Mit der Seele im Einklang sein

es geht noch weiter:
"Wisse, alles Sichtbare und was mit den Sinnen des Herzens erfasst werden kann, ist begrenzt. Darum, was nicht begrenzt ist, wird 'unendlich' genannt - En Soph. Und dieses ist die vollkommene Gleichheit in absoluter Einheit, in der es keine Veränderung gibt. Und da es hoch erhaben ist, ist es die Urgrundwurzel von ellem Verborgenen und offenbaren.

Wisse, bevor die Emanationen emaniert wurden und das Erschaffene erschaffen war, erfüllte ein einfaches Licht alle Wirklichkeit, so dass es überhaupt keinen freien Raum gab, sondern alles war von diesem Licht des En Soph erfüllt...
da kontrahierte sich das En Soph am mittleren Punkt, wahrhaft im Zentrum seines Lichts. Es kontrahierte das Licht und entfernte sich nach allen Seiten rund um das Zentrum. Dadurch blieb um den Mittelpunkt ein freier Raum, ein leerer, hohler Raum übrig. Diese Kontraktion (Zimzum) war rings um den (virtuellen) Mittelpunkt von absoluter Gleichheit, und zwar so, dass der leere Raum die Form einer vollkommenen sphärischen Kugel hatte, weil sich das En Soph in der Form einer vollkommenen Kugel von allen umgebenden Seiten in sich selbst zusammengezogen hatte. Der Grund dafür war, dass das Licht des En Soph von vollkommener Gleichheit ist..."
SEFER EZ HAJJIM
 
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@ELi7 - du hast mich nach EnSoph gefragt, dem Grund ohne Grund.

Wikipedia: En Soph ="es hat kein Ende"
ist ein Begriff der kabbalistischen Mystik, der das Unendliche bezeichnet. Gemeint ist damit die äusserste Wirklichkeit von Gott, jenseits aller spezifischen Qualitäten der Sefirot, der Gott jenseits von Gott. Aus der Zusammenziehung des undefinierbaren Urlichts des En Soph entsteht die Schöpfung. Die Welt geht durch Emanation aus dem Göttlichen Einen hervor, dem En Soph. Es handelt sich dabei um eine Selbstoffenbarung. Manche Kabbalisten setzen En Soph auch mit dem unendlichen verborgenen Gott gleich.

Die Hauptlehre der Kabbalisten ist die Lehre vom En Soph und von den Sefirot. En Soph ist lediglich in der Weise der Negation zu fassen.
En Soph ist als Urgrund alles Seienden unendlich, unbegrenzt, mit sich selbst identisch, attributslos und ohne Willen oder Gedanken.

Es wird charakterisiert als:
1. die absolute Vollkommenheit
2. eine absolute Einheit und sich stets gleichbleibende Unveränderlichkeit
3. gar nichts ist ausser ihm, d.h. alles, das All, ist in ihm.

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Ist alles in Gott, so ist auch die mangelhafte, beschränkte Welt in ihm. Andrerseits kann nicht angenommen werden, dass En Soph die endliche Welt unmittelbar geschaffen habe. Denn dann hätte er einen bestimmten Willen haben müssen, sie zu schaffen...Ausserdem müsste die sichtbare Welt , wenn sie von En Sop hervorgebracht worden wäre, ebenso unendlich wie ihr Schöpfer sein. So beweist sie durch ihre Unvollkommenheit und Endlichkeit, dass sie nicht unmittelbar aus dem unendlichen En Soph hervorgegangen sein kann.

Danke, liebe Mahuna, für die Erläuterungen zu Ain Soph, dem göttlichen Urlicht.
Nur über die Zweifel der Neuplatoniker, die du im Satz von der Negation des Ain Soph mit aufgenommen hast, solltest du noch einmal nachdenken.

Der sephirotische Lebensbaum der Kabbala bezeichnet die 10 Manifestationen, die aus dem göttlichen Urlicht hervorgegangen sind, als Zugang zur Seele des Menschen. Eine eingehende Beschreibung des sephirotischen Lebensbaumes im Menschen ist enthalten in 'Die Kabbala als jüdisch-christlicher Einweihungsweg' von Heinrich Elijah Benedikt, ISBN 3-7626-0756-7

Im Einklang mit der Seele
Um in einen mystischen Einklang mit der eigenen Seele zu kommen, vertiefe ich mich in die 10 Orte im inneren Lebensbaum, den bedeutendsten Seelenbereichen im eigenen Inneren. Der innere Lebensbaum ist vierfältig, entsprechend dem physischen Leib, dem Astralleib, dem Mentalleib und der Geistseele. Gesamthaft hat also der vierfältige Lebensbaum im Menschen 4 x 10 Seelenorte, die in der Kleinen Arcana des Tarot namentlich bezeichnet sind. Ich verstehe die Arbeit mit der Kleinen Arcana des Tarot als einen kabbalistischen Weg, über die Stufen des vierfältigen Lebensbaumes zum Einklang mit der eigenen Seele zu kommen.
In meinem Tarotcabbalistico zeige ich diesen Weg auf, als eine Möglichkeit, durch die 40 Karten der Kleinen Arcana zum Einklang mit der eigenen Seele zu kommen
und
Alles Liebe
.
 
