Wenn du bei deinen "finsteren Gedanken" bleiben möchtest, dann ist das in Ordnung. Wie auch die Entscheidung für die Liebe in Ordnung wäre.
Wenn meine 7 Jährige Tochter beim Mensch ärgere dich nicht verloren hat, ist für sie immer eine Welt zusammengebrochen. Für einen Erwachsenen daneben ist es eben nur ein Spiel gewesen. Warum ist das so?
Du willst in der Tat ein kriminelles Vergehen mit einem Verlust im Spiel vergleichen. Hat es deiner Tochter denn das Leben ruiniert, weil sie im Spiel verloren hat?
Man sollte, wenn man sich denn Therapeut nennt, ein gesundes Unterscheidungsvermögen mitbringen.
Daher ist es so wichtig, dass gerade die Psychotherapie wissenschaftlich arbeitet und in der Lage ist, die eigene Person während der Arbeit ein wenig in den Hintergrund zu stellen, um objektiver gegenüber dem Patienten zu sein.
Wissenschaft erfordert Objektivität und keine subjektiven Projektionen.
Ein Mensch entwickelt sich vom Embryo zum Erwachsenen. Innerhalb dieser Entwicklungsphase ist der Mensch meist hilflos seiner Umwelt ausgeliefert, weil seine eigene psychische und körperliche Kondition noch nicht ganz im Körper ausgebildet und eingewöhnt ist. Innerhalb dieser Phase passieren auch gerade die Dinge, die den Menschen krank machen. Im Erwachsenenalter, wenn die Entwicklung gut verlaufen ist, kann kaum noch was passieren, was den Menschen schwerwiegend krank machen kann.
Aber selbst dem Kinde ist in dieser Phase bewusst, wie verletzlich es in dieser Zeit ist. Daher können z.B. solche Fälle wie Mobbing im Erwachsenenalter den Menschen ebenfalls sehr schaden. Sie erinnern ihn an diese empfindliche Zeit, in der er schwach war und auf andere angewiesen.
Der Mensch kommt ja auch nicht als Erwachsener auf die Welt. Auch wenn Esoteriker oder esoterische Psychologen was anderes behaupten. Nur ein psychisch und körperlich voll entwickelter Mensch ist in der Lage, sein Leben bewusst selbst zu gestalten. Ihm zu unterstellen, er würde das auch vorher können ist eine Hypothese, so ganz ohne Beweis. Es sind halt Glaubenssätze (KEIN Wissen) und daher keine Wissenschaft.
Die Natur bringt in der Tat auch sehr entwickelte Menschen gelegentlich hervor, die recht früh mehr können, als ein Prof. an der Uni. Die sind jedoch sehr selten.
Man kann nicht von Raritäten auf die Mehrheit der Menschen schließen. Das wäre ein Trugschluss.
LG
Justi