so den Sohn mit dem Vater in sich rückverbinden. Die Frau dagegen benötigt "ein Bild von einem Mann". ;-))) Einen Geliebten letztlich, durch den sie die Herzenswärme väterlicher Liebe erfährt, die sie in der Kindheit vermißt hat. uncoole Behauptung, ich weiß. Ich kann aber auch nicht ändern, was unabhängig von unserer Individualität oder auch in ihrem Rahmen so ist, wie es
eben ist. Eben ist eben nie gleich. Mann und Frau unterscheiden sich, da kann man nix machen und irgendwoher kommt es ja nun, daß sich Tausende von Frauen in die Spiritualität rund um einen männlichen Guru stürzen, der ihnen die Liebe zeigen muß/darf(kann). "Der Vater" ist ja auch nur ein Sinnbild, nicht wahr? Für einen Inder ist das sonnenklar, für den Gläubigen dann leider noch nicht so sehr. Und für einen Devotee ist der Vater noch der liebe Baba. (B aba ist weich, P apa knallt Dir auch schon mal eine und dann ist P ause mit dem Liebesempfinden für Göttliches im Leben. Mama dagegen entzieht die "Süsse". Sie rationiert ja auch die Süssigkeiten. Und ob wirklich viel mehr dahinter ist als Marken-Konsum: wenn man Indien kennt, weiß man: nein. Alles eine Frage des geschützten Designs...)
Roksenia schrieb:
Das muss aber nicht sein, denke ich. Die Menschen sind unterschiedlich. Manche bauen eben diese Verbindung auf, die sie direkt in eine Abhängigkeit von einem spirituellen Lehrer bringt. Andere eben nicht. Es gibt durchaus Menschen, die sich spirituell weiterbilden indem sie keinen direkten Lehrer haben, sondern indem sie ihrer Intuition folgen und eben bestimmte Bücher lesen, mit bestimmten Menschen sprechen etc.
Man sollte diese Art von Verbindung, die in eine Abhängigkeit bringt, nicht mit Kommunikationswunsch verwechseln, der ja in uns auch als Lehrmittel vorhanden ist. Ich denke deswegen, dass nicht jede spirituelle Verbindung, Orden, Kirche etc. zwangsläufig auf Abhängigkeit aufgebaut ist. Es ist durchaus logisch anzunehmen, dass einige Menschen, die die gleichen spirituellen Interessen haben, sich zu einer Vereinigung dieser Art zusammenschließen, um zusammen sich austauschen und lernen zu können. Dass sich diese Gruppen um die Menschen mit stark ausgeprägtem wachen Selbst-Bewußtsein bilden, ist nur zu verständlich. Und ist eine solche spirituelle Gruppe aufgrund ihrer Wirkung/Mitglieder bekannt geworden, so wird auch der Mensch mit dem am stärksten ausgeprägten Selbst-Bewußtsein auf sich bestimmt die Aufmerksamkeit der materiellen Welt lenken.
mhm, da fällt mir der sogenannte "Beitrag" ein, den man zu leisten hat.
Roksenia schrieb:
In diesem Thread geht es um Sai Baba, den ich überhaupt nicht kenne. Da er aber offensichtlich eine Art spiritueller Lehrer sein soll, hat es meine Aufmerksamkeit gelockt und ich möchte deswegen meine Gedanken in Bezug auf einen spirituellen Lehrer hier darstellen. Sofern nicht OT natürlich

. Ich kenne wie gesagt die Person von diesem Sai Baba nicht, aber es ist mir aufgefallen, dass das keiner tut außer weniger User hier, die sogar direkten Kontakt mit ihm hatten.
Ich habe deswegen eine kleine Anmerkung: wie kann man etwas über eine Person urteilen, die man gar nicht kennt? Ich persönlich besuche JEDEN Menschen oder nehme IMMER einen INTENSIVEN PERSÖNLICHEN Briefwechsel vor, wenn mich der betreffende tatsächlich interessiert. Vorher gelten für mich KEINE Meinungen anderer Mitbürger. Sowohl gute als auch schlechte. Entweder fahre ich direkt zu so einer interessanten Person um mir einen Eindruck zu verschaffen und bei ihr direkt z. B. einige Zeit zu leben. Oder ich führe intensiven Briefwechsel. Oder sie kommt eben mich besuchen. Ich habe hier mit Erstaunen gelesen, dass hier die Menschen intensiv über jemanden (über diesen Sai Baba eben) sofort urteilen, sobald sie etwas durch DRITTE über ihn gelesen haben.
Ich begreife es nicht:
wie kann man über etwas diskutieren, was man nicht kennt??? Nun ja, ob es eine Diskussion ist, ist eine Frage der Auslegung, wie eine Diskussion (zumindest im Idealfall) aussehen sollte.
Soviel zu spirituellen Lehrern.
Ach ja, das Diskutieren über etwas, wovon ich keine Ahnung habe, nenne ich Tratsch.

Meine Meinung natürlich...
Liebe Grüße
Roksenia
jaja, Tratsch ist ein sehr guter Ausdruck in diesem Zusammenhang. Wenigstens was die Fähigkeit durch Kommunikation zu Lösungen zu kommen angeht. Was aber interessant ist: hier haben jetzt schon einige geschrieben, daß sie etwas gelernt hätten aus dem Thread- ich würde mich da mal anschließen- und wer wie immer lernresistent ist, das ist der Gläubige.
Ein Glauben nimmt ja dem Menschen die Notwendigkeit weg, sich wirklich bis ins Letzte selberdenkend und -fühlend mit dem Universum auseinander zu setzen. Das ist ja sehr praktisch: da kommt jemand und sagt: es ist für mich so und so. Und dann liest man (wie z.B. bei Pyare): Du siehst da etwas falsch.
Und das ist natürlich wieder sehr k-indisch im Verhalten. Ganz allgemein ist das sehr kindisch, ein kindisches Verhalten.
"Meine Biographie sagt mir, daß ich recht habe.". tja, aber wo ist die linke Seite meiner Biographie, die Seite, auf der ich betuppt worden bin und eingedöst bin in einer modernen Vakuum-Verpackung für Süsse-Süchtiges Bewußtsein?
Wo ist die Seite da?
Im Herzen spiegelt sich das übrigens wieder durch das 4-Kammersystem. Wenn man nur mal die beiden Herzseiten hernimmt, dann ist der sexuelle Liebes-Kreislauf, also der "Komplex" des Menschen nicht der gleiche wie der geistige Kreislauf, der unseren Brennstoff (Liebe, Sauer-Stoff, also nicht innerlich sauer, sondern stofflich ;-)) aus der Umwelt aufnimmt und die Lösungen bereitstellt. Aus dieser großen Lehre, die uns umgibt nimmt der Körper die Luft auf. Aus der Lehre die wir nicht kennen, die wir nur sehen können als Maya. Aber wenn man willig ist, also denkend, und nicht in manchen Bereichen willenlos, also gläubig, dann hört Lernen auch nie auf und Ekstase währt ewig. Weil dann ist man im Hier und Jetzt.
Das ist letztlich eine Frage des Umgangs mit sexueller Energie, die wiederum mit Sex nix zu tun hat. Und auch nicht mit dem Erwecken einer Kundalini. All das ist nicht das, worum es geht. Es sind ja nur Worte im Maule Gottes und es sind ein Rohr und ein Kolben. (Und wer die Finger nicht bei sich behalten kann, der erntet Geschichten. Wie man an der schreibenden Trixi Maus sieht.)