Sai Baba

Interessant,

ein kurzer Gedanke. Das mit dem auf die Knie fallen.

Also wenn ich stehe, so bilde ich perfekt die Dualität ab. Mein Körper zeigt sozusagen in zwei Richtungen.

Beim Fallen auf die Knie verliert sich komischer Weise diese "langgezogene" Form. Der Mensch erinnert entfernt an einen Fötus, Ursprung des Lebens.

Will vielleicht diese Kniefall-Haltung diesen Ursprung andeuten? Nur haben wir den vielleicht vergessen und sehen dann nur das Fallen und nur die Knie?:confused:

Fötus ist wie eine geschlossene Blüte. Z. B. in meinem Garten sehe ich die runden jungen Blüten der Pfingstrosen. Wenn sei aufblühen, sehe ich darin Lotus-Form (und keine langgezogene Dual-Form)...
 
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Für mich hat es eine Menge mit Selbstwertschätzung, Selbstachtung und in gewisser Weise einer beginnenden Souveränität zu tun, ob und an wen ich letztlich gerate bzw. an wem ich mich orientiere, wenn es denn so ist.

Wir wissen ja, wie das mit der Resonanz funktioniert und ungeachtet dessen, daß Gott in uns allen ist, also auch in einem Hitler, Stalin, Bush u. Co., also natürlich auch in einem Sai Baba, so stellt sich für mich die Frage, warum ich mir ausgerechnet solch einen aussuchen sollte, welcher mit jeder Menge Makeln behaftet (ist) oder zu sein scheint, um Gott dort in genau diesem erkennen - und zwar in einem wohl höchst unerleuchteten Zustand. Das ist zwar ein extremes Beispiel, aber warum eigentlich nicht. Es geht ums Prinzip, welches ich gerade zu ergründen versuche.

Und zwar geht mir um die grundsätzliche Frage, warum sich jemand eine solch augenscheinlich ambivalente Person als Guru aussucht? Wird diese dunke Seite eigentlich komplett mit Erfolg ausgeblendet? Oder sucht man sich so jemanden ganz bewusst, um zu lernen *Gott in allem* zu sehen?

Was spiegelt eine solche Wesenheit für einen persönlich wider?

Und ist es ein bewusster Akt oder ein weitestgehend unbewusster?

Ich vermute mal ins Blaue, es wird es da keine eindeutigen Antworten geben, was dann allerdings auch wieder Antwort genug ist. Ansonsten bin ich interessiert, dies zu erfahren.

Grüße
 
Schön!
Von Jesus weiß ich, daß ihm die Schriften gelehrt wurden - seine Spiritualität wird wohl in ihm nicht von anderen geweckt worden sein. Also nicht in Form eines Gurus oder Meisters. Aber da bin ich vielleicht nicht firm genug.

Ja, ich letztlich auch nicht. Es gibt da viele verschiedene Theorien drüber.

Um was es mir hier immer noch geht, ist eigentlich, daß Sai Baba wie ein Gott verehrt wird bzw. verehrt werden möchte. Vielleicht könnt ihr, die ihr ihn kennt, ja was drüber sagen.
Denn Jesus wollte das nicht, und ich verweise nochmal auf Amanda's Text über spirituelle Meister, der beinhaltet, daß ein wahrer Meister es ablehnt, in so einer Form angebetet zu werden, wie es Sai Baba bei sich zuläßt. Und es kann natürlich sein, daß er den Willen seiner Anhänger befolgt - weil sie es so wollen. Insofern wäre er ein Opfer seiner eigenen Guru-Tätigkeit.
Was mich auch wundert, ist, wenn er doch alles weiß, dann wußte er ja auch, was auf ihn zukommt. Auch die kritischen Stimmen. Wenn er es nun weiß, dann hält er es für richtig, daß es so ist, oder täusche ich mich?
Selbst wenn ich keinen Lehrer habe - lehne ich es nicht ab, wenn jemand Lehrer hat.
Aber ich lehne es ab, wenn jemand sich über die Menschen erhebt, der selbst nur Mensch ist.

Danke daß Du *fragst* :-)

Hm. Zuerst einmal ein paar kleine Geschichten über seine Vorgehensweise mit engsten Studenten.

