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Entrüstung

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Ereschkigal, 4. November 2004.

  1. Ereschkigal

    Ereschkigal Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Januar 2004
    Beiträge:
    2.220
    Ort:
    bei Köln
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    Hallo Ihr Lieben,

    "Die Entrüstung (aus http://www.hellinger.com/deutsch/vi...nger/beitraege_zur_homepage/entruestung.shtml)

    Wenn sich jemand über etwas Schlimmes entrüstet, dann scheint er auf der Seite des Guten zu stehen und gegen das Böse, auf der Seite des Rechts und gegen das Unrecht. Er tritt zwischen die Täter und Opfer, um weiterem Schlimmen zu wehren. Doch er könnte auch mit Liebe zwischen sie treten, und das sicherlich besser. Was also will der Entrüstete? Und was macht er wirklich?

    Der Entrüstete verhält sich, als sei er ein Opfer, ohne es selber zu sein. Er nimmt für sich das Recht in Anspruch, von den Tätern Genugtuung zu fordern, ohne dass ihm selber ein Unrecht geschah. Er macht sich zum Anwalt der Opfer, als hätten sie ihm das Recht übertragen, sie zu vertreten, und lässt sie dann rechtlos zurück.

    Und was macht der Entrüstete mit diesem Anspruch? Er nimmt sich die Freiheit, den Tätern Böses zu tun ohne die Furcht vor schlimmen persönlichen Folgen; denn da sein böses Tun im Licht des Guten erscheint, braucht er keine Strafe zu fürchten.

    Damit die Entrüstung gerechtfertigt bleibt, dramatisiert der Entrüstete sowohl das erlittene Unrecht als auch die Folgen der Schuld. Er schüchtert die Opfer ein, das Unrecht im gleichen schlimmen Licht zu sehen wie er. Sonst machen auch sie sich in seinen Augen verdächtig und müssen fürchten, selber Opfer seiner Entrüstung zu werden, so als wären sie Täter.

    Im Angesicht eines Entrüsteten können die Opfer ihr Leid und die Täter die Folgen der Schuld nur schwer hinter sich lassen. Bliebe es den Opfern und Tätern selbst überlassen, den Ausgleich und die Versöhnung zu suchen, könnten sie sich gegenseitig einen neuen Anfang gestatten. Doch vor Entrüsteten gelingt das nur schwer, denn Entrüstete sind in der Regel nicht eher befriedigt, bis sie die Täter vernichtet und gedemütigt haben, selbst wenn es die Leiden der Opfer verschlimmert.

    Die Entrüstung ist in erster Linie moralisch. Das heißt, es geht hier nicht um Hilfe für jemanden, sondern um die Durchsetzung eines Anspruchs, als dessen Vollstrecker sich der Entrüstete darstellt und fühlt. Daher kennt er im Gegensatz zu jemandem, der liebt, kein Mitleid und kein Maß."

    Ich habe hier einen Text gefunden, der mich an die Diskussionen zu Hellinger erinnert hat: Ich wollte ihn einfach mal hier reinstellen.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  2. Christoph

    Christoph Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2004
    Beiträge:
    1.488
    Ort:
    Kiel, Schleswig-Holstein (D)
    Liebe Ereschkigal,
    dieser Text hat mich in diesem Zusammenhang ebenfalls schon mehrfach bewegt und zwar einerseits wegen der Entrüsteten, als auch meiner eigenen Entrüstung über die Entrüsteten. Jeder kann sich davon etwas aufs eigene Brot schmieren.

    Danke noch mal für die Erinnerung.

    Herzlich
    Christoph
     
  3. Ereschkigal

    Ereschkigal Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Januar 2004
    Beiträge:
    2.220
    Ort:
    bei Köln
    Lieber Christoph,

    das hast Du Jakes Homepage zu verdanken. Ich habe heute etwas rumgestöbert und von seinen Links zur Hellinger Seite gekommen. Gerade die Texte von Hellinger geben mir immer wieder zu denken und weisen mir einen möglichen Weg.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  4. Christoph

    Christoph Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2004
    Beiträge:
    1.488
    Ort:
    Kiel, Schleswig-Holstein (D)
    Hi Ereschkigal,


    der Text ist einer meiner Lieblingstexte von Hellinger und wurde auch schon mehrfach hier zitiert/verlinkt - nicht nur von mir. Aber keiner scheint ihn zu lesen.

    Vieleicht ist das anders, wenn du ihn hier postest.

    Danke dir noch mal.

    Christoph
     
  5. Mara

    Mara Guest

    ich möchte in diesem zusammenhang gerne mal auf die so nebenher dastehen worte aufmerksam machen

    das scheint mir doch ein wichtiger aspekt zu sein. wobei ich mir doch erhoffe, das jemand der liebt, KEIN mitleid kennt. sondern mitgefühl hat.


    und außerdem möchte ich mal die frage stellen, was eigentlich am helfen so toll und edel sein soll.
    oder anders herum gefragt: lasse ich mir nicht lieber da helfen, wo es nicht ständig an die große glocke gehängt wird und nicht drauf rumgeritten wird, wie toll ich doch helfe im gegensatz zu allen anderen ?

    und ja - christoph - um dem vorzubeugen: ich habe da ein thema mit. :)
     
  6. RayOfLight

    RayOfLight Mitglied

    Registriert seit:
    22. August 2004
    Beiträge:
    91
    Ort:
    Schweiz
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    Huhuuu Ereschkigal

    :danke: für den klasse Text, ich kannte ihn noch nicht :)

    Liebe Grüsse

    Ray
     
  7. Rubina

    Rubina Neues Mitglied

    Registriert seit:
    31. Oktober 2004
    Beiträge:
    13
    Hallo, liebe Ereschkigal,

    auch ich danke dir für den Text, denn genau so ist es!
    In dem Sinne wie Jesus sagt - widersetzt euch dem Bösen nicht, sondern überwindet es durch die Liebe.

    Liebe Grüße

    Rubina :kiss3:
     
  8. Mara

    Mara Guest

    lieber walter ...

    tu mir den gefallen und mach ereschkigal endlich zu einer moderatorin, damit dieses theater aufhört.


    :danke: mara
     
  9. Ereschkigal

    Ereschkigal Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Januar 2004
    Beiträge:
    2.220
    Ort:
    bei Köln
    Lieber Christof,

    Vielleicht wirkt der Text außerhalb einer Diskussion anders. Mich hat er heute besonders angesprochen und mir war nicht bewußt, daß hier schon mal gepostet wurde, sorry.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  10. Mara

    Mara Guest

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    hihi ... das heißt du hast ihn also auch nicht gelesen, als christoph ihn verlinkt hat ?

    das ist lustig.
     

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