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Matura / Abitur – Was wurde daraus?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Arphen Maethor, 10. Januar 2009.

  1. Arphen Maethor

    Arphen Maethor Mitglied

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    Vorwort:

    Ich möchte im Folgenden einen Gedankengang von mir schildern, der eine Meinung sowie eine ehrliche Kritik am System darstellt. Behandelt wird dabei das Thema Matura / Abitur sowie einige Themen die damit im Zusammenhang stehen.
    Es ist kein einfaches „sich Luft machen“ eines genervten Bürgers, sondern vielmehr ein Aufruf zum Umdenken, auch wenn ich nicht glaube, dass sich deswegen am System etwas ändern würde. Dennoch möchte ich diese Kritik verfassen, in der Hoffnung, zumindest einige Menschen zu berühren und ein Umdenken, zumindest in kleineren Kreisen, herbeizuführen.
    Im weiteren Verlauf werde ich das Abitur generell als Matura bezeichnen, da es im Grunde das selbe ist und nur Landesspezifisch eine andere Bezeichnung trägt.

    Vorweg möchte ich erwähnen, dass meine Kenntnisse auf meinen Erfahrungen an 3 Gymnasien beruhen, sowie auf zahlreichen Gesprächen mit befreundeten und bekannten Schülern, Studenten, Lehrern und Dozenten und auch anderen Akademikern.
    Zu den mir bekannten Akademikern zählen sowohl 3 Archäologen, als auch 4 Anwälte, 2 Ärzte eine Dozentin sowie einige ältere Professoren an Gymnasien und ein mittlerweile pensionierter Schulrat, sowie hoffentlich viele zukünftige Akademiker die momentan noch studieren bzw. die Matura / das Abitur machen. Weiteres werde ich während meinen Ausführungen ansprechen.

    Ich möchte aus rechtlichen Gründen anmerken, dass dies eine freie Meinungsäusserung ist und ich niemanden beleidigen möchte, noch eine Revolution anzetteln will. Ich hoffe allerdings, dass vielleicht einige Menschen mit diesem Gedankengut in Kontakt kommen, die eventuell Lösungen für die Probleme liefern – und sie umsetzen können. Das ist vermutlich mehr ein Wunschtraum denn Realität, aber es muss ja nicht alles absolut sein.



    Was ist die Matura / das Abitur?

    Schon hier ergibt sich ein Definitionsproblem. Rechtlich gesehen ist es eine „Reifeprüfung“ Aber was ist nun Reife? Ich denke das kann jeder individuell anders sehen.
    Für Manche ist Reife einfach das erreichen eines gewissen körperlichen Alters, wie die Volljährigkeit oder das überschreiten der 50.
    Für Andere ist es schlicht die Geschlechtsreife, andere wiederrum sehen darin das erreichen einer bestimmten Leistung im Leben, wie auf eigenen Beinen zu stehen. Für spirituellere Menschen ist Reife etwas rein geistiges, das mit geistiger Evolution zu tun hat.
    Wie sie sehen kann die Matura nichts von alledem wirklich Bescheinigen zumal die geistigen Elemente nicht gelehrt werden können, oder nur im minimalen Umfang.

    Ich denke, dass die Matura also früher eine gewisse „Wissensreife“ bescheinigen sollte, bei welcher der Prüfling ein gewisses Ausmaß an Wissen vorweisen musste, dass ihn dann berechtigte zu studieren und somit in den Kreis der Akademiker einzutreten.
    Viele der älteren Menschen mit denen ich darüber sprach, erinnerten sich mit Wehmut an die Zeiten zurück als die Matura noch etwas Wert war und etwas zeigte.
    Früher stand eine bestandene Prüfung für Allgemeinwissen in allen grösseren Wissenschaften, sowie eine gewisse Intelligenz und gehobenes Niveau.
    Heute ist das bestenfalls ein Witz geworden.
    Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass man die Matura längst nicht mehr nur im Gymnasium oder gleichwertigen Schulen machen kann.
    Ein Cousin von mir studiert Medizin und machte seine Matura in einer Tourismusschule. Dort hatte er Fremdsprachen und praktische Arbeiten – Kellnern, Küchendienste und dergleichen. Was er nicht hatte sind Naturwissenschaften. Dennoch schloss diese Schule mit Matura ab.
    Meine Cousine wiederrum besucht eine Schule, in der Englisch als einzige Fremdsprache und Pädagogik als einzige Wissenschaft unterrichtet wird, und der Hauptteil des ganzen besteht aus praktischer Arbeit in Kindergärten. Abschluss: Matura. Ohne dass Naturwissenschaften angesprochen werden.
    Meine Tante machte ihre Matura an der umgangsprachlichen „Knödelakademie“ oder Hauswirtschaftsakademie. Sie hatte neben Kochen, Bügeln und ähnlichen Fächern noch ein Minimum an Englisch und anderen hauswirtschaftlichen Fächern, von Naturwissenschaften keine Spur, und dennoch ein Zeugnis das sie zum Studium berechtigt.
    Und ähnliche Schulen gibt es viele.
    Bezeugte früher die Matura, dass der Bestehende eine gewisse Bildung und Intelligenz hat, so bezeugt die Gymnasialmatura heutzutage eher, dass der Inhaber des Maturazeugnisses eben jenes – Bildung und Intelligenz – nicht besitzt, denn ansonsten hätte er viele wesentlich einfachere Möglichkeiten gehabt zu maturieren. Und dank der Handelsakademie kann man mit einer Gymnasialmatura im Berufsleben nichts mehr Anfangen.
    Wer auf der HAK maturiert kann direkt arbeiten beginnen. Wer auf Gymnasien, selbst mit wirtschaftlichem Schwerpunkt, maturiert, kann mit der Matura selbst gar nichts anfangen ausser weitere Ausbildungen zu machen. Dies erfuhr eine alte Schulkollegin von mir schmerzlich als sie nach ihrer Matura in einem Büro anfangen wollte.
    Handelsschulabsolventen werden hier Gymnasiasten klar vorgezogen, und Handelsakademiker sowieso.
    Selbiges gilt für andere Maturaarten für andere Berufszweige.

    Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit eine Matura per Kurs nachzuholen, oder eine Berufsmatura abzulegen, in welcher Naturwissenschaften, ausgenommen eventuelle Fachspezifische, ignoriert werden. Und gilt als Matura – hier jedoch nur für Fachspezifische Studienzweige.

    Verstehen sie mich nicht falsch, ich bin durchaus der Meinung, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben sollte in seinem Beruf weiterzukommen. Meine Kritik gilt eher dem System für was die Matura schon verlangt wird.
    Einst war die Matura eine Sache für eine gewisse Elite. Heute ist es Standard.

    Ich weiss von meinen eigenen beruflichen Erfahrungen und durch zahlreiche Freunde, dass es mittlerweile sogar Friseurläden gibt, welche die Matura als Standard für ihre Mitarbeiter vorraussetzen. Ich frage sie, welcher Friseur benötigt in seinem Beruf Tiefenpsychologie, Psychoanalyse, Quantenphysik, Evolutionsbiologie, Genetik, höhere Mathematik, Latein oder Wissen um die Kreuzzüge? Das einzige wirklich interessante Fach wäre Chemie.
    Und ähnliches gilt für viele andere Berufe die mittlerweile in einigen Ländern (ich beziehe mich damit auf Österreich, Deutschland und / oder Schweiz) die Matura benötigen.
    Wenn sie in der Schweiz Krankenschwester / Pfleger/in werden wollen benötigen sie eine Matura. Welcher an Medizin interessierte Mensch mit Matura macht Krankenpflege statt einem Medizinstudium? Die Ausbildungsdauer ist fast die selbige.

    Auch bei Polizisten stellt sich mir die Frage welcher Maturafächer für diesen Beruf WIRKLICH relevant sind. Und es liessen sich viele andere Berufe und Ausbildungen aufzählen. Zumal die meisten Berufe sowieso nicht auf dem Wissen einer Matura aufbauen, sondern jeder neue „Lehrling“ den Beruf von 0 weg erlernen muss.
    Ich habe zum Beispiel im Gymnasium nichts gelernt was ich als Pfleger wirklich brauchen würde. Oder als Friseur um beim Thema zu bleiben. Medizin und Haarbezogene Chemie wurden nicht einmal gestreift im Unterricht, geschweige denn wie man eine Injektion setzt oder eine Schere benutzt.
    Bei solchen Berufen starten alle Bewerber bei 0, egal ob sie Hauptschulabschluss oder Matura besitzen, nur wird letztere nun oftmals vorausgesetzt. Irgendwie entzieht sich mir hier die Logik.

    Besonders da ich einige ausgezeichnete Pfleger und Pflegerinnen kenne welche mit ach und krach den Hauptschulabschluss geschafft haben und nun vielfach gelobt werden für ihre herausragenden Leistungen in ihrem Beruf. Und ich kenne leider auch das Gegenteil, von maturierten Pflegern und Pflegerinnen die in ihrem Beruf sehr eindeutig fehl am Platz sind.
    Man benötigt für gewisse Berufe ganz andere Kompetenzen, als eine Matura abdecken würde.
    Pfleger brauchen so etwas wie soziale Kompetenz – etwas, das man in keiner Schule lernen kann und auch nicht unterrichtet wird. Dinge wie Einfühlungsvermögen oder handwerkliches Geschick lernt man nicht an einem Gymnasium, man lernt eher wie man ohne solche Dinge auskommen kann, immerhin war früher die Hauptschule für das „gemeine“ Volk und jene die handwerkliche Berufe erlernen wollten, und das Gymnasium für die „gehobene“ Gesellschaft die Geld hatte.

    Ich frage mich in wie vielen Berufen wie viele an und für sich bestens geeignete, herausragende Nachwuchstalente keine Chance bekommen, weil sie über keine Matura verfügen. Ich kenne jedenfalls sehr viele ausgezeichnete Arbeiter, welche in früheren Zeiten lernten und nie eine Matura brauchten, und diese auch nie geschafft hätten.
    Es ist meine Überzeugung, dass jeder Mensch zumindest ein herausragendes Talent besitzt mit dem er/sie sehr erfolgreich werden kann und in einem Beruf grosses Lob erringen kann.
    Doch aufgrund immer höher werdender Anforderungen können solche Talente oftmals ihrer wahren Berufung nicht folgen und müssen auf Arbeiten ausweichen, die normalerweise von Hilfsarbeitern erledigt werden – und das ein Leben lang.
     
