Sexuelle Enthaltsamkeit

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Ja, auf gedanklicher Ebene ist zu unterscheiden zwischen Festhalten und Offenheit, weil Denken immer eine Zeitachse braucht, Offenheit dagegen zeitlos ist, weil sie mit dem Moment synchron ist. Im Denken ist Festhalten immer Rückbezug auf Erinnertes und hängt somit von der Qualität von Erinnerung ab, also genauso flüchtig wie Erinnerungen flüchtig sind. Festhalten kann immer nur in Bezug aus Erfahrenes sein - woran sollte sonst festghalten werden? Offenheit dagegen kennt keine Erfahrung im Sinne einer Vorgeschichte sondern beginnt immer von Null und dehnt sich aus gegen Null, weil es sich mit dem Moment bewegt und synchron mit dem Moment ausdrückt. "Aus der Innigkeit des Moments" drückt sehr schön den Moment selbst aus, den der Moment IST Innigkeit: Im Moment vollkommen sein. "Unklarheit in der Paarbeziehung" ist, wo Paarbeziehung ist. Ein Paar besteht mindestens aus Zwei aber zwischen Zwei ist nichts. Es gibt keine Beziehung "zwischen". Wo Zwei sind kann keine wahre Beziehung sein, weil Beziehung nahc meinem Verständnis vereint und nicht nur zwischen Polen vermittelt. Wahre Beziehung ist wie wahre Kommunikation ohne Polarität. Darum ist Paarbeziehung für mich ein Synonnym für keine Beziehung.
Ja, das ist ja alles richtig Haris, aber bedeutet Beziehung nicht immer zwei? Einer- und ein zweiter, auf den der Eine sich bezieht? Wie Beziehung sich nun auch immer gestalten mag- ob sexuell, kommunikativ, partnerschaftlich- solange der Eine Bezug nimmt, ist es Polarität, nicht Einheit. Beziehung kann also niemals Einheit sein.
 
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Und wenn mehrere unabhängig zum selben Ergebnis kommen, muß da schon was dran sein.
Du stehst nicht alleine da? Du bist zu zweit? Sogar zu mehreren?
Der Eine Geist bildet also eine Gruppe? Eine Gruppeneinheit? :clown:

Sat Naam schrieb:
Ein Dialog ist mit jemanden nicht möglich, der selbst nur Monologe führt.
Ein Dialog in der Einheit? Sat Naam!
 
Du stehst nicht alleine da? Du bist zu zweit? Sogar zu mehreren?
Der Eine Geist bildet also eine Gruppe? Eine Gruppeneinheit? :clown:
Schau mal genau hin - aber da müßtest du dir erstmal die 4500 Beiträge reinziehen um das erkennen zu können.
Ein Dialog in der Einheit? Sat Naam!
Das ist retorische Haarspalterei.
Da ist es müßig drüber zu reden, wenn du da bewußt ganz andere Bezugspunkte setzt.
 
Ja, auf gedanklicher Ebene ist zu unterscheiden zwischen Festhalten und Offenheit, weil Denken immer eine Zeitachse braucht, Offenheit dagegen zeitlos ist, weil sie mit dem Moment synchron ist. Im Denken ist Festhalten immer Rückbezug auf Erinnertes und hängt somit von der Qualität von Erinnerung ab, also genauso flüchtig wie Erinnerungen flüchtig sind. Festhalten kann immer nur in Bezug aus Erfahrenes sein - woran sollte sonst festghalten werden? Offenheit dagegen kennt keine Erfahrung im Sinne einer Vorgeschichte sondern beginnt immer von Null und dehnt sich aus gegen Null, weil es sich mit dem Moment bewegt und synchron mit dem Moment ausdrückt. "Aus der Innigkeit des Moments" drückt sehr schön den Moment selbst aus, den der Moment IST Innigkeit: Im Moment vollkommen sein.
Prima Darstellung, danke!
Haris schrieb:
"Unklarheit in der Paarbeziehung" ist, wo Paarbeziehung ist. Ein Paar besteht mindestens aus Zwei aber zwischen Zwei ist nichts. Es gibt keine Beziehung "zwischen". Wo Zwei sind kann keine wahre Beziehung sein, weil Beziehung nahc meinem Verständnis vereint und nicht nur zwischen Polen vermittelt. Wahre Beziehung ist wie wahre Kommunikation ohne Polarität. Darum ist Paarbeziehung für mich ein Synonnym für keine Beziehung.

