Ich glaube ... wir meinen genau dasselbe (oder sollte es eher dasgleiche heißen? - da bin ich mir jetzt wirklich unsicher ...), "zäumen" das Pferd aber aus unterschiedlichen Richtungen auf.
Aber vielleicht sind auch die Richtungen sehr nah beieinander, vielleicht sind sie sogar fast gleich.
Das einzige, was noch dazwischen steht sind unterschiedliche Begriffe.
Dein Beispiel mit der Rasur trifft es PERFEKT!
Und Du hast sehr gut beschrieben, wo da "Grenzen" sind (warum klappt es nicht nochmal, genau dann, wenn man es will).
Und ich bin sicher: es klappt, auch wenn man es will, es ist nur ein klitzekleines Stückchen ... .
Jeder Mensch hat solche und ähnliche Erfahrungen gemacht ... bei jedem einzelnen ist die "Toleranzgrenze" ganz unterschiedlich.
Menschen, die mit einem "Tabu" großgeworden sind (z.B. Aborigines) sind viel eher in der Lage, weitere "Hokuspokus" (und das ist nicht abwertend gemeint, so sieht es nur der Durchschnitts-Westeuropäer) -Sachen zu glauben und die funzen dann viel besser als beim Durchschnitts-Westeuropäer.
Aber: wir sind alle Menschen mit dem gleichen physiologischen Aufbau, wir können im Prinzip alle dasselbe lernen.
Wir Westeuropäer "gestatten" bereits Konstukten ihre "Berechtigung", die vor 20-30 Jahren noch nicht denkbar gewesen wären:
das sind leise und kleine, feine Entwicklungen, wie z.B. das riesige Gebiet der Psychosomatik, Motivation-mit bestimmten Motiven können Menschen über-menschliches nachweisbar und wiederholbar, Intelligenzentwicklungen- abhängig von der Lehrperson um bis zu 30 Punkten (nach oben und nach unten - macht einen Unterschied von Lernbehindert zu Normal zu Hochbegabt ... in wenigen Wochen) ...
Das klingt erstmal langweilig und wissenschaftlich (aber zumindest stichhaltig belegt

) ... .
Aber übertragen auf den Alltag sagt es aus: es ist doch im Prinzip alles möglich, Grenzen sind nur hypothetisch.
Ich habe letztens mit den Kollegen (ales Konstruktivisten - mehr oder weniger) diskutiert: wir wissen alle (aus direkter Beobachtung), daß viele Menschen "absolut Unmögliches" schaffen.
Ich habe das Statement gebracht: wir können auch übers Wasser gehen! (da war doch was in der Bibel?)
Sofort kam: neee, das geht zu weit, sowas klappt nicht .... (?)
Wirklich nicht?
Warum nicht?
Nur, weil das noch keiner (glaub ich) getan hat?
Was ist das in unserem Kopf, was uns diese seltsame Grenze setzt?
Wenn wir doch (langsam) akzeptiert haben, daß Menschen in Extremsituationen Tonnen heben können (geht doch eigentlich gar nicht), warum sollten sie nicht übers Wasser gehen?
Die wissenschaftliche Basistheorie haben wir doch auch ... : es gibt keine Wirklichkeit, sie ist individuell konstruiert ... (usw.)
Der einzige Punkt, in dem wir beide uns unterscheiden ist, glaube ich, der Weg (?).
Ich will da weiter ohne ... "etwas dazwischen", ohne "Mediator".
Das heißt konkret, ich "zaubere" (ist ja kein Zaubern, ist eigentlich eine Grundfertigkeit der Menschen) ohne ein Paradigma.
So ein Paradigma wäre für mich z.B. Magie oder eine Religion oder Heilmittel oder das, was die Abos glauben oder irgendwelche "Methoden" ... .
Das ist wahrscheinlich kaum nachvollziehbar (?), ich hoffe, ich habe es einigermaßen verständlich rübergebracht?
Jedenfalls ist das die eigentliche Botschaft des radikalen Konstruktivismus (so wie ich ihn verstehe).