Ohja. Allerdings nicht linear, soweit ich das erlebt habe, aber diese Schritte gibts. Auch die Sache hier
klingt mir wohlvertraut

. Stimmt, solange man Gott für ein Ding hält (oder halt eine Person, du verstehst schon, was ich mein), solange braucht man was Greifbares.
Das nächste, da hab ich ein bißchen Mühe damit.
Alles ist eine lebendige Verkörperung des Göttlichen; solange ich das allerdings noch nicht weiß, solange glaube ich, ein Yeshua (ich schreib das so, weils heller und lebensfroher aussieht und klingt als die Latinisierung), ein Guruguru

oder sonstwer sei
die Verkörperung. Kannst du damit?
Dazu habe ich eine Frage. Ich bin dieser Bedingungslosigkeit nicht bei einem Guruguru begegnet... es war ganz woanders das erste Mal, als ich das erlebte. Kannst du damit was anfagnen, wenn ich sage, daß man der Bedingungslosigkeit begegnen muß, um zu wissen, was das ist - es sich einem aber nicht unbedingt durch einen GURU vermitteln muß?
Ja. Das kenn ich. Das war bei mir der Punkt, wo ich weitergezogen bin aus den Naturreligionen und ihrem Denkansatz einer polaren Göttlichkeit, weil ich ihn zwar absolut hilfreich erlebte, aber mir bewußt wurde, daß da immer noch etwas von irgendwo außenobenunten herangerufen wird anstatt in mir etwas wachgerufen.
Jaja, das ist schon klar, das Problem mit der Unschärferelation von Worten kenn ich ja auch. Das ist jetzt echter Erfahrungsaustausch, endlich. Schön.
Auch klar. Und jetzt quassle ich mal etwas weiter vor mich hin.
Es kann nun sein, ein solcher Guruguru lehrt jetzt, was er zu lehren hat, so, daß er diesen weiten Umweg übers Anbeten mit einbezieht... weil er meint, dieses sei die beste Art, zu vermitteln, was es zu vermitteln gibt. Damit nimmt er die Gefahr in Kauf, daß nicht wenige Schüler in der Anbetungsschleife hängen bleiben. Und er nimmt eine weitere Gefahr in Kauf: nämlich die, daß er selbst diese Anhimmelung seiner Schüler zu mögen beginnt und sie genießt. Was dann passiert, muß ich nicht weiter ausführen (ich spreche jetzt von Gurus ganz im Allgemeinen).
Es kann aber auch sein, ein solcher Guruguru entscheidet für sich, ich erzähl den Leuten ungeschminkt und direkt gradaus, was Sache ist. Nix anbeten, alles eine Einheit, eins vom anderen abhängig, alles in stetem Wandel.... uns so weiter. Damit nimmt er die Gefahr in Kauf, daß Schüler sich von ihm erschreckt abwenden, weil sie das als schroff und brüsk und lieblos empfinden. Und er nimmt die Gefahr in Kauf, daß Schüler ihn mißverstehen und dem Nihilismus verfallen.
Vielleicht wird jetzt endlich sichtbar, daß es nicht darum geht, zu über-zeugen, sondern nur darum, darzulegen, wo die Vorteile und Gefahren jedes Weges liegen. (Und ich nehme an, inzwischen verstehst du besser als am Anfang des Gesprächs, warum ich persönlich Reißaus nehmen würde

.)
Das kommt nun ganz drauf an, was für Worte man verwendet. Einfache Bauern könnten vielleicht am ehesten verstehen, daß die gesamte Natur etwas Heiliges ist, die kennen den natürlichen Kreislauf und wissen, daß sie abhängig sind von allem möglichen... weißt du, ich bin einmal neben einer alten Bauersfrau gesessen auf der Bank unter der Linde, die wußte vom Lauf der Welt unglaublich viel und sie hat das auch in Worte gebracht, die würde man da nicht vermuten. man sollte die Menschen nicht unterschätzen.
Zu dem fettgedruckten Satz einmal wieder ganz kühn ein lautes schallendes Nein. Es sind immer wir beide (ich und der jeweilige andere) und unser Zusammenwirken. Wenn ich mit einem Menschen rede und der bekommt auf einmal ein rotes Gesicht und beginnt zu schreien, dann kann ich davon ausgehen, daß ich daran mitbeteiligt war, selbst wenn ich das nicht wollte.
Jo das wars mal wieder. Fertiggequasselt für diesmal. Danke für die Einblicke derweil einmal