Zu einem Student sagte er: "Du sollst heiraten." Der Student antwortete: "Nein Baba." "Ich bin Gott, und Du tust, was ich sage!" "Nein, Baba."
Baba schmeißt ihn aus dem Ashram. Der Student wohnt fortan in Puttaparthi-Dorf. Also außerhalb des Ashrams. Nach einer Weile schickt Baba seine Seva-Dals zu ihm nach Hause. Sie haben den Auftrag zu fragen, ob er jetzt doch heiraten werde. Der Student sagt Nein. Baba läßt ihn aus Puttaparthi rausschmeißen. Der Student lebt fortan in Bangalore.
Es dauert wieder eine Weile, bis Baba mit dem Auto nach Whitefield fährt. Dabei kommt er an Bangalore vorbei und fährt zu dem Stundenten. Er sagt:"Und? Hast Du es Dir jetzt überlegt? Wirst Du heiraten?" Der Student sagt: "Nein, Baba!"
Baba klopft ihm auf die Schulter und sagt: "Gut, Du bist mein Student! Komm zurück."


"Entdecke Mich in Deinem Herzen!"
"Ich bin in Jedem von Euch. Seht mich überall und in Jedem."

Zum letzten Satz noch eine Geschichte: Eine Familie kommt zum Interview. Baba verspricht ihnen, zum Essen zu kommen. sie laufen aufgeregt nach Hause und bereiten alles vor. Kaufen die schönsten Speisen, legen die schönsten Gedecke auf, das beste Geschirr. In all der Vorbereitung klopft ein zerlumpter Bettler an die Tür und bittet um Speise. Sie weisen ihn ab in ihrer Aufregung, alles muß rechtzeitig fertig werden. Doch wer kommt nicht? Na klar. Baba.
Nächsten Tag im Darshan kriegen sie wieder ein Interview. Sie fragen ihn aufgebracht: "Warum bist Du nicht gekommen, Swami? Wir haben alles vorbereitet und auf Dich gewartet!" Baba antwortet: "Ich war da. Aber Ihr habt mich wieder weggeschickt."


Ein Student wird anläßlich einer Rede vorne hingestellt. Baba gibt ihm eine Kokosnuß. Er fragt öffentlich: "Gib die Kokosnuß dem, dem Du am meisten vertraust!" Der Student überlegt eine Weile und sagt: "Dann muß ich sie behalten." Raunen in der Menge. Und Baba sagt: "Wunderbar! Danke."

So - und jetzt zu MEINER Wahrnehmung. Zu Baba kommen Menschen aller Couleur. Strenge Katholiken. Menschen, die von strengen Katholiken erzogen wurden. Menschen, die sich dagegen sträuben, und über Baba reden, als wäre er ihr Kumpel, mit dem sie gestern aufn Bier aus waren....und Menschen, die Angst vor Gott entwickelt haben. Die sitzen in der Halle, zucken zusammen, wenn er kommt und falten die Hände mit ängstlichem Blick. Menschen mit Autoritätsproblemen aller Art, sind hingerissen, sehen ihn aber als Autorität an, oder brechen bewußt alle Regeln im Ashram. Menschen, die Regeln brauchen, um Struktur in ihr Leben zu kriegen, und die dann streiten mit denen, die sie mißachten. Menschen, die keine Regeln akzeptieren können, und die dann streiten mit denen, die auf ihnen pochen.
Der Typ, der mit Baba n Bier trinken gehen würde, steht auf der Veranda und klopft Baba kumpelhaft auf die Schulter und sagt: "Du bist n guter Kerl!" Die strengen Katholiken beobachten das von hinten und sind empört! Baba lacht, klopft zurück und sagt: "Du auch!" Das verwirrt sie total.

Menschen, die Gott als etwas potentiell strafendes ansehen, und Angst vor Baba haben. Menschen, die Gott als etwas liebendes ansehen, und Liebe in Baba sehen. Menschen, die Gott um mehr Geld bitten, und das auf Baba übertragen. Menschen, die glauben, Gott würde alles richten, und das auf Baba übertragen.

Er ist für ALLE da und bietet ihnen, was sie brauchen. Nur wer Augen hat, kann sehen. Und nur wer seine eigenen inneren Vorgänge abbauen kann, kann die Vielfalt in Baba erkennen.

Jetzt zu mir.
ICH habe ein Autoritätsproblem! :-)
Ich wehre mich gegen Autoritäten, aber wenn sie vor mir stehen, zucke ich zusammen. Wenn sie sich mächtig vor mir aufbauen, muß ich erst schlucken und all meinen Mut zusammennehmen, mich zu vertreten. Und das kann auch mehrere Anläufe brauchen. (Übrigens,seit ich das kann, wehre ich mich auch nicht mehr!:-))
Baba innerlich zu verehren, war für mich nicht so das Problem. Er kam mir ja nicht nah als Körper.
Aber ganz am Anfang, der erste Aufenthalt und auch zur Hälfte meines zweiten Aufenthaltes, scheute ich seine Nähe. Wenn er mich anzusehen drohte, spürte ich Angst. Auch die Angst, er könnte in mein Inneres schauen, ojeee, da gab es ja soooviel drüber zu urteilen! Und wenn er Gott war, was würde er wohl von mir denken?
Ich beneidete die Leute, die ihn anstrahlten, die ihn anlachten, wenn er reinkam, die auf ihn zugingen, ihn ansprachen, die ihm einfach so Fragen stellten im Vorbeigehen. Das hätte ich mir nie erlaubt! Dafür hatte ich viel zu viel Respekt. Und Angst, einen fatalen Fehler zu machen!

