Mit der Seele im Einklang sein

Wer glücklich werden will, soll seinen Hauptfokus auf das setzen, was er haben möchte, das ist richtig.
Ich dagegen stimme der folgenden Aussage zu:

Es gibt keine zu erfüllenden Bedingungen. Schau einfach hin, und bedenke, was auch immer du wahrnimmst, bist nicht du, und gehört nicht dir. Es ist innerhalb des Bewusstseinsfeldes, aber du bist weder das Feld noch dessen Inhalt, ja noch nicht einmal der Beobachter des Feldes.“
(Nisargadatta Maharaj)
 
Werbung:
Glück heißt für mich nicht etwas haben zu wollen, sondern mit dem leben zu können, mit dem zufrieden zu sein, was einem gegeben, sowie gegeben wird.
Vielleicht sollten die Menschen einander helfen dies zu erkennen was sie haben und nicht danach Ausschau zu halten was sie nicht haben oder bekommen können...
Alles, wonach wir greifen, weil wirs wollen, entzieht sich in dem Moment wos nicht mit Kraftaufwand und ständiger Aufmerksamkeit festgehalten werden kann...
https://www.youtube.com/watch?v=sR7PlnhkMkc
https://www.youtube.com/watch?v=sR7PlnhkMkc
Vorerst noch einen schönen Tag wünschend
Mondauge
 
... dass die eigenen Schatten Hindernisse auf dem Weg zum Licht sind und daher, wie er sagt, verschwinden sollten. Aber das ist nicht zu Ende gedacht.

Die Schatten verschwinden nicht so einfach. Und verdrängen ist gar keine Lösung. Aber sich der eigenen Schatten annehmen und diese auflösen, das ist der Weg. Aber wie löst man die Schatten auf ...
Aber mit dem Einklang so lange zu warten, bis alle Schatten verschwunden sind, das ist widersinnig. Ich trete dafür ein, im Bemühen um ein Heil- und Ganzsein nicht nachzulassen, aber so gut wir nur können, in Einklang mit der eigenen Seele zu kommen
und
Alles Liebe
Lieber Eli,

da hast Du mich irgendwie nicht richtig verstanden. Ich hatte nicht davon geschrieben, dass diese Schatten aufgelöst werden könnten, sondern von dem richtigen Umgang mit ihnen. Es gibt Schatten der Seele, die man sich nicht erworben hat, sondern auf genetischer Ebene Teil unseres Wesen sind und deshalb auch nicht aufgelösten werden können.

Zum Beispiel wird ein mit Aggression vorbelasteter Mensch diese nicht los werden, er kann nur lernen, mit damit umzugehen. Eben nicht diese Grenzen zu überschreiten. Ich denke, dass dies eine größere Leistung ist, hiermit eine innere Balance zu halten, als wenn ein Sanftmütiger ohne Mühe diesen Weg geht. Diese Balance einzuhalten ist eine nie endende Aufgabe und bedarf einer ständigen Mühe.

So ist auch der Einklang mit der Seele ein Moment, in dem wir glücklich sind. Es ist also kein immerwährender Zustand, sondern muss immer wieder aus Neue erworben werden. Irgendwo muss ich doch aber auch wissen, wie sich ein solcher Moment anfühlt, damit ich ihn mir bewusst werden und anstreben kann.

So ist das auch mit anderen Wesenszügen, die von Grund auf vorbelastet sein können. Das muss aber nicht immer etwas Großes sein, das können auch unschöne Dinge sein, die einen subtilen Druck auf unsere und vor allen Dingen unsere Mitmenschen ausüben. Es geht von uns aus, von dem wir erfüllt sind und damit formen wir auch unser Umfeld. Wenn wir also eine schlechte Stimmung haben oder uns verschließen, bleibt diese Haltung nicht auf uns selbst beschränkt (Empathie).

Das Glücklichsein usw. sind also keine Orden, die man sich an die Brust heften kann, sondern eine Währung, die man sich jeden Tag neu verdienen muss.

Merlin
 
Schon zu Beginn dieses Thread hatte ich ja schon von den Seelenschatten geschrieben, also jene Aspekte der Seele, die wir an uns vermissen oder lieber verdrängen wollen. Sich selbst zu finden bedeutet für mich, gerade die Unliebsamen zu erkennen und sich ihrer anzunehmen.

