Sexuelle Enthaltsamkeit

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Zwei budhistische Mönche, die das Gelübde abgelegt hatten, niemals eine Frau zu berühren, kamen auf ihrer Wanderung an einen Fluß.
Eine junge Frau stand dort und wagte sich nicht durch das kalte, schnell fließende Wasser.
Da nahm der Ältere der beiden die Frau auf den Rücken und trug sie durch den Fluß.
Nach geraumer Zeit sagte der jüngere vorwurfsvoll, wie konntes du nur diese Frau berühren, hast du unser Gelübde vergessen.
Wieso trägst du die Frau immer noch, ich habe sie am anderen Flußufer wieder abgesetzt.

Niemand spricht soviel über Sex wie die sexuell enthaltsamen.
Ihr gesamtes Denken wird vom Sex beherrscht.
Es geht ihnen genau wie den Fastenden, die denken pausenlos ans Fressen.

Reisender, sollte es etwa so sein, dass du der jüngere der beiden Mönche warst? Und da die Phytagoras in deiner Signatur erwähnst, sei daran erinnert, dass auch er enthaltsam lebte.
 
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Schau dir doch mal die Diskussionen zum Thema Advaita an. Da wird der Gottesbegriff total auseinandergenommen.

Ich habe mich noch einmal mit Shankara und dem Advaita beschäftigt. Wie bekannt war Shankara (Shankaracharya) der Begründer des Advaita Vedante.

Shankara

Es wurde gesagt, Shankara sei ein Anhänger der Unpersönlichkeits-Philosophie. Was hat man sich darunter vorzustellen? Als Shankara in achten Jahrhundert nach Christus in Indien erschien, war die Autorität der Veden, durch den Einfluss buddhistischen Gedankenguts stark minimiert. In dieser Zeit hatten sich die meisten Philosophen Indiens der Anatta-Lehre Buddhas angeschlossen. Anatta bedeutet Nicht-Selbst, Nicht-Ich oder Unpersönlichkeit. Die buddhistische Anatta-Lehre bezeichnet das Nichtvorhandensein eines permanenten und unveränderlichen Selbsts, eines göttlichen Wesenskerns im Menschen, einer Seele. Was von den Hinduisten als Seele betrachtet wird, wird im Buddhismus als eine Ansammlung von sich konstant verändernden, physischen und psychischen Bestandteilen, den fünf Skandhas (Skandhas = Daseinsfaktoren: 1. Körper, 2. Gefühl, 3. Wahrnehmung, 4. Wille, 5. Bewusstsein) angesehen. Im Hinduismus gibt es ein Selbst, eine Seele. Für dieses Selbst ist sowohl eine Wiedergeburt, als auch ein Karma denkbar. Im Buddhismus hingegen existiert kein Selbst, keine Seele. Stattdessen existiert ein zeitweiliges Körper-Geist-System, das aber keine Seele besitzt. Nach der buddhistischen Philosophie führt die Befreiung von der Illusion eines unveränderlichen Wesenskerns (Seele = das Atman der hinduistischen Philosophie) auch zur Befreiung von dessen transzendenter, kosmischer Widerspiegelung, dem Brahman (Gott). Die Lehre von Anatta, der Leere, ist somit die konsequente Weiterführung des Advaita-Vedānta, indem sie von der Nicht-Dualität (Brahman/Atman) zur Leerheit (Sunyata) führt.

Während Buddha die Existenz eines Gottes (Brahman) und die Existenz einer Seele bestritt, entwickelte Shankara die Advaita-Vedanta-Lehre, die die Nicht-Dualität (Monismus) zwischen Brahman und Atman lehrte. Dualität tritt demnach nur dort auf, wo Unwissenheit herrscht. Die wahre Erkenntnis, die diese Unwissenheit überwindet, führt zur Befreiung. Shankaras wichtigster Beitrag besteht in der Entwicklung eines Brahman-Begriffs ohne Namen, Formen und Eigenschaften, also eines Gottes, der keine (menschliche) Persönlichkeit und Eigenschaften besitzt. Shankara bezeichnete das Wesen des Brahman als das, was jenseits der Sinne liegt, als unpersönlich, formlos, ewig und unveränderlich. Nach Shankara ist das, was als Atman oder Seele bekannt ist, nichts weiter als ein bedeckter oder illusionierter Teil des Höchsten Brahman. Diese Illusion, so sagt Shankara, ist auf den Schleier, der aus Unwissenheit und Vergesslichkeit besteht, zurückzuführen. Diejenigen, die den Lehren Shankaras folgten, wurden später als Mayavadis oder Unpersönlichkeits-Philosophen bezeichnet. Shankaras Philosophie war ein Kompromiss zwischen dem theistischen Vedante und dem rationalistisch-atheistischen Buddhismus. Es heisst, dass Shankara gemäss Zeit, Ort und Umstand die Position zwischen Theismus und Atheismus einnahm, weil eine gross angelegte Bekehrung der Buddhisten zum Pfad des ausgereiften Theismus des Vedanta nicht möglich gewesen wäre.

