Schizophrenie

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Schizophrenie

Schizophrenie ist eine tief greifende psychiatrische Erkrankung (Nervenkrankheit, Psychose), die Veränderungen der Gedanken, der Wahrnehmung und des Verhaltens auslöst. Schizophreniekranke sind zeitweise nicht in der Lage, zwischen der Wirklichkeit und den eigenen Vorstellungen zu unterscheiden. Schizophrene Patienten glauben jedoch nicht, eine andere oder mehrere andere Personen zu sein (multiple Persönlichkeitsstörung), wie das etwa in der Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde der Fall ist. Die Erkrankung gehört zu den endogenen Psychosen, das heißt, die Krankheit entsteht anlagebedingt.
Laut Kompetenznetz Schizophrenie erkranken etwa 800.000 Bundesbürger mindestens einmal im Leben an einer Schizophrenie, erstmals meist zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr. Es erkranken gleich viel Männer und Frauen, Frauen meist zwischen dem 25.und dem 35. Lebensjahr, Männer häufig im Alter zwischen 15 und 30 Jahren. Eine richtig durchgeführte Behandlung ermöglicht heutzutage einem Großteil der Patienten (80 Prozent) dauerhaft ein Leben außerhalb des Krankenhauses. Die meisten dieser Gruppe können zumindest zeitweise auch einen Beruf ausüben.


Wie entsteht Schizophrenie?

Die genauen Ursachen der Erkrankung sind unbekannt. Vermutlich spielen chemische Botenstoffe, die Nervensignale weiterleiten (Neurotransmitter), eine entscheidende Rolle. Früher deutete man die Schizophrenie als Folge einer Überproduktion an dem Neurotransmitter Dopamin. Neuere Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass wohl ein Teil der Dopamin-Signalwege überaktiv ist.

Auch einige Teile des Gehirns sind verändert. Beispielsweise sind die Ventrikel (mit Gehirnflüssigkeit gefüllte Kammern im Gehirn) häufig erweitert oder Teile des Hippocampus verkleinert.

Sicher spielt Vererbung eine Rolle. Das Risiko, irgendwann im Leben eine Schizophrenie zu entwickeln, steigt von einem auf drei Prozent, wenn einer der Großeltern betroffen ist, beziehungsweise auf zehn Prozent, wenn einer der beiden Elternteile erkrankt ist. Eineiige Zwillingsgeschwister sind jedoch nur zu 40 bis 60 Prozent beide betroffen, sodass erbliche (genetische) Faktoren nicht die einzig mögliche Ursache der Schizophrenie sein können. Vermutlich erben manche Menschen eine besondere Anfälligkeit gegenüber der Krankheit, die bei hinzutretenden Belastungen dann ausgelöst wird. Geburtskomplikationen oder schwere körperliche Krankheiten können solche Auslöser sein, in 50 Prozent der Fälle aber gehen einer Erkrankung oder Wiedererkrankung psychische Belastungen (unglückliche Kindheit, Stress in der Arbeit, im zwischenmenschlichen Bereich) voraus.


Welche Beschwerden treten bei Schizophrenie auf?

Schizophrenie kann praktisch alle psychischen Funktionen verändern. Es zeigt sich eine Vielzahl an Beschwerden, die beim einzelnen Kranken nicht alle und nicht gleich stark ausgeprägt in Erscheinung treten müssen. Sie verbinden sich manchmal zu Syndromen, das sind typische Kombination von Beschwerden, die auch wechseln können. Man unterscheidet zwischen Grundbeschwerden und zusätzlichen (akzessorischen) Beschwerden. Manchmal wird in der Literatur auch von produktiven oder positiven Beschwerden und Minus- oder negative Beschwerden gesprochen. Beide Arten von Beschwerden sind einander sehr ähnlich und können oft nicht unterschieden werden.


Grundbeschwerden sind die direkt von der Krankheit verursachten Störungen:



Störungen des Denkens und damit auch Sprechens: Das Denken ist zusammenhanglos, nicht logisch, zerfahren, Gedanken und Worte brechen mitten im Satz ab. Begriffe verlieren ihre exakte Bedeutung oder verschiedene Begriffe werden neu miteinander verbunden ("trauram" aus traurig und grausam)

Störungen des Gefühlslebens (Affekt) und des Antriebs: Stimmungslage und gegenwärtige Situation passen nicht zusammen (inadäquate Affektivität). Gegensätzliche Gefühlsregungen werden nebeneinander empfunden, der Patient weint und lacht gleichzeitig.

Verlust der Wirklichkeit (Autismus): Der Schizophrene versinkt in seine eigene Welt und ist von der Wirklichkeit anderer Menschen abgeschnitten.

Ich-Störung: Schizophrene Patienten erleben die eigene Persönlichkeit ebenfalls gespalten, zusammenhanglos, zerschlagen. Sie haben manchmal Schwierigkeiten sicher zu sein, dass sie wirklich leben, dass sie sie selber sind.

Die zusätzliche Beschwerden sind Versuche des schizophrenen Patienten, das krankhaft Erlebte in einen Sinnzusammenhang zu bringen oder damit leben zu können. Die Bewältigungsarten sind aber in sich ebenfalls krankhaft:

Störungen des Denkens: Die eigenen Gedanken empfindet der Patient als fremd, manchmal glaubt er, sie würden ihm entzogen.

