Hallo, liebe Yesim,
ich nehm mir mal eine Frage heraus, die mir jetzt als zentral erscheint (hab auch leider nicht mehr viel Zeit, aber ich wollte Dich nicht in der Luft 'hängen' lassen).
Yesim schrieb:
Meine Frage nun: Wenn es Dir bewusst ist, dass Du es machst,( in den einzelnen Situationen hier im Forum, Vorwürfe an Mich oder andere Personen) warum machst Du es dann noch?
Weil mit dem bewusst sein nicht auf einmal plötzlich alle Muster erlöst sind, das geschieht Stück für Stück innerhalb eines langen Prozesses. Dass ich mir heute mehr bewusst bin, als noch vor 15 Jahren (bin jetzt 37) schützt mich aber trotzdem nicht davor, dass noch alte Reste von Mustern in mir nach oben kommen. Als Yogini weiß ich, dass das Leben eine einzige 'R
einigung' ist und immer wieder Muster erkannt oder bewusst werden, aber trotzdem hin und wieder noch Reste oder die Furchen zu sehen sind. Die gehen nicht einfach so weg. Die sind weg, wenn sich das Ich (die Identifikation als Mensch, bzw. Rolle) im Bewusstsein auflöst und kein Ich mehr existiert...das ist dann Nirvikalpa Samadhi...aber diesen Samadhi hab ich nicht erfahren...ich habe Sarvikalpa Samadhi erfahren...der nicht bleibende Samadhi...der, wo der Yogi wieder in die Identifitkation zurückgeht. Nobody's Perfect. Nur der Unterschied ist, dass ich mich dafür nicht verurteile, sondern es so annehme, wie es ist. Es ist ein Ausdruck eines SEINs durch mich. Oder nenne es der Ausdruck Gottes durch SEIN Instrument Saradevi. Wenn es mir bewusst wird und ich jemanden damit verletzt habe, dann entschuldige ich mich auch dafür...obwohl ich weiß, dass mir der/diejenige 'Seele' ohne Entschuldigung eh vergibt. Weil ich weiß, dass Gott sich durch sich selbst ausdrückt und sich selbst verzeiht.
Allerdings hab ich in dem Bewusstseinsthread 'nebenan' viel darüber geschrieben ... wenn ich Dich damit verletzt haben sollte, dann entschuldige ich mich dafür, das war nicht meine Absicht.
Sich seiner Selbst bewusst zu sein heißt nicht, dass das Leiden und der Schmerz vorbei ist. Es ist alles genau so wie 'vorher' da...nur, man erkennt die Motive und die Hintergründe besser und man kann es annehmen, hinnehmen und aushalten. Und diese drei Worte sind wirklich spirituell gemeint. Ich meine es nicht in einem negativen Sinne, sondern in einem sehr positiv meditativen, geistfokusierten, selbstreflektiertem und reinigendem Konsens. An-nehmen können ist genauso wichtig wie los-lassen...wenn nicht sogar die Vorstufe zum Loslassen
Ich wünsche Dir einen schönen Abend, liebe Yesim