  2. Arphen Maethor

    Arphen Maethor Mitglied

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    Doch abgesehen von der Sinnfreiheit der Matura in manchen Berufen, haben wir auch das Problem das die so genannte „Chancengleichheit“ nicht wirklich existiert, und es streng genommen auch gar nicht kann. Letztlich sind Beurteilungen immer zu einem gewissen Grade Subjektiv.
    Doch abgesehen davon wimmelt es nur so von „Schulversuchen“ und Schulen mit jeweils ganz anderen Schwerpunkten, sogar wenn sie die gleiche Bezeichnung tragen.
    Das bekam ich selbst deutlich zu spüren, als ich vom BRG Reutte in Tirol ans BRG Waidhofen an der Ybbs wechselte.
    In den naturwissenschaftlichen Fächern hatte ich das Gefühl, alles zum 3. mal zu hören, wohingegen ich in den Sprachen ein arges Problem bekam. In Englisch hatte ich immer eine solide 3, 6 Jahre lang. Einmal schrieb ich eine 2, einmal eine 4, ansonsten nur 3en.
    Des weiteren habe ich privat über Chats und Brieffreundschaften mit Amerikanern und Engländern sehr viel mit der englischen Sprache zu tun und bin der Meinung hervorragend kommunizieren zu können – was ja der Sinn des Sprachunterrichtes ist. Ich bekam auch öfter als einmal von Engländern gesagt, mein Englisch sei besser wie ihres.
    In Waidhofen jedoch schrieb ich in Englisch plötzlich nur noch 5er. Und zwar massive.
    Ich war geschockt, war Englisch doch bisher das einzige Hauptfach in dem ich mir nie Sorgen gemacht hatte. Als Anmerkung, ich habe eine leichte Legastenie, wenn ich unter „Druck“ stehe und schreibe – in allen Sprachen, Nomen klein und Verben gross. Ich weiss, dass dies falsch ist, aber in der „Eile“ passieren mir solche Fehler sehr oft, wie auch, dass ich Buchstaben einfach auslasse. Mein Musterbeispiel ist das Wort „beautiful“ in Englisch. Ich weiss wie man es schreibt, und schreibe es auch immer richtig, ausser bei Prüfungen, wo ich das u jedes Mal vergesse. Auch wenn ich mir des Fehlers wohl bewusst bin, passiert er mir unter Druck ständig. Ich finde das auch insofern sinnfrei, als dass jeder Engländer trotzdem genau weiss, was gemeint ist. Selbiges gilt natürlich für Deutsch und Co. Die Kommunikation funktioniert einwandfrei – was der Sprachunterricht ja bezwecken will.
    Was jedoch genügendes Englisch ist und was nicht, variiert von Lehrer zu Lehrer und Schule zu Schule, sowie von Schulform zu Schulform. Soviel also zur Chancengleichheit.

    Natürlich KANN der Schüler sich an andere Lehrer oder Schulräte wenden, wenn er sich ungerecht beurteilt fühlt. Aber seien wir ehrlich. Wie viele pubertierende Teenager haben den Mut dazu? Wie viele interessiert es überhaupt? Und wie viele wissen überhaupt, dass dies möglich ist? Vor allem, wenn man in einem Fach nur ein und denselben Lehrer über Jahre hinweg kennt, ist es doch fast unmöglich zu wissen, was gerecht und was ungerecht ist.
    Man hat ja nur einen Bezug.

    Man kann hier auch einfach von Lehrern ausgearbeitete Tests zum vergleich nehmen. Manche Lehrer werfen mit Fachausdrücken nur so um sich und wollen detaillierte Beschreibungen hören / lesen, wie sie im Buch stehen. Anderen genügt es, wenn der grobe Sinn erklärt werden kann und wieder andere, wollen eine Ausführung in eigenen Worten um sicherzugehen, dass der Schüler den Stoff verstanden und nicht nur auswendig gelernt hat wie ein Papagei.

    Was mich zum meiner Meinung nach grössten Problem der Matura bringt.
    Um bis zur Matura zu kommen und diese sehr gut zu bestehen, genügt es völlig, Texte auswendig zu lernen. Den Stoff verstehen muss man nicht. Und solche Papageienschüler sind sehr weit verbreitet.
    Ich möchte hier ein prägendes Erlebnis aus meinem Leben schildern. Bei einem Physiktest hatte sich bei unserem Lehrer eine Frage eingeschlichen, die wir zwar ausführlich behandelt, aber für den Teststoff gestrichen hatten, da sie bereits im vorigen Test kam. Der Lehrer dachte, eine Frage von einem bereits geschriebenen Test zu bringen würde ein kleiner Bonus für die Schüler sein, in der Erwartung, dass jeder diese 3 von insgesamt 18 Punkten holen würde. Als Anmerkung sei gesagt, dass damals von 25 Schülern 23 diese Frage korrekt beantwortet hatten, davon 15 mit voller Punktezahl. Diesmal konnte von 25 Schülern nur einer diese Frage beantworten, und das war ich. Und ich stand in Physik nur auf einer 2, wohingegen 4 andere eine 1 hatten.
    1 Woche später sprach ich mit einigen Mitschülern meiner Klasse über den Test – und NIEMAND konnte mir eine Frage beantworten, obwohl sie genau diese Frage im Test korrekt beantwortet hatten.
    Es wird auswendig gelernt und nach dem Test vergessen. Zur Matura wird genau gelernt was benötigt wird, und dann ist es vergessen, bis auf das, was man im späteren Beruf / Studium wieder braucht. Ist das der Sinn einer Matura? Ich halte solche Prüfungen des Auswendig lernens eher bei Schauspielschulen für angebracht, aber nicht bei akademischen Schulen, bei denen ich erwarten würde das herausragende Absolventen den Stoff verstanden und nicht nur auswendig gelernt haben.