Shankara war der Meinung, dass die Fragen vom Ursprung des Universums und dem Wesen Brahmans unbeantwortbar und unerklärbar seien. Er war überzeugt, dass die spirituelle Substanz, Brahman, überweltlich ist, verschieden von den grob- und feinstofflichen Körpern des Geistes und der Intelligenz dieser Welt. Shankara betonte weiterhin, dass Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod, nur möglich ist, wenn das Lebewesen der materiellen Welt entsagt. Er sagt, das Verständnis von ich und mein: „Ich bin ein Individuum, und dies sind meine Besitztümer: Frau, Kinder, Eigentum usw.“, ist die Ursache der Bindung an die materielle Existenz und muss aufgegeben werden. Deshalb leben die meisten seiner Anhänger zölibatär. Shankara nahm diese Position ein, um den Grundstein für eine zukünftige theistische (religiöse) Entwicklung zu setzen. Der Beitrag Shankaras zur Entwicklung theistischen Denkens von der atheistischen Konzeption der Buddhisten, hin zu der des erhabenen transzendentalen realen Brahman, hat Indien und Generationen zukünftiger Theisten stark geprägt.

Shankar Acharya
 
Niemand spricht soviel über Sex wie die sexuell enthaltsamen.
Ihr gesamtes Denken wird vom Sex beherrscht.
Es geht ihnen genau wie den Fastenden, die denken pausenlos ans Fressen.

generell denkt man an das was man nicht oder auch gerade nicht hat!

ganz egal was es ist ...
hat man keine freundin und keinen sex wünscht man sich freundin und auch mal wieder sex...
hat man eine freundin und sex ... ist man aber nicht glücklich und zufriden,
nein dann geht es weiter und weiter ins nächste usw.

ganz egal obs um sex oder sonst was geht ...

lg vom liber
 
generell denkt man an das was man nicht oder auch gerade nicht hat!

ganz egal was es ist ...
hat man keine freundin und keinen sex wünscht man sich freundin und auch mal wieder sex...
hat man eine freundin und sex ... ist man aber nicht glücklich und zufriden,
nein dann geht es weiter und weiter ins nächste usw.

ganz egal obs um sex oder sonst was geht ...

lg vom liber
Das ist ein destruktives Verhaltensmuster, das Du da beschreibst.

Enthaltsamkeit ist ein Schlüssel, um damit aufzuhören.

Mit dem Sehnsucht-Drama-Tralalalaaa


Bloss ist das Differenzieren zwischen echter Enthaltsamkeit, in der diese Muster ans Licht kommen, und dem Muster selbst, der weiter den Asketismus (Ablehnung als Treibende Kraft) verstärkt, sehr schwierig, wenn man mittendrin steckt.


Die Resonanz als Schlüssel- und Orientierung ist da ein hilfreicher Begleiter.



Dunkle Grüße,
Wyrm :clown:
 
Nochmals wieder zurück zum Thema.:)
Ich unterscheide zwischen der Motivation der sex. Zweisamkeit.
Weshalb möchte ich den Akt mit der Person ausführen.
Dabei unterscheide ich für mich Motivationen die mir schaden, und Motivationen welche mir gut tun. Mache ich den Akt mit einer Person, weil diese meint, wenn sie es nicht tut, würde sie mich verlieren, wird es aus energetischer Sicht für beide nicht unbedingt gut tun. Wenn dies häufiger so sein wird,ist dies dann sogar schädlich. Da kann man jetzt noch viele weiter Beispiele nennen.
Dann die Frage wann tut es gut diesen Akt ansich auszuführen.
Das ist jetzt meine Meinung.:liebe1:
Fühlen sich beide wohl, zu sich hingezogen ohne ein nah sag ich mal Machtgefühl gegen den anderen zu haben, sie sich gleichwertig fühlen, sich gegenseitig respektieren, sich alles das zugestehen ,das was sie sich selber auch tun und so weiter, dann kann aus dem Akt an sich etwas wunderschönes werden.
Ich würde Opti teilweise schon recht geben wenn die Motivation so ist, dass sie mir schaden würde. Ich weiss aber wann sie mir schadet. Und dann werde ich sie auch meiden.:liebe1:
Ich hoffe mich einigermaßen verständlich und klar ausgedrückt zu haben.
 
