Mit der Seele im Einklang sein

Schönes Thema, Joachim,

aus meiner Seele gibt es nicht Wesenhaftes, in dem Sinne, dass es aus sich selbst heraus, völlig bedingungslos existieren kann, also auch keine wesenhaft existierende Seele oder ein uns irgendwie einverleibtes innerstes Wesen. Alles Existierende besteht aus sich gegenseitig bedingenden Faktoren, die mit einander wechselwirken und sich so erzeugen, also in dem sie in sich wechselseitig bedingender Beziehung zu einander stehen. Das ist bei so einem abstrakten Begriff wie Seele nicht leicht zu zeigen, aber es ist mit der Seele dasselbe, wie mit wesentlich konkreteren Begriffen, etwa dem Körper oder den Teilen des Körpers. Suchst Du etwa im Körper nach seiner Wesenheit, wirst Du nichts finden, ausser Teilen des Körpers, aus denen dieser zusammengesetzt ist. Du kannst den Körper in seine kleinsten Teile teilen und wirst nirgends einen wesenhaften Körper jenseits seiner Teile finden. Gäbe es die Wesenheit des Körpers, also seine Essenz, den Körper schlechthin, so müsste diese Wesenheit ja nach Entferenen aller Teile übrigbleiben. Das ist aber nicht der Fall. Genau so kannst Du mit den Teilen des Körpers verfahren, etwa der Hand. Nimmst Du alle Teile von der Hand weg, so bleibt keine wesenhafte Hand zurück, auf die Du als letzte Instanz der Hand zeigen könntest. Und genau so verhält es sich aus meiner Sicht mit allen Begriffen und Dingen, nur dass es bei den geistigen Begriffen schwieriger ist, nehmen wir etwa das Denken. Gibt es ein wesenhaftes Denken, das unabhängig, aus sich selbst heraus existiert? Untersuche ich das Denken in derselben Weise, wie den Körper, finde ich, dass das Denken nicht aus ssich selbst heraus existiert: es bedarf dazu eines Körpers, eines Gehirns, der Gedankeninhalte, darüberhinaus eines Geists, eines Verstands und so fort. Nimmt man das alles weg, bleibt kein Denken für sich übrig.

Grüße,
Bibo
Es bleibt doch etwas übrig.
Das, was bezeugt "Alles ist verschwunden". :)
 
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Es bleibt doch etwas übrig.
Das, was bezeugt "Alles ist verschwunden". :)

Nein, da bleibt nichts übrig, auch kein wesenhaftes Bezeugen oder ein wesenhafter Bezeuger. Das Bezeugen oder der Bezeugende sind selber genau so leer von Eigenexistenz, wie alles andere: um bezeugen zu können, braucht es jemanden oder etwas, das bezeugt, es braucht Gefühl, Geist, Gedanken, Wahrnehmung und wenn es mitgeteilt wird einen Kommunikationsapparat, einen Mund, eine Hand, die schreibt, Telepathie, Kommunikation welcher Art auch immer - und so fort. Es gibt kein Bezeugen an und für sich. Wenn man alles wegnimmt, was dazu nötig ist, um überhaupt bezeugen zu können, bleibt kein selbstexistentes Bezeugen zurück.
 
Zitat Urania in #114
Nach meinem Gefühl hat Eli nicht das Licht gemeint, von dem du im Zusammenhang mit der Dualität gesprochen hast.

Ich spreche von Licht, indem 'Licht' die letztendliche Realität von allem ist, was existitiert.
Die Wissenschaft hat sich in der Quantenphysik dazu durchgerungen, alle Materialität als letztlich Licht zu erkennen. Und in der Bibel wird im Prolog zum Johannes-Ev. vom Licht im Menschen als unvergängliches göttliches Licht gesprochen.
Daher ist für mich die mystische Erfahrung von Licht im eigenen Inneren eine letztendliche Realität
und
Alles Liebe
 
Nein, da bleibt nichts übrig, auch kein wesenhaftes Bezeugen oder ein wesenhafter Bezeuger. Das Bezeugen oder der Bezeugende sind selber genau so leer von Eigenexistenz, wie alles andere: um bezeugen zu können, braucht es jemanden oder etwas, das bezeugt, es braucht Gefühl, Geist, Gedanken, Wahrnehmung und wenn es mitgeteilt wird einen Kommunikationsapparat, einen Mund, eine Hand, die schreibt, Telepathie, Kommunikation welcher Art auch immer - und so fort. Es gibt kein Bezeugen an und für sich. Wenn man alles wegnimmt, was dazu nötig ist, um überhaupt bezeugen zu können, bleibt kein selbstexistentes Bezeugen zurück.
Wenn keine Aufmerksamkeit da wäre, um bezeugen zu können "Alles verschwunden", woher weißt du denn, dass tatsächlich alles verschwunden ist?
 