Störungen des Gefühlslebens (Affekt) und des Antriebs: Das alles beherrschende Gefühl ist Angst. Manchmal sind schizophrene Menschen albern, enthemmt und ausgelassen (gehobene, hebephrene Stimmungslage) häufiger jedoch ratlos, hilflos und anlehnungsbedürftig (depressive Verstimmung). Die Gefahr eines Selbstmords in solchen Situationen ist unberechenbar, das Risiko liegt bei zehn Prozent.

Wahnvorstellungen: Schizophrene können fest davon überzeugt sein, dass sie verfolgt werden, dass sich die Umwelt gegen sie verschworen hat, dass sie vergiftet werden sollen. Die Patienten haben keine Möglichkeit zu begreifen (etwa mit Hilfe logischer Argumente), dass sie sich täuschen.

Halluzinationen: Die Kranken hören Geräusche und Stimmen, riechen Giftstoffe. Meist werden sie so im Rahmen des Verfolgungswahns bedroht. Auch hier ist es unmöglich, die Kranken mit Argumenten aus diesen Vorstellungswelten herauszuführen.

Bewegungsstörungen (Katatone Beschwerden): Manchmal verlangsamt die Krankheit die Bewegungen der Patienten stark. Er bewegt sich kaum und spricht nicht mehr (Stupor). Im schlimmsten Fall kann sich ein Kranker gar nicht mehr bewegen, er verharrt in unbequemen Stellungen (Katalepsie). Kommt Fieber hinzu (perniziöse Katalepsie), wird der Zustand lebensbedrohlich. Andererseits wiederholen Schizophrene in psychischen Erregungszuständen häufig immer wieder Bewegungen. Sie laufen hin und her, machen Kniebeugen und andere Turnübungen, klatschen in die Hände oder klopfen ständig mit den Fingern.

Die Krankheit kann einen schleichenden oder akuten Verlauf nehmen. Von einem schleichenden Verlauf spricht der Mediziner, wenn sich der Patient immer mehr zurückzieht, von Familien und Freunden isoliert, sich um nichts mehr kümmern möchte und jegliches Interesse an der Ausbildung, der Arbeit oder den Hobbys verliert. Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Unentschlossenheit, abrupte Gefühlsänderungen, Drogenmissbrauch und Interesse an okkulten Themen können auch Teil des Krankheitsbilds sein.

Bei manchen Patienten beobachtet man stetige Beschwerden, über die Hälfte der Patienten erleiden wellenförmig akute Phasen und sind in der Zeit dazwischen beschwerdefrei, wobei die Verarbeitung der als bedrohlich erlebten Beschwerden zu beträchtlichen Persönlichkeitsstörungen führen kann.


Wie erstellt der Arzt die Diagnose?

Die Diagnose wird durch ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten gestellt. Dabei achtet der Arzt besonders auf die typischen Beschwerden zum Zeitpunkt der Untersuchung und in der Vorgeschichte. Nachdem der Kranke seine Krankheit in Anteilen nicht wahrnehmen kann, ist es unter Umständen wichtig, Familienangehörige, Freunde oder Lehrer zu befragen. Tests (Rorschach-Test, Fragebögen, Konzentrationsübungen) werden zur Diagnosestellung nur wenig eingesetzt.

Auch bei typischen schizophrenen Beschwerden muss der Arzt andere Entstehungsmöglichkeiten wie etwa Drogen- und Medikamentenmissbrauch, Hirntumor und andere neurologische Erkrankungen mit Untersuchungen ausschließen.

Quelle: http://www.netdoktor.at/krankheiten/...izophrenie.htm
 
Werbung:
Hallo Fhedor,

danke für Deine ausführliche Beschreibung!

ich verstehe nicht, dass du mit dieser Seelen-Entwicklungs-Idee nicht so recht viel anfangen kannst - vielleicht wäre es besser gewesen, ich hätte es Ich-Entwicklung genannt... oder die Entwicklung der ICH-Heit. Das sind ja evidente Erkenntnisse, nicht nur aus der Transpersonalen Psychologie, sondern auch aus der Mainstream-Psychologie, wie z.B. der Tiefenpsychologie, der klassischen Psychoanalyse... oder der Ich-Psychologie.

Das ist mir schon klar, also die Idee dahinter. Und sie ist auch in sich schlüssig, soweit man die "normale" psychische Entwicklung -in unserer Kultur- betrachtet. Allerdings, die Psychologie hat die Einschränkung, dass sie nur die bestehende Kultur betrachtet, und auch da vorwiegend die Abweichungen von einem "Normal". Inwieweit daraus allgemeine Aussagen über das menschliche Bewusstsein ableitbar sind, ist zu fragen.
Und ob diese Modelle irgendwie noch einen sinn machen, wenn man Transzendenz einbezieht, das ist noch mehr fraglich.

In der Wissenschaft lernen wir ja: ein Modell ist ne feine Sache, aber man muss auch untersuchen in welchen Grenzen es brauchbar ist.

Das Ich ist ja zu Beginn relativ undifferenziert von seiner Umgebung, d.h. das Baby kann nicht leicht sagen, wo sein Körper aufhört und wo die physische Umgebung anfängt (Anfang von D-1).
Das Kleinkind lernt allmählich, dass es nicht wehtut, wenn es in die Decke beißt, sehr wohl aber wenn es das mit seinem Zeh macht: Aha, es gibt da einen Unterschied zwischen Körper und Materie!

