Hallo Izabella,
ich verstehe zwar, was Du meinst, kann dem aber nicht so zustimmen.
Ego ist für mich nicht "das Niedere".
Ego ist für mich ein gleichwertiges Mittel zum Zweck, wie alles in der Dualität, es dient mir zur Selbsterkenntnis.
Was mir dient ist ist nicht "nieder".
Ego kann durchaus das erkennen was in uns hineinleuchtet, wie Du es sagst ( finde ich übrigens ein unpassendes Wort, denn es leuchtet ja nicht in uns hinein, von aussen, sondern es leuchtet in uns und heraus

)
Ego erkennt das auf Egoebene.
lieben Gruss, Yesim
Hallo Yesim,
da unterscheiden wir uns, ich versuche dir meine Erkenntnis zu erklären

. So wie ich das erkenne, ist das Ego/Ich, das sich zusammensetzt aus Überich, Ich und Es, also sozusagen auch, die sowohl geprägte als auch veränderliche Persönlichkeit eines Menschen ist, eine Illusion.
Die beobachtende Präsenz/Bewußtheit, die Ist, die mein Sein ist, kann dies erkennen, kann das Ego beobachten und auch beobachten das es Illusion ist.
Das Ego kann nicht mal das Ego eines Anderen erkennen. Das was das Ego erkennt im Anderen, sind die gleichen Verhaltensmuster, Rollen, Prägungen mit denen es sich verbinden kann oder worauf es mit Abweisung oder Bewertung reagiert. Das meiste, auf der Ebene des Ego´s läuft auf unbewußter Ebene ab.
Das kann man sehr schön daran beobachten, auch an sich selbst, wenn man auf bestimmte andere Ego´s mit Sympathie oder Antipathie reagiert ohne genau definieren zu können warum. Das Ego identifiziert sich mit Irgendetwas z.B.mit Rollen oder Formen. Aber Rollen und Formen sind der Veränderung unterworfen und lösen sich auf, sind also nicht wahr, da vergänglich. Das Ego hat Angst vor dieser Vergänglichkeit, diesem Nichtsein, der völligen Auslöschung, dem Tod.
Also mir diente das Ego nicht, im Gegenteil, es war eine Belastung, der ich mich entledigt habe. Die Bewußtheit/der Beobachter/die Präsenz/mein wahres Sein/das ICH-BIN , das Ego beobachtend, ist gegenwärtig, in erster Linie.
Erkenntnis ist die Einsicht, das alles was ich wahrnehme, erfahre, denke, fühle, letzlich gar nicht ich bin und das ich mich in all den Dingen, die ständig vergehen, gar nicht finden kann.
Bei Buddha war es Anata (das Nichtselbst) das er lehrte und Jesus als er sagte, dass man:"......sich selbst verleugnen soll."
Auf dieser Ebene des ICH-BIN/der Präsenz, ist ein verstehen und erkennen jenseits aller Worte möglich. Hier ist aber auch der Zugang zu den Geheimnissen der Mysterien.
Das niedere Selbst sagt: Ich bin da, ich bin im Auge, das die Sonne sieht.
Das höhere Selbst sagt: Ich bin in der Sonne und sehe im Sonnenstrahl in deine Augen hinein.
Rudolf Steiner
LG
Iza.