Brahmacharya aus der Sicht des Ayurveda III
Es ist bekannt, daß die Samen-Flüssigkeit, das Ejakulat, Absonderungen der Prostata enthält, die an der Unterseite der urinausscheidenden Blase zu finden ist. Dieses prostataische Drüsensekret enthält Phosphate, von denen nachgewiesen worden ist, dass sie nützlich für die Gehirntätigkeit sind. Glycerin-3-Phosphat wird häufig als Gehirnstärkungsmittel benutzt. Außerdem produziert die Prostata Chemikalien, die Prostaglandine (Gewebshormone) genannt werden, die eine große Vielfalt an entzündungshemmenden und schützenden Effekten auf verschiedene Organe des Körpers haben. Synthetische (künstliche) Prostaglandine werden heutzutage flächendeckend als entzündungshemmende, anti-arthritische (Gelenkerkrankungen)
Arzneimittel benutzt. Es scheint, daß die Absonderung der natürlichen Prostaglandine, der Methode von Mutter Natur entspricht, den Körper gegen eine große Anzahl von Entzündungen zu schützen und den natürlichen Widerstand des Körpers zu unterstützen.
In welchem Ausmass der Verlust des Samens das natürliche prostaglandin-regelnde System beeinflußt und zum Verlust der natürlichen Phosphate führt, und ob solch ein Verlust für die körperliche und geistige Gesundheit eines Mannes von Bedeutung ist, ist schwierig zu sagen. Aber wenn die oben genannten Tatsachen zutreffen, dann kann davon ausgegangen werden, dass häufige sexuelle Befriedigung, und damit einhergehend, ein übermässiger Samenverlust, die körperliche und geistige Gesundheit eines Mannes beeinflussen. Ojas dagegen entwickelt, in Begriffen der modernen Physiologie ausgedrückt, die Fähigkeit, größeren körperlichen und geistigen Stress besser zu ertragen.
Es gibt viele andere Wege, durch die diese Chemikalien verloren oder gewonnen werden können. Entsprechend der Philosophie des Ayurveda, kann Ojas auch durch viele andere Arten als durch die Sexualität verloren gehen. Es bleibt festzuhalten, dass bei Frauen die Eizelle die Rolle übernimmt, die bei Männern die Samenzelle spielt. Es ist daher unvernünftig, zu großen Wert auf die physiologischen Aspekte des Brahmacharya zu legen. Jedoch kann eine Tatsache nicht bestritten werden. Häufige sexuelle Befriedigung führt zur Aufregung des Herz-, Atmungs- und Nerven-Systems. Kein Yogaschüler, der eine tiefe, langanhaltende Meditation anstrebt, sollte sich solch einer Aufregung aussetzen. Durch entsprechende Praxis ist es möglich, längere Zeit unbeweglich in einer Meditationshaltung zu verbringen. Aber ohne Brahmacharya ist es unmöglich, längere und tiefere Meditationen zu erfahren.
Quelle:
Brahmacharya
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Lebensstrom fand ich:
Calcium- und Phosphormangel durch Samenerguss
Die wenigsten wissen um die chemischen Vorgänge beim Geschlechtsverkehr, genauer gesagt, beim Samenerguss, sei er willkürlich herbeigeführt oder als Pollution im Schlaf auftretend. Man hat festgestellt, dass der menschliche Same nicht nur die Hormone der Geschlechtsdrüsen (Hoden) enthält, sondern auch Nährstoffe wie Lecithin, Phosphor, Calcium, Eisen und Vitamin E, sowie Cholesterin. Die chemische Zusammensetzung ist ähnlich wie die des Nerven- und Hirngewebes.
Dr. Raymond Bernard schreibt darüber: Lorand weist darauf hin, dass Überaktivität der Geschlechtsdrüse mit starker Ausscheidung von Phosphor und Calcium verbunden ist. Während der Pubertät entsteht ein ähnlicher Calcium- und Phosphormangel im Blut, weil unter dem Einfluss des Wachstumshormons die Knochen wachsen und sich das Skelett streckt. Gerade diese beiden Stoffe werden dem Körper durch Samenerguss entzogen.
Havelock Ellis hat die Beobachtung gemacht, daß frühzeitig und ausgiebig Masturbierende im Wachstum zurückbleiben. Der junge Organismus wird über Gebühr beansprucht, bevor er voll entwickelt ist. Laut McCallum und Voegtlin führt Calciumentzug aus den Nervenzellen zu Übererregbarkeit, die nur durch erhöhte Calciumzufuhr beigelegt werden kann. Da beim Samenerguß viel Calcium verlorengeht, erklären sich einerseits die nervösen Symptome und andererseits die schwere Müdigkeit nach dem Orgasmus. Das gleiche gilt für den Phosphorverlust. Phosphor ist wesentlich für die Ernährung der Nerven- und Hirngewebe, und ausgesprochener Mangel kann Neurosen und Psychosen verursachen.
Fortsetzung folgt.