Mit der Seele im Einklang sein

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@Meikel - inzwischen habe ich mir schonmal den ersten link von dir angeschaut:
Die Aufmerksamkeit als das a priori Vorhandene, das eine Konzentration oder Fokussierung überhaupt erst ermöglicht.

Vorher hatte ich gerade noch einmal den Satz vom Grund von Martin Heidegger in voller Länge durchstudiert, denn in meiner Erinnerung klingelte es, als im Thread die Frage nach dem Ursprung aufkam.
Und tatsächlich, ich wurde belohnt für dieses Unterfangen, den Heidegger nimmt es mit der Sprache über- genau - ich meine, da könntet ihr geistige Brüder sein, denn Beide gelangt ihr zu einem neuen Verständnis der Sprache.
Heidegger nennt die Sprache "Das Haus des Seins" - auch darüber hat er gegründelt...

Soweit ich es überschauen kann, ist der Begriff "Aufmerksamkeit" als höchste Qualität in der Philosophie bisher noch nicht erschienen. Ich bin dabei hineinzuspüren...

So stolpere ich über deine Aussage einerseits, dass Aufmerksamkeit eine Qualität sei und andrerseits, dass sie die Seele selbst sei. Nun habe ich das Traktat nur bis 1.2. gelesen und fand bis jetzt noch nicht den Ort wo ichs ganz finden kann...(?)
Da ich nicht annehmen kann, dass du eine Qualität (Adjektiv) in seiner Bestimmung gleich setzt mit einer Wesenheit (Substantiv) bin ich schon gespannt auf die Lösung meiner Frage: wie das denn?

Dass erst die Aufmerksamkeit Bewusstsein schafft, das ist mir schon klar.
Als höchste lebensbezogene Qualität könnte ich sie vielleicht auch orten, wobei ich feststellte, dass du sie auch auf die unbewussten Prozesse, Begierde z.B. beziehst.
Wie kann ein unbewusster instinktiver Akt, bei man ja keine Aufmerksamkeit voaussetzt, aus der Aufmerksamkeit geboren werden?

Da du meine anderen Fragen so treffend beantwortet hast, wirst du mich sicherlich auch diesmal verblüffen.
 
...bin ich vielleicht auf der richtigen Spur, wenn ich davon ausgehe, dass Aufmerksamkeit ja auch ein Substantiv ist, wenn auch eine Eigenschaft meinend? Sind abstrakte Substantive wie Liebe, Gesundheit, Frieden usw. vielleicht auch ganz konkrete Wesenheiten, also auch Aufmerksamkeit?

WEnn dem so wäre, welchen Platzwert hätte dann die Liebe? Entsteht auch Liebe aus der Aufmerksamkeit?
 
Liebe Mahuna,
es ist ein Irrtum, dass wir (?) in die Tiefe des Schattendaseins hinabsteigen müssen. Wir müssen nicht wie Dante zu den Schatten hinabsteigen und sie dort unten lassen. Nein, wir müssen die ungeliebten Schatten ans Licht holen. Schatten sind, abgesehen von kollektiven Anteilen, nach Jung moralische Verdrängungen, die ungeliebt ist, weil sie, wiederum nach Jung, der persona entgegenstehen. Persona ist die Maske, die wir aufsetzen, um von anderen in einer bestimmten Weise gesehen zu werden.

Um zum Einklang mit der Seele zu gelangen, müssen wir sowohl die Schatten ans Licht holen, als auch die Maske vom Gesicht wegnehmen und unser wahres Gesicht zeigen. Schatten sind unsere Schulden, die wir gegenüber unserer eigenen Seele aufgebaut haben, weil wir uns gegen sie (die Seele) vergangen haben. Die Erkenntnis darüber zeigt uns unser eigenes Gewissen.

