Nochmals: Ein Gott (so es ihn gibt) hat es nicht nötig sich zu verstecken.
Nun ja, gemäß der Aussage "so es ihn gibt" - leuchtet es verdeckt/versteckt und doch kräftig auf: "Es gibt gar keinen Gott" ! Weil das ist die klügste und wahrscheinlichste Variante von Gott. Wunderbar. Und weil es Gott gar nicht gibt, deswegen ist er nirgendwo versteckt. Bravo - ist doch logisch, nicht wahr?
Der Hasenfuß bei dieser Angelegenheit ist nur, dass bei allem Reden über Gott zwei Glaubenswelten auf einander treffen.
Die eine Welt ist der feste Glaube: "Gott gibt es nicht!" - Folge: Man tut sich bei allen geistigen Fragen leicht. Weil wo nichts ist, da braucht man nicht zu denken.
Die andere Welt ist der schwache bis feste Glaube: "Ja, es gibt Gott!" - Folge: So ein gläubiger Mensch hat es furchtbar schwer. Erstens weiß er nicht, wie er Gott konkretisieren soll und was er sich unter diesem Begriff überhaupt vorstellen könnte.
Zweitens: Ist Gott ein geistiges Wesen oder ist Gott lediglich der ewige Raum? Ein Raum der unendlich ist und eigentlich kein Leben in sich hat? Darum:
Drittens: Lebt Gott und welche Eigenschaften hat er? Ist er die Liebe selbst oder nur eine Macht? Und wenn Gott die Liebe ist - ja was ist denn das für eine Liebe, wenn so viele Menschen leiden? Oder ist Gott eine Kraft, die lediglich Strafen austeilt und die Seelen leiden sehen möchte unter dem Deckmantel der ewigen Gerechtigkeit?
Und viertens: Warum hat es Gott nötig, sich zu verbergen? Oder gibt es einen anderen Grund, weshalb wir Gott offenkundig nicht vor uns und bei uns haben?
Ja ja, ein Mensch der glaubt, dass es Gott gibt - der hat es schwer. Es ist ja schon schwer genug zu glauben, dass man eine Seele hat - respektive dass man eine lebende, bloß inkarnierte Seele ist.
Ich denke, das alles hat einen Grund: Sowohl beim verborgenden Gott als auch bei der verborgenen, nicht sichtbaren eigenen Seele sollen wir Menschen zu denken, zu forschen lernen und ohne Milchflasche ganz selbstständige kreative völlig freie Geschöpfe werden. Koste es was es wolle.