Wenn keine Aufmerksamkeit da wäre, um bezeugen zu können "Alles verschwunden", woher weißt du denn, dass tatsächlich alles verschwunden ist?

Ich sage ja nicht, dass ich nicht bezeugen kann, ich sage: ja, es gibt bezeugen, ich sage auch, ja, es gibt Aufmerksamkeit, es gibt einen Körper, es gibt Denken, es gibt alle Dinge - aber darüberhinaus sage ich: nein, weder dieses Bezeugen noch Aufmerksamkeit existieren aus sich selbst heraus, sondern hängen von vielen Faktoren ab, selbst das "tatsächlich-feststellen" von etwas, wie etwa die Behauptung, es gäbe keine Eigenexistenz, hat keine Eigenexistenz. Das ist etwas anderes, als zu behaupten, da sei etwas "tatsächlich" so, also selbstexistend, ohne jede Bedingung.
 
Ich sage ja nicht, dass ich nicht bezeugen kann, ich sage: ja, es gibt bezeugen, ich sage auch, ja, es gibt Aufmerksamkeit - aber darüberhinaus sage ich: nein, weder dieses Bezeugen noch Aufmerksamkeit existieren aus sich selbst heraus, sondern hängen von vielen Faktoren ab, selbst das "tatsächlich" geststellen hat keine Eigenexistenz. Das ist etwas anderes, als zu behaupten, da sei etwas "tatsächlich" so, also selbstexistend, ohne jede Bedingung.
Ich verstehe sehr gut, was du meinst.

Auch hier haben wir es wieder mit der Denkweise zu tun, alles auf einen Grund zurückführen zu müssen.
Aber da ist kein solcher Grund, verstanden als Anfang bzw. Beginn bzw. Erste Wirkung.

Ich poste es gerne hier nochmal:

Hier die Begründung, warum es keinen Anfang, keine Erste Wirkung, keinen Beginn von was auch immer gegeben haben kann:

Jeder Anfang, verstanden als Erste Wirkung, setzt eine unverzichtbare Wirkungslosigkeit voraus, weil es sonst kein korrekter Anfang gewesen sein kann.
Anders gesagt: Immer dann, wenn man ein Ereignis als Erste Wirkung bezeichnet und es stellt sich heraus, dass es dennoch vorherige Wirkungen gegeben haben kann, dann weiß man, dass man den korrekten Anfang noch nicht gefunden hat.

Doch jetzt kommt das Entscheidende:

Eine solche unverzichtbare vorherige Wirkungslosigkeit beinhaltet nun mal keinen Impuls, der zu irgendetwas führen könnte.

Das heißt: Den Gesamtablauf namens Natur bzw. Universum hat es schon immer gegeben.
Denn er kann unmöglich aus einer unverzichtbaren vorherigen Wirkungslosigkeit als Erste Wirkung hervorgegangen sein.

Diese Argumentation ist der logisch schlüssige Beweis, dass es unmöglich einen Anfang im Sinne eines Urknalls als Erste Wirkung gegeben haben kann.
 
Eine solche unverzichtbare vorherige Wirkungslosigkeit beinhaltet nun mal keinen Impuls, der zu irgendetwas führen könnte.

Das heißt: Den Gesamtablauf namens Natur bzw. Universum hat es schon immer gegeben.
Denn er kann unmöglich aus einer unverzichtbaren vorherigen Wirkungslosigkeit als Erste Wirkung hervorgegangen sein.

Diese Argumentation ist der logisch schlüssige Beweis, dass es unmöglich einen Anfang im Sinne eines Urknalls als Erste Wirkung gegeben haben kann.