Wir müssen zu unseren Schatten (Schulden) stehen und nicht, wie Dante, an ihnen vorübergehen und sie in der Unterwelt belassen. Die Schatten ans Licht holen, das ist, wie ich an anderer Stelle schrieb, ein Schuldheimholungswerk. So sehr ich auch Vorbehalte gegenüber der Offenbarungstherapie von Hartwig Ohnimus habe, sein Gedanke der Schuldheimholung durch Katharsis ist von grundlegender Bedeutung und Wichtigkeit.

Im Thread 'Lilith, Schatten der Vergangenheit' habe ich einen Beitrag #68 zum Thema Schuldheimholung geschrieben:

'Demut und Gnade sind die beiden Teile des Schuldheimholungswerkes. Denk dir in Gedanken die betenden Hände von Albrecht Dürer. Dieses Werk war und ist deshalb so erfolgreich, weil es die Demut symbolisiert. Und genau so, wie du dich in Gedanken an Gott wendest, so kommt Gnade als Erlösung zurück.
Betende Hände sind ein Symbol mit der Spitze nach oben, zum Himmel. Und Gnade senkt sich als ein ebensolches Symbol mit der Spitze zu dir zurück. Vereinen sich beide Symbole in deinem Herzen, so ist das Zeichen perfekt, das schon im zwölfblättrigen Anahata-Herzlotos leuchtet'.
Ich bin mir allerdings bewusst, dass nicht jeder diesen Weg gehen kann, zu unterschiedlich sind die Auffassungen von der Behandlung der eigenen Schatten.

Allerdings gibt es Menschen, die all dies nicht mehr nötig haben, weil sie ohne Schatten und ohne eine persona-Maske leben. Das sind die glücklichen Menschen, die bereits im Einklang mit ihrer Seele leben. Sie leben auf der Erde und verbreiten Achtung, Liebe und Empathie. Ihre Füsse berühren nur scheinbar die Erde, weil sie ätherisch leben. Sie leben als Vorbilder für andere, die auch dahin kommen möchten.
Ich habe noch meine Schatten und arbeite daran. Andererseits freue ich mich am Leben und daran, jeden Tag wieder in einer paradiesischen Umgebung auf dem 19.Breitengrad, dem maraldischen Winkel der Erde leben zu dürfen.
Also arbeiten und leben wir noch ein wenig
und
Alles Liebe
.
 
Zuletzt bearbeitet:
...bin ich vielleicht auf der richtigen Spur, wenn ich davon ausgehe, dass Aufmerksamkeit ja auch ein Substantiv ist, wenn auch eine Eigenschaft meinend? Sind abstrakte Substantive wie Liebe, Gesundheit, Frieden usw. vielleicht auch ganz konkrete Wesenheiten, also auch Aufmerksamkeit?

WEnn dem so wäre, welchen Platzwert hätte dann die Liebe? Entsteht auch Liebe aus der Aufmerksamkeit?
Aus Respekt dem Threadersteller und dem Thema gegenüber findest du meine Anmerkungen zu deinem Beitrag hier: Diskussionen mit Meikel3000
 
O
es ist ein Irrtum, dass wir (?) in die Tiefe des Schattendaseins hinabsteigen müssen. Wir müssen nicht wie Dante zu den Schatten hinabsteigen und sie dort unten lassen. Nein, wir müssen die ungeliebten Schatten ans Licht holen.

ELi7 - ich stimme dir zu, wenn du sagst, wir müssten nicht zu den Schatten hinabsteigen, um sie dort unten zu lassen wie Dante - ich sehe auch in meinen Ausführungen keinen solchen Bezug zu Dante...vielmehr bin ich der Auffassung, dass unsere materielle Welt die Schattenwelt IST, zu der wir nicht erst hinabsteigen müssen. Die wenigen erleuchteten Menschen mal ausgeklammert (sie sind ja nicht von dieser Welt), leben die Menschen in der materiellen Welt ein Schattendasein, denn solange sie ihre materiellen fleischlichen Begierden und ihre gefühlsmässigen Anhänglichkeiten, sowie intellektuellen Ehrgeize nicht loslassen können und verdrängte Inhalte nicht erlöst haben, werden sie ihre Aufmerksamkeit nicht in ihre Erhöhung bringen, wo das Licht sie erreicht.
Diese Aufmerksamkeit erkennt spontan Zusammenhänge und weist die Richtung.
Wer die Synchronizitäten in seinem Leben aufmerksam verfolgt und ihnen Sinn verleiht (z.B. Sinnbild der Taube am Himmel bei Jesus Taufe), der hat am Ende seines irdischen Lebens ein Netzwerk erschaffen, in dem er sich mühelos in allen Parallelwelten oder Dimensionen orientieren kann.
 