Mit dem Heil ist ja ursprünglich ein vollkommener Zustand gemeint und deshalb erscheint es mir für das Seelenheil unabdingbar sich gerade diesen negativen Schatten zuzuwenden. Es macht aber wenig Sinn, diese nun als gegeben hinzunehmen und wie eine Monstranz vor sich her zu tragen („Ich bin halt so und darf das!“).

Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass man das nicht durch Handauflegen oder dem reinen Wollen verändern kann, vielmehr sollte man lernen, mit diesen Dingen besser umzugehen. Sich in bestimmten Situationen selbst Grenzen zu setzten, die nicht übertreten werden sollen, wäre eine gute Strategie.

Wenn der Grenzübertritt dennoch geschieht, sollte man das als solchen annehmen und sich vornehmen bei einem nächsten Mal besser zu machen. Wer diese Grenze ausloten möchte, sollte sich einfach einmal eine solche Situation nochmals vor Augen führen und klären, an welchem Punkt das Geschehen seine Eigendynamik entfaltet. Einmal zu schweigen und zuhören, wenn man eigentlich das letzte Wort haben möchte, könnte sich zum Beispiel an einem solchen Checkpoint als gute Strategie erweisen.

Seelendinge brauchen ihre Zeit und deshalb darf man da auch nicht mutlos werden wenn, wenn da ein Schatten einfach nicht verschwinden mag. Nach und nach wird sich aber das Gefühl einstellen, dass man der Situation nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert ist. Eine Strategie der kleinen Schritte, bei der jeder noch so kleine Erfolg das Glücksgefühl verbreitet, sich selbst überwinden zu können.
„Das wirkliche Glück liegt nicht in einem großen Ereignis, sondern in den vielen kleinen Momenten des Alltages.“

Eine andere Baustelle zum Seelenheil erscheint mir als soziales Wesen, auch der Umgang mit meinen Mitgeschöpfen und gerade da lauern gerne die unliebsamen Schatten. Mitgefühl ist nach meiner Meinung ein zentraler Wesenszug der Menschen – wo sind da also meine Grenzen? Davon hängt dann auch die Qualität des Einklanges mit meiner Seele ab, an der ich mich messen möchte? Hier sehe ich einfach meine Sorge, dass aus der Suche nach dem Einklang mit der Seele eine egozentrische Nabelschau wird.

Jesus ist nicht ohne Grund einen Schritt weitergegangen als Platon, in dem er eben die Sorge um das eigene Seelenheil mit der Sorge um den Nächsten erweiterte. Hiermit wird also meine Grenze zu einem kollektiven Seelenheil erweitert.

Merlin
Ich muss bei “Seelenschatten“ unwillkürlich an den “Höllenteil“ von Dante Alighieris Divina Commedia denken. An den Satz “Schau hin und geh weiter!“ Die jammernden, bedrückten Gestalten in der Unterwelt sind für mich solche “ Schatten der eigenen Seele“, aber auch deprimierte, leidende Menschen in meinem Umfeld.
Anschauen, nicht wegschauen, denk ich mir, ist das Beste. Nicht ignorieren, sondern sich damit auseinandersetzen. Was man lang verdrängt, fällt einem irgendwann mit einer Mega-Wucht auf den Kopf.
Aber eben auch wieder weiter gehen.
Wenn mir z.B. jemand Leid tut, kann ich ja mit aller Kraft versuchen, ihm zu helfen. Ich muss mich aber nicht niederdrücken lassen oder mich mit seinem Leid identifizieren.
 
Vielleicht sind Agressionen gar keine Vorbelastungen, sondern die Lücken zwischen zwei friedvollen, harmonischen und hilfsbereiten Verhaltens-Äußerungen?
Ist es nicht so?

Ist es nicht so? Haha, das kommt auf die Betonung an. Ist es nicht SO? oder Ist es NICHT so?
Daraus ergibt sich , dass es so oder so sein kann.

Wenn Jesus im Tempel die Tische der Händler umwirft, ist das als Agression zu verstehen, oder wenn er sagt er käme mit dem Schwert um zu richten?
Wo ist die Ursache zu suchen, wenn ein Betrunkener um sich schlägt? Was ist die Ursache dafür, wenn ein nicht Betrunkener seinen Sohn verkloppt, weil er nicht so spurt wie er will?
Doch sicher trifft auf viele Menschen zu, dass sie im Grunde friedlich sind, doch wenn ihr wunder Punkt getroffen wird, dann wrden sie agressiv.
 
