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Tanz der Bilder

Dieses Thema im Forum "Meditation" wurde erstellt von Kinnaree, 24. Oktober 2006.

  1. Kinnaree

    Kinnaree Guest

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    Ja, was sag ich jetzt am Anfang Sinnerfülltes? Jetzt haben mich einige liebe Leute aus dem Forum direkt hintereinander gefragt, was ich erzählen kann zu der Sache mit den buddhistischen Tantra-Bildern, die man sich deshalb macht, damit man sie wieder auflöst...

    Also fang ich halt einmal an. Schaun wir halt.

    Wie ich in Optis Thread bereits erklärt habe, geht das buddhistische Tantra einen ganz bestimmten Weg. Aus dem Erkennen heraus, alles was uns begegnet, ist eine Täuschung, haben speziell die tibetischen Lamas (die haben das wirklich bis zur Perfektion entwickelt) eine Methode entstehen lassen, wo man nicht sich von der Welt zurückzieht, sondern die Welt anschaut und das, was in ihr vorgeht, als Übung verwendet, um sich von Anhaftung zu befreien.

    Die Absicht dahinter ist genau die Verwirklichung der Lehre Buddhas, die uns sagt, es gibt einen Weg aus dem Leiden. Das, was nach dem Erkennen des Buddha Leid verursacht, ist das Anklammern, das Festhalten, das Habenwollen, wie es auf der Seite der Buddhakids für Kinder so wunderbar ausgedrückt ist. Das buddhistische Tantra nun ist ein Weg, den eben nicht nur Mönche beschreiten können, sondern auch wir armen tibetischen Bergbauern ;), die nicht lesen und schreiben können, und daher nicht so wie die Mönche all die Schriften studieren können. Da aber nun Buddha lehrte, eine Sangha (also eine Gemeinschaft derer, die die Lehre praktizieren) sei nur dann vollständig, wenn sie aus Mönchen, Nonnen, Laien und Lai-innen (schönes Wort, ich weiß, aber mir fällt grad kein besseres ein) besteht, schlossen die Lamas messerscharf, die vier Teile müßten wohl gleichberechtigt sein. Also muß es einen Weg aus dem Leid geben, und somit einen Weg aus der Anhaftung, aus dem Klammern, den man beschreiten kann, ohne dafür in ein Kloster eintreten zu müssen. Weiser Gedanke an sich, denn schließlich gehen die Mönche ja ihre Speisen erbitten, also haben sie eine Funktion und die Laien, die sie ernähren, eine genauso wichtige Funktion.

    Wenn man nun also den Weg geht, der das Leben anschaut, dann ahmt man in den Übungen die Vorgänge des Lebens nach. Jetzt laß ich das hier einmal so stehen, erstens, damit ihr, die ihr das vielleicht lest, mal eine Atempause habt - und zweitens, damit ich mir überleg, was ich jetzt weiter erzählen soll ;)
     
  2. Sat Naam

    Sat Naam Guest

    Dazu fällt mir spotan *Narziss und Goldmund* von Hermann Hesse ein. Ist schon lange her, das ich ihn gelesen habe.
    Aber da geht es doch auch im wesentlichen um das konträre was sich aber harmonisch ergänzt.
     
  3. Kinnaree

    Kinnaree Guest

    Nun gut, also, ich hab gesagt, die Praxis des buddhistischen Tantra ahmt das Leben nach, lernt aus dem, was im Leben geschieht.

    Ich fang, so wie ichs von meinen Lamas gehört habe, einmal ganz am Boden der Realität an. Wenn wir jemanden kennenlernen und er gefällt uns, was geschieht? Wir sehen ihn (bzw. sie) durch die rosa Brille, alles, was die Person tut ist wunderbar, was die Person anhat, ist großartig, wie sie sich bewegt, spricht, lacht.... es dauert nicht sehr lange und wir haben uns ein Bild gemacht von dieser Person, so schön, wie ein Bild nur sein kann. ... Wie wir alle wissen, gehen die Monate ins Land und wir kommen drauf, die Realität ist nicht so wie dieses Bild.