    Die Tatsache jedoch, dass man sich als Dozent den Mund fusslig reden und mit Leidenschaft unterrichten kann, und es bei ca. 1 von 50 Schülern wirklich hängen bleibt, während die anderen 49 es nicht verstehen und gleich wieder vergessen, ist der Frust und Ärger vieler mir bekannter Professoren.
    Und jemand, der nicht mal versucht den Stoff zu verstehen, ist meiner Meinung nach auf einem Gymnasium am falschen Platz. Wenn man aber gut auswendig lernt, kann man auch schwer überprüfen, ob der Stoff verstanden oder nur nachgeplappert wurde.

    Es ist auch die Frage, wie viele der Gymnasialmaturanten später auch wirklich studieren gehen. Die Erfahrungen können hier weit auseinander gehen, aber von meinen Bekannten haben nur grob 30% der Maturanten studiert, während die anderen „einfachere“ Ausbildungen wählten, die eine Matura zwar vorraussetzen aber nicht benötigen, wie Beispielsweise, Friseur oder Polizist.

    Da die Matura nun aber immer wichtiger wird, wollen sie natürlich immer mehr Menschen haben. Das führt dazu, dass das Niveau der Maturanten steil bergab geht und das Niveau der Matura gleich mit in den Keller rasselt, wie zu Anfangs erwähnt. Doch wozu führt es?

    Wie viele bemerkt haben, ist die Kompetenz von Fachkräften ebenfalls rapide gesunken.
    Ich habe schon Ärzte erlebt die eine Mandelentzündung diagnostizierten, obwohl der Patient keine Mandeln mehr hatte. Dadurch, dass nun praktisch jeder „Depp“ einfach maturieren und sich durch Prüfungen mogeln kann, ohne wirklich was zu verstehen, haben wir gerade in jenen Berufen die eine Matura erfordern, immer mehr kompetenzlose Nichtsnutze. Und einige davon halten Menschenleben in der Hand.

    Ich selbst vertraue da lieber Hausrezepten und alternativer Medizin als einem Arzt.
    Zumal die westliche Medizin sehr stark von Pharmaziekonzernen geprägt ist, die vor allem das Geld der Patienten wollen, nicht deren Gesundheit. Es gab bereits Untersuchungen, denen zu Folge knapp 50% der Krankenhäuser, ohne Mitwissen oder Einwilligung der Patienten, an ihren Patienten Medikamente Testen, gegen entsprechende Bestechungssumme seitens des Konzerns. Ich bin der Meinung westliche Medizin eignet sich hervorragend bei akuten Problemen. Herzversagen, Unfälle und dergleichen. Aber wenn es um einfache Erkrankungen geht sind östliche Heilpraktiken bei weitem effektiver, günstiger und haben vor allem weniger Nebenwirkungen. Ich habe mir Schmerztabletten aus der Apotheke besorgt gegen Migräne. Nebenwirkungen: Herzversagen, Tumorbildung, Magendurchbruch, Blutungen, Bewusstlosigkeit, Durchfall, Ausschläge und mehr. Als ich das gelesen habe, hat sich mein Kopfschmerz verzogen bevor ich eine Tablette eingenommen habe.

    Doch zu diesem Thema wurden bereits einige hervorragende Werke verfasst, von denen ich meinen persönlichen Favoriten kurz erwähnen möchte: Hermetische Psychologie und Charakterkunde von Dieter Rüggeberg, wo unter anderem die Thematik westliche Arroganz und östliche / geisteswissenschaftliche Erfolge angesprochen wird. Der im Westen bekannte Placebo Effekt ist im Grunde nichts anderes, wie eine Geistheilung oder Wunderheilung. Verabreicht wird eine Zuckerpille ohne Wirkstoff, die ausser etwas höherem Blutzucker nichts bewirkt. Dennoch wird der Patient gesund, weil er GLAUBT, dass es ein wirksames Medikament ist. Geisteswissenschaft lässt grüssen.
     
  3. Arphen Maethor

    Arphen Maethor Mitglied

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    Nach dieser Abschweifung zurück zur Matura.
    Ich bin der Meinung, man müsste diverse Berufe einfacher zugänglich machen, oder alternative Wege besser bekannt machen.
    Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass sich ein Psychotherapeut gigantische 8 Jahre Schulzeit ersparen kann, wenn er statt dem herkömmlichen Weg über Matura und Psychologiestudium eine Eignungsprüfung vor dem Psychotherapeutenbeirat ablegt. Und ähnliches ist in vielen anderen Berufen möglich.
    In dem Zusammenhang auch die Sinnfreiheit, dass ein Zahn- oder Tierarzt Allgemeinmedizin studieren muss, aber dennoch nicht als Hausarzt praktizieren darf, der die selbige Ausbildung nur ohne späteres Zusatzstudium besitzt.

    Man könnte natürlich auch das Finanzsystem an und für sich kritisieren, da 95% des Geldes in der Hand von 1% der Menschheit liegt und es bei gerechter Verteilung jedem einzelnen Erdenbürger möglich wäre in Wohlstand zu leben. Und die Tatsache, dass unproduktive Arbeit wie Spekulation bei weitem mehr Geld einbringt als produktive Arbeit wie ein Handwerk. Kurz, Menschen die eigentlich nichts tun, verdienen weit mehr als Menschen die sich zu Grunde schuften und fürs nackte Überleben rackern müssen. Was besonders in den USA aber auch in Deutschland oft beobachtet werden kann.

    Ein Biologe sagte mir einmal, dass der heutige Mensch sich genetisch nur um einen Bruchteil eines Prozentes vom Steinzeitmenschen unterscheidet und mir kommt vor, selbiges trifft auf den geistigen Unterschied zu. Was hat der Mensch dazugelernt?
    Im Grunde verprügeln sich immer noch Stämme gegenseitig, um bessere Jagdgründe zu bekommen, nur auf staatlicher Ebene. Und immer noch nutzen diejenigen die können, die wehrlosen nach Strich und Faden aus um selber ein klein wenig mehr überflüssigen Wohlstand zu haben.
    Sollten die Menschen mit der Technologie von heute nicht langsam die geistige Reife einkehren lassen, dass es eben nicht Mangel, sondern genüg für alle gäbe, würde man wirklich gerecht teilen und das wohl der Mehrheit über das wohl Einzelner stellen?
    Würde die Menschheit so reif sein, das Gemeinschaftswohl über das eigene zu stellen, würden wir längst alle in Wohlstand leben und es gäbe wesentlich weniger Umweltverschmutzung. Man würde dann schon seit längerem Wasserstoffbetriebene Autos fahren können, anstatt dass Ölkonzerne eben dies verhindern, solang ihnen das weniger einbringt als neue Autos.
    Auch viele andere Probleme, wie Trinkwasserknappheit, könnte man lösen, würde nicht jeder auf das Geld schauen.

    Doch geht es in diesem Beitrag vielmehr um kleinere Probleme.
    Ich nehme an, die Matura wird deswegen so häufig in so vielen Berufen, die diese definitiv nicht benötigen, verlangt, weil der Arbeitsmarkt überlaufen ist und die Hilfsarbeiter aussterben. Aber deswegen echte Talente zwingen, ihre Talente zu vergeuden und stattdessen Papageien ohne jede Kompetenz einstellen?
    Ein gutes Beispiel wäre doch die Informatik. Ein Informatikstudium ist halb sinnfrei, weil es sowieso alle 5 Jahre komplett neue Programme gibt und man ständig mitlernen muss. Des weiteren hab ich schon oft erlebt, dass 16 jährige Schüler wesentlich mehr Ahnung von Computern und dem Programmieren haben, als ihre Lehrer oder Informatiker.
    Ich kenne auch Menschen die in Zeitungen sehr erfolgreich schreiben, ohne je Journalismus studiert zu haben, selbiges gilt für einige sehr erfolgreiche Schriftsteller. Und ein Schwarzenegger wurde ohne schauspielerische Ausbildung einer der erfolgreichsten Schauspieler und ist nun Gouverneur.

    Und dann haben wir das Problem, das man viele Alternativen gar nicht kennt. Man sollte eher ein Fach wie „Berufskunde“ einführen, indem den Schülern gezeigt wird was es gibt, und wie man es bekommen kann.
    Ich erfahre immer noch oft von Berufen, von denen ich bisher nicht einmal wusste, dass sie existieren, oder von Möglichkeiten, Berufe, die eigentlich ein Studium vorraussetzen, per Eignungstest zu erlernen.
    Und dann gibt es da Networkmarketing, welches für viele Menschen ein ausgezeichneter Beruf sein kann, das aber meistens unbekannt bleibt. Ich kenne einen Landschaftsgärtner, der per Networkmarketing zu einem Jahresgehalt von knapp 400 000 Euro gekommen ist. Natürlich ist so was selten, aber ich kenne dafür umso mehr Hausfrauen, Hausmeister oder Schreiner, die sich damit monatlich 1000 Euro dazuverdienen. Natürlich ist das auch nicht für jeden geeignet, aber es ist für einige eine echte alternative, die allerdings den wenigsten bekannt ist. Wolfgang Schüssel hat einmal selbst Network Marketing als eine Wirtschaftsmöglichkeit der Zukunft beschrieben. Und viele Wirtschaftsexperten sehen darin eine effektive Lösung zum Problem der Arbeitslosigkeit. Dennoch kennen es nur die wenigsten.

    Ich bitte um Entschuldigung für Abschweifungen, gebe jedoch zu bedenken, dass dies hier in erster Linie eine Anregung zum Denken, und keine wissenschaftliche Arbeit sein soll.

    Zurück also zur Matura und einem Problem das mich sehr ärgert.
    Die Lehrpläne sind meistens weit hinter aktuellen Erkenntnissen zurück, was bei der rasanten Geschwindigkeit des Fortschrittes auch verständlich ist.
    Ich mag mich auch irren, aber meines Wissens müssen Ärzte beinah jährlich Fortbildungen besuchen, um immer auf aktuellem Stand zu sein, Lehrer hingegen nicht.
    Gott sei Dank kenne ich jedoch viele Lehrer, die sich freiwillig weiterbilden und Interesse an ihrem Fachgebiet haben. Allerdings sind auch diesen die Hände gebunden, da sie sich an den Lehrplan halten müssen und neue Erkenntnisse, die den Alten oft entgegengesetzt sind, nicht unterrichten dürfen.
    Obendrein interessieren sich wie gesagt sowieso nur etwa 2 von 100 Schülern dafür.

