Von Blümchen habe ich nie geredet, von Romantik auch nicht. Und meine Wertmaßstäbe bezüglich eines möglichst naturnahen Lebens und Familie stehen nicht zur Disposition. Gerade letzteres läßt mich so argumentieren, wie ich's tue. Und ich begreife nicht, wie jemand die Interessen der eigenen Familie hinter die anderer stellen kann, und das tut man, wenn man ungezügelter, illegaler Migration und ihren Folgen/Kosten das Wort redet...
LG
Grauer Wolf
Was Dich selbst betrifft gehts mir darum, dass Du absolut alles eben auch auf Dich selbst beziehst. Abgesehen davon dass man das moralisierend als tendenziell egomanisch bezeichnen könnte, worum es mir aber gar nicht geht, ist das absolut nicht sachlich-nüchtern-kühl. Das alles ist komplett emotional, was auch Deine weitere Argumentation deutlich macht. Denn Du glaubst ja, das man die Interessen anderer vor die der eigenen Familie stellt. Und ich sehe das nirgends! Ich weiß auch nicht wie man darauf überhaupt kommt. Und dann redest Du von illegaler Migration, als ob es ausschließlich um illegale Flüchtlinge ginge, was absolut nicht der Fall ist. Zweitens: Auch jene die illegal einzureisen versuchen, sind in der absoluten Mehrheit definitiv notleidend. Jene die übers Meer kommen sind juristisch gesehen definitiv illegal... aber die kommen gleichzeitig ganz sicher nicht aus Bereichen unseres Planeten die ein menschenwürdiges Leben einfach oder auch nur möglich machen. Heute wurde übrigens wieder ein Boot mit 50 Leichen entdeckt... es dürfte klar sein, das Menschen solche Risiken für das eigene Leben nicht leichtfertig in Kauf nehmen.
Worum gehts hier letztlich? Wirtschaftliche Ängste.... Du redest von eigener Familie und projezierst auf Hilfe für Notleidende Menschen irgendwelche Szenarien wie
"Und ich begreife nicht, wie jemand die Interessen der eigenen Familie hinter die anderer stellen kann (...)". Deine Ängste sind also v.a. ökonomischer Natur. Du hast Angst dass der Kuchen für Dich und Deine Familie kleiner wird wenn die Kosten für Flüchtlinge in die Höhe gehen, was natürlich auch der Fall ist je mehr Flüchtlinge kommen und aufgenommen werden. Und das sollte einfach mal jedem klar sein: Es geht hier v.a. um wirtschaftliche Ängste. Nur wenige jener, die momentan zum wütenden Mob werden, sind Rassisten. Aber sind die wirtschaftlichen Ängste deshalb rational? Wenn man sich umschaut, wenn man mal den gesamten Kontext betrachtet, ist das aus mehreren Gründen irrational und nicht mit kühlem Kopf durchdacht. Erstens mal ist es ein Fakt das wir in einem Land leben das im Vergleich einen extrem hohen Wohlstand genießt. Es gibt immer mehr arme Menschen auch in Deutschland, es gibt einen radikalen Abbau unterer Einkommen aller Art, es wird an vielem gespart was wirtschaftlich schwächere, aber auch die Mittelschicht trifft. Aber kann man die Wut auf solche Entwicklungen ernsthaft auf Flüchtlinge projezieren und die zu Sündenböcken machen wollen? Wäre es nicht weit sachlicher wenn mal mit kühlem Kopf darüber nachgedacht würde, welche Dynamiken wir in Sachen Verteilung von Vermögen überall beobachten? Wäre die Wut nicht viel besser gegen jene gerichtet die sich für diese Art der Politik einspannen lassen während sie in Interviews das Gegenteil predigen... - Politiker, unsere Regierung/en? Wäre es nicht mal an der Zeit zu vergleichen was das Pack so alles quatscht und im Gegenzug tut?
Das riesen Problem dabei ist: Das sind gleich mehrere sehr komplexe Themen die in ihren Verbindungen zueinander noch mal weit komplexer werden. Und das ist für die Mehrheit nicht greifbar, nicht verständlich. Es ist leicht sich von Themen wie Finanzmärkten und Konzern-Politik, von Lohnabbau und Bildungspolitik etc. zu distanzieren. Das greift man nämlich tatsächlich nur an wenn man mit kühlem Kopf an die Dinge heran geht. Dann gräbt man tiefer. Wer emotional und impulsiv reagiert... landet eben bei Flüchtlingen. Wieder prügeln die Schwachen auf die Schwachen ein... obwohl sie auf derselben Seite stehen sollten. Das wiederholt sich in fast allen Themen. Deutsche gegen Pleite-Griechen und Griechen gegen Nazideutsche. Mittelstand gegen vermeintliche Sozialschmarotzer und gedemütigte Hartz4-Empfänger im Grunde gegen alles (und dann auch oft genug gegen Flüchtlinge).
Wer das nicht durchschaut... spielt das Spiel für die falsche Seite. Würde ich zu einem hitzigen Gemüt neigen und mehr in Kategorien von Feindschaft denken, würde ich sagen: Wer das nicht durchschaut, hilft jenen die ihm selbst die Feindschaft erklärt haben und lässt sich benutzen. Und jene "Feinde" die ich meine... die denken sehr kühl nach. Die spielen mit uns Schach. Und sicher... die Flüchtlingshasser hassen auch unsere Politik und unsere Regierung. Aber sie lassen sich gleichzeitig herumschubsen wie Lämmer. Gabriel labert und gießt mit seinem Bullshit-Geschwafel Öl ins Feuer, wird von Idioten-Medien gelobt und kriegt genau das Feedback, von allen Seiten, das absolut berechenbar ist, wird aber letztlich gar nichts tun. Der redet heute so und am nächsten Tag tut er das Gegenteil. Merkel betreibt weiter ihre Symbolpolitik und fährt ein Ausbeutungssystem das kriminell genannt werden sollte. Und ein ganzes Land schaut zu und debattiert über Bullshit... als ob die Flüchtlinge der riesen Kostenfaktor wären. Von Ursache bis letzter Wirkung werden die Dinge auf den Kopf gestellt. Da ist gar nix rational oder kühler Kopf. Die Bevölkerung lässt sich herumschubsen und instrumentalisieren. Solange Flüchtlinge oder Griechen gehasst werden, wird nicht hingeschaut was wirklich passiert. Kein Schwein hat Aktien, aber nen Crash in China hat mehr Auswirkungen auf Dein Konto als 1 Mio Flüchtlinge... nicht schon heute, aber langfristig. Vor 2 Monaten debattierten noch alle über irgendwelche griechischen Mittelständler die keine Steuern zahlen, aber über Steuerbegünstigen von Konzernen... taucht nichts auf. Nen Schreiner mit einer Buchführung wie sie für Banken normal ist, würde im Knast landen. Aber ganz oben gelten andere Gesetze. Und all das hat Auswirkungen auf das was uns alle umtreibt... Wohlstand und alles was damit zusammenhängt.
Und wenn das nicht irgendwann von einer Mehrheit begriffen wird... dann werden selbst kommende Katastrophen falsch gedeutet werden, und ich meine damit sowohl ökonomische Verhältnisse, die noch deutlich schlechter werden, aber es geht m.A.n. viel weiter... Ich spreche im Grunde von Krieg/en. Aber auch dann werden wieder Menschen verantwortlich gemacht die genau darunter AUCH zu leiden haben.