ELi - so gut ich den Vortrag von R. Dahlke fand, es hat mich doch sehr gewundert, dass auch er, wie viele Andere, nicht zwischen Polarität und Dualität unterscheidet. Er wirft gut und böse, Licht und Dunkelheit in denselben Topf wie Yin und Yang, Mann und Frau oder Südpol und Nordpol...

Meiner Beobachtung nach führt das Streben nach Glück zu Unglück. Jedes wünschen, haben wollen ist zu vermeiden - das sagt mir nicht nur Krishna in der Bhagavadgita, sondern auch Jesus mit dem "dein Wille geschehe". Wunschlos glücklich sein ist allerdings möglich.
 
Wo ist die Ursache zu suchen, wenn ein Betrunkener um sich schlägt?
Die Ursache ist die Unfähigkeit desjenigen, als er noch nicht betrunken war, seinen Freien Willen in einer Handlungsweise auszuüben, mit der er weder sich selbst noch andere schädigt.

Was ist die Ursache dafür, wenn ein nicht Betrunkener seinen Sohn verkloppt, weil er nicht so spurt wie er wil
Das ist eine besonders verwerfliche Ausdrucksform von Gier des nicht Betrunkenen. Er will seinem Sohn damit klar machen, dass er ihn als sein Eigentum versteht. Und jede Zuwiderhandlung des Sohnes empfindet er so, dass sein Eigentum gefährdet ist. Gewalt ist den allermeisten Fällen immer eine typische Ausdrucksform von verwerflichster Gier.
 
Jemand mag ein Selbst erinnern, somit hat er ein Selbst :-)

Der Weg war, ist und wird immer sein, über das Selbst mit dem Selbstgeist den Selbstwert zu entdecken.

Sich den Selbstwert zu erdenken ist nun mal international als snobbistisch bekannt ;-)

A) Selbsterinnerunng
B) Selbst
C) Selbstgeist
D) Selbstwert

Man kann jedes ethische Dogma, jede Lehre, jede Menschenfreundlichkeit mit dem Selbstgeist
praktizieren......

Sich der Ethik zu erinnern ist das Schöne der Seele, dass ist klar.
 
Werbung:
Lieber ELi7 - ich sehe schon wir kommen an der Metaphysik nicht vorbei (und praktizieren kann man ja im stillen Kämmerlein) bei dieser wundersamen Thematik. Dank dir auch dafür, denn eine edlere, als die dieses Threads ist gar nicht vorstellbar.
Und klar gehört auch der von Jung so benannte "Schatten" als dual dazu. Der Individuationsprozess, mit dem Jung den Prozess der Psyche meint- von dem Durchgang durch den Schatten, über den Integrationsprozess Anima-Animus bis hin zum Eingehen in das Selbst - die Vereinigung der Gegensätze (womit ich nochmal drauf hinweise, dass gut und böse KEINE Gegensätze sind, da gut (=Gott) keinen Gegensatz hat im Sinne von böse, wohl aber in sich eine Polarität enthält: TAO), in die Einheit.

Deshalb, weil wir erst in die Tiefe des Schattendaseins gelangen müssen, um unsere Seele aus ihrer Gefangenschaft im tierischen Körper zu erlösen, ist es auch nicht zu verwundern, wenn hier
schattige Passagen erschienen sind, denn zuerst wird der Schatten erlöst, und damit gleichzeitig die Seele.
Ich meine, da hätten wir die Praxis. Wem jene Aufmerksamkeit zu Eigen ist, die über die alltägliche
hinausgeht, weil sie im Atman, der Seele, wurzelt, der oder die gehört dann zu den wenigen Erleuchteten, die sich aus dem Schattenreich von Platons Höhle gelöst hat. Er hat sich klammheimlich von den Schattenbildern auf der Felswand verabschiedet, hat die 180 Grad Drehung vollzogen und schaut nun hinter das trügerische Feuer zum lichten Ausgang der Höhle, zum wahren Sein. Er sagt niemandem Bescheid, denn sonst ginge es ihm wie Sokrates, er verlässt diese Schattenwelt, die Mayawelt, unsere vergängliche Welt mit ihren vergänglichen Wesen und gelangt ins Freie, um das Selbst, die Einheit zu erfahren.
 
Zurück
Oben