    Und genau da fängt die Methode des buddhistischen Tantra an. Schon da, wenn das Bild entstanden ist und auch nur ein leises Gefühl entsteht, das Bild und die Realität sind zweierlei. Genaugenommen setzt sie schon direkt davor an, beim Erzeugen des Bildes. Wenn ich im Alltag mir ein Bild mache, dann mache ich es mir unbewußt, es entsteht in mir, ohne daß mir sofort klar ist , was ich da tue. Ich tu es aber immer, unentrinnbar, das liegt in der Natur der Sache, daß ich mir ein Bild mache, an das ich mich dan klammere, weil es mir so gut gefällt. Der Vorgang ist aber im Alltag zunächst einmal unbewußt.

    Nun wissen die Lamas, der Trick ist, ich muß Bewußtsein erlangen für das, was geschieht. Es muß mir bewußt werden, was ich tue, in jedem Augenblick. Also besteht Schritt eins darin, ich erzeuge nun bewußt ein Bild. Nachdem ja die Sehnsucht nach Erkenntnis im Hintergrund steht, werden nun als Objekte für die Bilder-Vorstellung Eigenschaften und Kräfte ausgewählt, die als heilsam und segensreich angesehen werden können. Mitgefühl, Weisheit, Konzentration, Ruhe, Heilung, Freude, Erbarmen, Geduld, Hilfsbereitschaft, Tatkraft, Begeisterung. Diese Begriffe werden nun ganz bewußt personifiziert. Man gibt ihnen eine konkrete Gestalt. (Das haben übrigens die Naturvölker im Prinzip auch gemacht, nur nicht mit ganz so viel Bewußtheit mitunter. Das ist auch der Grund, warum man viele alte Götter-Archetypen in der Bilderwelt des Tantra wiederfindet.) Welche das nun genau sind, das schaun wir uns später an...

    Der nächste Schritt ist nun, analog zum Geschehen im Alltag, ich male mir dieses Bild in den leuchtendsten, lebendigsten Farben aus. Dazu dienen nun all die Thangkas. Es sind Vorlagen für die Visualisierung in den Sadhanas (= Übungsablauf). Es hat seine Bedeutung, daß mit diesen traditionellen Bildern gearbeitet wird, mit genau den richtigen Symbolen. Das würde jetzt zu weit führen, aber ich denke, wir werden drauf zurückkommen. (Vielleicht weiß ja auch der eine oder andere von euch mehr dazu als ich....)

    Der Sinn dieses Vorgangs ist nicht nur, noch ein wenig mehr Bewußtheit über sonst unbewußte Abläufe zu erhalten, sondern der Trick geht jetzt eine Ebene tiefer. Ich habe Freude an dem Bild, das ich mir da mache, es ist schön, die Gottheit (also zum Beispiel personifizierte Tatkraft) ist schön, in prachtvolle Gewänder gehüllt, mit kostbaren Edelsteinen geschmückt, von innen heraus leuchtend. Mir gefällt das Bild, das ich mir da gemacht habe, und ich hätte es gern für immer da so vor mir stehen, wenn mir das nach vieler Mühe endlich einmal geglückt ist, mir all diese Details auszumalen.

    Das heißt, auf subtiler Ebene hab ich jetzt Anhaftung erzeugt. Der folgerichtige nächste Schritt ist also, ich mache mir bewußt, daß ich hier bewußt etwas erzeugt habe, an dem ich jetzt festhalten möchte. Nichts da! Wir haben doch in uns die Sehnsucht nach der Erkenntnis, also.... also wird als nächstes geübt, zu erkennen, daß und warum dieses Bild da meine eigene Erzeugung ist und sich im Wesen nicht von mir selbst unterscheidet. Ich kann ja nichts aus mir hervorbringen, was nicht in mir enthalten wäre. Irgendwie logisch. Da gibt es verschiedene Methoden, das zu visualisieren. Kommt ebenfalls später, jetzt will ich ja nur eine Inhaltsangabe des Theaterstücks auf dieser inneren Bühne zusammenbringen.

