Jesus ist wie mein Kaffee...:
Liebe in einem Satz (21-09-2009)
Ich liebe meinen Kaffee, morgens, den ersten Schluck, wenn er noch fast zu heiß ist,
mit ein bißchen Sahne oben drauf schwimmend, dieser Duft schon, wenn ich in die
Küche komme, und unwillkürlich tiefer einatme, weil sie schon diesen Duft in meine
Nase haucht, und ich gleich noch einen tieferen Atemzug, diesmal extra tief, mache,
nur um ihn noch einmal zu riechen, und den ersten Schluck besonders, weil er ein
Versprechen enthält auf weitere, ihm nachfolgende, jeder ein bißchen anders, ein
jeder in einem anderen Moment auf mich treffend, schwarz muß er schon sein,
dieser Kaffee, so daß man nicht hindurchblicken kann, sondern von ihm träu-
men kann, welche Tiefen er noch enthält, und doch ohne Sahne soll er nicht sein,
nur wenn ich faste, wenn ich enthaltsam bin, dann bitte nur bitteren Kaffee und
keine Schokolade, aber wenn ich genieße, genüßlich bin, dann diese schoko-
ladenbraune Farbe des Kaffees, die entsteht, wenn der Kaffee sich von alleine
durchmischt mit der Sahne, die Sahne, die ihn von der Schwärze befreit und durch-
dringt, nicht umrührend natürlich, sondern von selber muß er kommen, mit Geduld,
und wenn er mir die Lippen benetzt mit seinem heißen Kuß, und ich erst vorsich-
tig nippen muß, weil er sonst wirklich zu heiß wäre, und dann das Ausatmen, nach
dem Hinunterschlucken, die Atemluft ist dann leicht gefärbt mit dem Hauch des
Kaffees, und so wärmt er meinen Magen und belebt meine Gedanken, erfreut
meine Sinne, und lenkt mich auf Dinge, die ohne ihn fast langweilig wären,
doch er ist immer da, jeden Tag, verwöhnt er mich, anspruchslos, gibt er
sich mir hin, ohne Erwartung, er möchte nur richtig zubereitet sein, in
der richtigen Form angenommen sein, nicht weil es ein richtig oder
falsch gäbe, nur ein sinnlos oder sinn-voll sinn-lich...
ja, der Kaffee...