Sexuelle Enthaltsamkeit

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Mir scheint, du begibst dich vom einem Extrem ins andere. Vom absoluten sexuellen Verbot, zur absoluten sexuellen Freiheit. Diesen Weg haben wir alle hinter uns. Aber der Weise erkennt, dass die "sexuelle Freiheit" ins gleiche Elend führt, wie das sexuelle Verbot. Er verzichtet freiwillig auf die sexuelle Freiheit. Erst sie gibt ihm wirkliche Freiheit. Er ist nicht mehr Opfer seiner Leidenschaften.

Sexuelle Freiheit bedeutet für mich aber nicht wie wild durch die Gegend zu poppen. Es bedeutet Sex mit dem Menschen zu haben, den ich liebe. Ich fühle mich wirklich nicht als Opfer meiner Leidenschaften. Es ist eine Bereicherung im Leben.

Dennoch scheint nach Deinen Ausführungen auch freiwilliger Verzicht auf all das nicht einfach zu sein. Sonst müsste man sich nicht so viele Gedanken drum machen.

Danke für den regen Austausch mit Dir, Opti. :clown:
 
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Sexuelle Freiheit bedeutet für mich aber nicht wie wild durch die Gegend zu poppen. Es bedeutet Sex mit dem Menschen zu haben, den ich liebe. Ich fühle mich wirklich nicht als Opfer meiner Leidenschaften. Es ist eine Bereicherung im Leben.

Dennoch scheint nach Deinen Ausführungen auch freiwilliger Verzicht auf all das nicht einfach zu sein. Sonst müsste man sich nicht so viele Gedanken drum machen.

"Nicht einfach" ist ein hoffnungsloser Euphemismus. Schau dir mal die Abteilung "Brahmacharya für Jungen und Mädchen". Dort ist ein Katalog mit an die 100 Verhaltensregeln vorgegeben, um "böse" sexuelle Anwandlungen zu unterdrücken und gedanklich zu bannen.

Wohlgemerkt: ein Ratgeber für Kinder, die in die Pubertät kommen, und ich finde, da hört der Brahmacharya-Spaß auf. Wenn Eltern diesen Mist ihren Kindern aufdrücken, geht das in Richtung "Jugendgefährdung", denn hier wird die natürliche Entwicklung ausgebremst und zugunsten einer Ideologie massiv beschädigt. Die Folgeschäden haben dann die Kinder auszubaden, die sich dagegen nicht währen konnten.

Mal die Highlights aus den Reglementarien:

Vermeide zuviel Pfeffer oder überhaupt Lebensmittel, die unangenehme Gefühle oder Sinnesirritationen hervorrufen oder die den Körper erhitzen. Nahrungsmittel, die zuviel Hitze verursachen, machen Blut und Sexualsekrete dünnflüssig und den Geist ruhelos; damit ist man lasziven Wünschen, Gedanken und Naßträumen und Samenverlusten ausgesetzt.

Trinke vor dem Schlafengehen am Abend immer ein Glas kaltes Wasser und uriniere. Wasche die Genitalien und den After nach jedem Gang zur Toilette mit kaltem Wasser. Das ist eine gute Gewohnheit, die keine Naßträume aufkommen läßt und beim Einhalten von Brahmacharya hilft.

Sorge für regelmäßigen Stuhlgang. Verstopfung ist oft die Ursache von vulgären Wünschen und Naßträumen.

Rede nicht zuviel. Beim Sprechen verliert man viel Energie. Geschwätz macht den Geist unstet. Außerdem ist es für einen redseligen Menschen schwer, Geist und Sinne zu kontrollieren oder Brahmacharya zu halten. Sei daher stets mäßig im Reden.

Gib keinen Versuchungen nach. Der Mann oder die Frau, der Junge oder das Mädchen, der oder die zu billigen und vulgären Versuchungen nicht »Nein« sagen können, fallen um so tiefer, je bereitwilliger sie auf sie eingegangen sind. Ständige Selbstkontrolle ist also gut.

Lasse deinen Emotionen niemals freien Lauf.. Wer zu gefühlsbetont ist, hat es mit Brahmacharya schwer. Halte darum deine Emotionen zurück und beherrsche deine Gefühle. Mit jeder erfolgreichen Kontrolle wird die Willenskraft stärker und stärker.

Vermeide das Betrachten von Personen des anderen Geschlechts. Das Herz wird unrein durch Gier; die Zunge durch Lügen; die Augen durch den begehrlichen Blick auf den Reichtum eines anderen oder auf die Schönheit seiner Frau und seiner weiblichen Verwandten, und die Ohren durch das Lauschen auf die Verleumdungen anderer. Wer das alles vermeidet, bewahrt sich vor schwer wiegenden Fehlern.

Betrachte und behandle jeden Menschen des an deren Geschlechts als Vater oder Mutter, Bruder oder Schwester. Diese Gewohnheit bewahrt dich vor dem Stachel der Sinnlichkeit.

