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Verdrängen ist nicht Verzeihen (und der Gruppenzwang)

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von JohannB, 15. Dezember 2013.

  1. JohannB

    JohannB Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. März 2013
    Beiträge:
    1.059
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    lesen Sie dieses in Ruhe (und nicht im liegen *schmunzel*) um auch einen Nutzen davon zu haben.

    Verdrängen ist nicht Verzeihen
    (eine andere Sicht...?)​

    Verzeihen zu lernen ist in der buddhistischen Praxis - seinen Geist reinigen - ein Weg, der nicht nur sich selbst süße Früchte zukommen läßt, verzeihen reicht oft auch tief in unser Umfeld hinein und stiftet, wenn richtig geübt, Frieden selbst an Stellen, die wir nicht vermuten und auch meist nicht sehen.

    Wenn so etwas wie eine „Schuld“ entsteht, sucht diese automatisch nach einem Ausgleich, einem Opfer, einem Gestehen. Solange eine Schuld nicht ausgeglichen ist, gibt es keinen Frieden. Dies wirkt in jedem einzelnen System und all diese Systeme sind mit einander verbunden und verknüpft. Es beginnt bei uns als einzelne Person und je nach unserem Dasein, wirken wir oft in vielen verschieden Systemen, Gesellschaften, Gruppen, Familie, Freunden und anderen Kreisen. Jedes dieser einzelnen Systeme hat jedoch „eine“ andere Auffassung von Schuld. Eine Sippe von Wegelagerern, hat seine Regeln von Recht und Schlecht, wie auch eine Gruppe von Balletttänzerinen ihre Regeln haben die einzuhalten sind. In deiner Familie gelten andere Regeln des Benehmens und Verhaltens als in meiner. In diese Ordnungen sind wir hineingewachsen und aus diesen kommen wir, selbst wenn sie uns nicht als richtig erscheinen, nur schwer heraus. Sie dienen nun mal zum Erhalt der Gruppe und sich an die Regeln zu halten versichert uns, unsere Akzeptanz in der Gruppe. Es ist uns auch schwer möglich eine andere Regelung darüber zu ordnen und sie von heute auf morgen als Ersatz zu etablieren. Für uns selber können wir hohe Regeln setzen, für die Gruppe nicht. Ethik und Moral ist etwas, daß in einer Gesellschaft langsam aber stetig, entsprechend den Verhältnissen und dem einzelnen Engagement wächst.
    In unserer Gesellschaft ist es seit langer Zeit üblich in Masstäben von Täter und Opfer zu denken. Vielleicht ist es gut, sich anzusehen, was einem zum Täter macht und wie weit man dabei wirklich von Schuld sprechen kann.

    Täter in unserer Gesellschaft ist jemand, der den verbreiteten Regeln nicht entspricht, da er mit einer Tat (diese ist grundsätzlich negativ behaftet!) der Norm widersprochen hat. Das macht ihm, oft egal ob es wahr ist oder nicht, nur erzählt, gesehen, oder vermutet, je nach den gängigen Einverständnisabläufen, zum Schuldigen und verlangt nach Ausgleich. „Schuld“ hat verschiedene Tiefen und ist nur so scharf eingrenzbar wie wir die Dinge sehen. Es handelt sich in der Regel um eine „zu richtende“, angemaßte Schuld, die nur selten der natürlichen „Schuld“ entspricht. Schuld ist ein Resultat aus einer Erwartungshaltung, aus einem Glauben: So muß es sein!... Doch selten befassen wir uns tiefer mit dem was tatsächlich sein muß und tatsächlich ist. So verwenden wir einen mehr und mehr künstlichen Rahmen und behandeln alles darüber hinaus als Untat und Grund zur Schuld.

    Manchen mag es hilfreich erscheinen. Vielen erscheint es als der einzige Weg, doch das Gewissen, die Natur ist hier viel subtiler und wie wir es aus Dhammaerklärungen kennen, nimmt Ursache und Wirkung, Kamma, immer ihren natürlichen Lauf.

