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Die Bibel - ein psychologisches Drama

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Schöpfung, 19. März 2021.

  1. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

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    Beiträge:
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    Lieber Alfa,

    zur Lesart möchte ich ein Beispiel zu Maria Magdalena anführen:

    Bischof Hieronymus schrieb im 4. Jahrhundert augenzwinkernd in einem Bibelkommentar:
    „Als Jesus auferstanden war, erschien er zuerst den Frauen. Jene wurden „Apostelinnen der Apostel“. Und die Männer sollten schamrot werden, weil sie den nicht suchten, den das zartere Geschlecht schon gefunden hatte.“

    Papst Gregor las dann später etwas anders aus dem Evangelium nach Lukas. So verkündet er in einer Predigt im Jahre 591:
    Von dieser, welche Lukas eine „sündige Frau“ nennt, glauben wir (Papst Gregor), dass sie jene Mirjam ist, aus der 7 Dämonen ausgetrieben wurden. Und was bedeuten diese 7 Dämonen, wenn nicht sämtliche Laster? Denn die Siebenzahl bildet die Gesamtheit ab. Mirjam von Magdala hatte also 7 Dämonen, welche von sämtlichen Lastern waren.
    So wurde also aus einer Apostelin eine Prostituierte. Ein Makel, der an ihr bis heute haftenblieb.

    Tja und so ließen sich noch andere Beispiele anfügen. Soll das der Sinn und die Botschaft der Evangelien sein?



    Merlin
     
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  2. Terrageist

    Terrageist Sehr aktives Mitglied

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    Beiträge:
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    Hallo @Schöpfung,

    Mal so meine Gedanken dazu, warum das vielleicht so ist. "Gott" ist in dem Sinne etwas nicht Greifbares, Übergreifendes und in allem Seiendes.
    So gesehen stimmt es (in meinen Augen) schon, dass ("imgrunde") nichts außerhalb deines / meines, des Wahrnehmenden Bewusstseins sein kann.
    Zumindest nichts, von dem wir etwas wissen.
    Daher vermutet man so eine Art Größe oder Unendlichkeit, die nicht tatsächlich mit Bildern und Ausdrücken vollständig erfasst werden kann.

    Alles ist Gott und wirkt aus ihm, aber nichts ist es in dem Sinne persönlich. Zumindest nicht über andere, denn es erschafft sich immer aus einem übergreifenden Feld, das du dir zwar erschaffst, aber nicht persönlich tatsächlich einen Überblick hättest.

    Denke ich in gewisser Weise auch. Jedoch sobald man es an einer Person, zum Beispiel mit Namen Moses festmachen will, stimmt es aus dieser Sicht schon nicht mehr.

    "Er / Es" ist der unendliche Geist, aus dem der Mensch kam (sofern er sich für diesen Menschen hält), aber das "Ich Bin" sagt eben nicht "Ich bin Gott", noch "Ich bin ein Mensch", oder "Ich bin Mensch".
    Es ist (in seiner wirklichen Grundform) einfach das pure Sein, ohne irgendwelche Festlegungen.
    Ich glaube fast, darum heißt es am Anfang auch in der Bibel (weiß jetzt nicht genau, wo), "Gebt mir keinen Namen, macht euch kein Bild von mir". Auch das eigene Bild kann man nicht darauf legen.

    Aber wie du schon auch am Ende (des ersten Posts) geschrieben hast,
    und:
    Die "Grenzenlosigkeit" erfassen wir selbst halt nicht. Daher bitten wir den Geist, der mehr ist als wir, aber wir selbst sind. Nicht festlegbar, aber beim Loslassen und in der Gelassenheit jede Erfüllung des eigenen Gedankenausdruckes bedeutet.
     
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  3. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

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    Ort:
    An den Ufern der Logana
    .
    Unser ganzes Denken, Reden, Erinnern, Lesen und Fühlen sind doch mit Bildern verbunden. Es ist also wenig sinnvoll etwas an einem Nichts festmachen zu wollen. Schon bei dem Wort „Gott“ bedienen wir uns mit jedem Buchstaben dieser Bildersprache der Seele.

    Selbst in der jüdischen Tradition hat man es nicht geschafft, diese Bildhaftigkeit zu überwinden, man hat dem Gott lediglich einen anderen Namen gegeben. So wurde aus Jahwe ein Herr, Vater, Adonai, Kyriós oder schlicht und einfach ein Ewiger.