Betrachte nie den nackten Körper eines Menschen des anderen Geschlechts. Beobachte nicht das Liebesspiel und die Paarung von Vögeln, Haustieren oder Menschen. Ein solcher Anblick aktiviert automatisch die verborgenen und unterdrückten sexuellen Wünsche und Instinkte, und man fordert einen Rückfall geradezu heraus.

Schlafe stets auf einem harten Bett und denke gar nicht erst an ein weiches. Sei stark und nicht so empfindlich. Leute mit empfindlichem Körper und zarter Gesundheit leiden später viel, und ihr Leben wird ihnen durch dieses Elend zur Last. Sei darum hart zu dir selbst.

Wenn du dich irgendwo sexuell stimuliert fühlst, verweile dort keinen Augenblick länger. Verscheuche sofort jeden sexuellen Gedanken. Wenn Menschen mit gutem und edlem Charakter in der Nähe sind, so sprich mit ihnen, um den eigenen Gedanken eine andere Richtung zu geben; andernfalls lies gute Bücher oder die Aussprüche von großen Heiligen.

Wenn der Geschlechtstrieb mächtig ist, sieh zu, daß du einen langen Spaziergang in frischer Luft machen kannst. Es können ruhig 2-3 km sein. Bleibe nicht im Zimmer und ziehe dich auch nicht völlig zurück.

Wenn der Geschlechtstrieb sich regt, so sprich nicht mit Menschen des anderen Geschlechts, sieh auch keinen solchen an, nicht einmal ein Foto. In solchen Zeiten reagieren Geist und Sinne sehr scharf auf sexuelle Instinkte, und die Unterscheidungsfähigkeit des Geistes ist getrübt und blind, so daß selbst ein häßlicher Mensch des anderen Geschlechts überaus anziehend erscheint. Daher kommt es vor, daß ein schöner Mann (oder eine Frau) der Lust unterliegt und sogar eine häßliche Frau (oder einen Mann) zu lieben beginnt.

Wenn man sexuell erregt ist, kann man ein Glas kaltes oder geeistes Wasser oder sonst etwas Kaltes trinken. In solchen Zeiten mildern kalte Getränke das Übel und helfen, Brahmacharya zu bewahren.

Wenn du sexuell erregt bist, kannst du auch ein kaltes Bad nehmen. Ein Tauchbad in einem Fluß oder Teich ist sehr gut. Bleibe zehn bis dreißig Minuten bis zur Hüfte im Wasser.

Sobald du von sexuellen Wünschen und Gedanken gestört wirst, versuche, den Namen Gottes (Mantra Japa) zu wiederholen und niederzuschreiben. Bitte Gott auf richtig um Hilfe, Führung und Errettung vor allen Anfechtungen und Gefahren.
Betrachte nie den nackten Körper eines Menschen des anderen Geschlechts. Beobachte nicht das Liebesspiel und die Paarung von Vögeln, Haustieren oder Menschen. Ein solcher Anblick aktiviert automatisch die verborgenen und unterdrückten sexuellen Wünsche und Instinkte, und man fordert einen Rückfall geradezu heraus.

http://www.gwebspace.de/zoelibat/brahmacharya.htm

Die armen Kinder. Die besonders krassen Stellen habe ich mal eingefettet.
 
Du armer Tommy.

Hast du etwas besseres anzubieten? Was soll den Kindern den gesagt werden?


Ich glaube nicht, daß du die Reglementarien gelesen hast. Sexual-Aufklärung statt Mythologie, das wäre das, was anzubieten wäre und auch angeboten wird (Sexualkunde).

Oder denkst du etwa, es hätte irgendeinen erzieherischen Sinn, vormedizinische Mythen, wie etwa, daß Pollutionenen durch die läppischen Maßnahmen, die dort im Katalog verzeichnet sind, zu vermeiden sind, zu transportieren?

Beim Sprechen verliert man Energie? Den eigenen Emotionen nie freien Lauf lassen? Den Anblick des anderen Geschlechts vermeiden? Nicht mal ein Foto angucken? Hart zu sich selbst zu sein? Das alles als Empfehlungen an Kinder, die erwachsen werden?


Und du fragst, was besseres anzubieten wäre?

Kann ich nur als Witz interpretieren.

:)
 
Für dich ist eben alles Ok. Ist schon in Ordnung.

Mal was anderes, die von dir beschriebene Sexualerziehung errinnert mich stark ans Christentum. Keuche Gedanken und so. ?