    Täter und Schuldbild, so wie wir sie normalerweise sehen, ist wenn wir es genau betrachten eine Anmassung die nur dem Erhalt und der Erwartung einer Gruppe dient. Meist hat es wenig zu tun damit, wie es wirklich ist. Dazu vielleicht eine kurze Geschichte:
    Einst war da ein abgelegenes Dorf. In dem Dorf hatte jede Familie ihre Hunde. Sie wachten über jedes kleine Anwesen, verscheuchten die fremden Kühe und Hühner und folgen mit auf die Jagd. Jedes Haus hatte seine Hunde, sie liefen im Dorf ihren Grenzen entsprechend herum und für ihre Dienste wurden sie mit Essensresten versorgt. Waren sie alt, verletzt oder quälte der Hunger nach Fleisch, waren sie auch auf dem Feuer als Braten zu finden. Sie waren und sind Bestandteil des Dorfes, der Gruppe.

    Eines Tages biß der eine Hund ein Kind eines Nachbarn, auch wenn diese stets geschlagen,verhermt und selten Menschen beißen. Das Kind hat ihn wohl zu viel geneckt. Es dauerte nicht lange, da Stand der Vater des Mädchens vor dem Anwesen der Familie des Hundes, mit der Axt in der Hand. Er forderte die warme Leber des Hundes, sonst würde er nicht ruhen. Der Hund war der Familie ans Herz gewachsen und nur schwer brachten sie es, nach drei Tagen umsonst beschwichtigen und überlegen, über‘s Herz, den Hund zum Schlächter zu bringen. Als dem Mann die Leber überreicht wurde, war im Dorf wieder Ruh‘.

    Ist in diesem Dorf für alle beteiligten nun wirklich Ruh‘? Ober hat das Tilgen der Schuld - im buddhistischen würde man vielleicht sagen - nur Karma genährt? Keiner weiß wirklich, was zwischen dem Mädchen und dem Hund abgelaufen ist. Ihre kleine Schramme ist längst verheilt. Was wird sein, wenn sich die Sichtweise von Recht im Dorf einmal dreht? Wenn man seine „Schuld“ aus dem Richten und dazu stehen, dulden und übernehmen, irgendwann erkennt? Der Beginn des Verstehens seiner eigenen Taten schmerzt an der Schwelle, bis man sie einsieht, annimmt und versteht. Erst in der Tiefe erkannt, hebt sich das Ungleichgewicht dann wirklich auf.

    Wie so ein Richten und Deuten einer Schuld über Jahrtausende wirkt, und anstatt kleiner zu werden, wächst und wächst, können wir zum Beispiel an der Bestrafung Jesus sehen. Keiner weiß wie es sich wirklich zugetragen hat, daß er eines Tages auf dem Kreuz endete. Wie es sich erzählt, war er letztlich wieder am Leben und sogar frei. Doch bis heute hat das Richten daraus kein Ende genommen. Ist doch ironisch, war diese Geschichte als Beispiel des Verzeihens gemeint.

    Richten erfüllt keinen erhabenen und edlen Zweck. In Wahrheit gilt es nur seine Ansicht, die Sichtweise der Gruppe zu untermauern und hilft weder „Täter“ noch „Opfer“ auf ihrem weiteren Weg. Und Kamma wirkt.

    Buddha hat uns gezeigt, wie wir dieses Rad aus „Täter“ und „Opfer“, Ursache und Wirkung zum stehen bekommen. Jeder von uns kann dies vorerst nur für sich selbst tun. Einer Tat, die wir nicht ausführen, kann keine folgende entspringen. In dem wir uns in Heilsamen üben mehren wir das Heilsame und in dem wir vom Unheilsamen Abstand nehmen, verhindern wir was daraus folgt. Die Dinge entspringen unserem Geist. Manchmal denken wir jedoch, einiges ist getrennt von uns und unserem Einfluß. Meist hängen diese Haltungen mit jenen zusammen, die wir aus unserem Umfeld übernehmen. Es sind die Haltungen die uns an unsere Gruppe binden. Wenn wir auch oft bereit sind „Eigene“ Motivationen, wenn sie nicht passen, aufzugeben, fällt es uns beim Gruppenzwang schwer. Man nennt das vielleicht „falscher Scharm“. Es kann uns ja schließlich die Akzeptanz der Gruppe kosten, aus ihrem System heraus sind wir dann vielleicht plötzlich mit schuld.
    Das Blatt in der Ansicht wendet sich oft bis zu dem Punkt wo Ansicht zur Einsicht wird. Bis dann hat jede Ansicht und ihr Richten daraus ihre Folgen, und die daraus entstehenden weiteren Blätter verdecken uns weiter und weiter die Sicht. Buddha lehrte uns rechte Sichtweisen zu halten und von falschen nach und nach Abstand zu nehmen.