Wenn er kam und ich quatschte gerade mit meiner Nachbarin, zuckte ich zusammen. Wie in der Schule! Wenn der Lehrer die Klasse betritt!

Naja - dann kam ja mein Interview. Du glaubst ja nicht, was DA in mir vorging. Ich war gerade mal 2 Monate dort, meine zweite Reise. Und dann ein Interview. Ich fühlte mich wie ein Hase in der Falle, als alle aus meiner Gruppe aufstanden und zu diesem einflußreichen, mächtigen, alleswissenden Mann zu gehen, der vielleicht Gott persönlich war! (Man beachte hier meine Wahrnehmung!) Ich meine, man kann ja nie wissen, ne? Ich wollte gerne in seiner Nähe sein, aber meine Angst davor war viel größer. Während des Interviews beobachtete ich ihn mit Argusaugen, mit Abwehr, auf der Jagd nach irgendeinem Beweis dafür, daß er nicht war, wer er sein sollte! Als er uns dann alle ansprach, und Fragen stellte, dachte ich nur eines und das wiederholte ich wie ein Mantra: "Sprich mich bloß nicht an. Sprich mich bloß nicht an." Ich war übrigens die einzige, der er keine Frage gestellt hat! :-))

Nunja, wie auch immer. Es war ein längerer Prozeß, aber ich habe alle meine Ängste ihm gegenüber verloren. Irgendwann war ich diejenige, die ihn anstrahlte, wenn er reinkam. Was für eine Erleichterung, FREUDE zu empfinden, unbeschwerte Freude, anstatt Achtung. Irgendwann begann ein gegenseitiges Freudespiel, er strahlte, ich strahlte, ich stellte eine innerliche Frage und kurz darauf traf mich sein Blick - eine Verbindung war hergestellt, ich konnte seine äußerlich Gestalt frei nutzen, sie war nicht mehr belegt mit meinem eigenen Dünkel.
Wenn der Darshan begann und ich redete mit meiner Nachbarin, beendete ich gemütlich den Satz. Außer ich hatte eine neben mir, die selbst noch gefangen war. ;-))
Wenn ich keine Lust hatte, am Bhajan-Singen teilzunehmen, nahm ich nicht teil. Wenn ich keine Lust hatte, zum Morgen-Darshan zu gehen, ging ich nicht. Ich schlief ein bissl länger.
Wenn ich rauchen wollte, ging ich aus dem Ashram und rauchte. Ich meine, das tat ich vorher auch, aber ich hatte ein schlechtes Gewissen! Jetzt hatte ich keines mehr. Das kann man natürlich einem Baba-Devotee nicht erklären, der noch voll drin hängt in seiner Angst. Der steht dann vor Dir und sagt: Was bist Du nur für ein Devotee!

Tja, und das Treiben im Ashram selbst ist wie auf dem Marktplatz. Mitten im Leben. Da stehst Du stundenlang Schlange, in der prallen Sonne, manchmal bist Du genervt, kein Rückzug in irgendeine Höhle, zum stundenlangen Meditieren, nein, mitten im Leben. Alles kommt hoch, wird ausgeschissen oder ausgekotzt und gut ist.

Irgendwann stehst du dann nicht mehr in der Schlange, weil Du nicht mehr vorne sitzen brauchst. Du kriegst auch ganz hinten genug. Irgendwann droppst Du den Darshan, weil Du Deinen Baba in der Wohnung hast. Irgendwann liegst Du glücklich im Bett und nichts auf der Welt kann Dich in den Ashram treiben, weil Du alles da ist. Irgendwann schaust du in die Augen einer Kuh und ein Glücksgefühl durchströmt Dich, weil Du Deinen Geliebten gesehen hast.

Aber die Liebe zu Baba in seiner Form - die bleibt bestehen. Und ich sehe auch keinen Grund, warum nicht.

Das ist, was ich dazu sagen kann. :-))
 
"Entdecke Mich in Deinem Herzen!"
"Ich bin in Jedem von Euch. Seht mich überall und in Jedem."

Danke Pyare für deinen ausführlichen Bericht.

Wen meint er mit Mich? Sich?

Und was ich dich auch schon lange fragen wollte: WER ist deine Süsse? Er?