Zwischen zwei ist nichts? Du meinst die Einheit und damit Verbundenheit, mit allem was ist, schließt das Empfinden von Dynamik aus? Das kommt mit theoretisch vor, denn als Mensch in der Materie erleben wir "Beziehung", das ist ja sozusagen Lebensgrundlage und Lebensprinzip, dass wir uns in Beziehung zu allem erleben und darin in unser Selbstverständnis kommen. Wir können Konflikte lösen durch innere Einkehr und Lösung im Inneren (Lösung, tolles Wort), und im Umgang miteinander (wenn die Partner flexibel zur Wandlung sind). Also ich sehe das Leiden eben da, wo diese Auf-lösung nicht geschieht...


K.S.
 
Lieber Opti,

opti: Wenn man enthaltsam leben möchte, muss man sehr stark sein.

Das sehe ich genau anders herum. Wenn man enthaltsam leben möchte, muss man gar nichts. Kann aber alles, ohne zu müssen. Der Zwang fällt weg, der Genuss bleibt aber.

Dann frage ich mich aber, wie du z.B. sexuelle Enthaltsamkeit praktizieren möchtest. Wie stellst du dir das vor? Meinst du, es wird dir leicht gelingen, es einzuhalten?

opti: Wenn man außerdem etwas älter ist, ist es in der Regel sogar noch etwas schwerer, weil die Quellen der Sexualhormone nicht mehr so munter fließen, sondern eher so dahinplätschern.

Die Begierden lassen mit dem Alter nach, das stimmt.

Die Begierden lassen zwar nach. Aber sie sind auch im hohen Alter noch vorhanden. Mit dem Alter wird es allerdings immer schwerer, das Ziel der Enthaltsamkeit zu realisieren.

opti: Ich persönlich halte den Raja-Yoga-Weg für den geeignesten, um spirituelle Fortschritte zu erzielen.

Was sind für Dich "spirituelle Fortschritte" genau? Ich verstehe Dich noch nicht genau...

Das müsstest du für dich selber heraus finden. Ich weiß nicht, welche Ziele du verfolgst. Aber wenn wir von spirituellen Fortschritten sprechen, dann kann man grob sagen, es geht im wesentlichen um die Heilung der Chakren (Sexualchakra, Nabelzentrum, Herzchakra, Kehlkopfchakra, Stirnchakra)
 
Ich denke, jene Leute, die die sexuelle Enthaltsamkeit in ihrer eigenen Wahrhaftigkeit leben gestehen anderen Menschen zu ihr Ausdruck zu verleihen ... denn das Verhalten welches ein Maturant an den Tag legt, weicht logischerweise von jenem des Volkschülers ab. Atypisch wäre es nur, wenn der Maturant sich so verhielte wie der Volksschüler ... oder der Volksschüler den Maturanten immitierte ... entgegen der eigentlichen Wahrhaftigkeit. So heisst es: Die Verdrängung eines natürlichen Instinktes schadet oft mehr als es hilft.

Es geht darum: Bin ich wahrhaftig mit mir selber?Der Fortschritt bringt es aber mit sich, dass der Mensch immer weniger von seinen Begierden gesteuert wird und gleichzeitig wahrhaftig mit sich selbst ist. Die Sexualität ist nur ein Teilbereich des viel umfassenderen Konzepts der Reinheit.

lg
Topper

Ja, Topper, so stellt sich mir das Thema "Umgang mit Enthaltsamkeit" auch dar.
 
Wenn man außerdem etwas älter ist, ist es in der Regel sogar noch etwas schwerer, weil die Quellen der Sexualhormone nicht mehr so munter fließen, sondern eher so dahinplätschern.



Die Begierden lassen zwar nach. Aber sie sind auch im hohen Alter noch vorhanden. Mit dem Alter wird es allerdings immer schwerer, das Ziel der Enthaltsamkeit zu realisieren.


@Opti

Wenn die Sexualhormone mit zunehmendem Alter abnehmen und infolgedessen die Begierde, dann wäre es folgerichtig und logischer davon auszugehen, daß die Enthaltsamkeit leichter zu realisieren ist.