Oh, danke - das find ich eine sehr schöne praktische Veranschaulichung!
Ich glaub die werd ich mir für meine eigene Argumentation ausborgen. ;)

Auf das andere komme ich noch zurück. Ich denke dass da der Fehler liegt: Deine Interpretation von "D-1" ist weltlich, sie ist nicht transzendent. Du implizierst, dass die materielle Welt wirklich existieren täte und es eine Differenzierungsleistung des Bewusstseins wäre dies zu erkennen.
Tatsächlich existiert aber die materielle Welt nicht wirklich - sie ist Illusion - sie entsteht erst dadurch dass Bewusstsein sich entschliesst sie wahr-zu-nehmen. Folglich befindet sich das Baby noch im Ungeteilten Eins!

Erst der Individuationsprozess, und zwar genau die von Dir beschriebene Erfahrung, dass es nämlich einen Körper mit sich herumschleppt, und dass eben dieser Körper (und auch NUR der Körper!!) evident abgegrenzt ist, erzwingt dann die Erkenntnis des Getrenntseins.
Von da aus entsteht dann als reiner Analogieschluss der Irrtum, dass Geist und Seele gleichermaßen getrennt seien. Das sind sie aber nicht, das waren sie nie, und das werden sie nie sein! Es gibt insgesamt nur ein einziges Bewusstsein!

Aber jetzt weiss ich, wo du drüberstolperst, Fhedor. Du bist auf die Entwicklungs-Idee fixiert, und siehst das Baby als einen Anfangspunkt, wo noch gar nichts an Entwicklung vorhanden ist und alles erst erworben werden muss.
Dabei übersiehst Du, dass das Baby ja bereits Buddha-Natur hat!
Das einzige was ihm fehlt ist ein Ego!

Genau dieses Ego, eben seine differenzierte Entwicklung, ganz so wie sie in Deinen Entwicklungsstufen beschrieben ist, ist dann aber auch das einzige was uns von Gott trennt!

Das Selbst wird auf jeder Ebene versuchen, sich gegen Schmerz, Störung und letztlich Tod zu verteidigen, und es wird das tun, indem es alle Mittel gebraucht, die ihm auf der jeweiligen Ebene zur Verfügung stehen. Wenn das Selbst Begriffe hat, dann wird es Begriffe benutzen; wenn es Regeln hat, dann wird es Regeln benutzen; wenn es Schau-Logik besitzt, dann wird es Schau-Logik benutzen.

Vorsicht - was Du hier bschreibst ist das Ego (oder Ich-Bewusstsein). Das "Selbst" ist, jedenfalls im Verständnis von CGJung, unser schicksalhaftes, karmisches, zeitloses Potential - das, was zu erkennen unsere Lebensaufgabe ist.
Es ist das Ich-Bewusstsein, was sich verteidigt, was sich schützt, was deformiert ist oder teilweise gar nicht entwickelt, je nach den Bedingungen die es vorfindet.

Ich sortier Dich mal ein bischen um, um zu straffen. ;)

Sorry, das sind letztlich doch zu wenig astrol. Daten, als dass ich dazu jetzt dein Gipfelerlebnis in Bezug setzen kann. Kannst ja mal im UF Astrologie nachfragen.

Kein Problem - ich kenn mich mit dem Zeug halt nicht so aus, und ich weiss ja wer ich bin. ;)

Aber... du hast bis zu diesen Zeitpunkt des Gipfelerlebnisses mit einem spirituellem Streben absolut nichts am Hut gehabt???

Genau. Ich war noch nichtmal religiös, sondern strikt rational und wissenschaftlich denkend.
Das heftige bei der Erfahrung war dann auch, dass dadurch mit einem Schlag mein ganzes Weltbild komplett hinfällig war.

Das Thema "spirituelles Streben" kam dann erst hinterher, und aus einem ganz einfachen Grund:
ich hatte dann ganz natürlicherweise das Bedürfnis, anderen Menschen zu begegnen, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben, um mich mit ihnen darüber auszutauschen. Und folglich hab ich dann angefangen mich in spirituellen Kreisen umzutun - verschiedenster Richtung.
Der Wunsch wurde mir freilich nicht erfüllt, sondern man hat mir stattdessen nur zu verstehen gegeben (sinngemäß): "bevor du nicht wenigstens mal zehn Jahre Yoga auf deinen Arschbacken abgesessen hast, bist du eh nicht für voll zu nehmen".
Man hat mir zu verstehen gegeben, ich müsse doch erstmal ganz viel meditieren, müsse ganz viel "üben", müsse ganz viel "an mir arbeiten", bevor ich irgendwie über spirituelle Erfahrungen reden dürfe.
Was ich freilich konkret üben oder an-mir-arbeiten solle, mit welchem Ziel oder welcher Absicht, dazu konnte mir niemand was sagen - das müsse ich ja wohl selber wissen. (Nunja, ich weiss es nicht - für mich sind die existenziellen Fragen umfassend und dauerhaft beantwortet, und nach was sonst sollte ich suchen?)
Und das ist über nun schon sehr viele Jahre das einzige was ich in der Richtung erfahren hab.