    Ein sicherer erster Schritt dem Gewirr aus den falschen Sichtweisen zu entkommen, liegt darin die Ansichten nicht mehr zu mehren, oder zumindest klar und deutlich diese als Ansicht zu deklarieren. Mit dem Einhalten nichts zu verbreiten, was nicht, oder womöglich nicht der Wahrheit entspricht, verwirkt man schon viel. Mit dieser Haltung, halten wir uns von Anfang an aus dem Entstehen und dem Gewirr aus weiteren Blättern (Ansichten) heraus. Weitere Verwirrung mit der wir etwas zu tun haben, mit all ihren möglichen Folgen, kann nicht mehr entstehen.

    Jetzt tragen wir alles nur mehr in uns. Sicher ist es, solange wir noch keine reine Sichtweise haben, manchmal belastend und auch schwer. Gewohnheiten sind wir nun mal gewohnt und es bracht seine Zeit, um sich davon zu entfernen.

    Es ist gut sich mit einer „ungerechten“ Sache genau auseinander zu setzen, und zwar in erster Linie, warum sie uns ungerecht erscheint und warum sie uns in diesem Masse belastet. Wenn es sich um etwas handelt, das uns selber betrifft, fällt es uns seltsamer Weise oft nicht so schwer, wie wenn das „Unrecht“ jemand anderen trifft.

    Passiert es uns selbst, daß uns etwas „unrechtes“ widerfährt, erkennen wir oft das Blatt und seine zwei Seiten und mit etwas Geduld und Nachsicht können wir es betrachten und beiden Seiten leichter Aufmerksamkeit schenken. Zuerst ist da nur eine Seite, unser Ego unsere Ansicht unser Stolz, „atta“. Solange wir unsere getrübte Sicht nicht aufgeben, haben wir ein Bild und dieses Bild schmerzt. Haß, Ärger und Groll aber auch Mitleid schmerzen uns und richten sich immer gegen uns selbst. Sie rufen nicht nach einer Expression und einer Vergeltung, daß ist die falsche Sicht, sie sind ein Zeichen, wieder in uns selbst zu sehen. Nicht nur, daß uns das zugestoßen ist, tragen wir es gewöhnlich als Unrecht weiter im Herzen. Es läßt uns leiden und in Wahrheit frißt uns dieses Ver-sehen auf. Selten sehen wir, daß es schon lange vorbei ist und sich die Welt seither schon viele Male gedreht hat. Geht es um einen Zwist, ist es vielleicht sogar so, daß wir die einzigen sind, die diesen noch immer in uns tragen, der Andere hat es vielleicht schon lange verdaut oder längst vergessen. Warum nicht loslassen?

    Aber Vorsicht, verdrängen ist in keinem Fall ein guter Weg! Verdrängen löst das Blatt nicht auf. Damit legen wir das Blatt nur zur Seite und unsere Ansicht, wie genau sie auch erfolgt ist, bleibt ohne die Rückseite bestehen. Sich auf die Sichtweise des anderen einzulassen, öffnet uns einen neuen Weg und selbst wenn wir sie ganz und gar nicht verstehen und auch nicht klar sehen, haben wir dennoch einen anderen Blick auf das Blatt. Haben wir alles gut und sorgfältig betrachtet und bleibt uns die Kehrseite dennoch verschlossen, können wir, wenn wir nicht mehr nach Schuld sondern nach Lösungen suchen, einen weiteren Schritt gehen. Desto tiefer wir in das Verständnis von Ursache und Wirkung eingedrungen sind, desto leichter werden wir erkennen, daß das „Unrecht“, das uns widerfahren ist, bloß eine bittere Frucht unseres Tuns gewesen ist und nicht mehr wieder reift. Jede unheilsame Reaktion darauf wäre nur ein neues „Vergehen“, als würden wir die Kerne der sauren Frucht beginnen zu sähen. Wenn wir nun jenen betrachten, der diese, uns unrecht erscheinende Tat, ausgeführt hat, und unter dem Aspekt, daß dieser Akt wirklich unheilsam war, können wir die Situation des anderen ganz leicht mit Mitgefühl sehen. Was fürt uns mit dem Verzeihen: „Wenn er es gewußt und verstanden hätte, was er tut, hätte er es nicht getan.“ (Vorsicht: Überheblichkeit und Verdrängen!), schon vorbei ist, steckt bei ihm wahrscheinlich noch fest und ist unter Umständen noch lange nicht vorbei.