Ich habe keine "Sexualerziehung" beschrieben, sondern die Lehre von der Unterdrückung der Sexualität, so wie sie im Konzept des "Brahmacharya" niedergelegt ist, referiert. Man kann das kaum "Sexualerziehung" nennen, denn hier geht es, wie eine bezeichnende Überschrift aus dem zitierten Dokument heißt, um die "Ausrottung der Lust":


2.4 Die Ausrottung der Lust

Du musst diesen entsetzlichen Feind, die Sinneslust, die die Lügen sehr sorgfältig in den verschiedenen Ecken deines Herzens versteckt, sehr aufmerksam suchen. So wie der Fuchs sich in den Büschen versteckt, so versteckt die Lust sich in den Ecken des Geistes. Du kannst ihre Anwesenheit nur ermitteln, wenn du aufmerksam bist. Intensive Selbstbeobachtung ist daher sehr wichtig. Genau so wie mächtige Feinde nur besiegt werden können, wenn man sie von allen Seiten angreift, genau so kann man auch die mächtigen Sinne nur besiegen, wenn man sie ebenfalls von allen Seiten angreift, von innen und von außen, von oben und von unten.

http://www.gwebspace.de/zoelibat/brahmacharya/index.html

Das erinnert tatsächlich an mittelalterliche Kampfschriften christlicher Prägung. Nur daß in früheren Zeiten noch der Teufel ins Spiel kam.
 
"Nicht einfach" ist ein hoffnungsloser Euphemismus. Schau dir mal die Abteilung "Brahmacharya für Jungen und Mädchen". Dort ist ein Katalog mit an die 100 Verhaltensregeln vorgegeben, um "böse" sexuelle Anwandlungen zu unterdrücken und gedanklich zu bannen.

Wohlgemerkt: ein Ratgeber für Kinder, die in die Pubertät kommen, und ich finde, da hört der Brahmacharya-Spaß auf. Wenn Eltern diesen Mist ihren Kindern aufdrücken, geht das in Richtung "Jugendgefährdung", denn hier wird die natürliche Entwicklung ausgebremst und zugunsten einer Ideologie massiv beschädigt. Die Folgeschäden haben dann die Kinder auszubaden, die sich dagegen nicht währen konnten.

Mal die Highlights aus den Reglementarien:



http://www.gwebspace.de/zoelibat/brahmacharya.htm

Die armen Kinder. Die besonders krassen Stellen habe ich mal eingefettet.

Rede nicht zuviel. Beim Sprechen verliert man viel Energie. Geschwätz macht den Geist unstet.

Das hat schon seinen Sinn, wenn ich bedenke, wie oft einfach drauflosgeplappert wird, ohne nachzudenken.

Gib keinen Versuchungen nach. Der Mann oder die Frau, der Junge oder das Mädchen, der oder die zu billigen und vulgären Versuchungen nicht »Nein« sagen können, fallen um so tiefer, je bereitwilliger sie auf sie eingegangen sind. Ständige Selbstkontrolle ist also gut.

Jawohl, ständige Selbstkontrolle ist besser als allen vulgären Versuchungen zu erliegen.

Vermeide das Betrachten von Personen des anderen Geschlechts. Das Herz wird unrein durch Gier,....

Es ist besser das Betrachten des anderen Geschlechts zu vermeiden, als sich in Gier danach zu verzerren.

Betrachte nie den nackten Körper eines Menschen des anderen Geschlechts... Es aktiviert automatisch die verborgenen und unterdrückten sexuellen Wünsche und Instinkte, und man fordert einen Rückfall geradezu heraus.

Es ist besser, auf den Anblick nackter Menschen zu verzichten, als sich wiederholt sexuellen Ausschweifungen hinzugeben.

Ähnliches gilt für die übrigen von dir kritisierten Anmerkungen. Ich finde, sie sind sehr berechtigt. Deine Einwände können mich nicht überzeugen.
 
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Ich glaube nicht, daß du die Reglementarien gelesen hast. Sexual-Aufklärung statt Mythologie, das wäre das, was anzubieten wäre und auch angeboten wird (Sexualkunde).

Beim Sprechen verliert man Energie? Den eigenen Emotionen nie freien Lauf lassen? Den Anblick des anderen Geschlechts vermeiden? Nicht mal ein Foto angucken? Hart zu sich selbst zu sein? Das alles als Empfehlungen an Kinder, die erwachsen werden?


Und du fragst, was besseres anzubieten wäre?

Kann ich nur als Witz interpretieren.

:)

Steht dort irgendwo, dass die Kinder nicht aufgeklärt werden sollen?

Und die Empfehlungen, die betreffs des Sprechens, des Verhaltens und des Anschauens nackter Körper gegeben werden, beziehen sich alle auf erotische Inhalte. Ich sehe es nicht als sinnvoll an, sich groß und breit auf vulgäre Gespräche einzulassen, obwohl dieses in unserer Gesellschaft sehr verbreitet ist. Diese Energie sollte man lieber andersweitig nutzen. Es ist nämlich verschwendete Energie.

Und selbstverständlich sollte man alles unterlassen, was die sinnliche Begierde noch weiter anheizt. Dazu zählt selbstverständlich auch das frivole Betrachten nackter Körper (Pornofilme), um sich daran aufzugeilen. Nur wer auf dem Niveau der unteren Chakren lebt, kann sich dafür begeistern, aber kein Mensch, der einen ernsthaften spirituellen Weg geht. Und das ist der feine Unterschied. Einige hier sagen ja selbst, sie sind überhaupt nicht an einem spirituellem Weg interessiert. Was sollte ein Mönch also mit einem Pornofilm? Das ist höchstens etwas für Menschen ohne (spirituelles) Bewusstsein.
 
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