Der Mensch hat ja grundsätzlich die Neigung, sich von allem eine bildliche Vorstellung zu machen, auch von “abstrakten“ Begriffen. Mag sein, dass ich hier generalisiere, weil ich ein ausgeprägt visueller Typ bin und von meiner Veranlagung auf die Allgemeinheit schließe.
Würde mich ein Kunstprofessor vor die Aufgabe stellen, zu den Begriffen “Körper“, “Geist“ und “Seele“ jeweils ein möglichst einfaches Symbol zu zeichnen, würden da spontan entstehen: ein grünes Rechteck für den Körper, ein blauer Kreis für die Seele und ein rotes Dreieck für den Geist.
Alle drei geometrischen Formen durch Linien zu einem großen Dreieck verbunden.
Grünes Rechteck wahrscheinlich, weil grün eine materielle Farbe ist und ein menschlicher Körper vier Gliedmaßen hat.
Rotes Dreieck, weil Rot eine aktive Farbe ist und der Geist nach oben strebt. Und weil man oft von spitzfindigen Gedankengängen spricht.
Blauer Kreis, weil Blau eine passive Farbe ist und der Kreis die Wiedergeburt symbolisiert.
Für mich ist der Geist hauptsächlich aktiv, die Seele eher passiv.
“Du sollst dir kein Bild machen von deinem Gott“ - dieses Gebot ist wohl eines der am häufigsten gebrochenen

. Ich glaube, dass sich die meisten Menschen zumindest unbewusst ein Bild von Gott machen, sogar Atheisten.
Einmal hatte ich tagelang intensive Visionen von violettem Licht. Da kam es zu einem kurzen Internet-Kontakt mit einem amerikanischen, orthodoxen Juden (im Rahmen eines religiösen Forums), der mir schilderte, er würde Gott als violetten Laserstrahl wahrnehmen. Er sei sich aber bewusst, dass dieses Bild dem Wesen Gottes nicht in vollem Ausmaß Genüge tragen würde - es sei nur ein Teilaspekt.
Weiter schrieb er: “Als Kind habe ich mir Gott (G-d) als Wein vorgestellt, der überall wächst.“ Bemerkenswert - das würde ja einer christlichen Imagination entsprechen (“Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben“).
Beide (inneren) Bilder fand ich wunderschön.