    Wenn wir Frieden in unserem eigenen Herzen machen und verzeihen, wirkt dieser Akt des Mitgefühls schon subtil und hat positive Wirkung auf den „Täter“. Vielleicht ist es ab diesem Punkt der Einsicht schon möglich den „Täter“ als „Opfer“ - zukünftiger leidtragender seiner Taten - zu sehen. Nach einer unheilsamen Tat, ab dem Moment wo es geschehen ist, können wir den „Täter“ nunmehr als „Opfer“ sehen und vielleicht endet das Wenden des Blattes hiermit zum letzten Mal.

    Fortsetzung:
     
  2. JohannB

    JohannB Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. März 2013
    Beiträge:
    1.059
    Fortsetzung aus erstem Beitrag

    Uns oder jemanden anderen von weiteren unheilsamen Taten abhalten, ist alles was wirklich hilf und Frieden stiftet, im Falle des Richtens ist es ja schon vorbei und wir können nur mehr saure Kerne damit sähen. Reflektieren ist jedoch nützlich und gut, solange es nicht auf richten hinaus läuft.

    Mitgefühl ist eine Kraft, die allen aktiv hilft. Wenn wir uns daran erinnern, was uns aller Wesen gleich ist, haben wir die Möglichkeit aus Verständnis heraus, die Hand zu reichen und unser Wissen, den weisen Weg, den Schutz vor Unheilsamen und die Vorteile von Heilsamen, zu erklären und zu teilen.

    Unsere Einsicht ist nicht nur für jenem, dem „schlimmes“ zugestoßen ist lösend, auch für jenen, der „Schlimmes“ getan hat, löst es. Wir alle wissen, daß man isoliert, verachtet und ausgegrenzt, weit leichter dazu neigt sich noch weitere Fesseln zu schaffen, an Stelle des Raumes den man bracht um zu verstehen.

    Verzeihen befreit und kommt oft in ganz unerwarteter Weise zurück, in jedem Fall jedoch als wohltuende Frucht.

    Es beginnt damit, daß man sich den Gramm aus dem Gesicht wischt, später folgt vielleicht ein anerkennender Blick, vielleicht beginnt man über die guten Verdienste des anderen zu erzählen, später folgt dann ein sanftes Lächeln, manchmal reicht man sich auch nach kurzer Zeit die Hände und vielleicht sitzt man irgend wann zusammen, tauscht sich aus und löst die Dinge gemeinsam und für alle Beteiligten ein für alle mal auf. Man kann daran nur wachsen und außer Angst hat man nichts zu verlieren. Wenn wir uns darauf fixieren gutes zu unterstreichen, heben wir damit nicht nur das Ansehen anderer. Auch der „Täter" wird mit dem Verzeichen des „Opfers" freier, nicht nur das „Opfer“ wächst in Richtung von Frieden. Dieser Weg, der Weg des Verzeihens stet uns allen frei und ist der einzige der wirklich löst und befreit. Ein Weg voller Gewinn, ein Weg den man geduldig, vorallem mit sich, und zielstrebig geht.

    Bisher ging es nun um Dinge, in die wir in direkter Weise, sozusagen „persönlich“ verwickelt sind. Ein jedoch viel heimtückisches Phänomen ist es, wenn wir jemanden außerhalb unseres eigenen Wirkungsbereiches zum vermeintlichen „Täter“ machen. Dies hat nun mit einer ganz seltsamen Form unseres Ego‘s zu tun. Wie wir in der Ansicht einer Geschichte, eines Blattes mit zwei beteiligten vielleicht schon erkannt haben, sind die Dinge nur selten so wie wir sie auf den ersten und zweiten Blick sehen und vermuten. Jetzt aber blicken wir auf einen ganzen Blätterwald und lassen viele Ansichten Einzelner zu einem Bild werden, daß wir nun als das Unsere ansehen und dann seltsamer Weise auch noch vertreten.

