Was ist Gott?
a) Ein gesellschaftlicher Spiegel der Mächtigen: beispielsweise die Überlieferung/Darstellung, wo Gott seinen Engeln ein Leben ohne Leid schenkt, den Menschen hingegen ein Leben mit vielen Qualen. Dieser "Gott" gibt den Menschen auch völlig unterschiedliche Ausgangspositionen am Beginn ihres Lebens, der eine kommt als Sohn/Tochter bei der Mafia auf die Welt, der andere in einer christlichen Familie und am Ende ihres Lebens werden alle gleich beurteilt und gleichzeitig wird da von Gerechtigkeit geredet.
Oder, wenn der liebende Gott, von den Menschen verlangt, sie sollen 70x7 mal verzeihen, er selber aber die Hölle erschafft. Für ihn gelten die Dinge, die er von den Menschen verlangt offenbar sowieso nicht.
Das ist die gleiche Ebene, wie bei den weltlichen Herrschern, insbesondere zu der Zeit, als der römische Kaiser das Christentum als Religion anerkannt hat. Der Kaiser urteilte, schaffte die Gesetze, für ihn selber galt das alles nicht und er war auch nicht für sein Tun verantwortlich. Und so ähnlich war es dann auch in der Gottesüberlieferung, die er duldete oder zuließ.
Ein anderes Beispiel zeigt den "gesellschaftlichen Hintergrund" auch sehr deutlich: ich habe gelesen, in Indien, wo es ja auch das Kastensystem gibt, gibt es unter den vielen Religionen auch eine, die behauptet, es gäbe mehrere hundert Himmel. Und das Ganze deshalb, weil der Herrscher in der dortigen Denkweise ja nicht in den selben Himmel kommen kann, wie der Bauer oder Beamte bzw. der Beamte nicht in den Himmel wie einer aus der untergeordneten Kaste. Und so sind die Gottesbilder oft auch gesellschaftliche Projektionsbilder.
b) Psychologisch würde ich sagen, ist der Gott der Erwachsenen oft der Ersatz des kindlichen Teddybärs. Er ist der, bei den man sich anlehnt, wenn es einen schlecht geht, den man dann bittet, helfe mir bitte, lieber Gott, stehe mir bei.
c) Manche Sagen Gott ist die Liebe. Ich meine es umgekehrt: die Liebe ist Gott. Die Strahlen der Sonne sie erhalten das Leben auf unserem Planeten, doch die wahre, dahinter stehende Essenz, die alles Leben erhält, ist die Liebe. Ich habe daher keine personifizierte Vorstellung von Gott, für mich ist die Bezeichnung Gott nur ein Symbol, offenbar, weil sich der menschliche Verstand schwer tut, die Liebe, die ja ein Seinszustand und nicht ein Denkzustand ist, zu begreifen. Liebe kann ja gar nicht gedacht werden, für die Liebe ist das Herz "zuständig" und nicht der Kopf.
Ich glaube daher, der "NEUE MENSCH" wird Gott nicht mehr in Kirchen vor steinernen Statuen oder gequälten Kreuzigungsdarstellungen begegnen, sondern in lebendigen Bäumen, Blumen und Gräsern, die im Wind tanzen.
Liebe Grüße,
tschü