Lehre oder Abitur? Umfrage!

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Dein Kind will eine Lehre machen - obwohl es die Fähigkeit zu Abitur und Studium hat, was machst du?

  • Ich freue mich, dass mein Kind schon weiß, was es beruflich machen will und unterstütze es.

    Stimmen: 9 39,1%
  • Ich erkläre meinem Kind die Vorteile von Abitur und Studium, lass es aber selbst entscheiden.

    Stimmen: 12 52,2%
  • Ich rede meinem Kind seinem Plan aus, und schaffe es auch.

    Stimmen: 1 4,3%
  • Ich verbiete es meinem Kind! Keine Widerrede!

    Stimmen: 1 4,3%

  • Umfrageteilnehmer
    23
Das ist doch prima!
Jederzeit die Wahl zu haben ist eine feine Sache.
Ich hätte auch kein Problem damit, wenn meine Kinder sich für Ausbildungsberufe entschieden hätten - nach dem Abitur!

Ich habe es in meinem ältesten und liebsten Freundeskreis erlebt, von denen niemand ein Abitur hatte. Sich in einem Alter weiter zu qualifizieren, in dem man Familie, mitunter erhebliche Kosten und tausend andere Sorgen hat, ist nicht ohne.
Für manche war das fehlende Abitur der Haupthinderungsgrund für bestimmte Leitungspositionen - die entsprechende Fortbildung/ das berufsbegleitende Studium hätte der Arbeitgeber ermöglicht, aber kein Abitur und mehrere Jahre warten, bis das fertig war, war keine Option.

Es mag sein, dass einige Menschen nie einen Nachteil empfinden und ohne glücklich und zufrieden werden, aber sich später schwarz zu ärgern für zwei/ drei Jahre (je nach G8 oder G9) finde ich schlimm.
Zudem bin ich sehr überzeugt, dass man mit 16 weitaus größere Schwierigkeiten hat, sich realistisch für einen Beruf zu entscheiden als mit 18 oder 19 (und selbst dann ist es noch schwer und viele entscheiden sich erstmal für FSJ und Co.).

In den Ferien in verschiedene Berufe reinzuschnuppern, neben der Schule ein wenig zu arbeiten ... all das fördert doch den Einblick in das Arbeitsleben.
Mir wurde, nach dem ich in die Pflege bin, oft von Leuten gesagt, dann hättest du dir das Studium ja sparen können. Ähm, nein. Ich wollte es tun und würde die dadurch erlebte Zeit auch nicht missen wollen.

Ich sehe es, wie du sagst, in jungen Jahren kann man auch noch nicht immer wissen, was man sein Berufsleben über (40-50 Jahre lang) machen will. Sich auszuprobieren ist nicht das Schlimmste was man machen kann.

Und Bildung ist nie verschwendet.
 
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ich bin vom Gymnasium abgegangen und habe eine Lehre gemacht, danach das Abi nachgemacht,
allerdings dann bei dem lehrberuf geblieben.

ansonsten kann* auch in einem Lehrberuf ein gutes Gehalt erhalten werden,
zb als Meister wo durchaus 4-5 Tausend euronen netto drinn sind, oder eines Gesellen der dann 3000- Euro verdient.

ich spreche jetzt vom direkten handwerk ,
 
Ich sehe es, wie du sagst, in jungen Jahren kann man auch noch nicht immer wissen, was man sein Berufsleben über (40-50 Jahre lang) machen will. Sich auszuprobieren ist nicht das Schlimmste was man machen kann.

Und Bildung ist nie verschwendet.
Mir ging es so.. erst als ich dreißig Jahre alt war, wusste ich was ich tatsächlich machen möchte und habe die Ausbildung gemacht. Zwar erst etwas später aber ich habe den richtigen Beruf für mich gefunden.
 
Ich habe auch studiert und bin jetzt in der Pflege. Ich bereue absolut nichts.
Dieses "nicht bereuen" zählt letztendlich!
Arbeit mit den Händen setzt oftmals Kopfarbeit voraus.
Auf jedem Fall - das war eine etwas holprige Bezeichnung.

Z.B. ein Chirurg nimmt einen Routineeingriff vor,
ein Autoelektriker bekommt einen Wagen zur Reparatur -ein ganz kniffeliger Fall,
wer musste nun lange Nachdenken?