    Wir machen etwas Fremdes zu unserem ohne zu verstehen was sich zugetragen hat, ohne nur den geringsten klaren Blick zu haben und tragen sofort den Zwang in uns darüber zu urteilen und zu richten. Vielleicht erinnern wir uns an den Vater der Tochter, der nach der Leber verlangte. War das nun wirklich heilsam, lösend und recht? Was hatte die Geschichte mit ihm zu tun? Würde es Kriege geben ohne dieses seltsame (ich nenne es hier mal vorübergehend) übergeordnetes Ego geben?

    Auch wenn es meist scheint, daß es hier eine Sache der Gruppe ist, liegt die Lösung und Ursache dennoch bei uns. Doch wie kann es zu so etwas Großem entstehen?

    Hier ist es gut wenn wir uns an die, zur Seite gelegten Blätter erinnern. Die ungelösten Dinge, die Ansichten, die wir nicht abgelegt, sondern zur Seite gelegt haben. Diese Geschichten, Blätter sind nicht aufgelöst, ja, sie sind noch da, einfach nur verdrängt. Wenn wir uns so eine Gegebenheit, in der wir jemanden Fernen, aus dem „Kollektiv“, den Regeln der Gruppe oder Sippe zum Schuldigen machen, nun genauer betrachten, werden wir die Blätter die wir zur Seite gelegt haben, plötzlich erkennen. Und wir haben geglaubt sie sind weg!

    Da sind sie wieder, die Ansichten, die wir unvorsichtig einfach zur Seite gelegt haben, verdrängt haben, ohne sie zu verstehen, ohne zu verzeihen. So wirken sie nun subtil, werden meist nicht als eigene Resultate erkannt, setzen sich fort und nehmen einen ganz ungewöhnlichen, dennoch natürlichen Weg zu uns zurück.

    Unsere Lieben, die „Armen“, unsere Gruppe, unsere Sippe ist es nun, die diese Altlast „stellvertretet“ trägt. Nicht das sie diese wirklich übernommen hat, jedoch findet sie durch das Einvernehmen mehrerer einen etwas versteckten, uns als, von uns getrennt angesehenen, neuen Platz ein - bisher unerkannt und subtil. Da haben wir nun wieder unsere Kämpfe, unser Richten so wie je zu vor: „Welches Unrecht dem Hund geschehen ist!“, „Welches Unrecht dem Mädchen geschehen ist!“, „Welches Unrecht der Familie geschehen ist!“ Selten aber denkt jemand Anteil nehmend an den Mann mit der Axt.
    Wenn wir an den Fall denken, wo uns ein Hund gebissen hat, viel es uns leicht einfach zu verzeihen, oder vielleicht haben wir es einfach verdrängt. Gerade die Dinge die uns eigentlich nicht betreffen, belasten uns scheinbar um vieles mehr. Wenn wir da wieder „Schlimmes“ in den Nachrichten sehen... Sieht so aus, als wären sie in Wirklichkeit wieder unsere Dinge, die wir verdrängt haben und wofür uns die Einsicht noch immer fehlt. Wir dürfen nicht den Fehler machen, nur etwas im Außen zu suchen und uns immer daran erinnern, wenn es uns wieder schmerzt, das es ein weiteres Blatt ist, daß wir einst zur Seite gelegt haben und nicht durchschaut worden ist. Ganz direkt ist es noch einfach, desto ferner um so heftiger und schwer. Steck es nicht weg, es kommt alles zurück!
    Aber auch in diesem Fall, wenn wir eine falsche Sichtweise, durch ihr belasten (Ärger, Traurigkeit, Frust, Zorn und auch Mitleid und Groll) erkennen, können wir den Weg des Verzeihens in selber Weise vertrauen, ihn beschreiten und unser geglaubtes Feindbild so langsam in Mitgefühl einhüllen.

    Desto schwerer es in unserem Herzen liegen mag, umso größer der Effekt wenn diese Last verschwindet, wir sie verstehen und sie sich auflöst. Die richtige Sichtweise zu bekommen ist als ob man sein Gepäck nach langer Reise ablegt. Mit Ablehnung, Vermeidung und Verdrängen laden wir uns nur weiteres auf. Wer ist schon gut gelaunt und frei mit so viel Gepäck?