@Sat Naam

Die vertrockneten Yogis entsprechen auch nicht meinem Ideal.

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Eine Gewissensfrage für die tiefen Seelen:
Warum sehen eigentlich die Buddha-Abbildung so entgegengesetzt anders aus als diese ausgemergelten Yogis?

Da doch alle Brahmacharya praktizierten und praktizieren?

Worin liegt dieser bedeutsame Unterschied begründet?

__________________

Opti, ich wünsche Dir, daß Du in 30 Jahren eher dem lebendig blühenden Buddha ähnelst als den ausgemergelten und vertrockneten Yogis. –


idea :)
 
Seit einiger Zeit lasse ich mir einen täglichen Newsletter
mit Weisheiten des Swami Sivananda zukommen.
Einfach so, zur Inspiration.
Was heute drinstand, finde ich passend für diesen Thread.

Prana (2)
Ein gesunder starker Mensch hat viel Prana, Nervenkraft, Vitalität.

Das Prana wird aufgenommen durch Nahrung, Wasser, Luft, Sonnenenergie, usw.
Die Pranaversorgung erfolgt durch das Nervensystem.
Die Pranaströme werden durch die Nadis (Energiekanäle ) geleitet.
Sie bestehen aus astraler Materie und können nur mit den astralen Augen gesehen werden.
Das Prana wird durch die Atmung aufgenommen.
Der Pranaüberschuß speichert sich im Gehirn und in den Nervenzentren.
Wenn die Samenenergie umgewandelt oder sublimiert wird,
versorgt sie das System mit einem großen Maß an Prana.
Es wird im Gehirn in der Form von Ojas gespeichert.
Ojas ist nichts anderes als Prana.

Der Yogi speichert ein Übermaß an Prana
durch regelmäßige Praxis von Pranayama,
so wie eine Speicherbatterie Elektrizität speichert.
Der Yogi, der viel Prana gespeichert hat, strahlt Stärke und Vitalität aus.
Er ist ein starkes Kraftwerk. Wer mit ihm in nahen Kontakt kommt,
nimmt von ihm Prana, Stärke, Kraft, Vitalität und Frohsinn auf.
So wie Wasser aus einem Gefäß in ein anderes fließt,
fließt Prana tatsächlich wie ein ständiger Fluß von
einem fortgeschrittenen Yogi zu schwachen Menschen.
Das kann der Yogi, der seine innere yogische Sicht entwickelt hat, tatsächlich sehen.

aus: Göttliche Erkenntnis

Ich als Frau stehe bei diesen Samengeschichten etwas daneben...:rolleyes:
Aber das Prana steht uns doch unbegrenzt zur Verfügung...

K.S.
 
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Da doch alle Brahmacharya praktizierten und praktizieren?

Zitat von opti: Wenn man außerdem etwas älter ist, ist es in der Regel sogar noch etwas schwerer, weil die Quellen der Sexualhormone nicht mehr so munter fließen, sondern eher so dahinplätschern.

Tatsache ist erst einmal, dass es in jungen Jahren leichter fällt, spirituelle Fortschritte zu machen. Wenn es im Alter schwerer fällt, dann könnte es u.a. auch daran liegen, dass man im Alter noch mehr an energetischen Blockaden aufgebaut hat, die es zu beseitigen gilt. Im Alter hat man oft eine Menge an Wut, Hass und anderen negativen Emotionen aufgestaut, die die Energie daran hindert, frei zu fließen. Die Jugend ist dagegen viel unbekümmerter und geht viel unbeschwerter und optimistischer spirituelle Wege an. Im Alter hingegen hat sich meist sehr viel Pessimismus und ein Anflug von Resignation eingestellt. Man muss hart an sich arbeiten, um diese Einstellung zu verändern.

Opti, ich wünsche Dir, daß Du in 30 Jahren eher dem lebendig blühenden Buddha ähnelst als den ausgemergelten und vertrockneten Yogis.

Da muss ich dich enttäuschen. Ich mag es sehr gerne, schlank zu sein. Und ich habe einiges dafür getan. Ich mag die Schlankheit der Yogis. Es gibt einem auch ein Gefühl der Leichtigkeit. Nein, ich möchte nicht so mollig sein, wie der Buddha auf manchen Abbildungen. Da bevorzuge ich schon eine sportlich-schlanke Figur.
 
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