Inzwischen ist mir auch klar, warum das so ist: spirituelle Gruppen (Logen, Zirkel, Orden etc.) sind ausnahmslos hierarchisch aufgebaut. Wer mit einer solchen Gruppe Kontakt aufnimmt, hat sich -per Definition- auf der untersten Stufe einzufügen.
Da aber diese Hierarchie nicht einfach so existiert, sondern mit "spiritueller Erfahrung" gleichgesetzt wird, hat jemand der neu auftaucht, ebenfalls per Definition eben auch keine spirituelle Erfahrung zu haben.

Erklärt wurde mir der Zusammenhang so ähnlich wie es auch Deine Yoga-Lehrerin erklärt hat: im sinne einer Stufenleiter, wo wir uns auf einer bestimmten Sprosse befinden - wobei wir deswegen nicht mehr oder weniger wert sind als ein anderer, aber eben bestimmt werden muss welche "spirituelle Reife" der Einzelne hat.

Das ganze fängt schon in der Schule an, und ist in unserem Denken zutiefst verinnerlicht: ein Schüler der achten Klasse ist natürlich nicht "mehr wert" als ein Schüler der zweiten Klasse - aber er ist eben -per Definition!- reifer. Und, ebenfalls per Definition!, kann diese Reife nur Stufe um Stufe erlangt werden.

Ich bin da inzwischen anderer Meinung: dass nämlich alle diese spirituellen Organisationen selber nicht die vollkommene Wirklichkeit erfahren haben, selber noch auf der Suche sind. Und nur deshalb, weil sie selber nicht in der vollkommenen Wirklichkeit leben, neigen sie dazu dass sie graduieren.

Das gleiche Problem sehe ich nun auch mit Deinem Modell der Entwicklungsstufen. Auch Du scheinst davon auszugehen, dass es sich da um eine Entwickelung handelt, die Stufe für Stufe in aufeinander aufbauender Weise vollzogen werden muss, gerade so wie in der Schule.

Ich bin inzwischen der Meinung, dass es sich hierbei um willkürliche, menschengemachte Modelle handelt, die gewiss dafür taugen, um mancherlei Zusammenhänge zu strukturieren und besser zu verstehen, die aber keine absolute Ordnung und keine Gesetzmäßigkeit darstellen, und aus denen daher auch keine allgemeinen Folgerungen abgeleitet werden dürfen.

Ein paar Beispiele: [...]
In dem Fall wird dieser Mensch dazu neigen, die Vereinigung mit Gott so zu erfahren, als gelte sie nur für ihn selbst [..]
Auf der anderen Seite wird ein Mensch auf Stufe D-4 [...] vielleicht ein "wiedergeborener Fundamentalist" werden, [...]

Hier nun ist Dein Modell sehr nützlich, denn es kann diese Phänomene und (Fehl)Einschätzungen beschreiben, die wir ja durchaus real beobachten.

Ich möchte daher folgende Ergänzungen im Verständnis vorschlagen:

1. Die Lebensaufgabe ist nicht, diese Stufen wie Schulklassen streng eine nach der anderen zu entwickeln - das wäre ein zu mechanistischer Ansatz - obwohl es in der mehrzahl der Lebensgeschichten durchaus so erfolgen mag.

2. Gipfelerfahrungen können heilsam wirken und können verdeutlichen, wenn auf einzelnen Entwicklungsstufen noch Reifeprozesse erforderlich sind, bzw. diese Reifeprozesse anstoßen.

3. (Das ist jetzt der entscheidende Punkt, wo ich mit Deiner Anschauung nicht konform gehe) Ein dramatisches Unglück im Sinne einer Psychose o.ae. tritt NICHT dadurch auf, dass noch nicht alle Entwicklungsstufen im Sinne einer Stufenleiter korrekt "erklettert" wurden, sondern es tritt genau da auf, wo in einer bestimmten Entwicklungsstufe unbalancierte Erfahrungen vorliegen, ein Defect, eine Schieflage, bedingt zB durch ungesunde Einflüsse, traumatische Eindrücke, etc. Nach meiner Erfahrung: je intensiver und nachhaltiger die Gipfelerfahrung, desto schonungsloser die Analyse, ob wirklich alle Aspekte des Charakters in gesunder Balance sind.

4. Das Baby, das in Stufe D-1 eintritt, hat bereits Buddha-Natur.
Es geht also NICHT darum, einen Gipfel erstmals zu erklettern, sondern darum, die Verbundenheit mit der Schöpfung wiederzuerlangen (re-ligare). Der ganze Ausflug in die Individualität dient lediglich dazu, Selbst-Bewusstsein zu erlangen. Nicht die Gipfelerfahrung ist der Ausflug, sondern der Weg durch die Individuation ist der Ausflug, von dem wir Selbst-Bewusstsein mitbringen - und die Gipfelerfahrung ist ein Hinweis auf die Grundlage und die Rückkehr.
Die ganze Eskapade der sterblichen Existenz ist mithin umschlossen von der wirklichen, göttlichen Existenz, und in gewissem sinne auch beschützt. Es ist NICHT erforderlich, sich vor Gott zu schützen - das war lediglich die alte Lüge der Priester!

