Wo hat sich Gott versteckt?

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*stöhn* Da haben wir schon wieder den Alleinvertretungsanspruch der Monotheisten. In mir steckt von "Gott" genau nichts.

LG
Grauer Wolf

Ich schrieb ja, dass ich daran glaube. Das bedeutet nicht automatisch, dass ich meine Weltsicht jedem aufzwingen möchte oder sie für jeden gültig ist/sein soll. Wenn du nicht daran glaubst, ist das für mich mehr als verständlich und bestimmt kein Konfliktpunkt, sondern lediglich ein Zeichen der Vielfalt dieser Welt (was ich sehr begrüße).

Gruß,
Dverg
 
"schreib,
Mache dir keine Sorgen, die Heilige Schrift ist unverfälscht überliefert, da hat Gott schon seine Hand drauf!

Die Antwort Gottes:

"Die Bibel heute ist nur noch ein Machwerk"

Behauptungen kann man viele aufstellen! Gott sei Dank gibt es für tatsächlich Interessierte genügend wissenschaftlich fundierte Nachweise für die erstaunlich genau Überlieferung der alten Schriften.
 
Ich schrieb ja, dass ich daran glaube. Das bedeutet nicht automatisch, dass ich meine Weltsicht jedem aufzwingen möchte oder sie für jeden gültig ist/sein soll. Wenn du nicht daran glaubst, ist das für mich mehr als verständlich und bestimmt kein Konfliktpunkt, sondern lediglich ein Zeichen der Vielfalt dieser Welt (was ich sehr begrüße).

Gruß,
Dverg

entweder glaubst du dann an deine eigene Überzeugung nicht, oder dir liegt einfach nichts an dem Andersgläubigen.
 
Die Offenbarung und das Evangelium nach Johannes halte ich die für am wenigsten glaubwürdigen Schriften im Neuen Testament.

In diesem Evangelium lassen sich aufgrund historischer Quellen nachträgliche Einschübe und Veränderungen des Textes nachweisen (z. B. die Geschichte von der Ehebrecherin [Joh 8, 1-11], die erst ab dem 5. Jh. auftaucht). Auch im Schreibstil und den Widersprüchen in den Aussagen des Evangeliums verraten, dass hier massiv nachgebessert wurde.

Auch die unterschiedlichen Schreibstile der Offenbarung und des Evangeliums schließen einen gemeinsamen Verfasser aus. Auch wenn der Apostel Johannes ein biblisches Alter erreicht haben sollte, ist aus verschiedenen Gründen mehr als fraglich, ob er überhaupt als Autor infrage kommen kann.

Ganz oben auf der Liste für die Offenbarung dürfte eine frühchristliche Strömung sein, die sich als die Propheten bezeichneten. So zum Beispiel Johannes den Presbyter, der von dem Kirchenvater Papias in einem Atemzug mit den Aposteln genannt wurde. Er hatte um das Jahr 120 die Bücher zur Auslegung der Worte des Herrn verfasst, die leider nur noch bruchstückhaft überliefert wurden.

Auch wenn in der Offenbarung die Apokalypse des Jüngsten Tages im Sinne der Propheten im Alten Testament dargestellt wird, sind da sehr viele fremde Elemente, die Jesus nicht gemeint haben kann. Ich denke, dass die Grundlage zur Offenbarung, die Gedanken Paulus waren (siehe dessen Briefe).

Man sollte auch nicht vergessen, dass die Offenbarung in der frühen Christenheit sehr umstritten war und nicht überall zum Kanon des Neuen Testament gehörte. Sie war auch wenig im Umlauf und wurde deshalb auch selten abgeschrieben, wobei sich durch den schwierigen Text auch Fehler einschlichen.

Da jetzt eine Wahrheit in der Begrifflichkeit zu suchen halte ich deshalb für sehr gewagt. Trotz der Problematik dieser beiden Schriften gewähren sie jedoch einen Einblick in die damalige Gedankenwelt und der Entwicklung des Christentums.


Merlin

es steht dir sicherlich frei zu glauben was du möchtest. Bei näherer Betrachtung fügt sich die Offenbarung wunderbar an das göttliche Gesamtwerk und stellt einen würdigen Abschluss der 66 Bücher dar :)
 
Der Teufel ist wohl für die Anhänger einiger Buchreligionen reserviert. Viel Spaß damit. Bei Naturreligiösen gibt's den nicht, Eigenverantwortlichkeit ist angesagt.
Lieber Grauer Wolf,

denk da bitte nochmals darüber nach, denn auch in den Naturreligionen gibt es den Aspekt des Bösen – von dem ein Mensch besessen sein kann.

Unabhängig davon bin ich aber auch der Auffassung, dass wir unseren Fokus nicht auf das Böse richten sollten, sondern auf das Gute.

Merlin
 
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entweder glaubst du dann an deine eigene Überzeugung nicht, oder dir liegt einfach nichts an dem Andersgläubigen.

Lediglich das Missionieren liegt mir nicht, und die Vielfalt Gottes ist mir insofern heilig, dass ich andere nicht kritisiere für das was sie wissen oder glauben. Und wenn wer sagt, dass in ihm nichts von Gott ist, dann nehme ich das so hin und glaube ihm das. Das heißt aber nicht, dass ich von meinem Glauben abkomme oder mir an anderen nichts liegt.

Betrachte einen Baum: Der eine wird dir von seinem starken, gefurchten Stamm berichten. Der andere von seinem majestätischen Blätterdach. Der dritte erzählt dir von den Tieren die am Baum leben und jeder von ihnen hat Recht.

Mein Glaube ist (wenn überhaupt) ein winziges Fragment einer Macht, die ich nicht gänzlich erfassen kann. Und daraus ergibt sich bei mir automatisch etwas dass sich im hiesigen Sprachgebrauch Demut nennt (wobei der Begriff leider auch schon überstrapaziert ist).

Gruß,
Dverg
 
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