Sexuelle Enthaltsamkeit

  • Ersteller Ersteller opti
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Seit wann interessiert es dich? Und wieso interssiert es dich?

Es interessiert mich, weil ich einige schmerzhafte Erfahrung mit dem Hängenbleiben an Begierden habe. Es hat mir nie etwas Positives eingebracht sondern immer nur Schmerzen verursacht - mal mehr, mal weniger subtil- an sogenannten "weltlichen" Erfahrungen festzuhalten. Mit "Festhalten" meine ich den Drang, diesen Erfahrungen nach zu jagen und mir von ihnen dauerhaftes Glück zu versprechen. Damit sind für mich aber nicht nur sexuelle Erfahrungen gemeint sondern letztlich jede Art von Erfahrung, ob positiv oder ob negativ. Verstehst Du das?

liebe Grüsse,
Haris
 
Werbung:
Es interessiert mich, weil ich einige schmerzhafte Erfahrung mit dem Hängenbleiben an Begierden habe. Es hat mir nie etwas Positives eingebracht sondern immer nur Schmerzen verursacht - mal mehr, mal weniger subtil- an sogenannten "weltlichen" Erfahrungen festzuhalten. Mit "Festhalten" meine ich den Drang, diesen Erfahrungen nach zu jagen und mir von ihnen dauerhaftes Glück zu versprechen. Damit sind für mich aber nicht nur sexuelle Erfahrungen gemeint sondern letztlich jede Art von Erfahrung, ob positiv oder ob negativ. Verstehst Du das?

liebe Grüsse,
Haris

Hallo Haris

lange nicht gesehen hier...
Möchte gern meinen Kommentar zu deiner Erfahrung geben und was fragen:
Ist nicht zu unterscheiden zwischen Festhalten (nachjagen, sich was versprechen) und Offenheit? Ich meine wenn Liebe aus der Innigkeit des Moments sich auch körperlich ausdrückt, würdest du das auch in den Bereich schmerzhafter Erfahrungen einordnen? Ist das als Mann für dich vorstellbar, sich frei zu fühlen, die Sexualität mit Liebe als Ausdruck von (auch spiritueller) Vereinigung zu leben, ohne im täglichen Leben fixiert auf solches Erleben zu sein? Genau das erlebe ich nämlich als die (ganzheitlich) gesunde Umgehensweise mit der Lust...
Sind es nicht eher die Unklarheiten in den Paarbeziehungen, und das Unvermögen damit umzugehen, die zum Leiden führen?

Gruß, K.S.
 
Zitat von mir selbst aus einem anderem Therd:
Es ist immerhin materielle Vortpflanzung, ohne Sex keine Körper, ohne Körper keine Heimstatt für Seelen.
Ok Homosexuelle betreiben unproduktiven Sex (Gott möge mich strafen )
Moooment, Andreas. Dein Sex ist produktiv? Echt? Jedes Mal? :clown:

Andreas schrieb:
Ja warum eigentlich immer Sex unterbinden?
Die Beherrschung des Triebs und der Materie? Gut dann versuche dich einmal der Enthaltsamkeit des Stuhalganges...
Beherrschung- genau, darum geht's. Wie ist das mit dem Trieb: beherrscht du ihn- oder er dich? Denn der Vergleich mit dem Stuhlgang ist sehr gut, den beherrscht du doch, nicht wahr? :D
 
Es interessiert mich, weil ich einige schmerzhafte Erfahrung mit dem Hängenbleiben an Begierden habe. Es hat mir nie etwas Positives eingebracht sondern immer nur Schmerzen verursacht - mal mehr, mal weniger subtil- an sogenannten "weltlichen" Erfahrungen festzuhalten. Mit "Festhalten" meine ich den Drang, diesen Erfahrungen nach zu jagen und mir von ihnen dauerhaftes Glück zu versprechen. Damit sind für mich aber nicht nur sexuelle Erfahrungen gemeint sondern letztlich jede Art von Erfahrung, ob positiv oder ob negativ. Verstehst Du das?