Soweit mal meine Ideen dazu. Jetzt lass mich weiterspinnen:

Wenn ich mir Dein Schaubild anschaue, dann scheint es mir streckenweise stark geprägt von modernem psychologischem Verständnis, dahingehend, wie ein reifer, verantwortungsbewusster Erwachsener in unserer Gesellschaft aussehen sollte.
Und das scheint mir nicht ganz übereinzustimmen mit dem, wie "Gott" sich einen erwachsenen Menschen vorstellt - unabhängig von Kultur und Gesellschaft. ;)

Der Reihe nach:
Dein Punkt, dass das Kleinkind irgendwann erkennt, dass sein Körper zu ihm gehört und vom rest-der-welt unterscheidbar ist, ist interessant und wichtig. Mir war klar dass das so sein muss, aber nicht dass es eine bewusste Erkenntnis ist.

Was mir wiederum klargeworden ist, das ist, dass das Kind irgendwann lernt, "ich" zu sagen. Und an dem Punkt hat es sich selbst auf einer geistigen, ideellen Ebene als ein eigenständig handlungsfähiges Subjekt erkannt! Mit ziemlich dramatischen Konsequenzen.
Dieser Schritt und seine Bedeutung finde ich nicht so recht in Deinem Schaubild.

Für mich war das eine sehr erschütternde Sache - ich war damals etwas über 4, und ich erinnere mich: ich stand im Garten, und hab total aufgewühlt im Geiste gefragt: "ja wenn das alles jetzt 'Nicht-Ich' ist, was soll ich dann damit machen???" (Gemeint war eben "alles" - der Garten, die Bäume drüben am Sägewerk, usw.usf. - und gemeint war, was soll ich mit dieser Subjekt-Objekt-Beziehung machen, die durch die Trennung automatisch entsteht.)

Der entscheidende Punkt ist: genau in diesem Moment wird Zeit und Raum überhaupt erst erschaffen. Erst in dem ich mich selbst als Subjekt erkenne, kann ich meine Position in Zeit und Raum bestimmen. Bis zu dem Zeitpunkt spielt sich das Leben nur im Hier+Jetzt, in der Gegenwärtigkeit ab. Ab dem Zeitpunkt kann man taktieren, d.h. planvoll handeln und Konsequenzen erkennen.

Wenn nun aber Gott und Schöpfung dasselbe ist, transzendent und immanent zugleich, dann bedeutet dieser Zeitpunkt auch die Trennung von Gott - das was in esoterischen Kreisen bezeichnet wird als "der Fall in die Zeit" - oder im Katholischen eben der "Sündenfall", der Abfall von Gott: der Mensch begreift sich als eigenständiges Subjekt und kann fortan seine eigenen Interessen betreiben.
(Nur dass das eben überhaupt nichts mit "Sünde" zu tun hat, sondern ein notwendiges Phänomen ist, das Individuation überhaupt erst ermöglicht.)


aber aus meinen Ausführungen zu den Ich-Entwicklungsstufen sollte klar geworden sein, dass eine Integration so eines Gipfelerlebnisses nur möglich ist, wenn eine einigermaßen stabile Ich-Entwicklung vorhanden ist.
Bei einer "eigentlicher" Ich-Entwicklungsstufe D-1/D-7 hätte so ein Gipfelerlebnis dramatische Folgen in Richtung Psychose!

Eben das bezweifle ich. Die Entwicklungsstufen D-2 bis D-5 sind kulturelle Qualitäten, D-6 bis D-8 sind philosophisch-metaphysische Qualitäten. Echte Transzendenz jedoch ist "immer und überall", und kümmert sich weder um Kultur noch um Philosophie, sondern transzendiert all das.


Und dann, zu guter Letzt, bleibt bei all dem noch ein interessantes Problem:
So wie ich die Dinge verstehe und oben beschrieben hab, meint die mythologische Idee des "Sündenfalls" eben das Entstehen der Reflektionsfähigkeit, d,h, das Erkennen von sich selbst als einem "ich", das in Zeit und Raum absichtsvoll handeln kann, und damit Zeit und Raum erst erschafft und mithin aus der Unmittelbarkeit des Hier+Jetzt heraustritt.

Das ist etwas was im Vorschulalter passiert.

Warum aber wird dann im Katholizismus der Sündenfall fast immer mit einer sexuellen Konnotation betrachtet?

Und das ist auch etwas, was in Deinem Strukturdiagramm kaum vage andeutungshalber auftaucht: die Entwicklung einer geschlechtlichen Ich-Identität.
Da ist aber ein Haufen Energie drauf - und das dürfte auch im bereich von Besetzungen keine unwesentliche Rolle spielen.
 
Wie wird die Schizophrenie behandelt?

Medikamente

Neuroleptika: Neuroleptika (Entdeckung im Jahr 1952) blockieren die Wirkung des Nervenbotenstoffs Dopamin im Gehirn (Dopamin-Antagonisten). Damit sind sie die Grundlage der Behandlung von Psychosen wie der Schizophrenie.
Die "klassischen" Neuroleptika sind besonders bei den Grundbeschwerden wirksam. Allerdings haben sie auch stärkere Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen (Muskelsteifigkeit, Zittern) unwillkürliche Muskelzuckungen (Spätdyskinesien), Dämpfung des Empfindens, Müdigkeit, Antriebslosigkeit sowie Gewichtszunahme. Die neueren antipsychotischen Medikamente haben eine günstige Wirkung auch auf die zusätzlichen Beschwerden. Ein weiterer Vorteil dieser neuen oder "atypischen" Neuroleptika ist, dass sie weniger gravierende Nebenwirkungen verursachen als die klassischen.

