Zokora
Sehr aktives Mitglied
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Mir wurde, nach dem ich in die Pflege bin, oft von Leuten gesagt, dann hättest du dir das Studium ja sparen können. Ähm, nein. Ich wollte es tun und würde die dadurch erlebte Zeit auch nicht missen wollen.Das ist doch prima!
Jederzeit die Wahl zu haben ist eine feine Sache.
Ich hätte auch kein Problem damit, wenn meine Kinder sich für Ausbildungsberufe entschieden hätten - nach dem Abitur!
Ich habe es in meinem ältesten und liebsten Freundeskreis erlebt, von denen niemand ein Abitur hatte. Sich in einem Alter weiter zu qualifizieren, in dem man Familie, mitunter erhebliche Kosten und tausend andere Sorgen hat, ist nicht ohne.
Für manche war das fehlende Abitur der Haupthinderungsgrund für bestimmte Leitungspositionen - die entsprechende Fortbildung/ das berufsbegleitende Studium hätte der Arbeitgeber ermöglicht, aber kein Abitur und mehrere Jahre warten, bis das fertig war, war keine Option.
Es mag sein, dass einige Menschen nie einen Nachteil empfinden und ohne glücklich und zufrieden werden, aber sich später schwarz zu ärgern für zwei/ drei Jahre (je nach G8 oder G9) finde ich schlimm.
Zudem bin ich sehr überzeugt, dass man mit 16 weitaus größere Schwierigkeiten hat, sich realistisch für einen Beruf zu entscheiden als mit 18 oder 19 (und selbst dann ist es noch schwer und viele entscheiden sich erstmal für FSJ und Co.).
In den Ferien in verschiedene Berufe reinzuschnuppern, neben der Schule ein wenig zu arbeiten ... all das fördert doch den Einblick in das Arbeitsleben.
Ich sehe es, wie du sagst, in jungen Jahren kann man auch noch nicht immer wissen, was man sein Berufsleben über (40-50 Jahre lang) machen will. Sich auszuprobieren ist nicht das Schlimmste was man machen kann.
Und Bildung ist nie verschwendet.