Lässt sich aus Beiträgen das Geschlecht des Autors ableiten?

Kann ich sagen, ob ein Beitrag von Frau oder Mann verfasst wurde?

  • nö, geht nicht

    Stimmen: 6 7,5%
  • manchmal habe ich Vermutungen...

    Stimmen: 41 51,3%
  • mache ich mir nie Gedanken drum

    Stimmen: 13 16,3%
  • ist doch klar, das geht

    Stimmen: 20 25,0%

  • Umfrageteilnehmer
    80
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Absoluter Klassiker. Ich seh schon, es geht nicht weiter. Also:

der Held heisst nicht Tailor sondern Tom R.
Er ist ein sehr talentierter Mr. R.

Spiel vorbei?

LB

Ja. Und verloren. ;) Eine der zwei Frauen, die bei "Klassiker" und "Krimi" in Frage gekommen sind. Hätte ich mir denken können, dass ich hier nicht auf Wahrscheinlichkeit setzen kann.
 
Ich habe den Stil nicht erkannt, dafür war der Ausschnitt zu kurz. Mit Krimiklassiker verbinde ich auch Agatha Christie, obwohl die natürlich überhaupt nicht zu dem Text passt.
Die Patricia Highsmith hab ich natürlich bewusst gewählt.

Ich frag mich, ob sie da in der Literatur eher die
Ausnahme ist (man also ihr Geschlecht kaum erraten
kann) oder die Regel.

Bei den meissten Büchern, die mir so einfallen,
würde ich sagen, das Geschlecht des Autors lässt
sich ganz gut erraten.

Oder?

Hat jemand noch interessante Beispiele?

Thx
Le Baron
 
da ist man mal 2 minuten nicht zuhause, schon wird's spannend hier:)

LB, interessanter Ansatz das, da es sich ja bei den bisher untersuchten und bewerteten Texten nicht um literarische handelte, die Intention also nicht in der Unterhaltung lag. Da scheint das Kunstelement ja einiges zu beeinflussen...
und möglicherweise auch der Wegfall der quasi-dialogischen Form, die wie hier im Forum finden.
 
Versucht mal, hier zu raten:

1.) Haben Sie und Anna ihre Gefühle schon ein bisschen auseinander sortiert? Wissen Sie schon, was "nur für den Augenblick" ist und was "Bestand" haben könnte? Haben Sie schon "jeder für sich" ein paar "Fragen einzeln beantwortet"?
Ach, ich sehne mich nach dem alten Max, der gesagt hat, was zu sagen war, und der gefühlt hat, was zu fühlen war.

2.) Schatten auf der Mauer gegenüber. In dem kleinen spanischen Dorf war man zur Rast gekommen, hatte das Gasthaus mit dem billigsten Essen gesucht. Sie hatte sich auf diese Bank gesetzt, die Holzbank mit dem abblätternden Lack, an der Wand vor diesem Geisterhäuschen, schon vor zwanzig Jahren hatten die Menschen diese Dörfer hier verlassen, übriggeblieben waren zwei, drei Gaststätten, Stille, Dürre. Sie hatte sich auf die Lehne der Bank gesetzt, ihren Blick immer wieder auf die Tür gerichtet, gewartet, bis die Frau hinter der Theke, die sie von ihrer Bank aus sehen konnte, mit dem Einpacken fertig war. Zehn Falschen, es mussten zehn Flaschen gewesen sein, die Elias, der aus dem Gasthaus trat, in zwei Plastiksäcken in der Hand hielt und schwenkte.

3.) Wie lautet die mathematische Entsprechung für Gefühle, wie Freude, Trauer, Haß? Nach welchen Formeln funktionieren Gruppen, wie entstehen Minderheiten? Läßt sich Unendlichkeit wirklich denken? Aus welchem psychologischen Gesetz heraus erfanden wir die Dreifaltigkeit? Ist Gott axiomisierbar?
Ich war fest überzeugt, dass es kein Phänomen gibt, das sich nicht auf Formeln reduzieren lässt, und dass, sobald man einmal herausgefunden hätte, weshalb Menschen in bestimmten Situationen so "funktionieren", für immer alle Konflikte gelöst sein würden.

4.) Maria weiss haargenau, was sie und Daniel zu tun haben: Entweder nehmen sie sich das Leben oder sie werden endlich berühmt.
Wenn sie nicht berühmt werden, ist alles andere auch schon egal. Es ist so unglaublich sinnlos, einfach nur durch die Gegend zu laufen und irgendwer zu sein - ein ganz gewöhnlicher, unbekannter Mensch.
Selbstverständlich ist es verlockender, berühmt zu werden, als im Alter von vierzehn Jahren zu sterben. Aber eigentlich wäre es das Allergräßlichste und gleichzeitig das Romantischste, wenn sie und Daniel sich zusammen umbrächten, und wenn man sie dann nebeneinander liegend im Wald finden würde, zusammen mit einem Abschiedsbrief.
Und alle würden verrückt vor Kummer.

Ich hab völlig willkürlich ins Regal gegriffen, mal sehen, was dabei rauskommt.
 
Bei den meissten Büchern, die mir so einfallen,
würde ich sagen, das Geschlecht des Autors lässt
sich ganz gut erraten.

Thx
Le Baron

Solange sich ein Autor nicht wie Bukowski als Riesenmacho darstellt, also sehr bewusst in diese Richtung schreibt, glaube ich nicht, dass ein Leser zwischen männlich-weiblich unterscheiden kann. (Pelisa)

Genau das glaube ich auch! Jedenfalls nicht anhand
dieser drastischen Textstelle. (LB)

Ist da nicht ein Widerspruch zwischen deinen Aussagen? Was ist jetzt deine Meinung?
 
:) oops. jau.... sieht so aus.... auf den zweiten Blick: Ausnahmen bestätigen die Regel...

Aber mal was anderes dazu:
Die Frage, die ihr beiden da bearbeitet, ist ein Spezialfall (ich weiss, ich habe den in meiner Ursprungsfrage nicht wirklich ausgeschlossen, obwohl "Beiträge" schon ein wenig das Terrain abstecken sollte...).
In Prosa-Literatur maskiert sich ja das Geschlecht des Autors bewußt. Die Sprache wird da zum Schauspieler der Autorengedanken. Das ist manchmal schon spaßig, wenn etwa weibliche Autoren darüber berichten, was ein Mann denkt in irgendwelchen Situationen. Da habe ich mich schon öfter beim Lesen gefragt, was da wohl die Quellen gewesen sein mögen, reine Fantasie? Übermittelte Erfahrungen aus Gesprächen? Analogieschlüsse? Die Qualität solcher Passagen ist jedenfalls sehr unterschiedlich.
 
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