Die verschiedenen Neuroleptika werden unterschiedlich dosiert gegeben, je nachdem, unter welchen Symptomen der Patient gerade leidet, ob ein akuter Schub bekämpft werden muss oder eine Wiedererkrankung verhindert werden soll.

Trotz der zum langen Liste an Nebenwirkungen sind Neuroleptika in der Regel gut verträglich. Die meisten Nebenwirkungen mit Ausnahme der unwillkürliche Muskelzuckungen verschwinden nach Absetzen des Mittels wieder.

Antidepressiva: Antidepressiva beeinflussen Stimmung, Antrieb und Leistungsfähigkeit der schizophrenen Patienten positiv. Wenn eine depressive Grundstimmung vorliegt, werden sie zusätzlich zu den antipsychotisch wirksamen Neuroleptika gegeben.

Beruhigungsmittel: Sie lösen Angstzustände und wirken entspannend. Sie können jedoch abhängig machen.

Psychotherapie

Die verschiedenen Behandlungsformen der Psychotherapie haben auf die Grunderkrankung nur einen geringen Effekt. Jedoch können sie entscheidend helfen, die beängstigenden Erlebnisse während der Krankheitszeiten zu verarbeiten und damit die Folgen der Erkrankung für die Persönlichkeit positiv zu beeinflussen. Psychotherapien steigern das Selbstwertgefühl, stärken die eigene Initiative, trainieren die Konzentrationsfähigkeit, zeigen Bewältigungsansätze auf, ermöglichen die Aufnahme einer Berufstätigkeit und verhindern die soziale Isolierung. In Arbeit mit den Angehörigen sucht man nach Möglichkeiten, wie der Schizophrene in der familiären Umgebung am besten betreut werden kann. Psychotherapie ist oft Voraussetzung für den Beginn einer medikamentösen Behandlung und deren zuverlässige Weiterführung.


Was kann man selbst tun?

Am Wichtigsten ist es, dass sich Patienten und Angehörige ausführlich über die Krankheit, ihre Ursachen und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren. Nur dann sind sie in der Lage, für eine optimale Behandlung zu sorgen und alle Maßnahmen zu ergreifen, um ein Wiederauftreten der Beschwerden zu verhindern. Um Rückfälle möglichst sicher verhindern zu können, ist es wichtig, die Medikamente so lange einzunehmen, wie dies vom behandelnden Arzt empfohlen wird. Die Behandlung dauert oft viele Jahre lang. Gute Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam, eine geregelte und möglichst stressarme Lebensführung sowie das Vermeiden von Drogen sind weitere wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Rückfallverhütung. Da es zum Wesen der Krankheit gehört, dass der von ihr Betroffene nicht immer erkennt, dass er krank und behandlungsbedürftig ist, sollten ihm seine Angehörigen dabei helfen, drohende Rückfälle zu erkennen und rechtzeitig eine Behandlung einzuleiten.


Wie ist die Prognose?

Schizophrenie ist eine langwierige, beängstigende und auch für die Angehörigen psychisch belastende Krankheit. Dennoch wird sie im Allgemeinen als schwerwiegender und dramatischer beurteilt, als die nüchternen Zahlen dies belegen.

Bei jedem Fünften heilt eine Ersterkrankung ohne Wiederkehr aus. Selbst nach jahrelanger Krankheitsdauer bessert sich der Zustand mancher Patienten plötzlich. Bei anderen kommt es zur Wiedererkrankung in unterschiedlichen Zeitabständen und mit unterschiedlicher Häufigkeit. Zum einen bestimmt die Eigengesetzlichkeit der Krankheit selbst den Verlauf. Sodann hängt die weitere Entwicklung von den persönlichen und sozialen Bewältigungsmöglichkeiten des Patienten ab. Alles entscheidend beeinflusst aber eine ausreichende und zuverlässig eingehaltene Neuroleptika-Therapie die Prognose günstig. Wenn die Medikamente regelmäßig eingenommen werden, sinkt die Zahl der Wiedererkrankungen auf 30 Prozent.

Jeder dritte chronische Verlauf ist leicht. Ein Drittel der Patienten erreicht eine gewisse Besserung mit zwischenzeitlichen Rückfällen, und ein weiteres Drittel hat eine ungünstige Prognose mit bleibenden und zunehmenden Persönlichkeitsveränderungen, die bei jedem Rückfall verstärkt werden. Günstig ist, wenn die Krankheit in späten Jahren plötzlich beginnt und eher die zusätzlichen Beschwerden aufweist.

Ein ständiger Aufenthalt im Krankenhaus ist nur bei jedem Vierten nötig, 60 Prozent der Betroffenen gliedern sich wieder in das soziale Umfeld ein und können arbeiten. Die Krankheit reduziert die Lebenserwartung der Betroffenen um durchschnittlich zehn Jahre.


Autor: Dr. med. Werner Kissling, Redaktion:

Quellen: New England Journal of Medicine, Vol. 349, October 2003, Tölle: Psychiatrie einschließlich Psychotherapie. Kompetenznetz Schizophrenie
 
Das ist definitiv eine Fehl Diagnose von dir .

1: Jeder Mensch ist ein Individuum und als solches auch zu behandeln .