Ich verstehe schon was Du meinst .... Ich selber bin seit 20 Jahren mit meinem Mann zusammen und ich empfinde die Sexualität als einen wichtigen Faktor in der Partnerschaft. Dieser Akt ist mehr als eine körperliche Vereinigung.

Aber ... Opti wird dies wie immer mit ein paar Worten aus den Angel heben und nicht gelten lassen.

Wenn jemand niemals einen anderen Menschen wirklich geliebt , niemals in einer solch innigen Partnerschaft gelebt hat, dann kann er es eben nicht wissen WAS die sex. Begegnung wirklich bedeutet. Drum sucht er nach Höherem in anderen Gefilden. Sucht nach Ausflüchten, warum Sex im Allgemeinen nur negatives bedeuten kann. Dann liest er Schriften und sucht darin Halt, in denen Frauen als ein Haufen Sch****, Knochen und sonstwas bezeichnet werden. Was mir allerdings zeigt, wie widernatürlich die erzwungene sex. Enthaltsamkeit ist. Wenn es so einfach und natürlich wäre Enthaltsam zu leben, müßte man sich nicht solch häßlichen Bilder vom anderen Geschlecht machen, um ja kein Begehren zu empfinden.
 
Jogurette. Ich sehe das nicht so eng wie du jetzt, wahrscheinlich weil ich auch keine Frau bin und mich nicht gekränkt fühle.
Egal aus welcher Motivation die sex. Enthaltsamkeit ausgeführt wird, es ist für denjenigen dann wohl schon richtig. Über Opti erlaube ich mir kein Urteil, da es mir nicht zusteht mir eines zu bilden. Er ist so wie er ist und ist auch ein sehr wertvoller Mensch. Ob sein Weg der richtige ist wird er wissen, wenn er sein Ziel erreicht hat. Wir werden jetzt mit Dingen konfrontiert die uns vielleicht auch etwas fremd vorkommen, aber so fremd sind sie uns vielleicht doch nicht.:liebe1:
 
Das ist ein destruktives Verhaltensmuster, das Du da beschreibst.

Enthaltsamkeit ist ein Schlüssel, um damit aufzuhören.

Mit dem Sehnsucht-Drama-Tralalalaaa


Dunkle Grüße,
Wyrm :clown:

gut erkannt
ja ich weiß das haben viele leute ...
sie ernten ein art frust, denn es ist eine art sucht gegenwärtig unzufrieden zu sein geht bishin zu grössenwahn ...

kenne ein paar leute bei denen ist das sehr ausgeprägt
enthaltsam zu leben (auch nur für ein paar jahre) ist für die nicht vorstellbar ... entzieht sich der eigenen vorstellungskraft usw.

lg vom liber
 
hab mir den thread jez ned wirklich durchgelesen muss ich sagen...
aber ich denke man kann die sexualenergie nicht unterdrücken und wenn, dann siehe perversionen die es in unserer welt gibt!
um sex zu tranzendieren muss man sex haben, ihn erkennen und somit einfach fallen lassen können, ohne große mühe durch enthaltsamkeit...
THE ONLY WAY OUT IS THROUGH =)
 
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Mit hat die Frage interessiert, warum eigentlich im japanischen Zen-Buddhismus offiziell keine Enthaltsamkeit mehr praktiziert wird. Seht einmal, was dabei herausgekommen ist:

Das buddhistische Shaolin-Kloster in der chinesischen Provinz Henan wurde um 500 n.Chr. gegründet. Im Jahr 527 n.Chr. kam der Legende nach der indische Mönch Bodhidharma in das Kloster und begründete dort die Lehre des Chan (japanisch: Zen)-Buddhismus. Es ist berühmt für seine Kampfkunst sowie für Quigong, eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist und gilt außerdem als die Geburtsstätte des historischen Chan-Buddhismus, dem Vorläufer des Zen-Buddhismus. Neben Meditation und Buddhismus pflegen Shaolin-Mönche auch Kenntnisse in traditioneller chinesischer Medizin, Qigong, Kalligrafie und natürlich Kung-Fu. Die Lebensweise eines Mönches ist streng: kein Fleisch, kein Alkohol, kein Sex. Entsprechend Letzterem gilt das Zölibat.