    Wenn nun bewußt geworden ist, meine Essenz unterscheidet sich nicht von der Essenz dieses Bildes, dann kommt der entscheidende Teil jeder Sadhana. Das, was ich da sehe, weiß ich nun, ist aus mir entstanden, aus mir gekommen, aus meinem Inneren. Es ist wunderschön, aber es ist ein Bild. Ein Bild, das die Wahrheit in sich enthält (also die reine unpersonifizierte Eigenschaft, um die es zum Beispiel geht). Kleine Zwischenfrage: Wenn ich nun also dieses Bild entschwinden lasse, was bleibt? ..... Wie bitte - jetzt hab ich mich so bemüht all diese Details zu sehen, alles ganz genau als Bild entstehen zu lassen - und jetzt, weg damit? Ja, schon, wir haben doch die Sehnsucht, an nichts mehr zu klammern, weil wir doch wissen, das bringt Leid, aber dieses Loslassen des Bildes geschieht eben nicht mit Bedauern, sondern fröhlich, denn wir sollen ja erkennen, daß dieses Loslassen vom Leid befreit! Also wird geübt, wie sich die visualisierte Form voll Freude und Seligkeit in einen Lichterregen auflöst und selig zurück in mein Herz sinkt, dem es ja entstiegen ist.

    Das Bild ist aufgelöst, was bleibt? .... Die Wahrheit, die es in sich enthalten hat. Gestaltlos, frei von aller Form, in tiefer Stille - Leere im Sinne von alles umfassendem Zusammenhang. Wahrheit, im Inneren von allem zu finden. Und nun löse ich selbst mich genauso auf wie vorher dieses Bild. Wenn ich das aus mir entstandene Bild loslassen kann, dann kann ich auch alles loslassen, von dem ich im Alltag annehme, ich sei es. Und wenn ich nun mich auflöse, was bleibt? ..... Die Wahrheit, die in mir enthalten ist wie in dem Bild, mit dem sie mich verbunden hat... im Inneren von allem.

    Danach, nach (anfangs nur ein paar Herzschläge lang) dem Erleben dieses reinen, gestaltlosen Einsseins, taucht man wieder auf. Mit dem Bewußtsein, das Bild, das ich vorhin gemacht habe, das bin ich selber, ich selber bin diese göttliche Eigenschaft. Nun steht es nicht mehr vor mir, nun kann ich durch diese Eigenschaft hinausschauen, und wenn ich Glück habe und mich wirklich nur auf diesen reinen Vorgang konzentriert habe, dann hab ich eventuell einen von 100.000 Schleiern schwinden lassen :)

    Das übt man nun, wieder und wieder und wieder... und es ist ganz und gar undenkbar, daß sich das nicht irgendwann auf die Sichtweise des Alltags auswirkt. Es braucht, denn wir haben viele Schleier vorm Gesicht... aber es wirkt.
     
  4. Maraiah

    Maraiah Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juli 2005
    Beiträge:
    7.663
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    Siebengebirge
    Danke erstmal Kinny.

    Das du hier so freizügig dein Wissen mit uns teilst finde ich echt klasse und bemerkenswert. :liebe1:


    Ich habe da genau das erlebt - aber ich muss jetzt erst einmal für mich reflektieren, was genau ich da aufgelöst habe. Und die Wahrheit dahinter ist mir auch nicht bewußt. Muss sie dass zwangsläufig sein oder vertraue ich einfach darauf, dass sie in mich geflossen ist und dort wirkt ?

    :confused: - verkopfe ich das jetzt oder lass ich das bleiben ? :D
     
  5. Kinnaree

    Kinnaree Guest

    Wissen.....hrrrch. Taferlklasse, kann ich nur sagen, aber es ist total spannend, zu erleben, wie da rund um dich in diesen Übungen immer mehr Sachen aufblitzen, immer wieder. So wie du sagst - es kommt vor, daß man genau das erlebt, was man dann hinterher wo in einem Buch bestätigt findet (auch darin zeigt sich, daß dieser Weg der Bilder eben genau umgekehrt verläuft).

    Ja also, so wie ich das erlebe, findest du die Wahrheit dahinter eben auch Stück für Stück. Es ist exakt so, wie wenn du mitten in der Nacht in einem tollen Gewitter stehst und ab und zu erhellt ein Blitz die Landschaft rund um dich und jedesmal kannst du ein andere Stelle erkennen und langsam fügt sich das zu einem Bild zusammen. Ab und zu mal schreist du dann Ahhhhhsoooooooo und wunderst dich, wieso du das nicht schon lang erkannt hast ;)

    Nein, du verkopfst das nicht und bitte laß es ja nicht bleiben - ab jetzt genau wirds nämlich so richtig spannend hier. Lassen wir die Bilder tanzen ;) - das genau ist der Vorgang, der von den Lehrern auch immer wieder beschrieben wird. Es wechselt sich Sadhana-Erleben mit Einsichts-Meditation über dieses Erleben ab, sie ergänzen und bedingen sich, bis auch sie eines Tages eins geworden sind und direkt erkannt wird (das ist damit gemeint, aber keuch dahin ist es noch ein weiter Weg...) - also, die Wahrheit dahinter ist ja mittendrin in allem und fließt immer mit allem mit ;) - die kann uns gar nicht verfehlen.

    Wie machst du das mit dem Auflösen? Ich stelle mir am liebsten vor, daß all diese Formen sich fröhlich in ein Feuerwerk auflösen und so wie es diese Feuerwerkskörper gibt, wo das letzte Licht dann wie ein Tropfen versickert, in mich sinken - das ist für mich die lustvollste (tschuldign den Ausdruck aber es hat echt nix mit dem andern Thread zu tun ;)) Art, mir das vorzustellen, damit kann ich das Loslassen am besten als Freude üben, denn ich liebe Feuerwerke und da lösen sich ja auch alle Formen restlos wieder auf, so schön sie sind, du kannst nicht eine einzige festhalten! Living Tantra!
     
  6. Maraiah

    Maraiah Sehr aktives Mitglied

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    Kinny, das ist ja mein "Problem" - ich mach eben in dem Sinne gar nichts. Das ist einfach passiert und in meinem Kopf wohnt eine fremde Stimme *harhar* und die sagte total freudig erregt: "Ja, klasse ... jetzt hast du es aufgelöst. Super. Das hast du gut gemacht." Und ich dachte: "Häh !!!!!" :mad2: - dann wurde vor meinem inneren Auge ein Schleier weggezogen und ich kenne das aus der Arkana und dachte: "Wow. Da passiert jetzt was" ...

    ... und dann schriebst du von dem Auflösen der Bilder und ich dachte: "Hoppla. Da war doch was. Horch da mal nach."

    so ist das gewesen. Ich weiß auch was ich aufgelöst habe, welches Bild, aber nicht wie ich das gemacht habe - ich glaube mich schemenhaft zu erinnern, dass es ein Gedanke war, ein Beschluß sozusagen - so etwas wie : "Das brauch ich jetzt nicht mehr" und dann ist es passiert.

    Was mir fehlt und was ich aber HABEN will :D :D :D ist die Freude dabei. Obwohl ich hab mich gefreut - etwas in mir weiß wohl was es tut - aber ich will mich auch mitfreuen dürfen (neeeeeeein - ich bin nicht schizophren :mad2: :D )
    Ich lausche dir ganz aufmerksam weiter, was nun folgt: Der Tanz der Bilder :)
     
  7. Liebling

    Liebling Neues Mitglied

    Registriert seit:
    27. September 2006
    Beiträge:
    806
    Es gibt ein Problem dabei. Es gibt keine Wahrheit.
    Und was du in dem Moment zu erkennen meinst ist Teil eben desselben Traums.




    Aber es kann sehr viel Freude bereiten. Und jeder macht es so lange es das tut. Das ist ja auch zu schön, finde ich.
     
  8. Kinnaree

    Kinnaree Guest

    Juuuubel - jetzt glaub ich versteh ich was du meinst. Äh ja wie immer - ich sag immer ich bin eine Frau und ich denk mit dem Bauch (so bitte und jetzt keine überflüssigen Bemerkungen meine Herren ja ???) - ich sag das jetzt einfach einmal genau so wies ist - und deshalb werd ich dem, was du mir da jetzt erzählt hast, nachfühlen und DANN das nächste Feuerwerk, ja?
     
  9. Alana Morgenwind

    Alana Morgenwind Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. Februar 2005
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    6.744
    Ort:
    Bayern
    also ich lese fleißig mit, kann es mir bis jetzt auch sehr gut vorstellen.
    Schöner Thread, Kinni, danke.
    :liebe1:
     
  10. Kinnaree

    Kinnaree Guest

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    Ähm - und warum genau ist das ein Problem?
     
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