liebe Grüsse, Haris

Ich glaube, du bist einfach einen Tick ehrlicher und bewusster, als die meisten hier. Aber du solltest dir natürlich darüber im Klaren sein, auf was du dich da einlässt. Wenn man enthaltsam leben möchte, muss man sehr stark sein. Wenn man außerdem etwas älter ist, ist es in der Regel sogar noch etwas schwerer, weil die Quellen der Sexualhormone nicht mehr so munter fließen, sondern eher so dahinplätschern. Denn beim Mann scheint besonders das Testosteron eine wichtige Rolle zu spielen und die Testosteronproduktion nimmt mit dem Alter ab. Dies ist natürlich jetzt auf die Sexualität bezogen. Wenn man älter ist, kann es durchaus sein, dass es einige Jahre dauert, bis sich deutliche Zeichen der Genesung einstellen. In jungen Jahren, bis zum 30. Lebensjahr kann dies theoretisch innerhalb eines Jahres geschehen. Ich persönlich halte den Raja-Yoga-Weg für den geeignesten, um spirituelle Fortschritte zu erzielen. Ich möchte diese Warnung so deutlich aussprechen, damit du nicht zu denen gehörst, die irgendwann frustirert das Handtuch werfen und dann über den Yoga herziehen. Davon gibt es leider genug. Entweder man hat den Mut und die Kraft, seinen Weg bis zum bitteren Ende durchzuziehen oder man lässt es vielleicht lieber bleiben. Aber dann muss man sich auch damit abfinden, dass es im Leben keine wirkliche Seligkeit geben wird.
 
Sind es nicht eher die Unklarheiten in den Paarbeziehungen, und das Unvermögen damit umzugehen, die zum Leiden führen?
Begehren führt zu Leid- nix anderes.
Die Unklarheiten in den Paarbeziehungen bestehen darin, dass keiner von beiden weiss, was er begehrt.
 
Hallo Haris

lange nicht gesehen hier...
Möchte gern meinen Kommentar zu deiner Erfahrung geben und was fragen:
Ist nicht zu unterscheiden zwischen Festhalten (nachjagen, sich was versprechen) und Offenheit? Ich meine wenn Liebe aus der Innigkeit des Moments sich auch körperlich ausdrückt, würdest du das auch in den Bereich schmerzhafter Erfahrungen einordnen? Ist das als Mann für dich vorstellbar, sich frei zu fühlen, die Sexualität mit Liebe als Ausdruck von (auch spiritueller) Vereinigung zu leben, ohne im täglichen Leben fixiert auf solches Erleben zu sein? Genau das erlebe ich nämlich als die (ganzheitlich) gesunde Umgehensweise mit der Lust...
Sind es nicht eher die Unklarheiten in den Paarbeziehungen, und das Unvermögen damit umzugehen, die zum Leiden führen?

Gruß, K.S.


Liebe Saraswati,

Ja, auf gedanklicher Ebene ist zu unterscheiden zwischen Festhalten und Offenheit, weil Denken immer eine Zeitachse braucht, Offenheit dagegen zeitlos ist, weil sie mit dem Moment synchron ist. Im Denken ist Festhalten immer Rückbezug auf Erinnertes und hängt somit von der Qualität von Erinnerung ab, also genauso flüchtig wie Erinnerungen flüchtig sind. Festhalten kann immer nur in Bezug aus Erfahrenes sein - woran sollte sonst festghalten werden? Offenheit dagegen kennt keine Erfahrung im Sinne einer Vorgeschichte sondern beginnt immer von Null und dehnt sich aus gegen Null, weil es sich mit dem Moment bewegt und synchron mit dem Moment ausdrückt. "Aus der Innigkeit des Moments" drückt sehr schön den Moment selbst aus, den der Moment IST Innigkeit: Im Moment vollkommen sein. "Unklarheit in der Paarbeziehung" ist, wo Paarbeziehung ist. Ein Paar besteht mindestens aus Zwei aber zwischen Zwei ist nichts. Es gibt keine Beziehung "zwischen". Wo Zwei sind kann keine wahre Beziehung sein, weil Beziehung nahc meinem Verständnis vereint und nicht nur zwischen Polen vermittelt. Wahre Beziehung ist wie wahre Kommunikation ohne Polarität. Darum ist Paarbeziehung für mich ein Synonnym für keine Beziehung.

ganz liebe Grüsse,
Haris
 
Liebe Saraswati,

Ja, auf gedanklicher Ebene ist zu unterscheiden zwischen Festhalten und Offenheit, weil Denken immer eine Zeitachse braucht, Offenheit dagegen zeitlos ist, weil sie mit dem Moment synchron ist. Im Denken ist Festhalten immer Rückbezug auf Erinnertes und hängt somit von der Qualität von Erinnerung ab, also genauso flüchtig wie Erinnerungen flüchtig sind. Festhalten kann immer nur in Bezug aus Erfahrenes sein - woran sollte sonst festghalten werden? Offenheit dagegen kennt keine Erfahrung im Sinne einer Vorgeschichte sondern beginnt immer von Null und dehnt sich aus gegen Null, weil es sich mit dem Moment bewegt und synchron mit dem Moment ausdrückt. "Aus der Innigkeit des Moments" drückt sehr schön den Moment selbst aus, den der Moment IST Innigkeit: Im Moment vollkommen sein. "Unklarheit in der Paarbeziehung" ist, wo Paarbeziehung ist. Ein Paar besteht mindestens aus Zwei aber zwischen Zwei ist nichts. Es gibt keine Beziehung "zwischen". Wo Zwei sind kann keine wahre Beziehung sein, weil Beziehung nahc meinem Verständnis vereint und nicht nur zwischen Polen vermittelt. Wahre Beziehung ist wie wahre Kommunikation ohne Polarität. Darum ist Paarbeziehung für mich ein Synonnym für keine Beziehung.