Der Zen-Buddhismus oder Zen ist eine in China ab dem 5. Jahrhundert nach Christus entstandene Linie des Mahayana-Buddhismus, die wesentlich vom Daoismus beeinflusst wurde. Der chinesische Name (Chan) stammt von dem Sanskritwort Dhyana (Meditation). Ab dem 12. Jahrhundert wurde das Zen auch nach Japan übertragen. Die im Westen verwendeten Begriff Zen kommt aus dem Japanischen. Zentrales Element der Praxis des Zen ist die Sitzmeditation Zazen, die im Lotussitz in strenger äußerer Disziplin vor allem in Klöstern ausgeübt wird. Indem der Übende alle seine Gedanken zur Ruhe bringt, ermöglicht er die mystische Erfahrung der Erleuchtung (Satori), ein oft plötzlich eintretendes Erleben universeller Einheit und Leere, das der gesamtbuddhistischen Erleuchtung entspricht. Satori ist die plötzliche Erkenntnis vom universellen Wesen des Daseins. Es ist ein Schlüsselkonzept des Zen-Buddhismus und kann nur in der persönlichen Erfahrung verstanden werden. Satori steht im Gegensatz zum Nirvana, denn es ist kein andauernder sondern nur ein vorübergehender Zustand. In diesem Zusammenhang ist oft vom Buddha-Werden, oder der Verwirklichung der eigenen Buddhanatur die Rede.

Der Zölibat ist in fast allen in Japan verbreiteten buddhistischen Richtungen aufgehoben, die meisten Mönche haben Familie und betreiben ihre Tempel wie einen Familienbetrieb, der später an die Kinder weitergegeben wird. Solche Familientempel sind häufig von einem kleinen Friedhof umgeben und versorgen eine lokale Gemeinde von Gläubigen mit religiösen Dienstleistungen, vor allem bei Todesfällen. Eine Randstellung unter den buddhistischen Mönchen nehmen die Bergasketen (Yamabushi) ein. Sie besitzen eine eigene Tracht und eigene Riten, die stark vom esoterischen Buddhismus beeinflusst sind. Nachdem die Yamabushi unter dem Einfluss des Staatsshinto lange Zeit verboten waren, weil sie nicht eindeutig dem Buddhismus oder dem Shinto zugeordnet werden konnten, erfreuen sie sich in letzter Zeit wieder steigender Beliebtheit.

Ursprünglichen bestanden in den Zenklöstern allerdings monastische (mönchische) Regeln, die jede Berührung mit weltlichen Dingen untersagt. Allem voran stehen die beiden Hauptthemen: Besitz und Sexualität. So leben die Mönche und Nonnen der alten Regeln gemäss nicht nur im Zölibat, sondern sie vermeiden auch jede direkte Berührung mit Geld. Garten und Küchenarbeit darf deshalb nicht gemacht werden, weil dabei lebende Wesen zu schaden kämen. Einige dieser Regeln wurden schon im China des 8. Jahrhunderts von Zen-Meistern wie Pai-Chang verändert, und von ihm stammt der Ausdruck: “ Ein Tag ohne Arbeit – ein Tag ohne Essen“. Weitere Reformen kamen später durch Zen-Meister wie Hakuin in Japan, oder durch den japanischen Kaiser Mutsuhito, der das Zölibat, infolge der Staatsshinto in der Zeit der Meiji-Restauration, für die Zen-Mönche seines Landes aufhob. Es wird gesagt, dass der japanische Kaiser Mutsuhito das Zölibat aufhob, weil er Angst vor den Selbstbewussten der enthaltsam lebenden Mönche hatte. Heute ist zwar in den Zenklöstern das Zölibat nach wie vor aufgehoben, aber auch wenn es einige verheiratete Klostervorsteher gibt, so soll doch stillschweigend das Zölibat vorausgesetzt werden. Genauere Kenntnisse fehlen mir allerdings.