    Ich weiss jedoch von Studenten, dass man in Naturwissenschaftlichen Fächern die ersten Semester damit verbringt, sein Schulwissen zu vergessen und für neues offen zu sein.
    Eine mir bekannte Dozentin hat auch eine Einstellung an der Uni, die ich vor kurzem in einem Buche wiederfand. Sie ist Dozentin für Geschichte und macht ihren Studenten folgendes klar und deutlich: Geschichte ist nicht die Wahrheit und kein Fakt, sondern eine Sammlung von Geschichten und Sagen, welche von Menschen geschrieben wurden.
    Diese Menschen hatten eine eigene Sichtweise der Ereignisse, Emotionen, und bezogen ihr Wissen oftmals von Erzählungen anderer Menschen, die wiederrum eine eigene Sichtweise hatten und so weiter.
    Nicht selten wurde die Geschichte mit Absicht verändert oder gar erfunden beziehungsweise „gelöscht“ um irgendwelche Herrschafts oder Besitzansprüche zu rechtfertigen.
    Des weiteren wird Geschichte von den Siegern geschrieben, und diese stellen sich sicherlich ganz anders da, wie die Verlierer sie darstellen würden. Und die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Ausser dem wird in der Geschichte auch viel spekuliert und unwahrscheinliche Möglichkeiten werden ignoriert.
    Hinzu kommt, dass neue Funde oftmals bisheriges Wissen komplett überholen und in Frage stellen.
    Einst fragte mich ein Geschichtsprofessor:
    „Wer hat Amerika entdeckt?“ und bekam von mir folgende Antwort:
    „Ihre Fragestellung ist sehr mangelhaft. Wer Amerika als erster Mensch überhaupt entdeckt hat ist nicht bekannt und wird es wohl nie werden. Ich persönlich vermute, es war ein Fischer der zu weit raus gefahren ist. Wenn sie wissen wollen, welcher Europäer als erstes Amerika entdeckt hat, war es Leif Erikson knapp 500 Jahre vor Kolumbus. Und das ist der erste Bekannte, es könnten auch schon vor Leif einige Isländer in Grönland gewesen sein. Sprachwissenschaftlicher Abschweif, Grönland bedeutet „Grünes Land“ und ist ein nordischer Name, eben weil Nordmänner schon seit längerem in Amerika waren.
    Auch Erik der Rote soll Grönland entdeckt haben der, wenn ich nicht irre, Leifs Vater war.
    Kolumbus allerdings hat Amerika 1492 entdeckt.“
    Nun, hätte ich Kolumbus und 1492 nicht dazugesagt hätte ich die Frage offiziell falsch beantwortet. Eigentlich eine Frechheit nicht? Nichtwissen wird bestraft, Bildung auch.

    Und da ich mich privat mit Quantenphysik und Geisteswissenschaften beschäftige, merke ich leider auch allzu oft, dass im Physik und auch Religionsunterricht Dinge gelehrt werden, die seit etwa 30 Jahren nicht mehr gültig und längst überholt sind, was sicher auch auf viele andere Fächer zutrifft.
    Und wie ich meinem aktuellen Biologieprofessor entnehme (ich hole meine damals abgebrochene Matura gerade nach) weiss auch er wesentlich mehr, als er laut Lehrplan wissen dürfte. Allerdings unterrichtet er es auch nicht, sondern beantwortet mir geduldig meine Fragen nach der Stunde. In diesem Sinne muss ich wohl all meinen bisherigen Naturwissenschaftlichen Lehrern danken, die in den Pausen zwischen den Stunden oftmals von mir belagert wurden.

    Was mich zum Ende bringt. Hier möchte ich mit Zitaten von Albert Einstein schliessen:

    „Die Intelligenz auf der Erde ist eine Konstante, nur die Bevölkerung wächst ins unermessliche.“
    „Ich weiss nicht mit welchen Waffen der 3. Weltkrieg ausgefochten wird, aber der 4. ganz bestimmt mit Pfeil und Bogen.“
    „Seit sich die Mathematiker über meine Relativitätstheorie hergemacht haben, verstehe ich sie selbst nicht mehr“

    Und zuletzt von einem Quantenphysiker, im Bezug darauf, dass die Quantenphysik die gesamte Realität wie wir meinen sie zu kennen, in Frage stellt:
    „Wer die Quantentheorie kennt und nicht schockiert ist, hat sie nicht verstanden.“
     
  4. Felicitas15

    Felicitas15 Mitglied

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    ...also das mit Medizin, Matura und Krankenpflege leuchtet mir wirklich nicht ein... in 3 Jahren ist die Pflegeausbildung fertig und man kann arbeiten... für Medizin sind doch um als Arzt zu arbeiten mindestens 6 Jahre Studium und 3 Jahre Praktikum (Turnus) nötig... auserdem sind das ja 2 total verschiedene Berufe??? wobei ich es auch persönlich nicht unbedingt sinnvoll finde vor der Ausbildung für Krankenpflege eine Matura zu verlagen...vor allem weil vor ein paar Jahren die Diskussion war, die Krankenpflegeschulen als 5 jährige Schulen die mit der Matura schließen zu gestalten, so wie die zitierte HAK. *fg* ... übrigens heutzutage gehen die meisten Leute nach der HAK wenn sie arbeiten zwar arbeiten, aber als LEHLINGE mit verkürzter Lehrzeit!!! Das finde ich wieder arg... füher ging man dannach auf einen guten Bürojob heut lernt man zb. Bibliotheksasisstent,... ein neu erfundener Beruf den man früher mit ner Matura blank (zb. Gym) problemlos sofort... ergo sofort mit nen richtigen Gehalt und nicht 2,3 Jahre nur mit nen besseren Taschengeld=Lehrlingsgehalt machen muss....