    Buddha hat auf viele Arten und Weisen uns den Weg zum Lösen erklärt und gezeigt, was der Grund für unsere falschen Sichtweisen ist. Wenn wir uns von der „Schuld“ und dem „Richten“ befreien und die Dinge nicht mehr schwarz-weiß sehen, haben wir den Pfad, den so unerreichbar scheinenden Weg, den Strom ohne Wiederkehr zu unsagbarem Glück, erreicht.

    Wir sollten keine Möglichkeit auslassen zu verstehen und zu verzeihen.
    Verzeihen ist Mitgefühl, wenn wir uns im Verzeihen üben, verlieren wir ausschließlich unsere Angst.

    Mitgefühl ist der Weg zu Frieden und Glück.
    Ein friedvolles Herz, macht eine friedvolle Person
    Eine friedvolle Person, macht eine friedvolle Familie
    Eine friedvolle Familie, macht eine friedvolles Dorf
    Eine friedvolles Dorf, macht eine friedvolle Provinz
    Eine friedvolle Provinz, eine friedvolle Nation
    eine friedvolle Nation, eine friedvolle Welt.

    Frieden ist möglich, Schritt für Schritt.

    _()_
    mit liebevoller Heiterkeit
     
  3. Tany

    Tany Neues Mitglied

    Registriert seit:
    2. Juni 2012
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    Wie könnte ein Vorgehen, in Bezug auf d. Geschichte mit dem Hund, konkret aussehen, welches das:

    impliziert, werter Hr. Johann?
     
  4. Sternenatemzug

    Sternenatemzug Sehr aktives Mitglied

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    verzeihen meint vor allem sich selbst seine eigenen dämlichkeiten verzeihen...
    beim anderem das licht sehen
    das geht aber nur dann,wenn mans in sich selbst gut hütet
    das aber ist eine erfahung der stille
    nich so sehr des vielendenkens...
    gruppenzwang gibts in dem sinne nicht
    denn man wählt sich immer seine umgebung selbst aus
    darin hat man ja eher freiheit...
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Dezember 2013
  5. Kamisa

    Kamisa Mitglied

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    53
    Danke JohannB .
    Dein Beitrag hat mir sehr , sehr viel gegeben . Viel zum Nachdenken , viel zum Verstehen .
    Ich wünsche dir eine gesegnete Weihnacht .
     
  6. VittoriaLuce

    VittoriaLuce Neues Mitglied

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    Wie wahr! Sternenatemzug! Mehr braucht man dazu auch nichts sagen. Der Rest geschieht im Innerlichen und in der Verinnerlichen. Viel schreiben bringt eigentlich nur dem Schreibendem etwas, so das Gefühl besonders "klug" zu sein, als Selbstausredung und von seinen eigenen Taten unbestrafft weg zu kommen. Der Gott seiht aber alles;)

    Gut, aber das war zumindest ein Versuch.:)
     
  7. Sternenatemzug

    Sternenatemzug Sehr aktives Mitglied

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    hear(hier)
    imgrunde steht mir eine wertung nicht zu
    das weisss ich
    danke für den hinweis...
    das gesagte gilt nur für mich
    bitte um verzeihung:)
     
  8. VittoriaLuce

    VittoriaLuce Neues Mitglied

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    Singularität
    Nein, ich finde es wichtig, dass man nicht zu Allem "Ja" sagen muss.

    Daraus entstehen Konflikte, die irgendwann gelöst werden müssen. Und da muss jeder einsehen, was er selbst falsch gemacht hat.
    Darüber muss man offen und ehrlich reden und nicht so einfach durch die blumen. Und nicht ewig den anderen Schuld geben.

    Aber gut, ich kann auch durch die "Blumen" sehen.:)

    Frieden und Freiheit:D:banane:


    :danke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Dezember 2013
  9. Sternenatemzug

    Sternenatemzug Sehr aktives Mitglied

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    hear(hier)
    verzeihen...die ganz harte nummer:D
    wie gesagt bei mir geht das mittlerweile ganz gut
    #bin da aber gnadenlos:D
    und beim anderen
    da bemühe ich mich einfach ihn in seiner meinung zu belassen #
    mal gelingts
    mal nicht...
     
  10. Tany

    Tany Neues Mitglied

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    2. Juni 2012
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    Schanauze ....














    :D
     
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