Sexuelle Enthaltsamkeit

  • Ersteller Ersteller opti
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Werbung:
Aber am Ende ist es eigentlich egal, ob es Gott, den Teufel oder das Nichts gibt oder nicht. Das wird uns alles nicht glücklich machen. Was uns allein glücklich machen kann, ist unsere ganz persönliche Lebensgestaltung. Und deshalb sollte das Brahmacharya eigentlich in unserem Leben selbstverständlich sein. Es liefert uns nämlich die Energie, die uns ins Paradies bringt.

Leider. Irgendwann schlägt man immer hart auf die Realität auf.

Und weil du gerade das Nichts (die Leere) ansprichst, so könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass das Gefühl der Leere (des Nichts) aus der Erfahrung tiefer Meditation entstanden ist:

...

dass sich das subjektive Erleben bei der spirituellen Versenkung gänzlich in der Raum- und Zeitlosigkeit (der Leere) verliert. In derartigen Transzendenzzustände meint der spirituell Entgrenzte, die Unendlichkeit in Erhabenheit zu berühren.

Den absoluten Moment kann ich mir vorstellen, auf Dauer hilft nur Konzentration.
 
Ist die sexuelle Lust die höchste Lust?

Das Ziel des von Patanjali begründeten Yogas, ist die Verminderung der Gedankenwellen, die an der Oberfläche des Gehirns entstehen. Diese Gedankenwellen können durch äussere Anregungen, durch die Sinne oder durch das Unterbewusstsein in Form von Erinnerungen, Phantasien und Wünschen, empfangen werden. Wie uns Sigmund Freud gezeigt hat, können die unbewussten Eindrücke sehr tief sein. Die Wurzeln der sexuellen Begierden, sind in der Tat, sehr tief in uns verborgen. Wenn es uns nicht gelingt, sie vollkommen zu beseitigen, dann wird es keine perfekte Meditation und keine Erleuchtung geben. Patanjali's Yoga-Sutras beschreiben fünf Geistesgifte, die die Ursachen unserer Leiden sind. Eines dieser Geistesgifte ist das Gefühl, das uns an Objekte, Tätigkeiten und Personen bindet, die uns Vergnügen bereiten. Die Sinneslust ist ein solches Gefühl, da sie uns kurzzeitig sexuelle Ekstase bereitet. Die Ursache allen Leids ist die Unwissenheit oder Ignoranz. Die Überwindung der Sinneslust hilft uns, die Unwissenheit abzuschwächen. Man kann die Sinneslust aber nur überwinden, wenn die Unwissenheit vollständig beseitigt ist.

Entsprechend der Tantra-Philosophie, ist Brahmacharya (sexuelle Enthaltsamkeit) notwendig, um die Kundalini, die Energie, der göttlichen Shakti, die im unterstem Energiezentrum, dem Basischakra (Muladhara) ruht, zu wecken. Ist die Kundalini geweckt, dann steigt sie aufwärts und durchläuft fünf weitere Chakren, um sich im höchsten Energiezentrum, dem Kronenchakra (Sahasrara), mit dem höchsten Geist, Brahman, zu vereinen. Bei einem normalen Menschen verweilt die Kundalini in den drei untersten Chakren, dem Basischakra (Muladhara), Sakralchakra (Swadhishthana = Sexualchakra) und dem Solarplexuschakra (Manipura), die identisch mit Schlafen, Essen und der Zeugung sind. Die Kundalini-Shakti bleibt dann auf diese drei Zentren begrenzt. Dieses Konzept hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Freud's Konzept der drei Ebenen der Libido (dem Geschlechtstrieb): oral, anal und genital.

Im allgemeinen wird geglaubt, dass der Mensch das grösste Glück durch die Sexualität erfahren kann. Ein Kind allerdings, dessen Sexualität noch nicht erwacht ist, leitet seine Sinnesfreuden nicht aus der Sexualität ab. Vielmehr empfindet es Lust am Essen. Der Mund ist das Zentrum seiner Lust. Die Sexualität ist nach dem Essen also das nächste Zentrum in der Entwicklung der sinnlichen Lust. Könnte es nicht weitere Zentren der Lust geben? Die Tantras erklären, dass dieses tatsächlich der Fall ist. Das Herzchakra (Anahata), das Kehlkopfchakra (Vishuddha), das Stirnchakra (Ajna) und das Kronenchakra (Sahasrara) sind solche höheren Zentren. Es ist also ein grosser Fehler zu glauben, dass uns das sexuelle Vergnügen den maximal möglichen Genuss verschafft. Alle Heiligen und Weisen bestätigen uns durch ihre persönliche Erfahrung, dass das Vergnügen grösser und grösser wird, um so mehr man die höheren Energiezentren aktiviert, sie öffnet, sie zum Erblühen bringt. Es wird gesagt, dass dann, wenn die Kundalini das höchste Chakra erreicht und sich das Kronenchakra öffnet, man eine Seligkeit erfährt, die weit höher als die sexuelle Lust ist, und die in jeder Zelle des Körpers vibriert. Alle weltlichen Freuden erscheinen dagegen unbedeutend. Es wird gesagt, dass das sexuelle Vergnügen nicht einmal ein sechzehntel der Freude ausmacht, die man erlangt, wenn man alle sinnlichen Wünsche aufgibt.

Quelle: Brahmacharya
 
Leider. Irgendwann schlägt man immer hart auf die Realität auf.

Ich glaube, wir laufen immer und immer wieder gegen Mauern (wir schlagen immer wieder hart auf die Realität auf) weil wir glauben, so die Mauer überwinden zu können. Niemand denkt an die Möglichkeit, über die Mauer hinwegzufliegen, dabei verleiht das Brahmacharya uns diese Flügel.

