Ireland
Sehr aktives Mitglied
Ja klar, es wäre ja auch schön und erleichternd für die Menschheit, für jedes Leiden eine eindeutige Ursache zu haben, es wäre dann viel einfacher zu behandeln.
Aber sie sind eben nicht immer eindeutig, weder im physischen noch im seelisch-geistigen Bereich. Wenn auch bei manchen psychischen Störungen sicher klarer, so dass sich ein eindeutiger Ansatz ergeben kann, wenn der Betroffene das will, wie beispielsweise bei Traumatisierungen durch Gewalt, um die es ja hier inzwischen vor allem geht.
So wie ich aber beispielsweise die Schizophrenieerkrankung meines Bruders einschätzte und erlebt habe, kamen da mehrere Faktoren zusammen. Dazu kam, dass er sich für nicht krank hielt, und nur beim Psychiater, resp. natürlich in der Klinik war, wenn es gefährlich wurde. Und wohl durch seine Schizophrenie bedingt, hat er auch das HIV geleugnet. Wir konnten ihm seine Medikamente dafür aber nicht eintrichtern , deshalb ist er letztlich an Aids gestorben.
Das Beispiel soll nur zeigen, dass zwar die Selbstbestimmung eines Kranken auch geachtet und letztlich akzeptiert werden muss. Wie krank aber jemand ist, zeigt sich nicht in unbedingt in seiner eigenen Einschätzung dazu, sondern am Ausmass seines Leidens und seiner Lebensführung.
Das klingt nach schrecklichen Jahren für eure ganze Familie!
Aber es macht die Gratwanderung deutlich, mit der alle Beteiligten immer wieder konfrontiert sind (man sagt so leicht daher "Eigen- und Fremdgefährdung", aber wie kompliziert das aussehen kann, zeigt dieses Beispiel). Danke dafür.