Schon zu Beginn dieses Thread hatte ich ja schon von den Seelenschatten geschrieben, also jene Aspekte der Seele, die wir an uns vermissen oder lieber verdrängen wollen. Sich selbst zu finden bedeutet für mich, gerade die Unliebsamen zu erkennen und sich ihrer anzunehmen.

Mit dem Heil ist ja ursprünglich ein vollkommener Zustand gemeint und deshalb erscheint es mir für das Seelenheil unabdingbar sich gerade diesen negativen Schatten zuzuwenden. Es macht aber wenig Sinn, diese nun als gegeben hinzunehmen und wie eine Monstranz vor sich her zu tragen („Ich bin halt so und darf das!“).

Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass man das nicht durch Handauflegen oder dem reinen Wollen verändern kann, vielmehr sollte man lernen, mit diesen Dingen besser umzugehen. Sich in bestimmten Situationen selbst Grenzen zu setzten, die nicht übertreten werden sollen, wäre eine gute Strategie.

Wenn der Grenzübertritt dennoch geschieht, sollte man das als solchen annehmen und sich vornehmen bei einem nächsten Mal besser zu machen. Wer diese Grenze ausloten möchte, sollte sich einfach einmal eine solche Situation nochmals vor Augen führen und klären, an welchem Punkt das Geschehen seine Eigendynamik entfaltet. Einmal zu schweigen und zuhören, wenn man eigentlich das letzte Wort haben möchte, könnte sich zum Beispiel an einem solchen Checkpoint als gute Strategie erweisen.

Seelendinge brauchen ihre Zeit und deshalb darf man da auch nicht mutlos werden wenn, wenn da ein Schatten einfach nicht verschwinden mag. Nach und nach wird sich aber das Gefühl einstellen, dass man der Situation nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert ist. Eine Strategie der kleinen Schritte, bei der jeder noch so kleine Erfolg das Glücksgefühl verbreitet, sich selbst überwinden zu können.
„Das wirkliche Glück liegt nicht in einem großen Ereignis, sondern in den vielen kleinen Momenten des Alltages.“

Eine andere Baustelle zum Seelenheil erscheint mir als soziales Wesen, auch der Umgang mit meinen Mitgeschöpfen und gerade da lauern gerne die unliebsamen Schatten. Mitgefühl ist nach meiner Meinung ein zentraler Wesenszug der Menschen – wo sind da also meine Grenzen? Davon hängt dann auch die Qualität des Einklanges mit meiner Seele ab, an der ich mich messen möchte? Hier sehe ich einfach meine Sorge, dass aus der Suche nach dem Einklang mit der Seele eine egozentrische Nabelschau wird.

Jesus ist nicht ohne Grund einen Schritt weitergegangen als Platon, in dem er eben die Sorge um das eigene Seelenheil mit der Sorge um den Nächsten erweiterte. Hiermit wird also meine Grenze zu einem kollektiven Seelenheil erweitert.

Merlin
 
(„Ich bin halt so und darf das!“).

Nur ist aber das Ich nicht die Seele.

Es gibt kaum eine Menschenseele die nicht im laufe des Lebens verletzt.

Die ist nur da und kann nichts tun. Sie kann sich nicht wehren gegen Übergriffe, das tut das ICH.

ICH BIN ist nicht das (reine) Sein nach meinem Empfinden, sondern nur das Bewusstwerden der Seele im ICH des Menschen, dass Beides vorhanden.

Das Sein bedeutet für mich "es ist wie es ist" das ICH wird zum Werkzeug der Seele und nicht das des Egos...
Ich bin halt wie ich bin hat somit zwei Gesichter.

Im Einklang mit der Seele würde somit bedeuten dass das Ich in der Mitte die Waage hält zwischen seinen Seelenanteilen und einem gesunden Egoismus.
 
Im Einklang mit der Seele würde somit bedeuten dass das Ich in der Mitte die Waage hält zwischen seinen Seelenanteilen und einem gesunden Egoismus.
Vielleicht sollte ich eher für die Mitte das Wort SELBST einsetzen und nicht ICH. Oder Besser:

Im Einklang mit der Seele würde somit bedeuten, dass das Selbst in der Mitte die Waage hält zwischen der Seele und dem ICH.
 
Schon zu Beginn dieses Thread hatte ich ja schon von den Seelenschatten geschrieben, also jene Aspekte der Seele, die wir an uns vermissen oder lieber verdrängen wollen. Sich selbst zu finden bedeutet für mich, gerade die Unliebsamen zu erkennen und sich ihrer anzunehmen.

Zu Recht
macht Merlin darauf aufmerksam, dass die eigenen Schatten Hindernisse auf dem Weg zum Licht sind und daher, wie er sagt, verschwinden sollten. Aber das ist nicht zu Ende gedacht.