Den absoluten Moment kann ich mir vorstellen, auf Dauer hilft nur Konzentration.

Konzentration (Kontemplation) ist das eine Bein, Brahmacharya das andere.
 
Ich glaube, wir laufen immer und immer wieder gegen Mauern (wir schlagen immer wieder hart auf die Realität auf) weil wir glauben, so die Mauer überwinden zu können. Niemand denkt an die Möglichkeit, über die Mauer hinwegzufliegen, dabei verleiht das Brahmacharya uns diese Flügel.


Wo ich neulich Aesops Fabel vom Fuchs und den Trauben, die ihm zu hoch hängen und die deshalb sowieso sauer gewesen wären, gelesen habe, kommt mir da ein Gedanke. Was immer wir von *Brahmacharya* halten, diese seltsame Enthaltungslehre könnte eine wunderbare Ideologie für Impotente und Frigide abgeben. Auf diese Weise könnten sich Betroffene, statt Kohle für den Arzt oder Viagra hinzublättern, einreden, daß sie nicht nur nichts verpassen, sondern daß es ihnen sogar besser geht als allen anderen, ja daß ihr Defizit sie sogar auf den Weg der Erleuchtung führt. So im Sinne eines listig arrangierten Selbstbetrugs.

Das soll jetzt nicht auf dich bezogen sein, Opti, sondern allgemein. Die Lehre von *Brahmacharya* könnte bei Betroffenen eine wichtige Funktion im psychischen Haushalt spielen.

Nur mal als Idee.

:morgen:
 
Wo ich neulich Aesops Fabel vom Fuchs und den Trauben, die ihm zu hoch hängen und die deshalb sowieso sauer gewesen wären, gelesen habe, kommt mir da ein Gedanke. Was immer wir von *Brahmacharya* halten, diese seltsame Enthaltungslehre könnte eine wunderbare Ideologie für Impotente und Frigide abgeben. Auf diese Weise könnten sich Betroffene, statt Kohle für den Arzt oder Viagra hinzublättern, einreden, daß sie nicht nur nichts verpassen, sondern daß es ihnen sogar besser geht als allen anderen, ja daß ihr Defizit sie sogar auf den Weg der Erleuchtung führt. So im Sinne eines listig arrangierten Selbstbetrugs.

Das soll jetzt nicht auf dich bezogen sein, Opti, sondern allgemein. Die Lehre von *Brahmacharya* könnte bei Betroffenen eine wichtige Funktion im psychischen Haushalt spielen.

Nur mal als Idee. :morgen:

Ich glaube, dir ist nicht einmal bewusst, was du mit deinem Beitrag eigentlich aussagst. Es ist natürlich Unfug, Brahmacharya mit Impotenz und Frigidität gleich zu setzen. Aber eigentlich sagst du mit deinem Beitrag aus, dass du offensichtlich das nicht findest, was du dir am meisten wünscht, nämlich eine ekstatische sexuelle Befriedigung. Sonst würdest du nämlich der Sexualität nicht solch einen Stellenwert in deinem Leben einräumen. Das ist aber ganz anders bei einem Menschen, der enthaltsam lebt. Er findet nämlich genau diese erfüllte Sexualität. Und nur deshalb ist er in der Lage, sich eines Tages vollkommen von seiner sexuellen Verhaftung zu lösen. Im Grunde genommen geschieht das Ablösen von der sexuellen Verhaftung von selbst. Ebenso, wie die Verhaftung in der Sexualität durch die Physiologie des Menschen bestimmt wird, so wird auch die Befreiung von der sexuellen Verhaftung, durch die Physiologie des Menschen bestimmt. (Prinzip: Droge (Sex) - Junkie (sexuelle Verhaftung) - drogenfrei (frei von sexueller Verhaftung)) Wie das kommt? Denke selbst einmal darüber nach.
 
Ich glaube, dir ist nicht einmal bewusst, was du mit deinem Beitrag eigentlich aussagst. Es ist natürlich Unfug, Brahmacharya mit Impotenz und Frigidität gleich zu setzen.


Ich glaube, das hast du gründlich mißverstanden. Ich habe nicht Enthaltsamkeit mit Impotenz/Frgidität "gleichgesetzt", sondern gesagt, daß das Konzept der Enthaltsamkeit eine beruhigende Funktion für Impotente/Frigide spielen könnte. Angenommen jemand ist impotent, er empfindet sich als minderwertig, als defizitär, als halber Mann (oder halbe Frau im Falle der Frigidität). Das sind Zuschreibungen, die keineswegs erfunden sind, die Wartezimmer der Ärzte sind voll davon.

Nun wird eine Ideologie angeboten, die Sexualität verteufelt und Enthaltsamkeit über den grünen Klee lobt, welche duften Effekte es habe für die eigene Lebensqualität und eine mögliche Erleuchtung usw. So wie hier im Thread. Diese Ideologie kann sich nun der/die Unvermögende zunutze machen, um sich selbst zu belügen und das qauälende Defizitbewußtsein, den Schmerz darüber, sexuell zu versagen, zu verdrängen.

Die zweite Möglichkeit: Jemand kriegt einfach keinen Sexualpartner ab, aus welchen Gründen auch immer (läuft hier irgendwo im Nebenthread). Auch in diesem Fall kann die fetischistische Anhaftung am Konzept der Enthaltsamkeit helfen und die eigene Unfähigkeit übertünchen im Sinne eines Selbstbetrugs/Lebenslüge.

So meinte ich es.

:)
 
meine eier jucken/drücken schon wieder... und das nach erst ein paar tagen ohne sex...

wie soll man da enthaltsam leben!?
das kann doch nicht gesund sein wenn man einen lebenslangen samenstau hat
:escape:
 
Werbung:
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben