Die Alten Griechen unterschieden zwischen dreierlei Grundformen der Liebe. Sie benannten
1. Eros, die rein leibliche Liebe, die aber auch sowohl die Liebe zu den engsten Familienmitgliedern und Blutsverwandten als auch zum eigenen Volkssutamm mit einbezieht;
2. Philia die leidenschaftlich seelisch-gemüthafte Liebe, wie sie unter echten Freunden, Kameraden und Gleichgesinnten besteht, gleichwohl aber - auch wenn sie weit größere Menschengruppen erreicht - stark vom persönlichen Sympathie-Antipathie-Gefälle mitgeprägt wird;
3. Agape, die geistige, universale Menschenliebe, die über die Grenzen der Bluts-, Standes- und Volkszugehörigkeit und über das persönliche Sympathiebefinden hinaus den Menschen als solchen ins Herz schließt. Mit den religionsphilosophischen Begriffen "Brüderlichkeit"/"Bruderschaft"/"Bruderliebe" ist im Wesentlichen jener Aspekt der allgemeinen Menschenliebe gemeint.
Eros ist die niedrigste Form der Liebe. Ihre Intention ist grundsätzlich egoistisch ausgerichtet und auf der sexuellen Ebene naturgemäß auf zwei Menschen beschränkt.
Philia ist die allgemeine mittlere Form der Liebe. Sie schließt in ihren Strahlkreis Eros samt all seiner Facetten mit ein. Wo authentisch Philia lebt, wurde Eros selbstsicher zu beherrschen gelernt und/oder als Idealform der Liebe überwunden.
Agape ist das wahre Liebes-Ideal. Sie ist die all-umfassende Menschenliebe und des harmonischen, selbst-beherrschten Ausdrucks auf allen Ebenen der Liebe fähig.
Das Prinzip der universalen Menschenliebe war in Christus verkörpert und hatte alle drei Aspekte in sich auf höherer Stufe vereint und veredelt. Wenn wir also im Sinne der Christus-Agape zu lieben fähig sind, sind wir der Liebe der Götter zu den Menschen sehr nahe. Das bedeutet denn auch, dass es zwischen der göttlichen und der menschlichen Liebe keinen qualitativen, sondern allenfalls einen quantitativen Unterschied gibt, der, vertikal auf dem jeweiligen Nieveau liegend bemessen, die evolutive Werde-Stufe zur Vollkommenheit hin anzeigt;
meint
Werdender