Also das ist nicht polemisch, ironisch oder sonstwie gemeint, nur der Klarheit wegen gefragt.
 
So. Jetzt habe ich es geschafft, wieder einmal bis hierher nachzulesen.

Da wurden jetzt zwei sehr ehrliche Berichte erzählt, von Pyare und von Sole, wie man von Sai Baba berührt wird und wie man zu ihm kommt. Die sind sehr authentisch und haben viele Parallelen. Erstens einmal danke für die aufrichtigen Berichte, das ist sicher nicht ganz einfach, sind ja sehr intime Erlebnisse, nicht wahr.

Nun will ich euch ganz ebenso ehrlich sagen, was diese Erzählungen in mir auslösen. Vielleicht kommen wir ja drauf, warum.

Vorweg, genau dieser Art von Energie bin ich bei dem Guru begegnet, wo ich erzählte, ich wollte wissen, was da dahinter ist, und habe auf der stelle die Flucht ergriffen. Es war genau dieses auf einen zukommende - und das war es auch, das den Fluchtreflex auslöste.

Wenn ich nun diese Berichte lese, dann sag ich euch ganz ehrlich, da erwacht in mir ein Grauen, das ist kaum zu beschreiben. Allein die Vorstellung, da kommt was auf mich zu, das ich nicht gerufen habe, und ergreift von meinen Gefühlen Besitz, das ist für mich persönlich so entsetzlich, das kann ich gar nicht sagen. Mir persönlich kommt dazu nur schwarze Magie in den Sinn. Ob das nun an meiner begrenzten Wahrnehmungsfähigkeit liegt oder an Erlebnissen, die da vielleicht in fernster Vergangenheit liegen, vermag ich nicht zu sagen.

Was mir noch aufgefallen ist, und mich noch mehr erschreckt an euren Berichten, das ist die Tatsache, daß ihr euch beide ja anfangs gewehrt habt gegen das, was da auf euch zukam. Wißt ihr, wie das für mich aussieht? Spinnennetz, an dem man klebenbleibt. Und dann die Spinne, die einen gefangennimmt. Das ist etwa das, was dazu in mir entsteht.

Ihr wart ehrlich, ich war jetzt auch ehrlich. Ich möchte niemandem Unrecht tun, und damit unterstelle ich auch niemandem was. In mir lösen eure Berichte genau das aus, was ich jetzt beschrieben habe, und es fühlt sich genau so entsetzlich an, wie ich gesagt habe.

Ja. Kann ich nachvollziehen, Deine Gefühle :-) Kann vielleicht auch Angst auslösen. Ich hatte aber keine Angst, in mir lag ein tiefer, tiefer Wunsch nach der Begegnung mit einem wirklich großen Geist. Die Einladung lag schon länger in der Luft sozusagen. Und ich habe das nicht als Spinnennetz empfunden, sondern als nochmaligen Versuch, mir das nahezubringen, was für mich vorgesehen war als Geschenk. Manchmal kann man auch Geschenke abweisen, weil man sie nicht erkennt.
Es ist ja auch so, wenn man z. B. sich nach Gott im Allgemeinen sehnt. Gott - oder das Leben - greift das auf, manchmal stürzt es einen in unerträgliche Situationen, damit man endlich dahin schaut, nach dem man sucht. Es nimmt einem alles weg, was sich auf das Außen noch beziehen kann, damit der Weg nach Innen der letzte Ausweg ist.

Danke für Deinen Bericht. Ich konnte den gut lesen und auch annehmen. :-))
 
Und zwar geht mir um die grundsätzliche Frage, warum sich jemand eine solch augenscheinlich ambivalente Person als Guru aussucht?

Das könnte ein guter Grund sein, wie Durga eben erzählte... :
Es gibt nur eine Religion, die Religion der Liebe,
Es gibt nur eine Sprache, die Sprache des Herzens.
Es gibt nur eine Kaste, die Kaste der Menschheit
Und
Es gibt nur einen Gott und der ist allgegenwärtig.
 
Da habe ich Glück, denn mich umarmen sie! Und ich gehe tatsächlich vor ihnen auf die Knie - nicht vor der Wolke, dem Himmel, dem Baum, sondern vor der göttlichen Liebe, die in allem enthalten ist.
Ich denke mal eher, daß ich vor Sai Baba nicht auf die Knie fallen würde.

Ich freue mich für dich Alana, ich bin bislang nur vor Gott auf die Knie gegangen, Sai Baba habe ich leider im Aussen noch nicht getroffen, darum weiß ich es nicht aber ich könnte es mir vorstellen, weil ich eigendlich nicht Sai Baba meine und doch meine ich Ihn.
Ich kann es nicht anders erklären.
Liebe Grüße
Sole
 
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