    so viel zu dem ... aber was sollen die Leute denn machen wenn es plötzlich so viele böse Leute mit Matura gibt...*fg*
     
  5. Arphen Maethor

    Arphen Maethor Mitglied

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    Schon richtig, ich ging grade von der Schweiz aus - dort sinds aktuell 4 Jahre Ausbildung + Matura als Vorraussetzung für den Pflegeberuf. Also Altenpfleger, Krankenpfleger, Psychatriepfleger...
    Die Sache is jedenfalls die. Als Arzt verdienst mitunter bedeutend mehr denn als Pfleger, hast im krankenhaus mehr zu sagen (auch wenn offiziell die pflegedientsleitung für Pfleger zuständiog ist und nicht Ärzte) hast mehr Ansehen in der Gesellschaft und ein ähnliches Tätigkeitsfeld - die Gesundung von Menschen. Und nach dem was ich an Pflegern erlebt habe ist das zwischenmenschliche den wenigsten wichtig.
    Die Höhe war eine krebskranke patientin (Mutter einer Freundin) die nur noch so 2 - 3 Tage bekommen hatte. Sie wollte Frühstück und die Kranke Schwester sagte ihr "das hat doch eh keinen Sinn mehr" Also sogar bei den Amis kriegst im Todestrakt ne Henkersmahlzeit.

    Es ist schon witzig wieviele "Kompetenzen" Heutzutage verlangt werden. Man möchte meinen, dass ein intelligenter Mensch der die Hak geschafft hat genug von Buchhaltung versteht um in so einer Position zu beginnen. Jedenfalls hatten meine Kumpels, die auf der Hak waren, BWL und Rechnungswesen bis zum abwinken.

    Edit:

    Einer meiner früheren Physiklehrer sagte uns zum Einstieg in den Unterricht:
    „Bevor ich beginne euch zu unterrichten möchte ich, dass ihr euch über folgendes im klaren seid. Die Wahrheit kennt niemand, wäre dem so, würde es keinen Fortschritt geben. Alles was ich euch Unterrichten kann, ist nur ein Versuch die Wahrheit, die niemand kennt, zu umschreiben und praktisch nutzbar zu machen. Keine Wissenschaft ist fehlerfrei und ich bin sicher, dass alles was ihr heute lernt in 20 Jahren nicht mehr stimmen wird. Aber ein besseres Wissen als das aktuelle kann ich euch nicht beibringen. Bedenkt aber bitte immer, dass es nicht die Wahrheit ist, was ihr lernt, sondern nur eine Theorie, die sich in der Praxis relativ gut bewährt hat.“

    Die Matura abzuschaffen wäre auch keine Lösung. Ich wäre eher dafür, dass man matura wieder NUR über Gymnasium machen kann, aber dafür auch NUR für höhere akademische Berufe eine Matura benötigt um sie erlernen zu dürfen, wie zum Beispiel Ärzte bzw alles auf diesem Tätigkeitsfeld und alle Arten von Wissenschafter.
    Alle anderen Berufe könnten Eignungstests einführen um die Bewerber auszusortieren.
     
  6. Ahorn

    Ahorn Sehr aktives Mitglied

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    ich stimme Dir zu, bis auf einen Punkt: in Deutschland (ok, ich weiss nicht, in welchem Land Du wohnst, da mag das anders sein), gibt es den Lehrberuf des Bibliotheksassistenten nicht mehr, sondern wurde mit anderen Berufen zusammengefasst und heisst nun: Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste - Bereich Bibliothek.
    Was ich nun auch wieder schwachsinnig finde, denn ich will ja nicht in der Medizinischen Dokumentation arbeiten, sondern mit Büchern. Aber ich darf mit meinem Beruf nun Krankengeschichten aufschreiben und nicht im Buchhandel arbeiten (früher war der Umstieg in den Buchhandel leichter).

    Warum ich so darauf anspringe? Weil ich den ganzen Sch**** mit der medizinischen Dokumentation, mit den Informations- und Dokumentationsstellen, mit der Kundenwerbung in Bildagenturen, und der Haltbarkeitsmachung von Akten in Archiven lernen musste, obwohl das NULL mit meinem Traumberuf zu tun hat. Vielleicht noch die Archivarbeit, aber durch den Rest habe ich mich in der Ausbildung nur gequält. Und die Leute aus dem IuD-Bereich haben sich geärgert, dass sie Bücher katalogisieren lernen mussten (was ich nun sehr hilfreich für meine jetzige Arbeit finde - das hätte ich nämlich mit meinem Abitur und ohne diese Ausbildung auch nicht so gut gekonnt, wie ich es brauche).
     
  7. Silesia

    Silesia Sehr aktives Mitglied

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    IRELAND - am Ende des Regenbogens, wo ein Kobold w
    Das ist falsch, obwohl der Ansatz stimmt.
    HAK-Absolventen enden, betitelt mit "Fachidiot", als Taxifahrer - weil die Menge an Absolventen und der Inhalt, der rein auf fachlichen Dingen basiert, es nicht zulässt, eine Qualität zu beweisen!