Die Schatten verschwinden nicht so einfach. Und verdrängen ist garkeine Lösung. Aber sich der eigenen Schatten annehmen und diese auflösen, das ist der Weg. Aber wie löst man die Schatten auf?
Psychoanalyse wäre ein Weg. Aber schon die Schüler von C.G.Jung haben ihm gesagt, dass Analyse nur der erste Schritt sein kann und dass Psychosynthese erforderlich ist, um die auseinander genommene Seele wieder zu einem Heilen und Ganzen werden zu lassen. Assagioli, Bach und Trüb, Schüler von Jung, haben Wege hierzu aufgezeigt.
Doch Merlin hat auch einen Weg aufgezeigt und das ist der Weg der Liebe von Jesus Christus. Zuerst gilt es, nach meiner Auffassung zu erkennen, dass die Schatten eigene Schulden sind, die angeschaut und durch Katharsis getilgt werden sollen. Daneben gilt es, durch soziales Engagement Liebe zu üben, Liebe zum Nächsten und zu sich selbst.

Aber mit dem Einklang so lange zu warten, bis alle Schatten verschwunden sind, das ist widersinning. Ich trete dafür ein, im Bemühen um ein Heil- und Ganzsein nicht nachzulassen, aber so gut wir nur können, in Einklang mit der eigenen Seele zu kommen
und
Alles Liebe
.
 
Kannst du auch mit deiner Seele in Einklang stehen?
Es ist für mich keine Frage des Könnens, weil so etwas meines Erachtens überhaupt nicht notwendig ist.
Und meine Begründung hierzu ist so einfach wie jederzeit überprüfbar.

Weil für mich die Seele gleichbedeutend mit Aufmerksamkeit ist, gilt dasselbe, was ich zuvor schrieb, nämlich:

brauche ich nicht zusätzlich mit ihr im Einklang zu stehen. Das wäre doppelt-gemoppelt.
Ich begründe die Aussage damit und weise darauf hin, dass eine Seele, die keine Aufmerksamkeit zum Ausdruck bringt, gleichbedeutend mit Nichtvorhandensein wäre.
Und so was gibt’s nicht und wurde auch noch niemals nachgewiesen.

Der Beweis für die Richtigkeit der Aussage ergibt sich auch aus dem Umkehrschluß, nämlich:
Eine Seele, wäre sie nicht gleichbedeutend mit Aufmerksamkeit, sie würde nicht imstande sein, irgendetwas selbst zu tun oder im Gegenzug irgendetwas bemerken zu können.
Das wäre vollkommen ausgeschlossen. Sie wäre, um es mal deutlich zu sagen, mausetot und zeigte keinerlei Anzeichen von Lebendigkeit.

Daher verstehe ich mein Vorhandensein nicht, wie es viele andere Leute tun, als "mich selbst" PLUS etwas Zusätzlichem, das ich Seele nennen und mit der ich in Einklang stehen sollte oder könnte.
Aber mir ist bekannt, dass sehr viele Menschen ihre Seele für etwas anderes halten, für etwas Zusätzliches.

Ich dagegen kann stets nur mit etwas Anderen, das ich nicht bin, in Einklang sein.
Deswegen heißt es ja ”in Einklang sein“, weil es dazu ZWEI Beteiligter bedarf, also mich und etwas Anderes, das ich zunächst bemerken muss, um damit einen harmonischen Einklang herzustellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu Recht
macht Merlin darauf aufmerksam, dass die eigenen Schatten Hindernisse auf dem Weg zum Licht sind und daher, wie er sagt, verschwinden sollten.

Was sind diese Schatten und wie und wodurch kommen sie ans Licht, bzw werden bewusst, dass man sie erkennen kann?

Die meisten Menschen wehren sich dagegen, wenn Licht gemacht wird, und etwas Schatten wirft, was die eigene "Quelle" aus sich blockiert.

Auf der anderen Seite werden Steine geworfen (wie hier im Thema) welche den Flusslauf eines Anderen bkockieren sollen, weil er nicht so fließt, wie das Ich? oder die Seele? nun haben mag...
 
Was sind diese Schatten und wie und wodurch kommen sie ans Licht, bzw werden bewusst, dass man sie erkennen kann?

Wer glücklich werden will, soll seinen Hauptfokus auf das setzen, was er haben möchte, das ist richtig. Wir leben jedoch in der Dualität, in der es immer zwei Seiten gibt. Deshalb möchte auch die dunkle Seite der Seele in einem angeschaut werden. Die dunkle Seite der Seele – Rüdiger Dahlke nennt sie den „Schatten“ – sind all die unaufgelösten Konflikte und Probleme; die nicht gelebten Sehnsüchte, Begierden und Leidenschaften. Wer seiner dunklen Seite zu wenig Beachtung schenkt, weil er nur das Gute und das Licht haben möchte, wird sich eines Tages wundern. Denn dann macht sich der Schatten „auf Teufel komm raus“ erst recht und in aller Härte bemerkbar

Ein Auszug aus
http://www.lebeblog.de/schattenprinzip-die-dunkle-seelenseite/
 
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Ich glaub der Mensch steht immer mit seiner Seele im Einklang, egal wie er ist, was er tut, je nach der Beschaffenheit seiner Seele. Den einen mags bewusst sein, den anderen nicht.
 
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