    Nicht nur in diesen Versen besteht also ein Widerspruch:
    2. Moses 20[1] Und Gott (Elohim) redete alle diese Worte:
    [2] Ich bin der Herr
    (Jahwe) dein Gott (Elohim) ...
    [4] Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des da oben im Himmel ...


    Ich denke, dass es von den Christen klug war, sich von dieser Bilderlosigkeit im Zweiten Konzil von Nicäa (787) endgültig zu verabschieden. (y)

    Merlin
     
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  4. Teigabid

    Teigabid Sehr aktives Mitglied

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    burgenland.at

    Immerhin ist es kein gebrochener Flügel gewesen, der extrahiert werden sollte … :cool:

    Gerade solche Bibelstellen erlauben uns die damalige Denkweise in ein nachvollziehbares Verhältnis zu setzen.
    Nämlich wenn wir davon ausgehen, der Begriff Gott umfasst alles – und der Mensch ist nur ein Teil davon.
    In der weiteren Folge verliert der Mensch als Person beim Sterben einen wesentlichen Teil von sich, was den Körper anbelangt,
    und ist somit nur mehr ein geringer Rest von seinem Selbst,
    er ist zwar körperbezogen vorhanden,
    hat aber dennoch keinen Zugriff auf die gewohnten Körperfunktionen – im Laufe der weiteren Zeitspanne eines Daseins nach dem Tod.

    Jetzt könnte man sagen – einst und jetzt – so eine Befindlichkeit müsste man erfahren haben, oder jemand von „drüben“ weiß davon ins Diesseits zu berichten.
    Mit anderen Worten: die restliche Handgreiflichkeit kann durchaus ein Mittel der emotionalen Kommunikation darstellen.
    Eine Fähigkeit, die man mit der Zeit lernt zu vernachlässigen – oder auch nicht, je nach dem.


    In dem Zusammenhang lesen wir bei Johannes,
    wie sich Jesus nach zeitlich weiträumigen Jenseitsverbindungen erkundigte:

    Joh 8,36-39

    Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei.
    Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid.
    Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet.

    Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe,
    und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.

    Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham.

    Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham.


    … und ein :)

    -
     
  5. Alfa-Alfa

    Alfa-Alfa Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    17. Januar 2019
    Beiträge:
    5.580
    verstehe ich jetzt nicht...
     
  6. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Hallo Alfa,

    durch die starken Einflüsse aus den vormals heidenchristlichen Regionen in Europa kristallisierten sich zwei Strömungen im Christentum heraus.

    Während ein Lager weiterhin an der Bildlosigkeit aus jüdischen Tradition festhalten wollten, wandten sich andere ihrer althergebrachte Gepflogenheiten der bildhaften Göttlichkeit wieder zu. Etwas das gerade in den orthodoxen Kirchen sehr beliebt war und immer noch ist. Die Bilderlosigkeit des aufkommenden Islams im Orient dürfte bei diesem Streit mit eine Rolle gespielt haben (7. Jh.).

    Es ging also um die Anbetung von Darstellungen Jesus, Gottes, Engel, Maria, sonstige Heilige und auch die Bibel als solche. Es kam dann auf diesem Konzil zum Konsens, dass all diese Dinge zwar verehrt werden dürfen, aber nicht angebetet. Das wurde damit begründet, dass diese sinnbildlichen Verehrungen, auf Gott übergehen würden.

    So erklärt sich auch die Sache mit der Bibel, die zwar verehrt aber nicht angebetet werden soll. Unabhängig davon halte ich das Gebot zum Bildnis Gottes für unsinnig, weil die Bibel selbst eine Persönlichkeit Gottes herstellt.

    So wird er zum Beispiel als Vater dargestellt, der zu den Menschen spricht und damit verbinden wir unbewusst eine Persönlichkeit. Also etwas, das Gestalt annimmt, zu der auch wir sprechen können (das Gebet). Für unsere Seele spielt es in diesem Zusammenhang keine Rolle ob nun ein Wesen von realer oder fiktiver Natur ist, mit dem sie sich verbinden möchte.

    Selbst wenn solche Wesen nur als Lufthauch umschrieben werden, ist für uns eine gewisse Präsens notwendig, mit der unsere Seele berührt und bewegt werden kann (z. B. der Heilige Geist).

    Demzufolge war der Konsens in Nicäa aus menschlicher Sicht sinnvoll. Unabhängig davon war selbst Jahwe nicht immer bild- oder gestaltlos. Bildliche Darstellungen aus dem göttlichen Pantheon findest Du zum Beispiel in vielen r./k. Kirchen.


    Merlin
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. April 2021
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