    Nachdem ich familiär von klein auf mit dem Thema Schule/Landesschulrat/Lehrergewerkschaft vertraut bin, sage ich dir, worin ich das Problem sehe:
    Eine Normalisierung der Matura.
    Was früher das goldene Ticket war, ist heute eine Mindestanforderung!
    Das liegt mitunter an einer unersättlichen Modernisierung, die stets nach dem allerbesten strebt.

    Und JA, du hast recht:
    eine Gymnasialmatura ist, wenn man sie mit einer Abend/Berufsmatura vergleicht, ein Zuckerlecken.
     
  8. Arphen Maethor

    Arphen Maethor Mitglied

    Registriert seit:
    15. Dezember 2006
    Beiträge:
    55
    Ort:
    Wechselt. Mal da mal hier, mal dort
    Kommt auf den Typ und das Gymnasium an.
    Das Gymnasium in Amstetten ist dafür berüchtigt recht überzogene Forderungen zu stellen. Ich habe schon von dortigen Schülern bewiesen bekommen, dass man wegen unsauberer Heftführung bis zu 2 Notengrade sinken kann. Und das hat nun mit Wissen gar nichts zu tun.
    Auch habe ich in einem deutschen Gymnasium bei Würzburg nicht schlecht gestaunt, wie dort die Fragen formuliert werden. Da benötigt man ja direkt eine Matura um die Frage zu verstehen.

    Was Abendschule angeht habe ich eine erwischt die recht milde ist. Jedenfalls habe ich in meiner aktuellen Abendschule eine angenehme Überraschung gehabt. Besagter Biologieprofessor gab uns 40 Seiten fachliches Skriptum zum lernen für den Test und ich hab Fachausdrücke etc gebüffelt. Den Test hätte ich auch ohne vorherhiges lernen mit einer 2 bestanden. Das schwierigste an einer Abendschule scheint mir zu sein, dass man eine sehr grosse Belastung hat. Erst am Tag 8 oder mehr Stunden Beruf, dann Abends 4 - 6 Stunden unterricht und Prüfungen - und es sind nicht wenige auf der Abendschule die auch noch Kinder haben. Die Abendschule allein wäre vermutlich nichtmal so schwierig, aber an der Belastung geht man kaputt.

    Bei Berufsmaturen kommt es auch auf die Lehrer an. Der Vorteil scheint mir zu sein, dass der Stoff auf ein Fachgebiet, für das sich jemand der in dem Beruf arbeitet ja interessieren dürfte, konzentriert sind - auch wenn oftmals durchaus mit Uni reifem Niveau, wohingegen in Gymnasium eine grosse Bandbreite - meist so 10 - 15 Fächer zugleich beherrscht werden müssen. Und ich gebe ehrlich zu dass mich Leibesübungen, Religionsunterricht und einige Bestandteile des Geschichtsunterrichtes absolut nicht interessieren. Auch die Mineralogie geht mir am A vorbei, wie auch die Geographie, was man auch in meinen Zeugnissen sehen kann.
     
  9. Ahorn

    Ahorn Sehr aktives Mitglied

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    wo ich Wurzeln schlage
    Hallo Arphen,

    ich hab mein Abi auf einem normalen Gymnasium geschafft. Religion war in dem Bundesland kein Pflichtfach (ist ja auch blödsinnig, hat ja nicht jeder Schüler eine Religion). Meine schlechten Noten in Physik, Englisch, Geschichte, Erdkunde, Deutsch, Biologie usw. habe ich mit einer sehr guten Note in Mathematik und einer guten Note in Musik wunderbar ausgleichen können, so dass ich am Ende einen durchschnittlichen Abi-Schnitt hatte. Nicht herausragend, aber da fragt mich heute ja sowieso niemand danach, ich hab den Schein jedenfalls in der Tasche, der mir das Studieren erlaubt. Auch ich darf Geschichte studieren, obwohl meine Leistung in diesem Fach wirklich sehr grenzwertig war - aber ich wäre blöd, wenn ich das tun würde, da ich den Stoff immer noch nicht spannend finde....
     
  10. tashina

    tashina Mitglied

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    Im Grunde stimme ich Dir zu.

    Früher lernte man noch Alt-Griechisch und weniger Physik, Chemie Bio.. Auch das Abitur muss moderner gemacht werden, auch das Wissen hat sich vermehrt (Physik, Chemie, Biologie... seit 1850).

    Aber ich kenne die A-level in England und den Abschluß in den USA. Man braucht nur 3 A-levels um studieren zu können, der High School Abschluß in den USA besteht nur aus 6 Fächern. Manche nehmen wirklich 6 schwere Fächer, andere wiederum haben sowas wie Gewichtheben, Wildlife Survival ....
    Also diese Länder sind auch nicht besser.

    Heutzutage sind besonders wichtig für das Abitur (meiner Meinung nach) die eigene Sprache (Rechtschreibung, Grammatik), Mathe, 2 Fremdsprachen und dann noch 1-2 ausgewählte Fächer je nach Berufswunsch.

    Geschichte, Erdkunde, das kann man auch nachlesen. Für die meisten Jobs ist es nicht so wichtig umfassende Erdkunde Kenntnisse zu haben. Eine allgemeine Bildung bis zur 10. Klasse und dann spezielle Fächer für das Abitur.
     
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