Du solltest Dir einmal die damalige Situation in Palästina anschauen, dann würdest Du anders über Jesus urteilen. Der geographischen Lage wegen, wurde Israel ständig von Großmächten besetzt.
Ich möchte jetzt nicht groß die Gründe aufzählen, warum sich die Israeliten so sehr nach dem Messias Gottes sehnten. Jedenfalls hat das dann dazu geführt, dass die Propheten damit begannen, von einem endzeitlichen Messias zu reden.
Ein Messias, der von Gott als dessen Statthalter auf Erden entsandt werden sollte, um das besagte Reich Gottes (Israel) zu errichten. So gab es gerade in der Zeitenwende zum Beispiel den Judas der Galiläer, Bar Kochba usw., die als der ersehnte Messias gehandelt wurden.
Auch bei den Samaritanern hatte sich zeitgleich ein Heilsbringer (Taheb) etabliert, der mit dem Versprechen auf die Wiederherstellung des alten Israels im Sinne der Propheten warb.
Dieser Taheb führte im Sommer 36 n. Chr. ein großes Gefolge zu dem Tempel der Samaritaner auf dem Berg Garizim. Er wollte dort als Zeichen seiner Rechtmäßigkeit die Gefäße Moses zeigen. Da sich unter dem Zug auch bewaffnete Pilger befanden, ließ Pontius Pilatus den Pilgerzug angreifen und vernichten. Der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus hatte über dieses Geschehen ausführlich berichtet,
Unabhängig davon war Jesus vor seiner Mission ein Jünger des Täufers Johannes. Erst nach dessen Festnahme hatte Jesus mit seiner Mission begonnen. Von dem Täufer hatte Jesus auch das Vaterunser übernommen:
Lukas 11
[1] Und es begab sich, dass er (Jesus) war an einem
Ort, und betete. Und da er aufgehört hatte, sprach
seiner Jünger einer zu ihm: Herr, lehre uns beten,
wie auch Johannes seine Jünger lehrte.
[2] Und er sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht...
Ja und letztlich wollte Jesus mit seiner Mission ein väterliches Verhältnis zu Jahwe/Gott wieder herstellen. Eine Versöhnung also der Menschen mit ihrem Gott, in einem Reich Gottes. Ein dynamisches Reich, das überall dort sein kann, wo auch Gott ist.
So hatte Jesus die Nächstenliebe in den Mittelpunkt gerückt:
„Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.“ Das Problem kann also nicht bei Jesus liegen, denn es gab noch andere Heilsbringer, die unsere Welt schon retten sollten:
Die Sehnsucht nach einer geheilten Weltseele ist zwar da, aber es fehlt am Tun der Menschen!
Merlin
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