Doch Du sagst ja selbst, dass es so ein erstes oder zugrundeliegendes Prinzip gibt: Aufmerksamkeit. Was unterscheidet dieses Postulat vom Postulat des Urknalls? Nur zu behaupten es wäre immer schon dagegewesen bleibt Behauptung. Genauso kann ich sagen: das Universum gab es schon immer, es ist nicht entstanden, es hat keine Ursache. Wohingegen klar nachvollzogen werden kann, dass es nichts gibt, dass nicht in Abhängigkeit von etwas anderem existiert. Zum Beispiel für den Gedanken "alles hat immer schon existiert, ohne jede Ursache" lässt sich folgendes Abhängigkeitsverhältnis finden: jemand, der das denkt, der das sagt, einen Geist, ein Ich, einen KÖrper, in dem ein Ich wohnt, jemand der ein Gegenüber hat, dem er diesen Gedanken mitteilt usw. Der Gedanke: "es ist unmöglich, dass es einen Anfang im Sinne eines Urknalls gegeben hat", was ist das anderes als ein Phänomen, eben gedanklicher Art, das von unendlich vielen Wechselwirkungen an Bedingungen abhängt?
 
Licht ist ganz eindeutig das Gegenteil von Dunkelheit und die beiden repräsentieren die Dualität. Auch wenn Eli es als Analogie gemeint hat Licht und Dunkelheit können wir im Gefühl und auch im Denken analog betrachten. Ausgangspunkt ist aber auf jeden Fall die Analogie aus dem visuellen Bereich, wo wir erst mit dem Licht der Sonne Dinge erkennen können. Unser Auge hat sich entwickelt durch die Existenz der Sonne. Ursprünglich im All ist die Dunkelheit, erst mit der Existenz der Sterne kam das Licht. Es brauchte eine Erschaffung, eine Schöpfung mit der das Licht entstand, dann entstand durch das Licht die Fähigkeit dieses Licht zu erkennen. Ebenso ist es mit den Analogien z.B. im Geiste, es braucht das geistige Sein, so wie Eli sagt, z.B. den Christus um die Fähigkeit zu entwickeln ihn zu erkennen. Erst ist die Idee, dann die Erkenntnis der Idee. Nur wir Menschen glauben in unserer Hybris, wir selber würden die Idee erschaffen. Nur wir Menschen halten uns für Schöpfer und alles was wir nicht erschaffen haben muss durch Zufall entstanden sein - wie überheblich.

Deine zentralen Gedanken kann ich gut nachvollziehen:
Ursprünglich im All ist die Dunkelheit, erst mit der Existenz der Sterne kam das Licht. Es brauchte eine Erschaffung, eine Schöpfung mit der das Licht entstand, dann entstand durch das Licht die Fähigkeit dieses Licht zu erkennen. Ebenso ist es mit den Analogien z.B. im Geiste, es braucht das geistige Sein, so wie Eli sagt, z.B. den Christus um die Fähigkeit zu entwickeln ihn zu erkennen. Erst ist die Idee, dann die Erkenntnis der Idee.

Diese 3 Punkte sind für mich zentral
.1 Herzstück der Schöpfung sind die Zentren der vielen 100 Millionen Galaxien aus denen, wie die indische Philosophie beschreibt, alle Welten durch den Schöpfer-Atem Brahmas ausgeatmet worden sind und auch wieder eingeatmet werden.
.2 Das Augenlicht ist selbst Licht, damit es die Schöpfung sehen und der Mensch sie erkennen kann
.3 Die Idee ist das Höhere, Ursprüngliche. Nach Platon ist Idee die eigentliche Existenz für alles, was ist, auch für das Sein. Nur aus dieser Sicht konnte im Prolog zum Joh-Ev. gesagt werden 'Er kam in das Seine, aber die Seinen haben ihn nicht angenommen'.
Alles Liebe
.
 
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Was unterscheidet dieses Postulat vom Postulat des Urknalls? Nur zu behaupten es wäre immer schon dagegewesen bleibt Behauptung.
Das ist nicht nur eine Behauptung von mir.
Die logische Argumentation, warum es unmöglich einen Anfang als Erste Wirkung gegeben haben kann, ist nicht zu widerlegen.

Das Andere ist, dass ein Vorhandensein wie Aufmerksamkeit nicht mit raumzeitlichen Begriffen beschrieben werden kann.
Das heißt, sie benötigt keinen Raum, um eine Aufmerksamkeit sein zu können, und sie benötigt auch keine zeitliche Dauer, während der sie eine Aufmerksamkeit sein kann.

Das Problem vieler Menschen besteht darin, dass sie überzeugt sind, alles, was keine dieser raumzeitlichen Kriterien erfüllt, gibt es nicht. Das ist ein Irrtum.
Schon Einstein konnte aufzeigen, dass Raum und Zeit lediglich Folgewirkungen sind.
 
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