(...) Du kannst es drehen und wenden, wie du willst, aber es ändert sich nichts am Motiv des Zen-Meisters.
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Da ich den Zen-Meister nicht persönlich kenne, urteile ich auch nicht über seine (wahren) Motive. ZEN ist mir jedoch als Lehre in Erinnung, die gerade den Schülern oftmals nur einen "Satz" zum Nachdenken mitgibt und der Schüler erst dann, wenn er den richtigen Sinn verstanden hat, "Erleuchtung" findet. Es geht hier nicht um die Befreiung der Seele vom Menschen, sondern die Befreiung des Menschen von krankmachenden Seelenzuständen (wie Gier, Geiz, Macht, Besitz etc., alles das was auch Jesus gelehrt hat).
Es ist immer einfach, andere zu verurteilen, wenn man den eigentlichen Inhalt nicht richtig verstanden hat!
Jede Religion wird auch politsch (miß)braucht, eben von Leuten, die die Religion im eigentlichen Sinne nicht wirklich leben und verstanden haben und diese dann als Machtinstrument verwenden. "Regeln", "Gebote", "Prophezeiungen", "Erscheinungen" sind wunderbare Instrumente um andere Menschen zu binden, ihnen Angst einzujagen, ihnen ein monotones, innerlich totes Leben vorzuschreiben. Die Masse quasi ruhigstellen. Dadurch bleibt die eigene Macht gesichert.
Ein weiteres Instrument ist auch das "Gut-Böse"-Denken: die einen sind die Guten, weil sie an (mein) für einzig richtig gehaltene Gottes/Weltbild glauben, die anderen verachtet man, da sie andere Vorstellungen haben, die ich selbst nicht mal richtig verstanden habe (kann). So werden Glaubenskriege geführt, Sekten bekämpft, alle möglichen Andersdenkenen verunglimpft, nur um sich selbst höher zu stellen und sich in der Gruppe der Gleichdenkenden sicherer zu fühlen.
Wir sind über 6 Milliarden Menschen mittlerweile, wäre es nicht langsam Zeit, daß wir das Verurteilen lassen und stattdessen lieber die Gemeinsamkeiten suchen? Die Freiheit, die wir suchen, sollten wir auch erstmal anderen zugestehen.