Das Grimms Märchen "Das Wasser des Lebens" handelt von einem Typ, der zur Quelle des Wassers des Lebens hoch auf dem Berge gelangen möchte. Ich erinnere mich nicht mehr daran, wer ihm riet nicht auf die jammernden Stimmen auf dem Weg dorthin zu achten, versteinerte Wesen, die erlöst werden wollten. Ich stelle mir vor, es war ein Vogel, den er befreit hatte...
So zog er los und bald hörte er die ersten jammernden Stimmen aus den Steinen klagen. Ohne Warnung wäre er nun stehengeblieben und hätte versucht durch guten Zuspruch die Not zu lindern, so jedoch setzte er seinen Weg fort ohne sich nach links oder rechts zu wenden. Er wäre auch erschrocken, denn da zwischen den versteinerten Gestalten lagen zahlreiche Skelette von Menschen verstreut, die mitleidig stehengeblieben waren, und sich so in den Sog einer Fremdbestimmung begeben hatten.
Er aber kam oben an, trank von dem Wasser, füllte dann einen Krug mit ihm und als er den Berg wieder hinunterwanderte, begoss er Stein für Stein mit dem Wasser des Lebens und die versteinerten Menschen erwachten zu neuem Leben.

Die Aufmerksamkeit, die mir dieses Märchen jetzt ins Gedächtnis holte, weil es grad passt, ist so ein Beispiel für das durch Aufmerksamkeit gewonnene Netzwerk.
 
Erst mal danke für deine Teilnahme an dieser Diskussion, ich habe den Eindruck, dass du sehr gut mitgehst mit dem Thema und auch gute Fragen stellst
Soweit ich es überschauen kann, ist der Begriff "Aufmerksamkeit" als höchste Qualität in der Philosophie bisher noch nicht erschienen.


Dass erst die Aufmerksamkeit Bewusstsein schafft, das ist mir schon klar.
Somit wäre doch das BewusstSein die höchste Qualität, oder?
So stolpere ich über deine Aussage einerseits, dass Aufmerksamkeit eine Qualität sei und andrerseits, dass sie die Seele selbst sei.
Da ich nicht annehmen kann, dass du eine Qualität (Adjektiv) in seiner Bestimmung gleich setzt mit einer Wesenheit (Substantiv) bin ich schon gespannt auf die Lösung meiner Frage: wie das denn?
Muss etwas wesenhaftes ein Wesen sein? Oder kann es nicht wesenhaftes Sein geben, das sich auch als Wesen zeigen kann?

LGInti
 
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Das Grimms Märchen "Das Wasser des Lebens"
Um zum Einklang mit der Seele zu gelangen, müssen wir sowohl die Schatten ans Licht holen, als auch die Maske vom Gesicht wegnehmen und unser wahres Gesicht zeigen.
Diese zwei Aussagen scheinen sich zu widersprechen.

Eli möchte die Schatten direkt angehen und ins Licht holen, beim Grimmschen Märchen holt sich der Sucher erst mal die Fähigkeiten, die er braucht um die Schatten zu erlösen. Also was liegt an, erst mal sich selber vervollkommnen um dann perfekt geschult ganz professionell die anstehenen Probleme zu lösen, oder haben wir die Fähigkeiten schon längst, nur sind sie uns nicht bewusst und sie entstehen beim "learning by doing"?

LGInti
 
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