Hinsichtlich des Themas spirituelle Entwicklung, Karma, Tierinkarnation ... finde ich recht interessant, was Origenes geschrieben hat, eine Denkernatur, christlicher Schriftgelehrter, Gnostiker und Vater der Urkirche (2 - 3 Jhdt n. Chr.). In Origenes Schriften findet man Anhaltspunkte wie die ursprünglichen Lehren der Urchristen ausgesehen haben dürften. Und er vertrat einen interessanten Standpunkt über die evolutionäre Entwicklung des Menschen, der auch zum Thread passt.
Kurz gesagt lehrte Origenes, dass alle Seelen von Gott ausgegangen sind und mit der Gabe des freien Willens ausgestattet wurden. Ein Teil dieser Seelen hielt unbeirrt am Pfad der Rechtschaffenheit fest, wodurch sie als Belohnung jenen Bereich erhielten, den man den Engeln zuschreibt. Andere Seelen hingegen machten von ihrem freien Willen Gebrauch und wandten sich von diesem göttlichen Pfad ab um so in die menschliche Form zu gelangen. Hier konnten sie sich über eine gute und rechte Lebensweise wieder in den Engelszustand erheben, denn sie vorher nicht in der Lage gewesen waren einzuhalten. Wieder andere, die natürlich noch immer über den freien Willen verfügten, stiegen noch tiefer ins Böse hinab (alles ist böse was sich von Gott abwendet) und wurden böse Geister oder Dämonen.
All diese Seelen waren ursprünglich gut, aber unwissend gut, nicht durch Erfahrung. Und Origenes weist darauf hin, dass Engel zu Menschen werden können und sogar Bösewichte zu Engeln, wenn sie sich bessern. Diese Lehren gehen soweit, dass sogar der Schlimmste aller Menschen Erlösung erlangen kann und dass es so etwas wie ein ewiges Böses nicht geben kann (worüber zur damaligen Zeit heftige Diskussionen geführt wurden).
Im Werk "De Principiis" schreibt Origenes eben, dass Gott jede Seele mit einem freien Willen ausstattet, und wenn die Seelen diesen nicht verantwortungsbewusst und rechtschaffen einsetzen, dann fallen sie in einen niederen Zustand zurück ... der Eine schneller und der andere langsamer, einer weiter zurück, ein anderer weniger weit. Aber jede Seele verursacht ihren Abstieg immer selbst.
Das ist alles sehr allgemein gehalten. Jeder mag selbst überlegen und einschätzen in welche Richtung wohl Fleischkonsum führen wird. Ich bin überzeugt es wird recht unterschiedliche Überlegungen geben

Ob die tatsächlichen Auswirkungen auch so unterschiedlich sein werden?
Ja und aus diesem Grunde darf man einen Vegetarier sogar einen Egoisten nennen, weil er/sie nicht möchte, dass er weiter vom Göttlich abfällt ... da ist viel Eigennutzen im Spiel. Vielleicht kann man sogar sagen, dass es ein Investment ist, wie beim Bausparer, wo man einzahlt und sich nach 6 Jahren an einem größeren Betrag erfreuen kann.
lg
Topper