Auch verwischen sich die Grenzen - ein Zahnarzt, ein Chirurg arbeitet ausschließlich mit seinen Händen,
es gibt Lehrberufe, wo eher " Kopfarbeit" erforderlich ist.
Die Berufsberatung vom Arbeitsamt, welche von der Schule aus mit den Schülern gesprochen hat, wollte mir Abi und Studium ausreden. Würde ich eh nicht packen. Dusselige Kuh :cool:
Meinen 1. Sohn ging es ähnlich:
Ausgezeichnete Noten in der Hauptschule,
allerdings ein Hauptfach in der 2. Leistungsgruppe -
sein Klassenvorstand meinte, er sein ein typischer " zweier" Schüler und "nur" für eine Fachschule geeignet.
Mein Sohn wollte aber unbedingt die Matura machen und auf die HTL,
nach anfänglicher Schwierigkeiten schaffte er dann seine Fachmatura mit Auszeichnung und schloss ein Masterstudium ab und - zeitgleich - ein geisteswissenschaftliches Studium ( Mag. Phil.) - beide auch mit Auszeichnung.
Den Klassenvorstand habe ich das dann mal unter die Nase gerieben! :D
Mein 2. Sohn wollte keine höhere Schule besuchen -
er hatte Probleme mit Mobbing und wollte nur von der Schule weg.
Er hat dann eine Lehre gemacht, übt aber seinen Beruf nicht aus,
sondern kam dann zu einem gemütlichen Posten im Staatsdienst.
ich bin vom Gymnasium abgegangen und habe eine Lehre gemacht, danach das Abi nachgemacht,
allerdings dann bei dem lehrberuf geblieben.
Wohl, weil dir dein Lehrberuf mehr gab?
 
Ich finde mein Kind soll machen, was es besonders gut kann und auch will. Aber Hauptsache es macht was, wird selbständig und hat ein schönes Leben ( und wohnt nicht für alle Ewigkeit in meinem Keller 😮), ohne Sorgen und Leid. Also das was sich vermutlich jeder für sein Kind wünscht.
 
Meine Tochter hat übrigens im Maturajahr abgebrochen, weil sie unbedingt Buchhändlerin werden wollte.
Ich hatte damals Null Chancen ihr das auszureden. Aber sie ist heute noch glücklich in diesem Beruf und möchte auch nichts anderes machen.
 
Ich glaube gar nicht mal, dass ein Lehrberuf geringschätzt wird, es ist halt nur die Frage, ob man sein Leben lang rechnen will (und das muß man in etlichen Lehrberufen lebenslang), immer Vollzeit arbeiten muß, der Partner immer mitarbeiten muß (im Fall von Kinderwunsch) usw. oder halt nicht.
Ich glaube sehr wohl, dass ein Lehrberuf gering geschätzt wird -
erlebe es im Alltag! Das ist die Krux!
Nun gehe ich davon aus:
Die angeheiratete " Frau Doktor" möchte sich selbst verwirklichen,
womöglich sogar in einem Lehrberuf - darf sie das?
Geld ist genug da " sie bräuchte nicht arbeiten gehen" !
Darf sie trotzdem?
 
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Leute mit höherem Abschluss haben zwar bei Berufseintritt meist höhere Einstiegsgehälter.
Dem kann man entgegenhalten, dass manche Jugendliche (und auch Eltern :D) froh sind, schon mit 15 ihr erstes eigenes Geld zu verdienen.
Und für die Rentenjahre ists auch kein Fehler, zumindest nach dem österr. Pensionsrecht.
Da haben Studienabgänger oft große Mühe, die nötigen Berufsjahre überhaupt zusammen zu bekommen.
Oftmals müssen sie nach dem Studium noch mies bezahlte Praktikantenzeiten abdienen, bevor sie überhaupt mal anständiges Geld verdienen.

Die Gehaltsvergleiche zwischen D und Ö hinken zudem auch noch, weil Gehälter in Ö - im Unterschied zu D - für die überwiegendsten Berufsgruppen durch Kollektivverträge geregelt sind.
Und da steigen viele Handwerksberufe sehr gut aus, v.a. in der Metallbranche.
 
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