Meikel3000
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Es bleibt doch etwas übrig.Schönes Thema, Joachim,
aus meiner Seele gibt es nicht Wesenhaftes, in dem Sinne, dass es aus sich selbst heraus, völlig bedingungslos existieren kann, also auch keine wesenhaft existierende Seele oder ein uns irgendwie einverleibtes innerstes Wesen. Alles Existierende besteht aus sich gegenseitig bedingenden Faktoren, die mit einander wechselwirken und sich so erzeugen, also in dem sie in sich wechselseitig bedingender Beziehung zu einander stehen. Das ist bei so einem abstrakten Begriff wie Seele nicht leicht zu zeigen, aber es ist mit der Seele dasselbe, wie mit wesentlich konkreteren Begriffen, etwa dem Körper oder den Teilen des Körpers. Suchst Du etwa im Körper nach seiner Wesenheit, wirst Du nichts finden, ausser Teilen des Körpers, aus denen dieser zusammengesetzt ist. Du kannst den Körper in seine kleinsten Teile teilen und wirst nirgends einen wesenhaften Körper jenseits seiner Teile finden. Gäbe es die Wesenheit des Körpers, also seine Essenz, den Körper schlechthin, so müsste diese Wesenheit ja nach Entferenen aller Teile übrigbleiben. Das ist aber nicht der Fall. Genau so kannst Du mit den Teilen des Körpers verfahren, etwa der Hand. Nimmst Du alle Teile von der Hand weg, so bleibt keine wesenhafte Hand zurück, auf die Du als letzte Instanz der Hand zeigen könntest. Und genau so verhält es sich aus meiner Sicht mit allen Begriffen und Dingen, nur dass es bei den geistigen Begriffen schwieriger ist, nehmen wir etwa das Denken. Gibt es ein wesenhaftes Denken, das unabhängig, aus sich selbst heraus existiert? Untersuche ich das Denken in derselben Weise, wie den Körper, finde ich, dass das Denken nicht aus ssich selbst heraus existiert: es bedarf dazu eines Körpers, eines Gehirns, der Gedankeninhalte, darüberhinaus eines Geists, eines Verstands und so fort. Nimmt man das alles weg, bleibt kein Denken für sich übrig.
Grüße,
Bibo
Das, was bezeugt "Alles ist verschwunden".