ganz liebe Grüsse,
Haris

Liebe Saraswati,

Ja, auf gedanklicher Ebene ist zu unterscheiden zwischen Festhalten und Offenheit, weil Denken immer eine Zeitachse braucht, Offenheit dagegen zeitlos ist, weil sie mit dem Moment synchron ist. Im Denken ist Festhalten immer Rückbezug auf Erinnertes und hängt somit von der Qualität von Erinnerung ab, also genauso flüchtig wie Erinnerungen flüchtig sind. Festhalten kann immer nur in Bezug aus Erfahrenes sein - woran sollte sonst festghalten werden? Offenheit dagegen kennt keine Erfahrung im Sinne einer Vorgeschichte sondern beginnt immer von Null und dehnt sich aus gegen Null, weil es sich mit dem Moment bewegt und synchron mit dem Moment ausdrückt. "Aus der Innigkeit des Moments" drückt sehr schön den Moment selbst aus, den der Moment IST Innigkeit: Im Moment vollkommen sein. "Unklarheit in der Paarbeziehung" ist, wo Paarbeziehung ist. Ein Paar besteht mindestens aus Zwei aber zwischen Zwei ist nichts. Es gibt keine Beziehung "zwischen". Wo Zwei sind kann keine wahre Beziehung sein, weil Beziehung nahc meinem Verständnis vereint und nicht nur zwischen Polen vermittelt. Wahre Beziehung ist wie wahre Kommunikation ohne Polarität. Darum ist Paarbeziehung für mich ein Synonnym für keine Beziehung.

ganz liebe Grüsse,
Haris
__________________
 
Es ist leicht Theorien über jemanden zu entwickeln, den man nicht versteht.
Das sind keine Theorien - das kannst du ganz praktisch hier in seinen 4500 Beiträgen selbst nachvollziehen. Das versteht sich da von selbst.
Und wenn mehrere unabhängig zum selben Ergebnis kommen, muß da schon was dran sein.
Vor 2 Jahren sah ich das zu Anfangs in den *Diskussionen* auch noch optimistischer - was die theoretischen Kenntnisse der Herrn betrafen. Echt super. Dann hab ich da aber mal recherchiert.
Mehr ist da eben auch nicht.
Ein Dialog ist mit jemanden nicht möglich, der selbst nur Monologe führt.
 
Ich denke, jene Leute, die die sexuelle Enthaltsamkeit in ihrer eigenen Wahrhaftigkeit leben gestehen anderen Menschen zu ihr Ausdruck zu verleihen ... denn das Verhalten welches ein Maturant an den Tag legt, weicht logischerweise von jenem des Volkschülers ab. Atypisch wäre es nur, wenn der Maturant sich so verhielte wie der Volksschüler ... oder der Volksschüler den Maturanten immitierte ... entgegen der eigentlichen Wahrhaftigkeit. So heisst es: Die Verdrängung eines natürlichen Instinktes schadet oft mehr als es hilft.

Es geht darum: Bin ich wahrhaftig mit mir selber?

Der Fortschritt bringt es aber mit sich, dass der Mensch immer weniger von seinen Begierden gesteuert wird und gleichzeitig wahrhaftig mit sich selbst ist. Die Sexualität ist nur ein Teilbereich des viel umfassenderen Konzepts der Reinheit.

lg
Topper
 
Werbung:
Lieber Opti,

Wenn man enthaltsam leben möchte, muss man sehr stark sein.

Das sehe ich genau anders herum. Wenn man enthaltsam leben möchte, muss man gar nichts. Kann aber alles, ohne zu müssen. Der Zwang fällt weg, der Genuss bleibt aber.

Wenn man außerdem etwas älter ist, ist es in der Regel sogar noch etwas schwerer, weil die Quellen der Sexualhormone nicht mehr so munter fließen, sondern eher so dahinplätschern.

Die Begierden lassen mit dem Alter nach, das stimmt.

Ich persönlich halte den Raja-Yoga-Weg für den geeignesten, um spirituelle Fortschritte zu erzielen.

Was sind für Dich "spirituelle Fortschritte" genau? Ich verstehe Dich noch nicht genau...

liebe Grüsse,
Haris
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben