Sicherlich ist ZEN mit der christlichen Lehre nicht 1:1 vergleichbar, in der Wikipedia findest Du folgende Definition:
"Zen besitzt eine eigene Ethik. Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass man anderen nur helfen kann, wenn man sich selbst befreit hat. Die Zuwendung zu anderen Lebewesen in sorgender Liebe (in der griechischen Agape verwandtem Sinn) und Solidarität ist dabei allerdings niemandem keinem Gott, keinem Buddha, keiner Offenbarung oder Lehre geschuldet, sondern erwächst aus der inneren Einsicht im Laufe der Zen-Praxis von selbst."
http://de.wikipedia.org/wiki/Zen#Ethik_des_Zen
Es geht also hier um die Befreiung von "Gottesbildern", die einem festhalten und verhaftet sein lassen. Anstelle von wahrer Befreiung, die eben aus dem Loslassen aller Anhaftungen resultiert.
Das Zitat über "töte den Buddha" muß also im richtigen Zusammenhang
als Gleichnis verstanden werden, eben genauso, wie man viele Bibelzitate nicht isoliert betrachten darf.
Sehnsüchte, Vorstellungen, Bedüfnisse sind lt. buddhistischer Leeren eben genau das Hindernis, was uns von der göttlichen Gegenwart trennt (eben weil es nur Gedanken im Kopf sind, die die (erfahrbare) Gegenwart in eine fiktive Zukunft und Vorstellung projezieren).
Grundsätzlich halte ich jedoch den golden Mittelweg für den richtigen. Ich habe nichts gegen Buddhastatuen, Marienaltare, Kirchen etc. - das alles darf durchaus als Ort der zeitweiligen Abkehr vom Alltag für viele Menschen seinen wichtigen Sinn darstellen.
Jedoch - sollte man es eben nicht als Bild Gottes sehen, was man nur anzubeten braucht, um "gerettet" zu werden. Genau das ist ja auch das, was Jesus lehren wollte: "Folget mir nach", d.h. seinen inneren Weg der Liebe zu gehen und nicht an Götzenbildern hängen zu bleiben...