Der Staatsshinto ist die tragende Ideologie der Regierungsform, die sich nach der sogenannten Meiji Restauration (1868) bildete und bis zur Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg (1945) Bestand hatte. Diese Regierungsform rückte die Institution und die Figur des japanischen Tenno (japanischer Kaiser) wieder ins Zentrum der politischen Macht und versuchte, diese Rückkehr zu den politischen Verhältnissen des alten Japan aus der japanischen "Urreligion", also aus dem Shinto, zu begründen. Die Ideologie des Staatsshinto fußt auf den Ideen der Kokugaku (Nationale Schule), die sich im Laufe des 19. Jh. zunehmend politisiert hatte und den Umsturz des Shogunats (Anführer aus der Kriegerkaste der Samurai) ideologisch vorbereitete. Mit der Machtübergabe an den zu dieser Zeit 15-jährigen Tennō Mutsuhito lag die Zentralgewalt seit vielen Jahrhunderten erstmals wieder in den Händen des Tennō.

Meiji-Restauration bezeichnet den politischen Umbruch im Jahr 1868 und den Beginn einer neuen Regierungsform im Kaiserreich Japan. Sie stand am Anfang einer Epoche der rasanten Modernisierung und Verwestlichung der japanischen Gesellschaft, wiewohl sie zunächst die Rückkehr zu alten japanischen Werten propagierte, insbesondere der Wiederherstellung des Kaisertums. Die Meiji-Restauration beendete somit die über 250 Jahre währende Herrschaft der Tokugawa-Shogun-Dynastie. Eine ihrer zentralen Vorstellungen war die Wiederherstellung der Einheit von religiösem Ritus und politischem System in der Person des Tenno, die den ursprünglichen japanischen Staat des Altertums angeblichen geprägt hätte. Tatsächlich wurde zum ersten Mal in der japanischen Geschichte Shinto explizit zur Staatsreligion erklärt. Jeder Bürger hatte im Tenno die vergöttlichte Personifizierung des Staates anzuerkennen. War in alten Zeiten der Tenno im Ritus als höchster Repräsentant der Menschen seinen göttlichen Ahnen entgegengetreten, so sollte nun der einfache Bürger im shintoistischen Ritus dem vergöttlichten Repräsentanten des Staates Reverenz erweisen.

Der Buddhismus passte sich der Diesseitsgläubigkeit des Shinto an, indem die Askese und das Zölibat seiner Mönche aufgegeben wurde und der Weg zur Erleuchtung durch Kunstübungen (Zazen?), Teezeremonien, Kalligraphie und Dichtungen möglich wurde. Der Staatsshinto wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter amerikanischer Besatzung offiziell abgeschafft, die Trennung von Staat und Religion in der Verfassung verankert, sämtlichen Shinto Schreinen (religiöse Stätten), wurden ihre staatlichen Förderungen entzogen. Dennoch blieb die Ideologie des Staatsshinto unaufgearbeitet. Auch in Korea, das im zweiten Weltkrieg unter japanischer Besatzung war, wurde das Zölibat verboten. Der unter japanischem Einfluss aufgehobene Zölibat für Priester wurde nach dem Krieg - nicht ohne erhebliche Diskussionen - wieder eingeführt.

Buddhistische Klöster scheinen im alten Japan bereits früh Zentren homosexueller Aktivität gewesen zu sein; der Berg Koya, der Sitz von Kukais Kloster, wurde zum Beinamen für gleichgeschlechtliche Liebe. Hingegen enthalten weder Shinto noch die japanische Lesart des Konfuzianismus irgendwelche Verbote. Genügend Mönche scheinen der Ansicht gewesen zu sein, dass ihr Keuschheitsgelübde sich nicht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen erstreckte, so dass Geschichten, die von den Affären zwischen Mönchen und jungen Akolythen (Begleitern) erzählen. Solche Affären wurden milde bespöttelt, solange die Leidenschaften nicht bis zu körperlicher Gewalt eskalierten, was durchaus nicht ungewöhnlich war. Jesuiten berichteten entsetzt über die Verbreitung der "Sodomie" unter buddhistischen Mönchen.

http://www.haustao.ch/n1/engagier.htm
http://www.univie.ac.at/rel_jap/gesch/staatsshinto.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Meiji-Restauration
http://de.wikipedia.org/wiki/Mönch
http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualität_in_Japan
 
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