2: Jeder Mensch verarbeitet erlebtes und Erfahrenes anders und zieht andere Lehren daraus .

3: Wieviele Fälle von missbrauch kennst du persönlich , was befähigt dich dazu dieses Urteil in den Raum zu stellen ? Woher beziehst du dein *wissen* ?

4: Wie sieht die Relation aus zwischen Misshandelten Menschen die psychische Instabilität aufweisen und dazu zähle ich so lustige Sachen wie Drogensucht und auf den Strich gehen und im Häfen sitzen und den Menschen die psychisch gesund sind ? Welche Art Mensch überwiegt bei solchen Erlebnissne mehr ? und wie sieht deine Studie aus ? Woher stammt die wer hat die gemacht ?

5. wenn es also kaum einen Zusammenhang zwischen Erlebten und psychischer Krankheit gibt wie du so lustig vor dich hinbehauptest dann können wir ja gleich mal damit beginnen das ich dich vergewaltige und zu rapen ? ! So eien Art Feldversuch . Was hältst du davon ich fessel dich prügel dich und steck ihn dir hinten rein dir bleibt sowieso kein oder kaum ein psychischer schaden. Und dann nehmen wir uns Kinder vor verprügeln sie usw.. kann ja nichts nachhaltig bleibendes sein .:rolleyes:


Manche Menschen sollten echt die Finger still halten bevor sie die Scheiße loswerden .:wut1:

Lies besser genauer, NIEMAND hat hier eine Diagnose gestellt, auch keine Fehldiagnose!

Und ja, es gibt Menschen, die nach schlimmsten Traumatisierungen TATSÄCHLICH gesund bleiben!!! (obwohl wir uns das nicht vorstellen können und das ist die große Gefahr für solche Menschen, sie sinnlos zu pathologisieren, - meist fast genauso schlimm wie das erlebte)

Es gibt vergewaltigte Frauen, die sich sehr vor Leuten fürchten, die sie hinterher kein normales Leben mehr leben lassen, weil ihnen untergeschoben wird, daß sie doch nun schlimm dran sein müßten, weil das das einzige Thema in ihrem Leben sein soll usw. und genau DAS wollen sie nicht!!!
 
Lies besser genauer, NIEMAND hat hier eine Diagnose gestellt, auch keine Fehldiagnose!

Und ja, es gibt Menschen, die nach schlimmsten Traumatisierungen TATSÄCHLICH gesund bleiben!!! (obwohl wir uns das nicht vorstellen können und das ist die große Gefahr für solche Menschen, sie sinnlos zu pathologisieren, - meist fast genauso schlimm wie das erlebte)

Es gibt vergewaltigte Frauen, die sich sehr vor Leuten fürchten, die sie hinterher kein normales Leben mehr leben lassen, weil ihnen untergeschoben wird, daß sie doch nun schlimm dran sein müßten, weil das das einzige Thema in ihrem Leben sein soll usw. und genau DAS wollen sie nicht!!!

:thumbup::thumbup:
 
Und ja, es gibt Menschen, die nach schlimmsten Traumatisierungen TATSÄCHLICH gesund bleiben!!! (obwohl wir uns das nicht vorstellen können und das ist die große Gefahr für solche Menschen, sie sinnlos zu pathologisieren, - meist fast genauso schlimm wie das erlebte)

Es gibt vergewaltigte Frauen, die sich sehr vor Leuten fürchten, die sie hinterher kein normales Leben mehr leben lassen, weil ihnen untergeschoben wird, daß sie doch nun schlimm dran sein müßten, weil das das einzige Thema in ihrem Leben sein soll usw. und genau DAS wollen sie nicht!!!

Ist das nicht so, als würdest du sagen ... du hast ein ziemlich übles und großes Trauma (eine Verletzung, eine Wunde), am Bein oder wo auch immer - aber du bist gesund?

Die schlimmste Traumatisierung aber dennoch tatsächlich gesund?

Sorry, aber das ist doch Unsinn?
 
Für die Information.

Als mündiger Bürger muss ich ja beurteilen, was mit meinen Steuergeldern gemacht wird. Und das einzig sinnvolle was ich wüsste was mit Steuergeldern gemacht wird ist die Wissenschaft.

Insofern erwarte ich, dass, genauso wie etwa die Physik die grundlegende Beschaffenheit der Materie zu erkennen sucht, die Psychologie die grundlegende Beschaffenheit des Geistes zu ermitteln hat, also den Bauplan dessen was Bewusstsein ist.

Nach meinem zugegeben etwas älteren Kenntnisstand hat sie sich jedoch nur damit beschäftigt, wie man kulturelle Devianz anpasst, sowie damit, unwillkommene politische Auffassungen als psychiatrische Diagnosen zu formulieren. (Ausnahme und Lichtblick: CGJung)

Ich war davon ausgegangen, dass inzwischen so langsam mal eine sinnvolle Richtung eingeschlagen würde. Die Information, dass das gar nicht erst versucht wird, ist neu für mich.

Ich glaub, Du vermischt etwas:
meinst Du jetzt Psychologie, Psychotherapieforschung, Hinrforschung, Philospóphie, Sozialwissenschaften, Geschichte ... ?

