Natürlich ist der spirituelle Körper der spirituellen Welt angepasst. Es ist nicht gleich wie in der physischen Erden-Welt.
Das Wort Spirit kann ja Geist oder Seele bedeuten. Der Geist ist klar ersichtlich, eben das Denken, Fühlen, Wollen und Bewusstsein. Unter Seele wird ursprünglich ein ewiger, unzerstörbarer Wesenskern verstanden, das wahre Selbst.
Im hinduistischen Dvaita-Vedanta ist die Seele eine Person im glückseligen Reich Gottes. Wenn sie von Gott getrennt sein will, fällt sie in die materielle Welt, umkleidet mit einem feinstofflichen oder/und einem grobstofflichen bzw. physischen Körper. Die feinstoffliche Welt umfasst himmlische und höllische Regionen, die grobstoffliche Welt ist die Region, in der wir uns jetzt gerade aufhalten. Je nach den Taten (Karma) wandert die Seele in diesen Regionen umher, indem sie immer wieder in einem grobstofflichen oder feinstofflichen Körper geboren wird (Samsara), bis sie sich wieder Gott zuwendet und in ihre wahre Heimat gelangt. Das ist der christlichen Lehre nicht ganz unähnlich.
Im hinduistischen Advaita-Vedanta ist die Seele keine Person, sondern stammt ursprünglich aus dem allumfassenden Einen (Brahman) jenseits der Dualität. Wenn sie den Eigenwillen aufgibt, wird sie wieder eins mit Brahman. Ähnliches gibt es auch im Christentum, z.B bei Meister Eckhart.
Im Buddhismus gilt die Frage nach einer ewigen Seele als unbeantwortbar. Was auch immer jenseits von Körper und Geist ist, kann der menschliche Verstand nicht erfassen. Solange es Identifikation mit Körper und Geist gibt, gibt es Wiedergeburt, das Wandern im Samsara. Daher konzentriert man sich auf die Befreiung, das Erlöschen der Vorstellung, dass man etwas sei, was man in Wirklichkeit nicht ist (Nirvana=Erlöschen).
Die Ansicht, dass der Buddhismus die Seele vernichten will, stimmt so eigentlich nicht. Vernichtet wird nur diese falsche Vorstellung. Wenn es nun unmöglich ist, etwas jenseits des Verstandes zu verstehen, entspringt alles, was über die ewige Seele ausgesagt wird, ebenfalls der Vorstellung, es sind Glaubensvorstellungen.
Ich habe mich sehr bemüht, die Seele oder das wahre Selbst zu finden, fand aber immer nur geistige Phänomene. Schließlich habe ich eingesehen, dass das eigentliche Problem darin besteht, dass ich etwas sein will, was in meiner Vorstellung existiert. Also habe ich es aufgegeben und den buddhistischen Weg eingeschlagen. Das war, als würde ich eine Last ablegen und bis heute nehmen Befreiung und Einsicht zu, mit dem Ausblick auf vollkommene Freiheit von Unwissenheit und Leid am Ende des Weges.
So ist das bei mir, andere Ansichten und Erfahrungen kann ich nicht beurteilen. Mögen alle Wesen glücklich sein.