Man kann das Gehirn mittlerweile (zu einem winzigen Teil) erforschen, man kann Vorraussagen treffen, unter welchen Bedingungen ein Mensch mit welcher Wahrscheilnlichkeit krank wird oder gesund bleibt (KULTURSPEZIFISCH!)
Man weiß sogar ziemlich genau, was Menschen hilft, in unserer Gesellschaft ein selbstbestimmtes Leben zu führen und was diesbezüglich nicht förderlich ist.
Und der allererste Schritt ist, einen Menschen nicht a priori in eine Schublade zu stecken, sondern alles offen zu lassen und ihm mit Wertschätzung und Würde entgegenzutreten (und das ist oftmals überhaupt nicht einfach)

Aber was meinst Du denn jetzt genau mit GEIST??? (um etwas zu erforschen muß man es erstmal allgemeingültig definieren ... )

Hab Dir mal ne Definiton von Psychologie rausgesucht (kannst ja selbst mal googeln).

Psychologie ist die Lehre von den Formen und Gesetzmäßigkeiten des Erlebens und Verhaltens des Menschen. Hierzu gehört sowohl das normale Erleben und Verhalten von Personen ohne psychische Auffälligkeiten als auch dasjenige von Personen mit psychischen Problemen oder Erkrankungen. Als empirische Wissenschaft ist die Psychologie bestrebt, mit wissenschaftlichen Methoden allgemeine Gesetzmäßigkeiten psychischer Strukturen und Prozesse und ihrer verhaltenssteuernden Funktionen zu ermitteln, um auf dieser Basis wissenschaftlich wohlbegründete Vorschläge für die Veränderung von Verhalten in den unterschiedlichsten Praxisfeldern machen zu können. Der Entwicklung geeigneter methodischer Zugangsweisen zur Bearbeitung der genannten Aufgaben kommt eine starke Bedeutung zu. Kennzeichnend für die Psychologie ist, dass es sich dabei um eine bereichsübergreifende Wissenschaft handelt, weil sie sowohl Elemente aus den Geisteswissenschaften als auch aus den Sozial- und Naturwissenschaften vereint.
 
Ist das nicht so, als würdest du sagen ... du hast ein ziemlich übles und großes Trauma (eine Verletzung, eine Wunde), am Bein oder wo auch immer - aber du bist gesund?

Die schlimmste Traumatisierung aber dennoch tatsächlich gesund?

Sorry, aber das ist doch Unsinn?

Ich fürchte, Du hast mich nicht richtig verstanden:
NATÜRLICH ist eine jede Traumatisierung stets ein Grund, krank zu werden! (und das ist von allen zu akzeptieren)

Aber:

NICHT JEDER wird wirklich krank.

Ich habe in seltenen Fällen Frauen erlebt, die sagten: "mit der Vergewaltigung (o.ä. Schlimmem) komme ich schon irgendwie klar, nicht aber mit den Reaktionen der Umwelt, ich möchte nicht als Opfer/ als psychisch Kranke gesehen und behandelt werden, ich möchte mein normales Leben weiterführen und darüber schnellstmöglich hinwegkommen"!!!

Und das ist unbedingt zu akzeptieren (auch wenn das sehr schwer fällt)!

Das meine ich mit Wertschätzung: der Patient steht an erster Stelle und nicht meine Annahmen, Werturteile usw.

Das heißt überhaupt nicht, daß das ein generelles Ziel für alle Frauen in der gleichen Situation ist!!!!
 
Werbung:
Weder bei körperlichen Krankheiten (egal ob Brustkrebs, "Erkältung" oder die von Dir benannaten Kopfschmerzen u.v.m.) noch bei psychischen Erkrankungen gibt es eine allgemein anerkannte Ursache (weder bei "Privatleuten", noch in Fachkeisen) und man kann sehr, sehr viel Zeit darauf verwenden, über diese ganzen potenziellen Ursachen nachzudenken, zu debattieren, zu streiten.

GErade therapeutisch Tätige sollten sich UNBEDINGT von jeder Ursachenforschung fernhalten.

Es gibt kaum einen Zusammenhang zwischen Erlebtem und psychischer Krankheit: warum gibt es durchaus psychisch gesunde, ehemals mißhandelte, traumatisierte oder mißbrauchte Personen, müßten nicht ALLE krank sein?

Ich verstehe nicht ganz, dass du das so siehst, aber das ist ok. Meiner Meinung nach gibt es definitiv immer eine Ursache, egal ob es da jetzt um Kopfschmerzen oder eine Erkältung geht. Was jetzt die Ursache von Brustkrebs ist, kann ich nicht sagen, vielleicht liegt das in der Familie, an einem übersäuerten Körper oder was auch immer, gibt es sicher noch mehr Hintergründe.

Dass es kaum einen Zusammenhang zwischen Erlebtem und einer psychischen Krankheiten gibt, finde ich fast schon phänomenal, diese Aussage.

Aber in einem hast 'Du recht: auch ich ertappe mich oft dabei, wie ich "insgeheim" Ursachen sehe, suche usw. - die nüchtern betrachtet an den Haaren herbeigezogen sind.
Deshalb ist es ganz wichtig, Kollegen und Supervisionen zu haben, die einen von diesem "schmalen Brett" wieder runterholen ;).

Ursachen die an den Haaren herbeigezogen sind, ok ...
gut, dann von Kollegen oder anderen Menschen wieder runtergeholt zu werden, ja.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben